Ein Gemeinschaftsexperiment: Die Balkon-Kartoffel

23 Apr

Die Tage sind wieder länger, die Vögel zwitschern (ja, manchmal brüllen sie auch gefühlt *g*) und etliche Leute haben das dringende Bedürfnis ihre Hände in Erde zu vergraben. Nun hat nicht jeder einen Schrebergarten … Ich jetzt hier in Göttingen auch nicht und um ehrlich zu sein, ist bei mir auch nicht wirklich mehr die Kraft da, um mich alleine um einen Schrebergarten zu kümmern. Aber wenn man Glück hat, hat man einen schönen Balkon, auf dem sich einige Sachen anbauen lassen. In der alten Wohnung in Kassel war der Balkon wirklich winzig! Wenn der Wäscheständer drauf stand, hatte ich keinen Platz mehr und die Blumentöpfe mit Kräutern und Erdbeeren standen auf der Balustrade, geschützt durch ein Anti-Tauben-Netz *g* Der jetzige Balkon ist ein Traum! Er geht über die komplette Breite meiner Wohnung, nach südwest ausgerichtet, hat schattige und sonnige Eckchen. Die Wäsche kann drauf trocknen und gleichzeitig ich noch gemütlich am Tisch essen. Großartigst!

Letztens beim netten Gespräch auf Facebook mit Frau Sabine von Hamburg kocht! unterhielten wir uns über die anstehende Gartensaison und dass Sabine letztes Jahr versuchte im Mörteleimer Kartoffeln wachsen zu lassen, was sich aufgrund diverser baulicher Gartenprobleme nicht endgültig realisieren lässt. Ohne ein bisschen Licht wächst auch keine Kartoffel… Dieses Jahr wollte sie es wieder probieren und ich fand die Idee ganz entzückend, weil mir Umzug ein vor Jahren angeschaffter Mörteleimer wieder in die Hände fiel.

Schnell kam der Gedanke eine Art Blogevent zu machen. Wir können uns vorstellen, dass ein paar von Euch da draußen Lust auf köstlichste, eigene Kartoffeln haben, aber eben nicht den Platz und Zeit um einen ganzen Kartoffelacker zu bestellen. Hat wer Lust mitzumachen? Viel Geld und Zeit muss dafür nicht investiert werden. Eigentlich benötigt ihr nur vier Sachen: Erde (Blumenerde sollte es tun!), Wasser, ein oder zwei Kartoffeln, die Euch schmecken.

Diese am Besten einige bis etliche Tage in einen leeren Eierkarton an einen hellen Ort stellen, dass sie anfängt ordentlich zu keimen. Das muss allerdings nicht sein, auch ungekeimt können sie in die Erde kommen, dann dauert es nur länger bis die Pflanze anfängt zu wachsen.

Dann ist natürlich noch das Pflanzgefäß notwendig. Einfach ist so ein Mörteleimer (oder 10 l Aufwischeimer), den es für wenige Euro in jedem Baumarkt käuflich zu erstehen gibt. Meiner fasst 12l.

Wenn man will, kann man mit einem Akkuschrauber auch noch ein paar Löcher zum Besseren Abfluss einbohren. Wer das nicht machen will, auch nicht schlimm, einfach darauf achten, dass nicht zu viel Wasser im Topf ist und die Kartoffeln eventuell verfaulen.

Hier mein Zeitplan:

Seit Gründonnerstag: Kartoffeln aus dem Supermarkt lagen bei meinen Eltern im Kartoffelkorb und sind etwas gekeimt.
24.04.2014: Löcher in den Eimer bohren. Den Boden des Eimers mit Küchenkrepp bedecken (damit die Erde beim Gießen nicht sofort mit wegschwimmt), Eimer zu etwa 1/3 mit Erde füllen (hier: Tomaten- und Gemüseerderestbestände vom letzten Jahr). Die Kartoffeln (2 oder 3 Stück, mal sehen) in die Erde stecken. Gießen. Warten.

