45 Minuten am Meer

19 Aug

Ein Ziel für den Urlaub in der Ostseeheimat war es ja mal wieder ans Meer zu kommen. Seit ich vor zwei Jahren krank geworden bin, war an einen Besuch am Strand nicht wirklich zu denken. Frau Mama hatte gestern einen freien Tag und so konnten wir vormittags einen Ausflug an die Küste machen. Wir fuhren nach Elmenhorst, einem Dorf nahe Rostock, dass über die Steilküste Zugang zur See hat.

So sieht es hier typischerweise in der Umgebung aus: ein paar Häuser, ein paar Bäume, Hecken, Wiese und/oder Feld. Wahlweise stehen da noch ein paar Windräder in der Gegend rum und machen aus dem (fast) ständig wehenden Wind Strom.

 

Auch hier beweist sich, dass alles Wasser Richtung Meer fließt, auch der kleinste Bach:

Gestern Morgen war es noch echt schön! Blauer Himmel, kein Wölkchen am Himmel. Die wurden alle von dem stürmischen Wind weggeweht. Ich hatte leise Hoffnung, dass wir nach unserem Termin noch bei Sonnenschein und blauem Himmel am Strand spazieren könnten, aber Pustekuchen. Dicke Wolken, wenig Sonne, ordentlich Wind. Frau Mama und ich waren froh ein paar Schichten mehr angezogen zu haben …

Was uns als erstes wieder auffiel als wir dann endlich am Strand ankamen: der Duft. Nach Algen. Nach Salzwasser. Nach Meer. Nach unserem Meer!

Die Pflanzenwelt mutet teilweise schon ziemlich herbstlich an. So haben die Heckenrose tiefrote Früchte …

… blühen aber auch noch. Ein kleiner Sommerhoffnungsschimmer.

Besonders niedlich fand ich die kleinen Ackerwindenblüten, die an vielen Stellen der Steilküste wuchsen. Der Botaniker in mir wieder ;-)

Besonders entspannend ist es einfach auf’s Wasser zu gucken …

… und die Wellen beobachten wie sie die vielen Steine rund schleifen. Dabei gurgelt das Wasser so lustig …

Der Blick Richtung Wilhelmshöhe (ja, nicht nur in Kassel gibt es eine Wilhelmshöhe *g*):

Eine erwachsene Möwe saß ganz ruhig auf einem algenüberwuchterten Stein im Wasser …

Noch mehr Meer. Einfach beobachten. Durchpusten lassen. Haare zerzausen lassen. Die Steine unter den Füßen spüren. Die Wolken beim Ziehen beobachten.

Dieses Stück Küste nennt sich übrigens Stolteraa und ist ein 2,8 km langes Naturschutzgebiet, das etwa 300 m breit ist. Es umfasst das Kliff mit den Küstenwäldern und den Strand samt Flachwasserbereich. Es ist einfach total hübsch und vielseitig hier!

Auf demselben Stein wie die erwachsene Möwe wenige Minuten vorher, saß dann eine junge Möwe, gut zu erkennen am braunen Gefieder, mit dem sie sich wunderbar zwischen den Steinen verstecken kann und nicht so leicht gesehen wird durch Fressfeinde wie Füchse (oder nervige Touristen).

Trotz dass wir an einem Montagmittag da waren, fand ich es echt voll. Erst Recht, weil wir nicht in Warnemünde waren, sondern etwas abseits. Lauter Kinder, Eltern, Drachensteigenlasser, Spaziergänger, herrenlos herumfliegende Sonnenschirme, Wanderer, Rumsitzer, Wasserbeobachter, Steinchenditscher, Steinesammler, Wasserplätscherer, Sandburgenbauer.

