Brownies – Ein Bekehrungsrezept

28 Jul

Eigentlich mag ich Brownies nicht. Schon zu Studienzeiten, wenn wir nach dem gemeinsamen Mensa-Essen in die Cafeteria des Theologicums gegangen sind und ein Heißgetränk der Wahl tranken, haben die anderen sich dann immer noch einen Brownie geholt, wahlweise pur, mit Walnuss oder noch zusätzlicher Schokolade. Nach einem Viertel des Stückchens war mir übel. Es war mir einfach zuviel von allem! Deswegen habe ich auch nie selbst welche gebacken. Aber letztens gelüstete mich danach, warum auch immer. Oder zumindest nach Schokolade in kuchenartiger Form (was auch eher selten ist). Ein Schoko-Kuchen erschien mir zuviel, aber so Brownies, die in entsprechend kleine Würfel geschnitten werden sollten, gehen.

Und welche Nation hat sie erfunden und macht die besten Brownies? Genau, die US-Amerikaner. Also fix im „Essential New York Times Cookbook“ nachgeschlagen (mit schnell durchgucken ist bei 900 Seiten eher nichts *g*). Und tatsächlich, ein Rezept, das im Jahr 1943 in der Zeitung veröffentlicht wurde. Die Zutatenliste überflogen und alles im Vorratsschrank da. Großartig! Dann noch diese elendigen amerikanischen Volumenmaße umrechnen (Wer hat die denn erfunden?!? *naargh*). Da sollen wirklich nur 60 g Mehl rein? Na gut, Ms. Hesser wird wissen was sie tut!

Die Zubereitung ist auch ganz einfach und dauert nicht lange. Dann nur noch 25-30 Minuten im Ofen und voila! Total saftige, schokoladige Brownies! Einen Teil der im Rezept vorgesehenen Nüsschen habe ich durch getrocknete Sauerkirschen ersetzt und sie machen sich hervorragend darin! Und die Brownies waren wirklich gut. Schön saftig, auch noch nach Tage, schokoladig, fruchtig, knackig durch die Walnüsse. Ohne größere Versuchsreihen habe ich DAS Brownie-Rezept gefunden, das mich wirklich glücklich macht!

Walnuss-Kirsch-Brownies

Zutaten für 16 kleine Stück/
20×20 cm Form:
115 g Halbbitterschokolade
125 g Butter
2 Eier
1 cup/225 g Zucker
1/4 TL Salz
1/2 TL Vanillemark
(oder Mark 1/2 Schote oder 1 TL Vanilleextrakt)
1/2 cup/60 g Mehl
1/4 cup/40 g getrocknete Sauerkirschen
1/4 cup/40 g grob gehackte Walnüsse

(1) Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine quadratische Form mit 20 cm Kantenlänge (hier eine Auflaufform) mit Backpapier auslegen.
(2) Entweder einen Topf über ein Wasserba stellen oder in einem doppelwandigem Milchtopf die Butter und Schokolade bei geringer Hitze schmelzen lassen. Von der Flamme nehmen und etwas abkühlen lassen.
(3) Die Eier in eine Rührschüssel schlagen, den Zucker dazu und so lange verrühren bis der Zucker sich fast aufgelöst hat. Vanillemark und Salz unterrühren. Dann die Butter-Schokoladen-Mischung dazu geben und mit unterrühren. Die restlichen Zutaten zugeben und kurz unterschlagen bis sich die Zutaten verbunden haben.
(4) Den Teig in die Auflaufform geben, glatt streichen wenn nötig und für 25 Minuten in den Ofen stellen. Die Brownies sind fertig, wenn man ein Holzstäbchen in den Kuchen sticht und nur noch ein bisschen Teig dran kleben bleibt.
(5) 10-15 Minuten in der Form abkühlen, dann mit Hilfe des Backpapiers auf einen Gitterrost heben und dort komplett auskühlen lassen.

In 16 kleine Stückchen aufschneiden.

Genießen!