Dann werde ich Euch (wenn möglich und nichts dazwischen kommt) wöchentlich kurz auf dem Laufenden halten, was sich im Mörteleimer so tut.

Und? Mag jemand mitspielen? Einfach nur als kleines Experiment!
Berichtet in Euren Blogs darüber! Wenn ihr mögt und Interesse besteht kann ich auch – sagen wir – monatliche Zusammenfassungen machen, wie sich die Eimer-Kartoffeln von Kiel bis München (oder gar europaweit?) so entwickeln.

Wer keinen Blog hat, kann auch gerne einfach seine Bilder an die folgende E-Mailadresse schicken: paprikameetskardamom (at) freenet Punkt de :-)

Es gibt keine Voraussetzungen, keine Gewinne, aber hoffentlich ein wenig Spaß und leckere Kartoffeln im Frühherbst!

Flüssiges Letscho oder Tomaten-Paprika-Suppe

4 Apr

Endlich habe ich wieder etwas Zeit und Muße zum Kochen. Durch meinen Umzug wohne ich nicht mehr 48 km von der Schule entfernt, sondern nur noch 550 m. Wunderbar! So bleibt mittags auch noch Zeit eine Kleinigkeit zu kochen, wenn keine Reste übrig geblieben sind. Und ich habe endlich einen so großen, schönen Balkon (ohne afghanische Kochdüfte von Nachbarn *g*), dass sich regelmäßiges speisen auf demselbigen wirklich lohnt, also wenn die Sonne mitspielt. Vorgestern genoß ich dort eine Möhren-Stangensellerie-Tortilla mit original ungarischem Weißkohlsalat aus Vecsés (höchstberühmte Gegend in Ungarn für ihr Sauerkraut und überhaupt eingelegte Gurken und Kohl):

Für gestern holte ich noch ein paar Spaghetti Carbonara-Muffins aus dem Tiefkühler, die, während ich in der Schule saß, vor sich hin tauten. Aber mir war noch nach etwas suppigem. Und was passt besser als Tomaten zu Spaghetti. Eine 3/4 große Paprikaschote war auch noch im Kühlschrank, die vor sich hindümpelte. Passt doch! Damit die Suppe etwas Bindung kriegt, habe ich ein wenig Basmati-Reis mitgekocht.

Dafür, dass es so halb improvisiert war, ist die Suppe wirklich lecker geraten! Sie lässt sich auch noch verfeinern, streut ein paar geröstete Croutons drüber oder ein wenig Schmand. Ich schätze auch ein paar Baconstreifen oder gekrümelter Feta sind nicht zu verachten. Mich erinnerte sie geschmacklich ein wenig an mein heißgeliebtes Lecsó, aber das ist ja nicht das verkehrteste!

Und weil zufällig so überhaupt kein einziges tierisches Produkt seinen Weg in die Suppe fand – sowas passiert mitunter – darf es beim “tierfreitag” der esskultur mitspielen.

tierfreitag

Tomaten-Paprika-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
1 Möhre
1 Stange Sellerie
1 Zwiebel
1 rote Paprikaschote
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
großzügige Prise Zucker
Salz, Pfeffer
1/2 Kaffeetasse Basmati-Reis
2 400 g Dosen Tomaten
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber)
1 handvoll Basilikumblätter

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Möhre schälen und grob raspeln. Die Selleriestange entfädeln und fein würfeln. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und ebenfalls fein würfeln. Die Paprikaschote waschen, entkernen und in feine Würfel schneiden.
(2) In einem Topf (nicht unbedingt der kleinste) das Olivenöl auf mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel, Möhre, Sellerie und Paprika andünsten. Mit Salz, Pfeffer und der großzügige Prise Zucker würzen. Deckel drauf und ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze weich dünsten. Dann die Knoblauchwürfel zugeben und etwa 1 Minuten mitdünsten bis er duftet. Den Reis mit den Tomaten zufügen. Eine der leeren Dosen mit Wasser auffüllen und dazu gießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei geschlossenem Deckel aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen.
(3) Nach der Zeit die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren. Kosten und eventuell nochmal mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Den feingeschnittenen Basilikum unterrühren.