Nach ‘ner dreiviertel Stunden wollten meine Beine nicht mehr und hatten doch eine arge Ähnlichkeit mit Wackelpudding. Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend es ist, über Sand und Stein zu gehen.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sah ich noch ein paar hübsche Disteln ihre Samen verbreiten (Biologischer Sinn und Zweck eines jeden Tieres und Pflanze: Fortpflanzen, Fortbestehen, Art sichern). Ich habe ein Herz für Unkraut! *g*

Auch Linaria vulgaris, das Echte Leinkraut, blüht momentan wunderhübsch gelb in der Gegend rum.

Es tat richtig gut ein paar Minuten am Meer zu sein! Sich ordentlich durchpusten lassen, mit zerzausten Haaren zurück kommen, über weichen Sand und harte Steine spazieren, dem Meeresrauschen lauschen, den Blick über den weiten Horizont schweifen lassen. Entspannung pur!

Herr werden über die Zucchinischwemme: Zucchini-Schoko-Kuchen

15 Aug
 

So, wo haben wir Zucchini noch nicht versteckt? Richtig! In Süßkram! Bei Miri von “Miris Kitchen” sah ich letztens einen Schokoladenkuchen, in dem die grüne Kürbisfrucht zur Verstärkung der Saftigkeit mit reinkamen. Er wurde auch sogleich von “Feines Gemüse“-Christina nachgebacken und auch Karin von “Food for angels and devils” machte sich dran, nachdem sie ihn auf meinem Instagram-Account sah. Der Kuchen ist wirklich schnell zusammen gerührt und bäckt dann nur ruhig vor sich hin. Dabei hätte ich ihn beinahe vergessen. Nach 50 Minuten noch die Stäbchenprobe gemacht, war zu früh, dann aufm Sofa fast weggepennt. Zum Glück duftete der Kuchen sich seinen Weg von der Küche ins Wohnzimmer, so dass ich schnell aufsprang, um ihn vor einem noch dunkleren Schicksal zu retten. Er wurde noch am selben Abend angeschnitten, weil Frau Mama unbedingt mal diesen sehr fruktosearmen Kuchen kosten wollte. Und er kam richtig gut an! Schön schokoladig und saftig! Die Zucchini stört kein bisschen. Er ist auch nicht zu süß, für mich hätte noch ein µ mehr Zucker drin sein können. Ich würde das nächste Mal 150 g Zucker benutzen oder für andere Süßschnäbel vielleicht noch gezuckert aufgeschlagene Sahne dazu? Aber ein wirklich empfehlenswerter Kuchen! Den wird es, wohl mit leichten Abwandlungen wie Walnüsschen rein, öfter geben :-)

Zucchini-Schoko-Kuchen

Zutaten für 25 cm-Kastenform:
240 g Mehl
50 g Kakao
1 TL Natron
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
3 Eier
120 g Zucker
120 ml neutrales Öl (hier: Sonnenblume)
1 TL Vanilleextrakt
(oder Mark 1 Vanilleschote)
350 g grob geriebene Zucchini

Puderzucker zum Bestreuen

Butter, Mehl für die Form (oder Alufolie)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform je nach Vorliebe einfetten und mehlen oder mit Alufolie ausschlagen.
(2) Das Mehl mit dem Kako, Natron, Backpulver und Salz mischen.
(3) Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen. Dann das Öl und das Vanilleextrakt unterrühren.
(4) Die geriebenen Zucchini mit 1/3  der Mehlmischung vermischen. Den Rest portionsweise zur Eimischung geben und unterrühren. Zum Schluss die Zucchini unter den Teig heben.
(5) Den Teig in die Kastenform geben und auf mittlerer Schiene in den Ofen geben. 50-60 Minuten backen. Den Stäbchentest machen – Holzstäbchen in die Mitte des Kuchens stecken, wenn es sauber heraus kommt und kein Teig mehr dran klebt, ist der Kuchen fertig.
(6) Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Mit Puderzucker bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: Miris KitchenSchokoladen-Zucchinikuchen