Quelle: Hesser, A. (2010): The Essential New York Times Cookbook. Norton and Company. p 684

Und für diejenigen unter der geneigten Leserschaft, die wenig Erfahrung im Brownie-Backen haben, so sahen meine Brownies aus, nachdem sie frisch aus dem Ofen gekommen waren! Sie erinnerten mich von der Oberfläche her so ein bisschen an Russisch Brot *g*

Tomatensuppe mit Gartenkräutern – Die beste Tomatensuppe ever!

27 Jul

Endlich gibt es sie wieder: aromatische Tomaten aus eigenen Landen (oder einfach nicht so weit weg wie Spanien oder Marokko). Jetzt habe ich wieder ständig Tomaten im Haus und es gibt sie in allen Varianten: als Salat, im Salat, ofengeröstet, als kalte Tomatensauce, als warme Tomatensauce, lauwarm mit Nudeln vermischt und natürlich als Suppe. Lange Zeit mochte ich Tomatensuppen nicht, weil sie mir immer nur wie etwas zu dünn geratene Sauce zu Nudeln schmeckte. Aber nachdem ich ein paar Rezepte ausprobierte, bin ich doch bekehrt und mag sie mittlerweile wirklich gerne. Einige habe ich auch schon hier gepostet:

Aus dem von mir (und mittlerweile auch Frau Mama) heißgeliebten „Deutschland vegetarisch“ lachte mich letztes Jahr schon die Tomatensuppe an. Aber erst im Oktober, also eigentlich schon jenseits der Tomatensaison, nur im türkischen Supermarkt umme Ecke gab es noch aromatische späte Tomaten zu kaufen. Auf die Türken ist in der Hinsicht (fast) immer Verlass ;-)

Der Clou beim Rezept sind der Fenchel und Möhre, die eine gewisse Süße und Würze geben. Außerdem werden noch getrocknete Tomaten zugegeben, die das Tomatenaroma der Suppe nochmal erhöhen. Ein weiterer Trick, den Herrn Paul öfter in seinen Rezepten anwendet, ist das Einreduzieren der Flüssigkeiten, um das Aroma zu intensivieren. Hier funktioniert das vorzüglich. Eine wirklich schöne Suppe, die es dieses Jahr bestimmt wieder geben wird! Sie war einfach zu gut! Ich würde sogar behaupten, die beste Tomatensuppe ever!

Tomatensuppe mit Gartenkräutern und Schmand

Zutaten für 4 großzügige Portionen:
800 g reife Tomaten
1 Möhre
80 g Fenchel (ca. ½ kleinere Knolle)
1 Zwiebel
4 EL neutrales Öl
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
4 getrocknete Tomaten
1 l Gemüsebrühe
500 ml Tomatensaft
Salz, Pfeffer
Spritzer Weißweinessig
150 g Schmand
½ Bund Schnittlauch
je einige Zweige Petersilie und Dill

(1) Die Tomaten grob würfeln, den Strunk herausschneiden. Möhre schälen und in Scheiben schneiden. Zwiebel häuten, vom Fenchel die äußere Schicht entfernen und beides in Streifen schneiden.
(2) Das Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse glasig dünsten. Zucker und Tomatenmark unterrühren, 1 Minute weiter dünsten. Lorbeer und getrocknete Tomaten hinein geben und wiederum 1 Minuten mitdünsten.
(3) Die Tomatenwürfel zugeben und 2 Minuten schmoren. Mit der Brühe und dem Tomatensaft auffüllen und offen 50 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Das Lorbeerblatt aus der Suppe fischen, die Suppe pürieren und mit Salz, Pfeffer und Essig würzen.
(4) Den Schmand mit Salz und Pfeffer würzen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden, die anderen Kräuter grob hacken.

Suppe mit Schmand und Kräutern anrichten.

Genießen!

Quelle: Paul S. Seiser, K (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 63

Und weil für mich zu Tomaten doch irgendwie Nudeln dazu gehören, gab es als zweiten Gang Spaghetti Carbonara-Muffins aus der Sendung „Sweet & Easy“. Sie waren wirklich lecker, aber irgendwie stimmten die Mengenangaben im Rezept nicht. Die werden nochmal gemacht mit angepasstem Rezept und dann nachgereicht. Weil lecker waren sie schon und gut einfrieren ließen sie sich auch!