Genießen!

Wer mag kann gerne noch Croutons drüber streuen oder etwas Schmand oder Ziegenfrischkäse drauf geben. Vielleicht passen auch ein paar geröstete Nüsschen? Eine schön vielfältige Suppe.

Neues altes zu Hause

14 Mär

Das sehe ich momentan als erstes und letztes, wenn ich im Bett liege. Ja, eine Menge Umzugskartons. Und ja, ich bin eine große Niete im Ummzugskartonstetris. So langsam wird die Wohnung leerer, aber gleichzeitig auch chaotisch voller. Und mittlerweile hallt es sogar in meinem Wohnzimmer, wenn ich einen µ lauter spreche. Aber trotz allem ist noch so viel zu tun bis der Umzugswagen kommt *seufz*

Aus diesem Grund wird es die nächsten Wochen auch etwas ruhiger hier, viel Arbeit in der Wohnung neben der Umschulung gepaart mit nur tragbarem Internet, ist nicht die günstigste Kombination für regelmäßiges Bloggen. Es wird aber schon noch den ein oder anderen Beitrag hier geben …

Was freue ich mich wieder auf Göttingen, auf eine neue Wohnung mit schön großem Balkon in Südwestausrichtung und nur 500m von der Schule entfernt. Nur noch 7 Minuten gehen, statt 45 Minuten Auto fahren (über eine vielbefahrene A7) pro Strecke. Großartigst!

Hoffen wir einfach auf einen reibungslosen Ablauf des Umzugs und dass es möglichst wenig Verluste gibt ;-)

Gemüsetechnisch ist noch Winter – Gratinierter Chicorée

9 Mär

Irgendwie ist ja gerade so ein komsicher Übergang zwischen den Jahreszeiten, der Frühling guckt schon um die Ecke, Schneeglöckchen und Krokanten blühen in den Gärten, aber ich traue dem Frieden noch nicht ganz. Morgens ist es doch ganz schön kalt … Und so wirklich richtig echtes Frühlingsgemüse hab ich noch nicht gesehen, auch wenn der erste Bärlauch schon sprießt. Halten wir uns weiterhin an etwas winterliche Gemüsesorten und machen einfach das Beste daraus.

Nun ist unsere Familie nicht so die großen Blattsalatesser, was es früher aber öfter bei uns gab und ich schon als Kind gerne mochte, war Chicorée. Klassischerweise wurde der Strunk entfernt (macht es weniger bitter), grob gewürfelt und dann entweder mit fein gewürfeltem Apfel oder Orangen gemischt. Der Salat wurde dann einfach mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker gewürzt und zum Schluss Saure Sahne unter gerührt. Wirklich lecker! Aber da muss noch mehr gehen! Ein Klassiker der Küche ist ja auch gratinierter Chicorée, der mit gut schmelzendem Käse überbacken wird. Und warmer Käse geht doch immer, oder? Es lungerte noch Chicorée im Kühlschrank, der gerne verbraucht werden wollte, hatte aber keine Lust auf Salat. Also schnell nach einem Rezept im weltweiten Zwischennetz gesucht, dass zur gegenwärtigen Vorratssituation passte und bei “Genial lecker” fündig geworden. Viele Rezepte sehen Sahne vor, aber die mag ich irgendwie nicht und vertrage sie auch nicht sonderlich gut, aber bei Rike kommt Milch rein. Sehr gut! Die Vorbereitung ist wirklich schnell gemacht und innerhalb von 10 Minuten sind die kleinen Chicorées im Ofen. Dann noch ein wenig warten und fertig ist das wirklich leckere Abendessen. Das Bittere des Chicorées passt wunderbar zum leicht salzigen Schinken und der Cremigkeit des warmen Käses und der Milch-Ei-Mischung. Schön, schön!