Herr werden über die Zucchinischwemme: Türkische Zucchini-Hack-Pfanne

14 Aug
 

Vor einiger Zeit postete Yvonne von “Experimente aus meiner Küche” ein schönes Alltagsgericht der türkischen Küche, eine Zucchini-Hackpfanne mit Nudeln. Im Blog ist es mir gar nicht so aufgefallen, aber bei Instagram, wo ich ihr auch folge. Nicht nur sie kochte das Gericht, eine ganze Welle folgte! Gefühlt hat das halbe deutsche Instagram dieses Gericht nachgekocht und immer sah es etwas anders aus. Ich finde sowas toll! Geb drei Köchen dieselben Zutaten in die Hand und es werden drei verschiedene Gerichte bei rumkommen. Auch meine Version sieht wieder etwas anders aus. Da sind wohl ein wenig meine ungarischen Gene mit mir durchgegangen und es ist ein wenig mehr Paprikapulver zum Hack in die Pfanne gefallen ;-) Die Pfanne ist wirklich einfach zu machen, geht schnell, somit perfekt für geschäftige Tage. Dazu sättigt es gut und schmeckt durch den Knoblauchjoghurt schön frisch. Ein wirklich feines Essen, dass ich nur jedem empfehlen kann. Bei mir ist es im Alltagsessenrepertoire gelandet! Und man wird gleichzeitig noch ein bisschen Zucchini los *g*

Türkische Zucchini-Hack-Pfanne mit Nudeln

Zutaten für 4-6 Portionen:
350 g Nudeln (Penne o.ä.)
500 g Hackfleisch
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
500 g Zucchini

Für die Joghurtsauce:
350 g Naturjoghurt
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst die Joghurtsauce zubereiten, damit sie etwas durchziehen kann. Den Knoblauch häuten und ganz fein würfeln. In den Joghurt geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Im Kühlschrank zwischenparken.
(2) Die Zucchini waschen, trocknen, Enden abschneiden, grob raspeln (entweder per Hand oder Küchenmaschine). Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(3) Für die Nudeln ausreichend Wasser aufsetzen und dann nach Packungsanweisung garen. Abgießen.
(4) Zwischenzeitlich eine Pfanne heiß werden lassen, das Hack darin ohne weitere Zugabe von Fett krümelig anbraten. Wenn das Hack halb gar ist, die Zwiebelwürfel dazu geben und glasig werden lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen, mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. So lange rühren bis das Paprikapulver duftet (es darf nicht verbrennen, sonst schmeckt alles bitter). Die Pfanne auf die Flamme zurück stellen und sofort die Zucchiniraspeln zufügen und so lange bei mittelhoher Hitze andünsten bis sie gar sind und eine etwas trockene Hacksauce entstanden ist. Das dauert 10-15 Minuten.
(5) Mit den fertig gegarten Nudeln vermischen.

Mit dem Knoblauchjoghurt beträufelt, servieren!

Genießen!

Quelle: Experimente aus meiner KücheTürkische Nudel-Hackfleisch-Pfanne

Herr werden über die Zucchinischwemme: Zucchinischnitzel – Comfort Food aus dem Garten

11 Aug
 

Immer noch überschwemmt uns die eine Zucchinipflanze. Schon wieder sind neue Herkuleskeulen heran gewachsen, das feucht-warme Wetter tut sein übriges dazu.

Deswegen heute noch eine kleine, einfache Mittagsidee mit den Gemüseköstlichkeiten aus dem elterlichen Schrebergarten. Zumindest säntliche Gemüsezutaten waren kurz vorher noch in der Erde. Die Bohnen gab es wieder nach dem Familienstandard einfach gekocht und dann in Butter geschwenkt. Die Kartoffeln, die am Tag vorher noch in der Erde schlummerten, wurden zu leckerem Seelenfutter aka Kartoffelbrei verwandelt. Kartoffelbrei geht doch wirklich immer, oder? Als Hauptkomponente wollte ich Zucchinischnitzel machen, also wirklich klassisch paniert, wie hier die Schweineschnitzelchen.

