New Gemüse in town – Flower Sprouts

18 Dez

Ich probiere ja gerne neues aus. Wie sollte es auch anders sein als Foodblogger und man will der geneigten Leserschaft ja auch Neuigkeiten präsentieren. Der Supermarkt nebenan überrascht mich manchmal sehr. So hat er zum Beispiel regelmäßig Pak Choi im Angebot und letztens sah ich ein Tütchen mit schnuffelig aussehendem (Zitat Frau Kochschlampe) Gemüse. Was ist denn das? “Flower Sprouts” stand auf der Packung. Augenrollen auf meiner Seite, kann man keine deutschen Namen benutzen? Egal, es soll eine Mischung aus Rosen- und Grünkohl sein. Joa, kommt hin:

Laut Packungsanweisung reicht kurzes dünsten, braten oder kochen. Na dann! Eine kurze Recherche brachte mich zum Artikel der Daily Mail von 2010. Laut dem wurde das Gemüse von der britischen Firma Marks & Spencer entwickelt (daher auch der englische Name) und ist die erste neu eingeführte Gemüseneuheit seit 2002. Ich hoffe dann mal, dass sich diese kleine Schönheit auch noch weiter verbreitet. Zumindest Saatgut ist problemlos erhältlich, wenn man mal ein bisschen sucht im Netz :-)

Und der Geschmack? Wirklich lecker! Kohlig, aber nicht zu intensiv, tatsächlich ein wenig nussig. Die Garzeit war auch erfreulich kurz, wahrscheinlich auch bedingt durch die “luftige” Struktur der Sprouts im Gegensatz zum kompakten Rosenkohl (den ich auch sehr liebe!). Ich kann mir vorstellen, dass es vielfältig einsetzbar ist: Tortilla wie hier gezeigt, in einem Auflauf, kurz gewokt in asiatisch inspirierten Gemüsepfannen, klassisch als Beilage mit Muskantnuss gewürzt. Ich hoffe einfach, dass ich die Flower Sprouts noch öfter kaufen kann und dann werden neue Varianten ausprobiert.

Die Version einer Kartoffel-Tortilla mit den dunkelgrün-violetten Schönheiten, kann ich schon mal sehr empfehlen!

Kartoffel-Flower Sprouts-Tortilla

Zutaten für 2 Portionen:
4-5 mittelgroße Kartoffeln
Salz
Prise Kümmelkörner
200 g Flower Sprouts
Schluck Olivenöl
Pfeffer
6 Eier
Schluck Milch
Muskatnuss

ofenfeste Pfanne mit Deckel

(1) Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser mit einer Prise Kümmel gar kochen. Das kann auch schon gut am Vortag gemacht werden. Wenn sie anfassbar sind, die Kartoffeln pellen und in mitteldicke Scheiben schneiden.
(2) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Die Flower Sprouts putzen, dafür die unschöne Stielstelle abschneiden, eventuell unschöne Blätter entfernen. Die Röschen je nach Größe eventuell halbieren. Eine Pfanne in der die gesamte Tortilla Platz hat auf mittelhoher Hitze warm werden lassen. Einen Schluck Olivenöl reingeben. Die Flower Sprouts in der Pfanne, mit Salz und Pfeffer gewürzt etwa 10 Minuten anbraten bis sie gar, aber noch bissfest sind.
(4) Zwischenzeitlich die Eier in einer Schüssel aufschlagen. Etwas Milch dazu geben, mit Salz, Pfeffer und etwas frisch geriebener Muskatnuss würzen. Gut verrühren.
(5) Die Kartoffelscheiben zu den angebratenen Flower Sprouts geben, gut durchmischen und gleichmäßig verteilen.
(6) Die Eier in die Pfanne gießen. Den Deckel drauf legen und 10 Minuten bei mittlerer Hitze langsam stocken lassen. Dabei öfters mit einem Holzlöffel in die Mitte der Tortilla stechen, damit das flüssige Ei nach unten durchlaufen kann. Auch am Rand der Pfanne mit dem Holzlöffel öfter das schon gestockte Ei etwas anheben und noch flüssiges nachlaufen lassen.
(7) Die Pfanne dann ohne Deckel auf die mittlere Schiene in den Ofen stellen. Etwa 15 Minuten backen lassen bis die Eimasse gestockt und am Rand leicht braun ist.