Ich lass den Ungar in mir raus – Kovászos uborka

25 Jul

Ich erwähnt es ja schon, es war heiß! Und endlich mal nicht nur einen oder zwei Tage, sondern mehrere Tage, so dass meine ungarische Gene sofort nach Kovászos uborka, also in Salzlake gegärten Gurken schrien. In Ungarn werden sie den ganzen Sommer von gefühlt allen Familien gemacht und irgendwie kenn ich keinen, der sie nicht mag. Frau Mama hat sie natürlich auch schon öfter gemacht, wie hier dokumentiert, ich höchstselbst allerdings noch nie. Aber jetzt mit meinem Südbalkon kann ich das auch, wenn das Wetter stimmt. Und so wurden Mitte letzter Woche einige Einlegegurken (für mich brauche ich keine 2 kg Gurken machen) eingesackt im Supermarkt, ganzer Dill war nicht aufzutreiben, geschweige denn mit Blüten, aber der tiefgekühlte vom türkischen Supermarkt muss es auch tun. Ein ausreichend großes Glas hatte ich dank Lena auch und so stand dem Versuch nichts im Wege. Wenn man keine ungarische Großfamilienportionen in einem 5l-Glas macht, sind die Vorbereitungen auch schnell abgeschlossen. Dann stehen die Gurken friedlich in der Sonne und man kann jeden Tag zugucken wie sie gären und köstlich werden. Das ist soo toll!

Das Rezept ist ein wenig anders als das Grundrezept von Frau Mama, hat noch ein paar Gewürze dabei, die allerdings eine schöne Note an die Gurken abgeben. Nach knapp 4 Tagen sahen meine Gurken aus als wären sie fertig.

Schnell unter den Profis bei Facebook (die ungarische Verwandtschaft *g*) nachgefragt, ob es sein könnte, dass sie tatsächlich schon fertig sind. Da kam vom Cousin-der-nie-da-ist die Antwort, dass ich doch einfach kosten sollte. Gesagt, getan. Vorsichtig mit einer Gabel ein Gürkchen heraus gefischt und –

Oh! Mein! Gott! Sooo lecker! Perfekt gegärt, noch knackig, eine leichte Knoblauch- und Pfeffernote! Komplette Begeisterung auf meiner Seite! Jetzt kommt allerdings der etwas eklige Teil. Man muss tatsächlich dieses extrem labbrige Brot da raus holen. Klar, kann man mit Löffel oder Gabel versuchen, aber am einfachsten ist es tatsächlich mit den Händen. Also allen Mut zusammen nehmen und schnell den Teil der Arbeit erledigen. Dann die Gürkchen rausholen, in ein neues, sauberes Gefäß geben, dass gut in den Kühlschrank passt. Wenn alle Gurken raus sind, die Flüssigkeit durch ein feinmaschiges Sieb drüber gießen und im Kühlschrank zwischen parken. Was ich dann aus den Kovi ubi gemacht habe, außer einfach mal zum Kühlschrank zu tigern und eine im Stehen zu verputzen, zeige ich Euch die Tage!

Ansonsten kann ich nur nochmal eine große Nachbastelempfehlung geben. Probiert es wirklich mal aus, der zeitliche und finanzielle Aufwand ist so gering, der Genuss dafür umso größer!

Kovászos uborka

Zutaten für ein ¾ l-Glas:
500 g kleine Einlegegurken
1 Bund Dill
1 Knoblauchzehe
½ TL Senfkörner
½ TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot
750 ml Wasser
1 EL Salz