Es lohnt sich nicht wirklich ein Rezept aufzuschreiben. Für vier großzügige Portionen hab ich zwei größere der mittelgroßen Zucchini genommen. Diese einfach in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und durch sämtliche Stationen der Panierstraße (Mehl, Ei, Semmelbrösel) ziehen. Dabei habe ich eine bisschen an der Paniertechnik gefeilt. Die Semmelbrösel gebe ich mittlerweile in eine tiefere Schüssel statt eines Suppentellers und lege dann die durch das Ei gezogenen Zucchinischnitzel hinein, so zwei bis vier je nach Größe. Und dann einfach mit Schwung die Schüssel schütteln, damit die Semmelbrösel auch von oben auf die Schnitzel fallen. Noch ein bisschen andrücken, fertig. Danach dürfen die Zucchinischnitzel im heißen Öl baden. Von beiden Seiten so lange ausbacken bis sie goldbraun sind und  dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Es dauert ein bisschen bis man für vier Portionen Zucchinischnitzel gebastelt hat, aber es lohnt sich. Die schmecken so lecker, leicht süßlich, knusprig und innen etwas cremig. Toll! Können auch bei Raumtemperatur einfach wegschnabuliert werden. Ich musste mich echt zusammen reißen nicht immer ein Schnitzelchen zu stiebitzen, wenn ich auch nur in der Nähe der Küche war ;-) Vielleicht kriegt man so auch Gemüse in Kinder geschmuggelt?

Ein schönes, einfaches, köstliches Essen mit wirklich frischen Zutaten und vielleicht sogar ein bisschen gesund?

Herr werden über die Zucchinischwemme: Süßsaure Curry-Zucchini

8 Aug
 

Jetzt ist es amtlich! Bei meinen Eltern ist die Zucchinischwemme angekommen! Plötzlich ohne jedwede Vorwarnung entwickeln sich Herkuleskeulen! Gut, es kann auch sein, dass meine Eltern einfach nicht genau genug gucken und nicht rechtzeitig ernten. Aber so ist das halt, wenn man meist nur am Wochenende im Garten ist…

Jedenfalls müssen die ja irgendwie verbraucht werden. Frau Mama ist da eine Winzigkeit einfallslos, also muss ich ran *g* Nun sind wir auch nur zu dritt und es sind wirklich viele Zucchini, die sich nicht so lange lagern lassen bis wir sie in ordentlichen Speisen verarbeiten können. Also auf Vorrat einlegen! Die Lieblingstante gab uns letztes Jahr ein Glas mit einem leckeren süßsauren Zucchinisalat, der wunderbar als Beilage zum Abendbrot oder Braten passte. Also flugs bei der Lieblingstante nachgefragt und sie schickte mir ein Photo des Rezeptzettels per Smartphone zu.

Da ich doch ein paar Schwierigkeiten mit der Schrift hat – Liest die geneigte Leserschaft auch “gepulte Zucchini”? – und es doch relativ knapp gehalten wurde, nochmal fernmündlich nachgefragt. Eigentlich ganz einfach: alles kleinschnippeln, im größten Topf mit den restlichen Zutaten 24 Stunden ziehen lassen, einige Minuten kochen lassen und in blitzsaubere Gläser füllen. Fertig. Na, das kriegen Frau Mama und ich doch hin. Bei uns sind tatsächlich die beiden größten Zucchinikeulen drauf gegangen, aber auch etliche Gläser köstliche süßsaure Curryzucchini wurden gefüllt. Das reicht locker bis zum nächsten Jahr :-)

Und damit Henriette von “Lanis Lecker Ecke” ein wenig mehr Motivation kriegt ihre Gartenköstlichkeiten zu ernten und verbrauchen, macht dieses Rezept auch bei ihrem Blogevent “Sommer, Sonne, Erntezeit” mit.