Heraus holen (VORSICHT! VERDAMMT HEISS! Topflappen/Handtücher leisten gute Hilfe!), aufteilen und mit einem frischen Salat zusammen servieren.

Genießen!

Ich rette Quarkstollen nach der weltbesten Oma

14 Dez
 

Eigentlich wollte ich ja dieses Jahr endlich mal Omas Wasserkringel backen. Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft wahrscheinlich, was ein Wasserkringel sein mag. Das ist eine Art Stollen, dessen Teig in ein Handtuch eingeschlagen in einem Eimer mit warmem Wasser geht. Ich war leider nie dabei, wenn die beste Oma von Welt ihn gebacken hat, aber sie hat immer einen mitgebracht, wenn sie uns zu Herrn Papas und meinem Geburtstag besuchte. Das Rezept ist glücklicherweise in Omas rosa Rezeptbuch, aber leider (wie bei fast allem) ohne genauere Angaben der Zubereitung *hmpf* Frau Mama fragte dann, ob in dem Buch auch Omas Quarkstollen-Rezept drin sei und ob ich das haben möchte. Quarkstollen? Daran kann ich mich gar nicht erinnern … Aber hey, immer her damit und es kam dann in Form einer Postkarte, auf der Frau Mama in ihrer unnachahmlich akkuraten Handschrift das Rezept für mich niederschrieb. Es las sich auch ganz gut und einfach. Schnell in Gedanken die Vorräte durchgegangen, ob alles da ist. Wieviel Hefe braucht man dafür? Aber nee, nix da! Keine Hefe in dem Stollen, nur Backpulver. Komisch! Darf er sich dann überhaupt Stollen nennen? Keine Ahnung … Nachdem ich den rohen Teig kostete, war ich aber sehr überrascht, er schmeckte so schon sehr stark nach Stollen. Wunderbar! Zwei kleine Änderungen nahm ich vor. Zum einen gab ich Orangeat mit rein, dass die beste Oma von Welt wahrscheinlich nicht mit drin hatte, weil es zu DDR-Zeiten zu teuer/selten war oder einfach in der Familie nicht beliebt. Aber ich mag Orangeat :-) Außerdem formte ich aus dem Teig keinen klassischen Stollen (obwohl das bei der Konsistenz ohne weiteres möglich ist), sondern gab ihn in eine Gugelhupfform. Funktionierte 1a!

Und der Stollen ist soo lecker! Er schmeckt wie richtiger Stollen fruchtig-nussig und ist so schön saftig. Mal gucken, wieviele Tage er überlebt *g* Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, diese Variante mal auszutesten. Schnell und einfach gemacht :-)

Einfacher Quarkstollen

500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver (10 g)
1 Prise Salz
175 g Butter
250 g Quark
2 Eier
150 g Zucker
3 EL Vanillezucker (oder 1 Päckchen)
Schale 1 Bio-Zitrone

60 g Rosinen
50 g gehackte Mandeln
50 g Orangeat

2 EL Butter zum Einpinseln
Puderzucker zum Bestreuen

(1) Den Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Gugelhupfform gründlich ausbuttern und mehlieren.
(2) Das Mehl mit dem Backpulver und Salz in eine Schüssel geben. Dann den Quark, Butter und Eier hinzu. Die beiden Zuckerarten und die abgeriebene Schale der Bio-Zitrone mit zu restlichen Zutaten geben. Alles so lange kneten bis ein homogener, gut formbarer Teig entstanden ist.
(3) Die Rosinen, Mandeln und Orangeat kurz unterkneten.
(4) Den Teig gleichmäßig in die Gugelhupfform geben. Heraus stehende Rosinen in den Teig drücken (es sei denn man mag verbrannte Rosinen wie ich *g*). Auf die mittlere Schiene des Ofens geben und 60-70 Minuten backen. Stäbchenprobe machen – ein Holzstäbchen/Stricknadel/Spaghetti in den Kuchen stecken und wieder rausziehen. Wenn kein Teig mehr daran klebt, ist der Kuchen gar.
(5) Herausholen und in der Form abkühlen lassen bis er lauwarm. Dann heraus stürzen und auf einen Teller stellen. Die Butter schmelzen und den Stollen damit bepinseln. Dann mit Puderzucker bestreuen. Zwei- bis dreimal wiederholen.

