Sommer für den Winter: Hausgemachte Senfgurken

12 Sep
 

Ich bin voll im Hamstermodus! (Fast) Alles, was mir momentan an gemüse und Obst unterkommt, wird irgendwie für den Vorrat zubereitet und haltbar gemacht. Besonders haben es mir die Gurken angetan. Die ungarische Hälfte in mir liebt eingelegte Gurken und wird leicht nervös, wenn kein Glas im Vorratsschrank ist. Gewürzgurken wurden ja schon äußerst erfolgreich nach dem Rezept aus dem geliebten “Deutschland vegetarisch” eingekocht, aber ich liebe auch Senfgurken. Die muss man doch auch selbst machen können. Also fix auf die Suche gemacht im weltweiten Zwischennetz. Fündig wurde ich auf der Seite “Spreewald Info” und wer, wenn nicht Leute aus dem Spreewald haben die richtigen Rezepte für eingelegte Gurken?!? Interessanterweise kam da Meerrettich mit, eigentlich frisch, aber war hier nicht aufzutreiben, und nur Senfkörner. Ich hatte ja mit einer etwas komplizierteren Zubereitungsweise und Zutaten gerechnet. Aber nee. Gurken vorbereiten, alle weiteren Zutaten dazu, ziehen lassen, in die Gläser und einkochen, fertig. Simpel.

Ich hatte für die Gurken extra Schmorgurken aus der Ostseeheimat mit hier her genommen und mit einer normalen Salatgurke ergänzt. Und die Gurken sind wirklich soo gut geworden und schmecken und duften tatsächlich wie die Senfgurken, die man im Supermarkt zu kaufen kriegt. Großartigst! Leider war meine Schmorgurke etwas bitter, so dass das Bittere auch in den fertigen Gurken durchkommt, aber es ist nicht so schlimm, dass man sie nicht essen könnte.

Ich kann also jedem empfehlen, der Senfgurken mag, sie mal selbst auszuprobieren. Total einfach und sooo köstlich!

Senfgurken nach Spreewälder Art

Zutaten für 1-1,5 l:
1,5 kg Gurken (Schmorgurken oder Salatgurken)
1 Zwiebel
3,5 EL Zucker
1 EL Salz
30 g Senfkörner
110 ml Weißweinessig
2 TL Meerrettich natur aus dem Glas

Gläser mit Deckel, Gummi und Spannklammern zum Einwecken
oder
Twist-Off-Gläser
großer Topf mit Deckel

(1) Die Gurken schälen, halbieren und Kerne mit Hilfe eines Löffels entfernen. Die Gurkenhälften dann je nach Größe nochmals längs halbieren und dann in ca. 1-2 cm breite Streifen oder Halbmonde schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Beides mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
(2) Am nächsten Tag die Gläser vorbereiten. Sie gründlich in heißem Spülwasser auswaschen, mit klarem Wasser nachspülen. Die nassen Gläser in den Ofen geben, den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten darin sterilisieren und trocknen. Die Deckel und Gummiringe in einen kleinen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen. Die Gläser herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Einen großen Topf mit zwei Lagen Küchenkrepp oder einem alten Geschirrtuch auslegen.
(3) Nach einem Tag sollte sich genug Flüssigkeit gebildet haben. Die Gurken auf die Gläser verteilen bis 1-2 cm unter dem Glasrand. Die Flüssigkeit und restlichen Gewürzen gleichmäßig in die Gläser geben. Den Rand der Gläser säubern. Die Deckel und Gummiringe aus dem kochenden Wasser fischen (mache ich hier mit einer Zange). Die Ringe über die Glasdeckel legen, auf die Gläser legen und mit je zwei sich gegenüberliegenden Spannklammern befestigen.
(4) Die Gläser in den Topf stellen. Mit kaltem Wasser aus dem Hahn auffüllen bis das Wasser etwa 2 cm unter dem Glasrand steht. Deckel auf den Topf und bei mittelhoher Hitze (hier Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt des Kochens 20 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit vorüber ist, die Gläser aus dem Topf holen und auf einem Holzbrett stehend abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen. Jetzt prüfen, ob die Gläser wirklich dicht sind, indem man sie nur am Glasdeckel haltend vorsichtig hochhebt. Wenn alles dicht ist, ohne Klammern in den Vorratsschrank stellen. Falls der Glasdeckel doch nicht dicht war, entweder im Kühlschrank zwischenparken und zeitnah essen oder das Glas nochmal einkochen.