Und nur für Frau Mama, in deren Kühlschrank noch ein paar Chicorées lauern, hier das Rezept für heute Abend:

Gratinierter Chicorée

Zutaten für 2 Portionen:
2-3 Chicorée
100 g Kochschinken
2 Eier
100 ml Milch
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
ca. 100 g geriebener Käse (oder Raclette-Käse-Scheiben)

etwas Öl für die Auflaufform

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine kleinere Auflaufform leicht einfetten.
(2) Chicorée waschen, Enden abschneiden und die Stauden halbieren. Den Strunk herausschneiden und die Hälften in die Auflaufform legen.
(3) Den Schinken würfeln und darüber verteilen.
(4) Die Eier mit Milch verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Über den Chicorée gießen und mit Käse bestreuen.
(5) Im vorgeheiizten Ofen ca. 30 Minuten überbacken.

Quelle: Genial leckerÜberbackener Chicorée

Der einfachste Pancake-Teig ever!

7 Mär

Vor drei Tagen war ja Pancake Tuesday, der auch ausführlichst von mir zelebriert wurde. Am Sonntag schon den wunderbaren Gewürzpancake aus dem Ofen ausprobiert, damit die geneigte Leserschaft auch rechtzeitig ein Rezept bekommt, aber natürlich wollte ich gestern auch frisch welche backen. Nun hab ich am Wochentag keine Zeit und Lust auf viel Aufwand am Morgen, da bin ich froh, wenn ich es schaffe mir ein Brötchen mit Käse und Marmelade zu schmieren. Aber abends kann ich dann meist doch noch eine aufwendigere Kleinigkeit basteln (obwohl es auch oft genug nur Käsebrot-Abende gibt *g*). So hab ich die Pancakes nach einem Grundrezept von Jamie Oliver gemacht. Und es ist wirklich denkbar einfach: ein Kaffeepott voll Mehl, derselbe Kaffeepott voll Milch, ein Ei, 1/2 TL Backpulver, eine Prise Salz. Gut verrühren ohne Klümpchen und fertig! Und dann kann man seinen eigenen Gelüsten nachgeben (oder denen der Kinder): Kakaopulver und gehackte Nüsschen rein, Blaubeeren dazu oder zermanschte Bananen oder Erdbeeren rein. Es geht natürlich auch in herzhaft, zum Abendbrot ja auch nicht verkehrt: Käse der Wahl rein reiben, unterschiedliches, schnell garendes Gemüse mit rein schmeißen.

Nur hatte ich die Menge an Teig, die aus einem Kaffeepott Mehl und Milch rumkommen, komplett unterschätzt! Ich habe etwa 30 kleine Pancakes backen können. Und weil mir das in einer Variante zu langweilig gewesen wäre, habe ich den Teig halbiert und eine herzhafte Variante mit reingekrümeltem Feta und Paprikawürfelchen, sowie eine süße Version mit einem halben geriebenem Apfel, etwas Zimt und einem Esslöffel Puderzucker. Vom Teig dann einen Esslöffel pro Pancake in die Pfanne und so lange backen bis sich auf der Oberseite Bläschen zeigen:

dann ist die Unterseite perfekt gebräunt, schnell umdrehen und fertig backen! Das nächste Mal nehme ich aber zwei Pfannen, geht fixer ;-)

Noch schneller und einfacher gehen Pancakes wirklich nicht! Kriegt jedes Kind hin!

Pancake-Grundrezept

Zutaten für ca. 30 kleine Pancakes:
1 Kaffeebecher Mehl
1 Kaffeebecher Milch
1 Ei
1 Prise Salz
1/2 TL Backpulver

neutrales Öl

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen schnell und gründlich zu einem möglichst klümpchenfreien Teig verrühren. Nach Gelüsten verfeinern und ca. 1 Esslöffel Teig pro Pancake in einer heißen Pfanne mit etwas Öl ausbacken. Wenn sich kleine Löcher auf der Oberseite zeigen, umdrehen und zu Ende backen.