Genießen!

Quelle: Familienrezept

Und weil ja immer weniger Menschen ihren Stollen selbst backen. Sei es aus Angst, dass es nicht schmecken könnte, dass es zu zeitaufwendig sei, dass man gefühlt schon im Juli damit anfangen müsse, damit er zur Adventszeit “reif” ist, dass der Hefeteig nicht tut was er soll. Euch allen möchte ich hiermit beweisen, dass das alles für diesen Stollen nicht zutrifft. Kein Bangen, ob die Hefe aufgeht, der Teig ist innerhalb 20 Minuten fertig und er schmeckt praktisch sofort! Also probiert es auch vor Weihnachten ruhig aus! Es lohnt sich!

Auch andere Blogger beteiligten sich der Weihnachtsgebäck-Rettungsaktion. Da dieses Wochenende eher von Familie und Geburtstagsfeiereien bestimmt wird, werde ich die Links sobald wie möglich nachreichen! So, endlich sind hier die anderen Retter:

Rike von genial lecker
Sina von giftigeblonde
Susi, die Turbohausfrau
Zorra vom Kochtopf
Hardy, der Genussjäger
Andrea von our food creations
Friederike vom Fliederbaum
Katja von Hoetus Poetus
Janke von Jankes Soulfood
Kerstin von Verboten gut
Irene von der Widmatt
Der Winzer und die Kärntnerin
Karin von Conjas Eck
Sandra von From Snuggs Kitchen

Einfach, einfacher, Tojásos nokedli – Eiernockerln mit grünem Salat

11 Dez

Manchmal muss es doch ganz einfach sein, oder? Eines der einfachsten und schnellsten Gerichte der ungarischen Alltagsküche, das ich kenne, sind Tojásos Nokedli also Eiernockerln. Eigentlich braucht es dafür auch kein richtiges Rezept. Einfach die Menge Nokedli/Galuska/Knöpfle basteln nach Anzahl der Esser, dann pro Person 2 Eier berechnen. Eine Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen, etwas Öl erhitzen. Die Eier in eine Schüssel schlagen, würzen mit Salz und Pfeffer und gut verschlagen. In die Pfanne geben und kurz anstocken lassen. Dann die Nokedli dazu geben und unter regelmäßigem Rühren so lange braten bis das Ei nach gewünschtem Grad gestockt ist, manche mögen es ja cremiger als andere. Ganz wichtig dazu ist ein grüner Salat mit essiglastiger Vinaigrette. In Ungarn habe ich bisher nur Kopfsalat dazu gegessen und das ist gefühlt irgendwie die einzige Gelegenheit, wo es dort grünen Salat zu essen gibt. Sonst bevorzugt der Ungar an sich ja eher Gurkensalat oder Weißkohlsalat. Ganz wichtig ist bei dem Gericht, dass der Salat gleich auf den Teller mit kommt und ein wenig der Vinaigrette über die Tojásos Nokedli gegeben wird. Irgendwie nimmt das die dumpfe Schwere von den Eiern. Für mich funktioniert es jedenfalls nur so :-)

Und ich weiß gar nicht, warum ich so selten Nokedli mache, eigentlich sind die ja leicht zu basteln und vielfältig einzusetzen :-)