1 1l-Glas

(1) Das Glas gründlich auswaschen und richtig heiß ausspülen. Auf einem sauberen Geschirrtuch umgedreht abtropfen lassen.
(2) Die Einlegegurken in kaltem Wasser gründlich abschrubben. Die Enden und beschädigte Stellen wegschneiden. Dann drei oder vier Mal längs ein, aber nicht durchschneiden. Nur so, dass sie angeritzt sind, aber noch zusammen halten. So kann die Salzlake besser eindringen.
(3) Den Dill waschen und die Hälfte zu unterst in das Glas legen. Darauf die Gurken schichten. Sie dürfen schön eng stehen. Die gehäutete Knoblauchzehe mit reinlegen. Die Senf- und Pfefferkörner drüber streuen. Die zweite Hälfte vom Dill obenauf legen, dann zum Schluss die Scheibe Weißbrot.
(4) Das Wasser aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Kurz abkühlen lassen und das warme Wasser über die Gurken in das Glas gießen.
(5) Das Brot wird nach oben schwimmen, weil das Glas nicht komplett gefüllt ist. Mit Hilfe diverser Kleinteile (Plastiktöpfchen, Verschlüsse von Glaskaraffen) versuchen das Brot unter dem Salzwasser zu drücken. Nach draußen in die Sonne stellen und so lange gären lassen bis die Gurken fertig sind. Bei Temperaturen um die 30°C dauert das so 4-7 Tage. Dann ist ihre Farbe etwas fahler (eher Richtung militärgrün) geworden und sie sind weicher. Wenn man reinbeisst, hat man das Gefühl, es hat sich ein wenig Kohlensäure in der Gurke angesammelt.
(6) Dann die Gurken rausnehmen und in eine Aufbewahrungsbox geben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb über die Gurken gießen und im Kühlschrank aufbewahren.

Sie passen hervorragend zu Gulasch, Schnitzel, ach in Ungarn gefühlt zu fast allem.

Genießen!

Quelle: Mautner, Zs. (2014): Főzőiskola – Középfok. Libri Kiado. Budapest. p 56

Schnelles Abendessen – Koreanische Zucchinipfannkuchen

23 Jul

So langsam muss ich mich wirklich nach Rezepten umgucken, um die Zucchini zu verbrauchen, die meine Pflanze so produziert. Hätte ich auch nie erwartet *g* Die koreanisch frittierten Zucchinischeiben sind ja schon der Hammer, aber kann ich auch nicht 2x die Woche machen ;) Ein Link zum Blog der britischen Foodzeitschrift „Olive“ hatte ein Rezept für koreanische Zucchinipfannkuchen in sich. Na hey, wenn wir schon andauernd Zucchini auf koreanisch machen, kann ich auch mal eine andere Variante ausprobieren. Das Rezept las sich einfach, hatte wenige Zutaten und auch alles noch in der Küche vorhanden. Perfekt für ein Sommerabendessen! Der Teig ist schnell zusammen gerührt, der Dip noch fixer. Der Teig und damit die Pfannkuchen sind relativ neutral, deswegen ist der Dip wirklich wichtig und macht die Pfannkuchen erst richtig gut. Bei mir sind in einer kleinen Pfanne fünf Zucchinipfannkuchen bei rausgekommen, die gut für 2 Mahlzeiten reichten. Auch bei Raumtemperatur schmeckten sie am nächsten Morgen zum Frühstück noch vorzüglich! Die wird es öfter mal geben. Während ich so die Zucchini raspelte, verirrte sich der letzte Rest davon in meinen Munnd und Oh! Mein! Gott! So gut und saftig können richtig frische Zucchini schmecken? Was für ein Unterschied zum Supermarkt-Material! Also Zucchini sind für’s nächste Jahr definitiv wieder gesetzt! Es macht zuviel Spaß ihnen beim Blühen und Wachsen zu zugucken und dann das großartige Ergebnis zu essen!