Genießen!

Für die Feta-Paprika-Variante: 1/4 rote Paprikaschote sehr fein würfeln und mit 50 g zerkrümeltem Feta unter den halben Teig mischen.

Für die Apfel-Zimt-Variante: 1/2 kleinen, grob geriebenen Apfel, 1/2 TL Zimt und 1 EL Puderzucker unter die Hälfte des Grundteiges rühren.

Quelle: FoodtubeEasy Pancake Recipe

Oh Gott, gesund! – Tofu-Shrimp-Burger mit Teriyaki-Gemüse

6 Mär

Irgendwie haftet dem armen Tofu ja der Ruf eines ungeliebten Ersatzprodukts für Fleisch an, dass irgendwelche Gesundheitsapostel in Würstchenform pressen und mit Gewürzen versetzen, damit es wie Bratwurst und Konsorten schmeckt. Das finde ich irgendwie gruselig… Dabei ist dieser Quark aus Sojabohnen ein seit Jahrhunderten im asiatischen Raum benutztes Nahrungsmittel, das völlig gleichwertig neben Fleisch und Gemüse benutzt wird. Ja, Tofu hat nicht den umwerfenden Eigengeschmack, aber das macht ihn umso vielseitiger. Man kann ihn mild marinieren, scharf marinieren, mediterran zubereiten, zusammen mit Fleisch braten, als Suppeneinlage verwenden, ja sogar für Mousse au chocolat kann es benutzt werden, wer auf Milchprodukte verzichten will.

Eigentlich schlummert immer eine Packung Tofu im Kühlschrank so als Notfallration und der muss dann auch irgendwann verbraucht werden. Die letzte Packung wurde zu einem japanischen Tofu-Burger, in den noch Shrimps, Möhre und Shiitake-Pilze gehören. Eine wirklich schöne Frikadelle, sehr luftig, würzig, etwas shrimpsig. Toll! Man muss nur ein wenig beim Formen und Ausbraten aufpassen, weil sie doch etwas fragil sind. Also lieber nur einmal umdrehen und nicht andauernd nachsehen, ob sie schon goldbraun sind.

Dazu bastelte ich ein schnelles, gewoktes Gemüse, das ich mit selbst zusammen gerührter Teriyaki-Sauce ablöschte. Auch die ist innerhalb von maximal 5 Minuten zusammen gerührt, wenn die Zutaten im Haus sind. Wirklich kein Hexenwerk und man muss nicht unbedingt ein Fertigprodukt kaufen. Als Gemüse gab es die üblichen Verdächtigen: Zwiebel, Möhre, Paprika und Pilze. Zusätzlich schlummerte noch ein kleiner Pak Choi in meinem Kühlschrank, den ich einige Tage zuvor beim türkischen Supermarkt umme Ecke erstehen konnte. Manchmal haben sie solche Schätzchen! So sieht Pak Choi aus:

Pak Choi ist ein naher Verwandter des Chinakohls und erinnert ein wenig an Mangold. Sowohl die fleischigen Stengel als auch die Blätter sind sehr gut verwendbar und lecker. Klimatisch mag er die tropische Feuchte Asiens schon, aber kann auch in Europa im Gewächshaus gezogen werden, so sind die Niederlande mittlerweile in den Anbau und Export eingestiegen. Auch von den Inhaltsstoffen ist er nicht zu verachten: viel Kalium und Carotin, Kalzium, Vitamin C und einige B-Vitamine. Kann man ja fast nicht genug von haben … Also ein gesundes und köstliches Gemüse! Wenn ich es doch nur öfter zu kaufen kriegen würde …

Jedenfalls ist die Kombi von Tofu-Shrimp-Burger mit Teriyaki-Gemüse und einfachem Reis wirklich wunderbar! Ernstlich lecker und ich glaube fast, gesund! Probiert es ruhig mal aus, es lohnt sich!