Sie sind sofort essbar, kann man aber auch aufheben.
Wenn ihr sie später öffnen wollt, dann kontrolliert, ob der Deckel noch fest drauf saß. Falls nicht, ist der Inhalt schlecht geworden. Alles sofort und komplett entsorgen!

Genießen!

Quelle: Spreewald-InfoSpreewälder Senfgurken

Und weil es so einfach ist und dabei so lecker, dabei noch saisonal, darf es bei Henriettes “Sommer, Sonne, Erntezeit”-Event mitspielen. Soll ja Leute geben, die haben in ihren Gewächshäuschen unglaubliche Mengen an Gurken und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen ;-) Ich muss Schmorgurken leider immer auf Wochenmärkten suchen oder vom Gemüsevietnamesen des Vertrauens in Rostock mitnehmen. Dabei liebe ich sie so sehr!

Ungarn auf deutsche Teller holen I: Gefüllte Paprikaschote mit österreichischem Fisolensalat

7 Sep

 Oh! Ich habe das kleine Blog wirklich lange vernachlässigt. Asche auf mein Haupt! Andererseits, die letzte Woche in der Ostseeheimat habe ich mich nochmal richtig entspannt, dann begann die Schule und der Stress von Neuem. Außerdem hatte ich bis Mitte letzter Woche immer noch kein stationäres Internet. Ein unhaltbarer Zustand für jemand, der (fast) ständig irgendwie online ist. Sei es auch nur, damit Skype an ist und mich Freunde/Familie antexten können, auch wenn ich nichts aktiv am Rechner mache. Aber letzten Mittwoch nahm sich ein Techniker nochmal unter lautem Fluchen des Problems an und – schwupps – es funktioniert! Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen *g*

Naja, jedenfalls war es aus Gründen hier ruhig, aber ich versuche in Zukunft wieder etwas fleißiger zu posten. Mich hat das Einweck-Virus erfasst und viele Köstlichkeiten wurden eingekocht. Auch sind noch ein paar Gerichte, die ich im Urlaub für meine Eltern kochte auf Halde, die es sich jetzt im Spätsommer/Frühherbst noch mehr als lohnt zu kochen! Also seid gespannt!

Zum Ende des Urlaubs gönnte ich mir noch ein neues Kochbuch. Endlich befindet sich das “Österreich vegetarisch” in meinem Besitz! Durch die ungarische Hälfte meiner Gene ist mir die österreichische Küche nicht so fern, erst Recht nicht die Vorliebe für Mehlspeisen. Und es sind so schöne Rezepte drin, dass auch Frau Mama gleich glänzende Augen bekam. Ihre Worte: “Hast Du schon was zu Weihnachten für mich?” wurden nur mit einem wissenden Nicken und “Jetzt ja!” meinerseits quittiert.