Wochenplan KW 49 – Planung und Realität

9 Dez
Wochentag Plan Realität
Mo  Bolo-Reste  check
Di  Risotto-Rest  check
Mi  Kürbis-Feta-Quiche  Zwiebel-Apfel-Bacon-Quiche
Do  Ungarisches Zucchinigemüse mit Hackbraten aus dem TK  Tökfözelék mit Krakauer
Fr  Schiebetag  Kartoffel-Flower Sprouts-Tortilla, Orangen-Haselnuss-Shortbread
Sa  Zucchinigemüse-Rest  check, Gewürzkekse gebacken
So  Sztrapacska  check

Ich habe mich erstaunlicherweise schon wieder einigermaßen an den Plan gehalten. Zwar wurde die Quiche-Füllung umgeschmissen, weil erstaunlicherweise der gesamte halbe Kürbis für’s Risotto drauf ging *g* Aber die Mischung aus Zwiebel mit süßlichen Apfel und dem salzigen, rauchigen Bacon war wirklich total lecker! Im Supermarkt erblickte ich dann auch ein schnuffelig aussehendes Gemüse, sogenannte Flower Sprouts, die sofort mit mussten. Daraus wurde eine Tortilla gemacht. Sehr lecker und wird noch in einem gesonderten Beitrag vorgestellt :-) Auch die Sztrapacska, also ungarische Knöpfle mit rohen Kartoffeln im Teig, die in einer Speck-Schmand-Sauce überbacken werden, waren wieder total lecker. Nur viel zu viel … Auch gebacken habe ich wieder. Die Standardplätzchen, die wirklich lecker sind. Aber nur vom Backen habe ich schon eine Süß-Überdosis bekommen, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe, die Schätze zu essen *ggg*

Essen der Woche: Kartoffel-Flower Sprouts-Tortilla

Bolognese aus dem Slowcooker

8 Dez

Wie die geneigte Leserschaft bemerkt hat, ist der kleine Slowcooker wieder vermehrt im Einsatz. Bei der ganzen “Arbeit” vor Weihnachten wie dekorieren und Plätzchen backen, kommt mir ein Gerät, dass mir Arbeit abnimmt und an das ich nicht alle 10 Minuten denken muss, gerade Recht. Zweiter Vorteil: darin koche ich meist soviel, dass prinzipiell für 4-6 Portionen reichen würde. Und so kann ich den Rest noch gut einwecken, wie mit dem Grünkohl geschehen. So auch mit dieser Bolognese, die 90 Minuten lang eingeweckt wurde.

Und diese Bolognese ist wirklich lecker. Auf dem Herd geköchelt, hatte ich meistens nicht die Geduld sie lange genug schmurgeln zu lassen, aber mit dem Slowcooker geht das einwandfrei. Rechtzeitig beginnen und dann innerhalb der nächsten 6 Stunden die Wohnung mit himmlischem Bolognese-Duft durchziehen lassen. Der Arbeitseinsatz am Anfang ist auch überschaubar. Zum Zerkleinern des Gemüses wurde die Küchenmaschine benutzt und Möhren, Zwiebel und Stangensellerie schnell grob raspeln lassen. Wunderbar. Dann wird nur noch alles kurz angebraten, mit Wein abgelöscht und ab in den Slowcooker mit den restlichen Zutaten. Großartig entspannte Sache, wird es öfter geben!

Bolognese aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 Möhre
2 Stengel Stangensellerie
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
50 g Bacon
Schluck Olivenöl
500 g Hackfleisch gemischt
Salz, Pfeffer
2 EL Tomatenmark
100 ml Rotwein
700 g passierte Tomaten
2 TL getrockneter Oregano