Süßsaure Curry-Zucchini

Zutaten für ca. 5l:
3 kg Zucchini, geputzt und in kleine Würfel geschnitten gewogen
0,5 kg Zwiebeln, geputzt und in kleine Würfel geschnitten gewogen
je 1 rote, gelbe, grüne Paprikaschote, in kleine Würfel geschnitten
1-2 handvoll Sellerieblätter, feingehackt
1-2 Knoblauchzehen, gehäutet und in feinen Scheiben
1 EL Salz
3 Tassen Zucker
3 Tassen Kräuteressig
4 TL Senfkörner
4 TL Currypulver

(1) Die Gemüsezutaten in einen grooßen Topf geben. Salz und Zucker drauf, gut durchrühren. Dabei kommt schon die erste Flüssigkeit aus dem Gemüse. Die Gewürze und den Kräuteressig ebenfalls dazu geben und gut durchrühren. Abdecken und an einem kühlen Ort 24 Stunden ziehen lassen.
(2) Am nächsten Tag die Twistoff-Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel gut mit heißem Spüli-Wasser auswaschen, mit klarem heißem Wasser ausspülen. Die Gläser in den Ofen stellen. Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen. Sobald die Temperatur erreicht ist, die Gläser darin 15 Minuten trocknen und sterilisieren lassen. Die Deckel auf einem sauberen, unbenutzten Handtuch abtropfen lassen.
(3) Den Topf auf den Herd stellen, bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen und 5-10 Minuten köcheln. Öfter mal umrühren, damit alles gleichmäßig gart.
(4) Wenn alles vorbereitet ist, die Zucchini gekocht, die heißen Gläser vorsichtig aus dem Ofen holen, auf ein Holzbrett o.ä. stellen. Mit Hilfe eines breiten Trichters, einer kleinen Kelle und Löffel die Zucchinimasse samt Flüssigkeit einfüllen bis ca. 1 cm unter dem Rand. Den Deckel drauf, fest zudrehen und etwa 10 Minuten auf den Deckel stellen. Umdrehen und abkühlen lassen. Die Deckel sollten im Laufe des Abkühlens knacken und somit ein Vakuum bilden.

Haltbarkeit: ca. 6 Monate sagt die Lieblingstante, wenn man sauber gearbeitet hat. Aber benutzt Euren gesunden Menschenverstand, wenn ihr ein Glas öffnet und der Inhalt kommt Euch komisch vor.

Passt wunderbar zu Käse, als Grillbeilage, zum Abendbrot, zu vielem.

Quelle: Kollege der Lieblingstante

Urlaubsmodus an: Ein Wochenende im Schrebergarten

7 Aug

Endlich habe ich auch Ferien! Drei Wochen süßes Nichtstun! Eigentlich wollte ich ja zwei Wochen in Ungarn verbringen, habe es aber abgesagt wegen des dort herrschenden Wetters. Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit und schnellen Wetterwechseln lassen mich nur auf Sofas versacken, aber so gar nichts Produktives mehr hinkriegen. Wie zum Beispiel mit der Lieblingsgroßcousine spielen oder im Garten oder der Küche helfen. Also verbringe ich die Ferien in der angenehmer temperierten Ostseeheimat, die auch Wind kann.

Letzten Freitag kam ich hier an. Herr Papa holte mich vom Bahnhof ab und wir fuhren schnurstracks in den Schrebergarten, wo die Eltern (fast) jedes Wochenende verbringen. Erstmal tief durchatmen! Wie entspannend! Wie ruhig! Nur gelegentliches Piep und Fiep von den Vögelchen zu hören! Perfekt zum Krafttanken!