Koreanische Zucchinipfannkuchen mit Sojasauce-Reisessig-Dip

Zutaten für 2 Portionen:
125 g Mehl
1 Prise Salz
1 Ei
100-125 ml Wasser
250 g Zucchini, geraspelt
2 Frühlingszwiebeln, feine Ringe
1 TL Öl
Pfeffer

Öl zum Ausbraten

Dip:
2 EL Sojasauce
2 EL Reisweinessig
½ Knoblauchzehe
1 TL Sesamöl
1 Prise Chiliflocken

(1) Zuerst den Pfannkuchenteig zubereiten. Dafür das Mehl mit Salz, dem Ei und Wasser zu einem dickflüssigen Teig verrühren. 10 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl ausquellen kann.
(2) Die Knoblauchzehe häuten und ganz fein würfeln oder durch die Presse drücken. Ich benutzte wieder konfierten Knoblauch. Alle Zutaten für den Dip gut miteinander verrühren und zur Seite stellen.
(3) Die Zucchini grob raspeln, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Zusammen mit dem Öl und gut Pfeffer zum Teig geben und unterrühren.
(3) Eine Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen, ein bisschen Öl hineingeben. So viel vom dickflüssigen Teig hineingeben, dass der Boden gut bedeckt ist. Von beiden Seite goldbraun backen. So oft wiederholen bis der Teig aufgebraucht ist.

Die fertigen Zucchinipfannkuchen vierteln oder sechsteln und zusammen mit dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Homepage der „Olive“ – Korean courgette pancakes with dipping sauce

Multifunktional: Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

21 Jul

Ich bin ja schon so ein kleiner Hamster (okay, angesichts meiner Körperlänge eher ein großer *g*) und lege gerne Vorräte an, am liebsten natürlich aus den Früchten harter Gartenarbeit. Jetzt ist der elterliche Garten gute 450 km entfernt und per Post kiloweise Johannisbeeren und ähnliches zu schicken, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und nur um Marmelade zu kochen oder Kompott einzuwecken, kaufe ich auch nicht für teuer Geld Beeren in 125 g Schälchen. Also halte ich mich dabei etwas zurück. Sehr freute mich, als mich die beste Martina von allen fragte, ob ich ein paar schwarze Johannisbeeren aus ihrem Garten möchte. Aber hallo, will ich! Die schwarze Variante sind meine liebsten Johannisbeeren, die haben noch so ein anderes Aroma, das den roten und weißen fehlt. Also kamen am Donnerstag große tolle Johannisbeeren in einem alten Eiseimerchen bei mir an und wollten verbraucht werden. Wegen der doofen Fruktose fällt das so Wegfuttern leider größtenteils flach, also irgendwie verarbeiten.

Vor zwei Jahren (als ich die lange Zeit krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte) hatte ich mir aus Frust das großartige „Home Made“ von Yvette van Boven gekauft. Da sind so viele schöne Sachen drin, die man alle selbst machen kann! Ein Rezept war für einen Sirup aus Schwarzen Johannisbeeren mit Thymian. Was für eine großartige Kombination! Ich konnte es richtig schmecken. Wir hielten uns damals nicht genau ans Rezept, sondern Zwerg entsaftete die Beeren mit der KitchenAid unserer Eltern. Dieses Mal hielt ich mich an die Zubereitungsweise im Buch, die auch nicht viel komplizierter ist und ich einfach keine Entsaftungsanlage besitze. Die Früchte werden zerquetscht, mit dem Thymian einige Minuten gekocht, durch ein Sieb gestrichen (nicht zu fest, sonst kommen doch Kernchen in den fertigen Geleesirup) und dann kurz mit dem Zucker aufgekocht bis der sich aufgelöst hat. Aber irgendwie haben meine Johannisbeeren so viel eigenes Pektin, dass bei mir in beiden Fällen angenehmes Gelee daraus geworden ist. Umso besser, ist es multifunktional: entweder auf’s Brot schmieren oder erst mit etwas Wasser auflösen und dann mit mehr Wasser verdünnt trinken. Beides total lecker! Ich kann mir vorstellen, dass das Gelee auch toll zum Verfeinern von Bratensauce von Wild- oder Rinderbraten geeignet ist. Das probiere ich aber erst im Herbst/Winter aus, wenn die richtige Zeit für Schmorgerichte und Rotkohl ist *g*