Tofu-Shrimp-Burger

Zutaten für 6-8 Burger:
1 Shiitake-Pilz
150 g Shrimps
200 g Tofu
1/2 Möhre

1 Frühlingszwiebel
1 Ei
1 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer
etwas Mehl
Öl zum Braten

(1) Den getrockneten Shiitake-Pilz in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und etwas 10 Minuten einweichen lassen. Dann rausnehmen, Stiel rausdrehen und grob würfeln. Je nach Größe die Shrimps grob hacken. Die Tofu in mittelgroße Würfel schneiden. Die Möhre schälen, in mittelgroße Würfel schneiden. Von der Frühlingszwiebel das Wurzelende und die äußere Haut entfernen, in Ringe schneiden. Die vorbereiteten Zutaten in einer Küchenmaschine oder mit einem Pürierstab mittelfein pürieren. Das Ei und Paniermehl unterkneten, mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Etwas Mehl auf einem flachen Teller streuen. Aus dem Teig 6-8 Burger formen und in dem Mehl wenden.
(3) Den Boden einer großen, heißen Pfanne mit Öl bedecken. Wenn das Öl heiß ist, die Tofu-Burger einlegen und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Dabei nur einmal vorsichtig wenden, da die Burger doch etwas fragil sind.

Entweder wirklich als Burger im Brötchen mit Gemüse/Salat belegt servieren oder mit Reis und asiatisch angehauchtem Gemüse zusammen

genießen!

Quelle: Dehnst, F. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. p 128

Teriyaki-Gemüse

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Zwiebel
1 Möhre
1/2 Paprikaschote
5 Champignons
1 Mini-Pak Choy (oder Spinat oder einige Blätter Mangold)
1 EL Öl

Für die Teriyaki-Sauce:
50 ml Sojasauce
1 EL Zucker
1 EL Sake
1 TL geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe, feingehackt

(1) Zuerst die Teriyaki-Sauce schnell zubereiten. Dafür einfach nur alle Zutaten in einem Schüsselchen gut verrühren.
(2) Als nächstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel häuten und in feine Halbmonde schneiden. Die Möhre schälen und in feine Stifte schneiden. Aus der gewaschenen und getrockneten Paprikaschote die Kerne entfernen, in feine Streifen schneiden. Diese eventuell nochmal halbieren. Die Champignons putzen und mittelfeine Scheiben schneiden. Den Mini-Pak Choy waschen, trocknen, Wurzelende und eventuell welke Blätter entfernen Den Kopf halbieren, die Stiele in dünne Streifen schneiden, die Blätter in grobe.
(3) Das Öl in einem Wok oder großen Pfanne gut erhitzen. Die Zwiebeln und Möhren zugeben, ca. 1-2 Minuten rühren. Dann die Paprikastreifen und Pilzscheiben zugeben. Etwa 1 Minuten weiter auf mittelhoher bis hoher Hitze braten und rühren. Stiele des Pak Choys zufügen, kurz mitbraten. Die Pak Choy-Blätter zu geben, mit der Teriyaki-Sauce ablöschen und etwas einkochen lassen. Jetzt sollte das Gemüse gar, aber noch knackig sein.

Zusammen mit Reis und Beilage der Wahl

genießen!

Quelle: Teriyaki-Sauce nach Dehnst, F. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. p 48

Happy Pancake Tuesday!

4 Mär

Jetzt wird sich die geneigte Leserschaft fragen: Was ist denn bitte ein Pancake Day? Im englischsprachigen Raum ist damit der Faschingsdienstag, also der Tag vor Aschermittwoch gemeint, sprich heute! Also

Happy Pancake Day an alle!