 

Als Frau Mama etwas später ankam, drehten wir die obligatorische Runde durch den Garten und ich begutachtete die Neuerwerbungen. Durch den verregneten Juli vor drei Jahren nahmen mehrere unserer Bäume so starke Schäden, dass sie nicht mal mehr richtig Blätter bildeten, geschweige denn Früchte, so dass Herr Papa sie entfernen musste. Das hatte allerdings auch den Vorteil, dass wir uns schön tragende Sorten aussuchen und käuflich erwerben konnten und nicht wie zu DDR-Zeiten gezwungen waren zu nehmen, was gerade da war. Dieser kleine Pflaumenbaum wohnt noch nicht ein Jahr im Garten und hat schon ein Pfläumchen dran bzw. hatte ;-) Sie war weich und reif und wurde teilend genossen. Sehr gute Sorte, wirklich köstlich! Ich freue mich schon darauf, wenn der Baum größer wird und noch mehr Früchte trägt!

Der nächste Tag begann mit ein paar grauen Morgenwolken, aber blauem Himmel unten drunter.

Und gestaltete sich sehr spinnenlastig weiter. Spätsommer ist halt Spinnensaison. An der Terrasse hing das Netz einer Kreuzspinne, in das auch immer mal wieder ein Käferli o.ä.. flog. Das auf dem Bild sichtbare Käferchen wollte ich eigentlich noch retten, aber die Spinne war schneller bei der Arbeit …

Zwerg hatte letzten Samstag auch frei und verbrachte den Tag mit uns im Schrebergarten. Als sie kurz nach Ankunft in das Zimmer ging, wo wir schlafen und machte auf einmal erschrockene Geräusche. Da lief eine Spinne seelenruhig über mein Bett und machte sich gerade daran in meinem Rucksack zu verschwinden. Aber anstatt was zu tun, stand Zwerg einfach nur wie angewurzelt da. Schnell ein Glas geholt, Stück alte Werbung und die Spinne eingefangen … So ein Fleck von zerquetschter Spinne möchte ich dann auch nicht auf meiner Bettdecke habe. Dann lieber schnell rausschmeißen in die Blumen.

Wie gesagt, Spinnensaison! Überall Spinnennetze! Auch da, wo unsere Zwiebeln lagern. Und da stand ich dann davor und Frau Mama musste die Zwiebeln holen. Ich fange Spinnen mit Gläsern ein, kein Ding. Aber sobald mir Spinnennetze ins Gesicht kommen, werde ich panisch …

Dann wendete ich mich angenehmeren Aufgaben zu: Gemüsejagd! Zuerst erbeutete ich die Bohnen für’s Mittagessen. Etwas mühselig, die ganze Zeit vornüber gebeugt rumzustehen und wir haben viele Bohnen dieses Jahr! Aber sie sind sooo lecker!

Dann war zusammen mit Frau Mama die Kartoffeljagd dran. Irgendwie macht das ja schon Spaß: da wo die Kartoffeln gepflanzt wurden und das grün vertrocknete, mit einem Spaten/Grabegabel einstechen und gefühlt Dutzende der dicken, wohlschmeckenden Knollen ausbuddeln. Und dieses Jahr scheint ein besonders gutes Kartoffeljahr zu sein!

Und das war dann das köstliche Endprodukt der Gemüsejagd: Butterbohnen (Familienstandard) mit Pellkartoffeln und Kräuterquark mit allem mögliche an Kräutern aus den Blumenbeeten (Schnittlauch, Estragon, Petersilie, Giersch). Es war wirklich sehr lecker!

Den Nachmittag und Abend verdümpelten wir auf der Terrasse. Höchstentspannend!

Brownies – Ein Bekehrungsrezept

28 Jul

Eigentlich mag ich Brownies nicht. Schon zu Studienzeiten, wenn wir nach dem gemeinsamen Mensa-Essen in die Cafeteria des Theologicums gegangen sind und ein Heißgetränk der Wahl tranken, haben die anderen sich dann immer noch einen Brownie geholt, wahlweise pur, mit Walnuss oder noch zusätzlicher Schokolade. Nach einem Viertel des Stückchens war mir übel. Es war mir einfach zuviel von allem! Deswegen habe ich auch nie selbst welche gebacken. Aber letztens gelüstete mich danach, warum auch immer. Oder zumindest nach Schokolade in kuchenartiger Form (was auch eher selten ist). Ein Schoko-Kuchen erschien mir zuviel, aber so Brownies, die in entsprechend kleine Würfel geschnitten werden sollten, gehen.