Ich habe den Großteil des Gelees diesmal in Weck-Gläser getan und in diesem Fall müssen sie noch für 10 Minuten eingekocht werden. Also einfach die Gläser in einen großen Topf geben, heißes Wasser zufügen bis die Gläser zu mindestens 2/3 bedeckt sind. Aufkochen, Hitze runter drehen bis es nur noch blubbert und dann 10 Minuten einkochen lassen. Nur so kann sich der Druck in den Gläsern auf- oder abbauen (so genau blicke ich das Druckprinzip bei den Gläsern noch nicht). Wer das ganze in normale Gläser mit Drehdeckeln (auch Twist-Off-Deckel genannt) füllt, muss die Gläser nur für etwa 10 Minuten auf den Kopf stellen und dann weiter abkühlen lassen. Wenn die Gläser und Deckel in Ordnung waren, bildet sich dann auch dort ein wunderhübsches Vakuum. Wichtig ist in allen Fällen, dass die Gläser und Deckel vorher wirklich sauber waren. Ich wasche sie mit Spülmittel aus, spüle mit richtig heißem Wasser nach und lasse sie im 120°C heißen Ofen trocknen. Das funktioniert astrein. Wenn ich Weck-Gläser benutze, bedecke ich die Deckel und Gummis in einen kleinen Topf mit Wasser und lasse es aufkochen. So werden auch dort alle Schimmelsporen und Bakterien abgetötet.

Also, bei wem jetzt noch Schwarzen Johannisbeeren in rauen Mengen am Strauch hängen, macht Euch ran. Es lohnt sich und ist ernstlich köstlich!

Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

Zutaten für ca. 1 l:
900 g Schwarze Johannisbeeren
1 Bund Thymian
2 EL Zitronen- oder Limettensaft
800 g Zucker

(1) Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen zupfen. In einer großen Schüssel oder gleich im Topf mit einem Kartoffelstampfer zerquetschen oder mit einem Stabmixer kurz anpürieren.
(2) Den Thymian so wie er ist zusammen mit dem Zitronensaft zu den Johannisbeeren geben. Etwa 10 Minuten köcheln lassen bis die Früchte richtig weich sind. Die Früchte dann durch ein feines Sieb in einen anderen Topf geben. Mit einem Löffel die restliche Flüssigkeit aus dem Fruchtmus drücken.
(3) Währenddessen die Gläser vorbereiten. Gründlich auswaschen, mit heißem Wasser ausspülen, in den kalten Ofen stellen. Den Ofen auf 120°C heizen und wenn die Temperatur erreicht ist, etwa 15 Minuten drin lassen. Raus holen und auf ein sauberes Handtuch stellen. Die Deckel (egal ob Twist-Off und Deckel plus Gummiring für Weck-Gläser) in einem kleinen Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen.
(4) Den Johannisbeersaft mit dem Zucker vermischen. Aufkochen und so lange köcheln lassen bis der Zucker sich aufgelöst hat. Falls Schaum entsteht, den abschöpfen.
(5) Den heißen Sirup in die vorbereiteten Gläser füllen und mit den Deckeln verschließen. Wer Twist-Off-Gläser benutzt hat, einfach nur für 10 Minuten auf den Kopf stellen, dann umdrehen und abkühlen lassen. Weck-Gläser für 10 Minuten bei 90°C einwecken. Aus dem Wasser holen und ebenfalls auskühlen lassen. Die Klammern abnehmen und prüfen, ob der Deckel angezogen hat.

Dann im Winter auf’s Brot oder im Sommer als erfrischenden Sirup

Genießen!

Quelle: Boven, Y. van (2012): Home Made. DuMont Buchverlag. Köln. p 100

Andere Länder, andere Suppen: Kalte Rote Bete-Suppe aus dem Baltikum

19 Jul

Heiß, heiß, heiß! Aber ich will mich nicht beschweren, immerhin ist Sommer und da darf es auch mal wärmer sein. Prinzipiell freuen sich doch alle darüber, oder? Jedenfalls, wenn es nur ein paar Tage dauert und nicht in wochenlange Hitze ausartet, wie es manchmal in Ungarn der Fall ist. Und die warmen Tage sind ideal, um mal wieder ein paar neue Rezepte für kalte Suppen auszutesten, die bei moderat warmen Temperaturen einfach nicht ihre richtige Wirkung entfalten können. Schon letztes Jahr war mir eine Variante mit Roter Bete ins Auge gesprungen, die im baltischen Raum offensichtlich sehr gerne gegessen wird. So habe ich Suppen mit denselben Zutaten, aber unterschiedlichen Namen im weltweiten Internet gefunden. Scheint ziemlich beliebt zu sein, diese Suppe. Dann kann es nicht verkehrt sein, sie auszutesten. Das war genau heute der Fall! Sonst bin ich ja fast nie so schnell mit dem Verbloggen, die geneigte Leserschaft merkt schon, wie gut sie mir schmeckte!