Kurz vor’m Servieren:
Prise Zucker
frischer Basilikum

(1) Möhre schälen, vom Sellerie die äußeren Fäden abziehen, beides grob raspeln. Zwiebel und Knoblauch häuten, beides fein würfeln. Den Bacon ebenfalls würfeln.
(2) Einen kleinen Schluck Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Hackfleisch mit dem Bacon zusammen bei hoher Hitze krümelig anbraten. Das Gemüse dazu geben und mit anbraten bis es glasig ist. Salzen, pfeffern. In der Mitte der Pfanne etwas Platz schaffen und das Tomatenmark hinein geben und mit anrösten und dem Gemüse und Fleisch vermischen. Den Rotwein aufgießen und bei hoher Hitze verkochen lassen.
(3) Den angebratenen Ansatz in den Keramiktopf des Slowcookers geben. Die passierten Tomaten und Oregano dazu geben, nochmals etwas salzen und pfeffern. Deckel drauf und auf Stufe LOW 6 Stunden schmurgeln lassen. Zwischendurch vielleicht einmal durchrühren.
(4) Wenn die Sauce fertig ist den Zucker unterrühren und nochmals abschmecken. Den grob zerzupften Basilikum unterrühren und mit frisch gekochter Pasta servieren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Crocky-BlogDie beste Bolognese aus dem Crockpot

Zigeunerquark

6 Dez

Hui, wie nennt man diesen Aufstrich jetzt politisch korrekt? Ich bin mir der politischen Unkorrektheit des Namens zumindest in Deutschland bewusst, aber weiß auch von Mitgliedern dieser Völker, dass sie sich selbst “Zigeuner” nennen, nicht alle, aber einige. Wer mehr Interesse an dem Thema hat: am 08. April ist jedes Jahr der “Internationaler Tag der Roma” und die Deutsche Welle hat wirklich interessante Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Themas zusammen gestellt. Lohnt sich das mal genauer anzugucken und natürlich anzuhören.  …

Aber egal wie der Brotaufstrich heißt, es ist wirklich lecker und perfekt für’s Abendbrot. Schnell gemischt, mit Zutaten, die fast überall zu bekommen sind. Ich kann nur ein große Nachmachempfehlung für diejenigen unter der geneigten Leserschaft aussprechen, die genug haben von Schinken- und Käsebroten!

Zigeunerquark

125 g Ziegenfrischkäse
125 g Quark
2 EL Olivenöl
1 hartgekochtes Ei
1 Frühlingszwiebel
2 Cherrytomaten
1/4 rote Paprika
Salz, Pfeffer
Dill, Schnittlauch

Ei pellen und sehr fein hacken, Frühlingszwiebel und Paprika ebenfalls fein würfeln. Die Cherrytomaten entkernen und – Überraschung – fein würfeln. Den Dill und Schnittlauch fein wiegen. Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen und vor dem Servieren noch mindestens 30 Minuten kühlen.

Als Brotaufstrich sehr gut, aber auch als Dip nicht zu verachten! Auf alle Fälle

genießen!

Quelle: nach Chili & VaniliaBódvalenkei cigányturó

Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker

4 Dez
 

Wochenpläne sind eine feine Sache. Und noch feiner ist es, sie schon am Tag der Erstellung wieder umzuschmeißen, weil einem im Supermarkt nebenan beim Wocheneinkauf ein Beutel frischer, wildlebender Grünkohl über den Weg läuft *g* Und dann gab es auch noch Bregenwurst. Somit stand der Plan für’s Sonntagsessen fest: Traditioneller Grünkohl mit Bregenwurst und Kassler. Hmm, normal im Topf machen? Das bedeutet viel stehen auf einmal. Das geht doch bestimmt auch im Slowcooker. Fix auf den betreffenden Seiten geguckt und ja. Gabi vom Crocky-Blog hat ihren Westfälischen Grünkohl 5 Stunden auf hoher Stufe gegart, Michala von “herzelieb” ihre Version mit ordentlich Fleischeinlage erst 1 Stunde auf HIGH und dann 8-9 Stunden auf niedriger Stufe. Und bekanntlich führen viele Wege nach Rom und meiner Bestand aus 8 Stunden LOW. Dadurch wurden die Kasslersteaks richtig zart und der Grünkohl hat alle Aromen schön aufgenommen, war aber nicht totgekocht. Wunderbarst! Beim Grünkohl an sich orientierte ich mich an dem Rezept aus dem heißgeliebten “Deutschland vegetarisch“. Dort fügt Herr Paul noch Bohnenkraut und Röstzwiebeln zum Zwiebelansatz des Grünkohls hinzu. Röstzwiebeln ließ ich weg, das Fleisch bringt Aroma genug (und ich war zu faul, um nochmal einzukaufen), aber das Bohnenkraut ist wirklich angenehm darin. Allerdings wunderte mich die Menge an Brühe, die mit rein sollte. Wirklich 1,5 Liter? Das ist doch eher eine dünnflüssige Suppe, auch wenn es noch mit feingeraspelter Kartoffeln leicht gebunden wird. Ich habe die Flüssigkeit auf 0,5 Liter reduziert, hat vollkommen ausgereicht für meine Slowcooker-Version.