Und welche Nation hat sie erfunden und macht die besten Brownies? Genau, die US-Amerikaner. Also fix im „Essential New York Times Cookbook“ nachgeschlagen (mit schnell durchgucken ist bei 900 Seiten eher nichts *g*). Und tatsächlich, ein Rezept, das im Jahr 1943 in der Zeitung veröffentlicht wurde. Die Zutatenliste überflogen und alles im Vorratsschrank da. Großartig! Dann noch diese elendigen amerikanischen Volumenmaße umrechnen (Wer hat die denn erfunden?!? *naargh*). Da sollen wirklich nur 60 g Mehl rein? Na gut, Ms. Hesser wird wissen was sie tut!

Die Zubereitung ist auch ganz einfach und dauert nicht lange. Dann nur noch 25-30 Minuten im Ofen und voila! Total saftige, schokoladige Brownies! Einen Teil der im Rezept vorgesehenen Nüsschen habe ich durch getrocknete Sauerkirschen ersetzt und sie machen sich hervorragend darin! Und die Brownies waren wirklich gut. Schön saftig, auch noch nach Tage, schokoladig, fruchtig, knackig durch die Walnüsse. Ohne größere Versuchsreihen habe ich DAS Brownie-Rezept gefunden, das mich wirklich glücklich macht!

Walnuss-Kirsch-Brownies

Zutaten für 16 kleine Stück/
20×20 cm Form:
115 g Halbbitterschokolade
125 g Butter
2 Eier
1 cup/225 g Zucker
1/4 TL Salz
1/2 TL Vanillemark
(oder Mark 1/2 Schote oder 1 TL Vanilleextrakt)
1/2 cup/60 g Mehl
1/4 cup/40 g getrocknete Sauerkirschen
1/4 cup/40 g grob gehackte Walnüsse

(1) Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine quadratische Form mit 20 cm Kantenlänge (hier eine Auflaufform) mit Backpapier auslegen.
(2) Entweder einen Topf über ein Wasserba stellen oder in einem doppelwandigem Milchtopf die Butter und Schokolade bei geringer Hitze schmelzen lassen. Von der Flamme nehmen und etwas abkühlen lassen.
(3) Die Eier in eine Rührschüssel schlagen, den Zucker dazu und so lange verrühren bis der Zucker sich fast aufgelöst hat. Vanillemark und Salz unterrühren. Dann die Butter-Schokoladen-Mischung dazu geben und mit unterrühren. Die restlichen Zutaten zugeben und kurz unterschlagen bis sich die Zutaten verbunden haben.
(4) Den Teig in die Auflaufform geben, glatt streichen wenn nötig und für 25 Minuten in den Ofen stellen. Die Brownies sind fertig, wenn man ein Holzstäbchen in den Kuchen sticht und nur noch ein bisschen Teig dran kleben bleibt.
(5) 10-15 Minuten in der Form abkühlen, dann mit Hilfe des Backpapiers auf einen Gitterrost heben und dort komplett auskühlen lassen.

In 16 kleine Stückchen aufschneiden.

Genießen!

Quelle: Hesser, A. (2010): The Essential New York Times Cookbook. Norton and Company. p 684

Und für diejenigen unter der geneigten Leserschaft, die wenig Erfahrung im Brownie-Backen haben, so sahen meine Brownies aus, nachdem sie frisch aus dem Ofen gekommen waren! Sie erinnerten mich von der Oberfläche her so ein bisschen an Russisch Brot *g*

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