Idealerweise wird die Rote Bete für die Suppe frisch gegart (entweder im kochenden Salzwasser garen oder in Alufolie eingewickelt im Ofen, beides ungeschält) und dann bekommt die Suppe auch eine richtig großartig pinke Farbe. Ich hatte nur die vakuumisierten Rote Bete-Knollen aus dem Supermarkt, aber auch damit kann man die Suppe machen. Frisch gekocht, schmeckt es aber wahrscheinlich besser. Wenn die Rote Bete, wie auch immer erstmal gar ist, geht der Rest ganz schnell. Grob raspeln, Gurke schälen, entkernen und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel ebenfalls fein schneiden und alles mit dem Kefir, Dill, Salz und Pfeffer vermischen und im Kühlschrank kalt stellen. Das kann man auch gerne schon am frühen Morgen oder Abend vorher machen. Statt des Kefirs (oder Buttermilch) habe ich Dickmilch genommen und sie mit etwas Wasser verlängert. Dickmilch gefällt mir jedenfalls richtig gut. Muss mich mal genauer damit beschäftigen *g*

Jedenfalls ist diese Suppe schnell gemacht und zum Servieren einfach noch ein paar Pellkartoffeln und Eier kochen. Da muss man ja zum Glück auch nicht neben dem heißen Topf stehen, die kochen sich von allein *g* Und die warmen Kartoffeln zusammen mit der kalten Rote Bete-Suppe, der Hammer! Total köstlich! Ernsthaft! Sättigend und erfrischend zugleich! Sollte die geneigte Leserschaft unbedingt ausprobieren, so lange es noch warm ist!

Baltische kalte Rote Bete-Suppe

Zutaten für 2 Portionen:
1 mittelgroße Rote Bete
½ Salatgurke
2 Frühlingszwiebeln
1 Bund Dill
Salz, Pfeffer
250 g Dickmilch
(oder 250 ml Kefir)
100 g Wasser

Zum Servieren:
2 hartgekochte Eier
Pellkartoffeln

(1) Die Rote Bete garen (oder vorgegarte vakuumisierte benutzen), entweder geschrubbt in kochenden Salzwasser geben und ca. 1 Stunde garen oder geschrubbt in Alufolie einwickeln und bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 1 Stunde backen. In beiden Fällen bis sie weich sind (mit einem Messerchen reinpieken). Dann die Schale vorsichtig abziehen (am besten Chirurgenhandschuhe anziehen) und grob raspeln. In eine mittelgroße Schüssel geben.
(2) Die Salatgurke schälen, mit Hilfe eines kleinen Löffels entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Scheiben schnibbeln. Beides in die Schüssel geben. Den Dill fein hacken. Zusammen mit Salz, Pfeffer, der Dickmilch und Wasser zu den anderen Zutaten geben und gut durchrühren. Die Schüssel abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Mit frisch gekochten Pellkartoffeln und hartgekochten Eiern servieren.

Genießen!

Quelle: Inspiration Homepage der Europäischen Union

Ungarisches Sonntagsessen in vegetarisch – Panierter Blumenkohl mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat

17 Jul

Letztens zeigte ich Euch ja, wie Schnitzel paniert werden. Dabei ist Fleisch beileibe nicht das einzige, was in einer knusprigen Bröselkruste köstlich schmeckt. Für die fleischlosen Gelüste eignen sich auch viele Gemüse zum Panieren, seien es Kohlrabi, Sellerie, Patisson oder gar Chicoree. Aber am allerliebsten (mit Patisson zusammen) mag ich es mit Blumenkohl. Irgendwie wird der Blumenkohl süßlich und der feine Eigengeschmack noch hervorgehoben. Ich liebe es total!