Ach, das war wirklich soo ausgezeichnet! Probiert es ruhig mal aus, wenn Euch frischer Grünkohl über den Weg läuft. Ich habe Euch sowohl die Version für den Slowcooker aufgeschrieben, als auch Herrn Pauls vorgehensweise für den normalen Herd.

Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Beutel frischer Grünkohl
2 Zwiebeln
2 EL Rapsöl
50 g Butter
1 TL Bohnenkraut
1 Lorbeerblatt
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
1/2 l Gemüsebrühe
2 geräucherte Bregenwurst (oder Pinkel oder Mettenden)
2 Kasslersteaks
2 EL Senf
1 Apfel

(1) Den Grünkohl von den dicken Blattrippen zupfen und dabei gleich grob zerrupfen. In lauwarmem Wasser gründlich waschen. In einem wirklich großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Den Kohl hinein geben und einmal aufkochen lassen. In ein Sieb geben, mit kaltem Wasser abkühlen, abtropfen lassen und gut ausdrücken. Am Besten in zwei Portionen blanchieren.
(2) Die Zwiebeln fein würfeln. In einem großen Topf das Öl mit der Butter erhitzen. Das Lorbeerblatt und Bohnenkraut zugeben, ebenso die Zwiebelwürfeln. Alles glasig aber farblos andünsten. Den Zucker zufügen und etwas ankaramellisieren lassen. Den Grünkohl zugeben, salzen und pfeffern, gut durchrühren. Die Brühe zufügen.

a) Slowcooker: Die Hälfte des Kohls in den Keramikeinsatz des Slowcookers füllen, Würstchen und Kasslersteaks darauf legen, mit dem restlichen Kohl belegen. Alle Flüssigkeit drüber gießen. 8 Stunden auf LOW garen lassen. Nach 4 Stunden den Apfel grob raspeln. Das Fleisch kurz rausnehmen und Apfel zusammen mit dem Senf unter den Kohl rühren. Fleisch wieder hinein geben und die restlichen vier Stunden auf LOW schmurgeln lassen.

b) Normaler Herd: Das Fleisch zum Kohl geben und 30 Minuten bei mittlerer bis kleinerer Hitze schmoren lassen. Nach der Zeit den geraspelten Apfel und Senf zufügen. Wieder 30 Minuten schmoren lassen.

Nochmals abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlen. Zusammen mit Salzkartoffeln, karamellisierten Kartöffelchen oder Bratkartoffeln servieren.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S. (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 192

Besonders stolz war ich dieses Mal auch auf meine Bratkartoffeln. Die Kartoffeln hatte ich schon Sonnabend gekocht. Öl in einer großen Pfanne heiß werden lassen, Kartoffelscheiben wirklich einzeln einlegen. Ein wenig Salz und Pfeffer drüber geben. So lange auf höherer Hitze braten lassen bis sie schön braun sind auf der Unterseite. Das dauert ein bisschen. Nur Geduld. Die Scheiben einzeln umdrehen und auch von der anderen Seite goldbraun braten. Leider passen nur Kartoffelscheiben für eine Portion in meine größte Pfanne. Für mich alleine kann ich das mal machen, aber wenn ich eine vierköpfige Familie zu versorgen hätte, würde ich die Aufgabe an jemand anderes abgeben oder einfach damit leben, dass nur einige Scheibchen braun werden und nicht alle appetitlich knusprig sind *g* Aber wenn man sich die Mühe macht, bekommt man so hübsche Bratkartoffeln:

Hach! *bäuchleinreib*

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 647 Followern an