Der Name kommt wohl daher, dass die Leute früher vor der Fastenzeit noch alle reichhalten Lebensmittel wie Eier, Zucker und Milch aufbrauchen wollten, um während der 40 Tage nicht in Versuchung zu kommen. In vielen Kulturen bedeutete die Fastenzeit den Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier. Offensichtlich ernährten sich die Leute in der Zeit vegan. Interessant! … Damals haben die Leute das Fasten noch wirklich ernst genommen, nicht wie wir heutige “Heiden”, die eher gucken, ob sie in der Zeit auf Süßigkeiten o.ä. verzichten. Jedenfalls hat sich das Backen von Pfannkuchen/Eierkuchen/Palatschinken/Palacsinta/Pfannekuchen/Pancakes als feste Tradition bei den Briten und Konsorten durchgesetzt. Und das ist ja nun nicht die schlechteste aller Traditionen! Ein Pfannkuchen geht immer, oder? Weil sie so schnell zu machen sind, weil sie so vielseitig sind, egal ob herzhaft oder süß, weil sie satt und glücklich machen!

Für heute habe ich einen supersimplen und schnellen, aber großartigst leckeren Pancake aus dem “Smitten Kitchen Cookbook” ausgesucht (drüber gestolpert bin ich bei Kirsten von “Sugar and Spice“). Er ist perfekt für’s Sonntagsfrühstück, weil man bei der Zubereitung nicht großartig nachdenken muss. Wie im Rezept beschrieben, habe ich den Teig im Standmixer gemacht und war begeistert wie gut und schnell das ging. Eigentlich hab ich in 90% meiner Pfannkuchen-Teige kleine, doofe Mehlklümpchen, aber nicht hier! Ha! Wer keinen Standmixer hat, kann natürlich mit dem Schneebesen oder Handrührgerät arbeiten. Der Pfannkuchen wird im Ofen gebacken und hier ist der einzige Punkt, bei dem man auch im schlaftrunkenen Zustand vorsichtig sein sollte: Die Pfanne nachdem sie im Ofen war, nienicht mit der bloßen Hand anfassen! Immer Topflappen in der Nähe haben! Das Zusammenrühren des Teiges dauert keine 10 Minuten und in den 15-20 Minuten, die er im Ofen bäckt, kann man in Ruhe wach werden und das restliche Frühstück vorbereiten: Käffchen aufsetzen, Tee kochen, Obst schnippeln, Brötchen und Aufschnitt/Käse auf den Tisch stellen. Wirklich perfekt für’s gemütliche Sonntagsfrühstück! Oder ein gemütliches Nachmittagskäffchentrinken am Pancake Tuesday *g*

Gewürzpfannkuchen aus dem Ofen

Zutaten für 1 großen Pancake:
2 Eier
80 ml Milch
1 TL Honig
40 g Mehl
1 EL dunkler Rohrzucker
1/2 TL Zimt
1/4 TL gemahlener Ingwer
Prise gemahlene Nelke
1/4 TL frisch geriebene Muskatnuss
1 Prise Salz
1 EL Butter

Puderzucker, Ahornsirup

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen. Eine ofenfeste Pfanne mit etwa 23 cm Durchmesser bereit stellen. Wenn die Pfannen der geneigten Leserschaft nur Plastikgriffe haben, kann man die schützen, in dem man sie mit einigen Lagen Alu-Folie umwickelt.
(2) Die Eier in einen Standmixer geben und hell-schaumig aufschlagen. Kann man auch gerne mit dem Handmixer machen, kein Problem! Die restlichen Zutaten hinzufügen bis auf die Butter. Gut zu einem flüssigen Teig vermischen.
(3) Die Butter in der Pfanne bei mittelhoher Hitze schmelzen lassen. Dann die Pfanne gut schwenken, damit die Butter auch die Pfannenseiten bedeckt, weil der Pfannkuchen während des Backens an den Seiten hochsteigt. Den Teig in die Pfanne gießen und sofort in den Ofen stellen.
(4) 15-20 Minuten im Ofen backen lassen. Herausholen (Vorsicht, der Pfannenstiel ist sehr heiß!) und auf einen Teller geben. Mit Puderzucker bestreut oder Ahornsirup drauf

genießen!

Quelle: Perelman, D. (2012): The Smitten Kitchen Cookbook – Recipes from a New York Kitchen. Square Peg. p 11

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