Ich versuche ja sonntags etwas Besonderes zu kochen und nicht nur Nudeln mit Tomatensauce. Die Tradition des Sonntagsessen finde ich schon schön! Und an dem Sonntag war mir nach einem ungarischen Sonntagsessen. Jetzt hab ich zwar nicht extra Brühe gekocht, nicht für mich allein. Aber sonst war es schon sehr ungarisch: Panierte Hauptzutat, Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. (Wer mag, kann hier, hier und hier gucken, wie Sonntagsessen in Ungarn wirklich aussehen *g*.) Beim Salat bin ich mal von der ungarischen Variante abgewichen und machte einen Teil des Wirtshaussalats aus dem „Deutschland vegetarisch“. Zu Anfang war ich skeptisch, reicht wirklich so wenig Marinade für soviel Gurke? Aber ja! Ein Hammer! Ab sofort gibt es den Gurkensalat nur noch so! Frau Mama, dringend ausprobieren! Er schmeckt wirklich phantastisch und in Kombination mit dem Blumenkohl ein für mich wirklich würdiges Sonntagsessen!

Wirtshaus-Gurkensalat

Zutaten für 4 Portionen:
1 Salatgurke
1 EL Kräuteressig (hier: Weißweinessig)
1 EL Zucker
½ TL Salz
3 EL neutrales Öl
4 Zweige Dill

Die Gurke waschen. Jeden zweiten Streifen abschälen. Die Gurke in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Aus Essig, Zucker, Salz und Öl eine Vinaigrette anrühren und mit den Gurken vermischen. Den Dill waschen, gut trocknen und unter den Salat rühren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p21

Panierter Blumenkohl

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittelgroßer Blumenkohl
Salz
2-3 EL Mehl
2 Eier
Milch
Paniermehl

Öl zum Ausbacken

(1) Die äußeren Blätter vom Blumenkohl entfernen und dann in kleinere bis mittelgroße Röschen zerteilen. Den Blumenkohl in kochendem Salzwasser ca. 5 Minuten vorgaren. Durch ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen. Das kann auch schon gut am Tag vorher gemacht werden und dann in einer Schüssel abgedeckt bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern.
(2) Die Panierstraße vorbereiten. Eine kleine Gefriertüte mit dem Mehl füllen. In einen Suppenteller die beiden Eier aufschlagen, etwas salzen und einen Schluck Milch dazu geben. Gut verschlagen. In einem zweiten Suppenteller das Paniermehl geben. Eine Pfanne auf den Herd stellen und erhitzen, eine Flasche Öl geöffnet bereit stellen. Wenn die Pfanne heiß ist, Öl hineinschütten, dass der Boden ca. 2 cm hoch bedeckt. Das Öl ist richtig heiß zum Ausbacken, wenn an einem Holzlöffel/Holzstäbchen, das hinein gehalten wird, enthusiastisch kleine Bläschen aufsteigen.
(3) Einige Blumenkohlröschen in den Mehlbeutel geben, den Beutel zuhalten und ein paar Mal euphorisch schütteln. Von den Röschen das überschüssige Mehl abschütteln, dann in das Ei geben und mit Hilfe einer Gabel im Ei wenden. Dann werden die Röschen ins Paniermehl geben und von allen Seiten mit Bröseln bedecken. (Am Besten nur eine Hand dreckig machen.) Dann in das heiße Öl geben und bei mittelhoher Hitze von allen Seiten goldbraun ausbacken. Mit allen Röschen nach und nach so verfahren. Zum Abtropfen auf einen Teller/Schüssel, der mit mehreren Lagen Küchenkrepp bedeckt ist, das überschüssige Öl abtropfen lassen. Zwischen jeder neuen Lage mit den fertig gebackenen Blumenkohlröschen neuen Küchenkrepp legen.

Warm oder bei Zimmertemperatur mit einem Dip servieren.

Genießen!

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