Da unser Kleingarten von einer Buschbohnenschwemme heimgesucht wurde und noch etliche in unserer Wohnung ihrer Verwendung harrten, suchte ich mir als erstes das Fisolensalatrezept zum Nachkochen aus. Ist Fisolen nicht ein niedliches Wort? Fi-so-len! Warum haben wir in Norddeutschland nicht so schöne Gemüsebezeichnungen? Der Salat ist total einfach zu machen: während die Bohnen kochen, schnell die Zwiebel und Kräuter zerkleinern, Essig, Öl drüber, würzen und die heißen Bohnen unterrühren. Ich kann es nur nicht, die Bohnen nur 3-5 Minuten kochen zu lassen, bei mir müssen Bohnen immer gar sein und dürfen nicht mehr an den Zähnen quietschen. Seitdem wurde dieser überaus köstliche Salat schon öfter gemacht. Er eignet sich nicht nur als Beilage, sondern auch als Hauptgericht, zum Beispiel zu Kartoffelbrei. Auch Frau Friesi ist schon süchtig! Im Buch sind 300 g Fisolen für 4 Personen als Beilagensalat angegeben, uns vier Bohnenversessenen haben nur mit größtem Zusammenreißen die doppelte Menge gereicht.

Fisolensalat

Zutaten für 4 Bohnensüchtige als Beilagensalat:
600 g Buschbohnen (grün, gelb, gemischt)
1-2 milde Zwiebel (z.B. rote)
2 TL gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut)
6 EL Weißweinessig
6 EL Sonnenblumenöl (oder Raps)
Salz, Pfeffer
Prise Zucker

evtl. etwas Paprikapulver zum Bestreuen

(1) Die Bohnen putzen, je nach Vorliebe und Zustand der Bohnen das spitze Ende dran lassen, und waschen. In kochendem Salzwasser 5 Minuten für knackig oder etwas länger garen bis die Bohnen beim Kosten nicht mehr an den Zähnen quietschen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Kräuter waschen, trockenen, fein hacken. Zusammen mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker in eine ausreichend große Schüssel geben und gut verrühren.
(3) Die fertigen Bohnen abgießen, abtropfen lassen und noch heiß unter das Dressing rühren. Mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss nach Geschmack mit etwas Paprikapulver bestreuen.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkircher, M. (2012): Österreich vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p 71

 Bei uns gab es den Salat als Beilage zu ungarisch gefüllter Paprikaschote. Passte so wunderbar, dass ich es heute gleich wieder in dieser Kombination gemacht habe. Die Paprikaschote wurde nach diesem vor Äonen geposteten Rezept gemacht, nur, dass ich noch gehackte Petersilie ins Hack gegeben habe und die Sauce nicht andickte. So lange es noch die großartigen, aromatischen ungarischen Spitzpaprika zu kaufen gibt, macht ruhig die gefüllten Paprikaschoten. Es lohnt sich sowas von!

45 Minuten am Meer

19 Aug

Ein Ziel für den Urlaub in der Ostseeheimat war es ja mal wieder ans Meer zu kommen. Seit ich vor zwei Jahren krank geworden bin, war an einen Besuch am Strand nicht wirklich zu denken. Frau Mama hatte gestern einen freien Tag und so konnten wir vormittags einen Ausflug an die Küste machen. Wir fuhren nach Elmenhorst, einem Dorf nahe Rostock, dass über die Steilküste Zugang zur See hat.

So sieht es hier typischerweise in der Umgebung aus: ein paar Häuser, ein paar Bäume, Hecken, Wiese und/oder Feld. Wahlweise stehen da noch ein paar Windräder in der Gegend rum und machen aus dem (fast) ständig wehenden Wind Strom.

 

Auch hier beweist sich, dass alles Wasser Richtung Meer fließt, auch der kleinste Bach:

Gestern Morgen war es noch echt schön! Blauer Himmel, kein Wölkchen am Himmel. Die wurden alle von dem stürmischen Wind weggeweht. Ich hatte leise Hoffnung, dass wir nach unserem Termin noch bei Sonnenschein und blauem Himmel am Strand spazieren könnten, aber Pustekuchen. Dicke Wolken, wenig Sonne, ordentlich Wind. Frau Mama und ich waren froh ein paar Schichten mehr angezogen zu haben …

Was uns als erstes wieder auffiel als wir dann endlich am Strand ankamen: der Duft. Nach Algen. Nach Salzwasser. Nach Meer. Nach unserem Meer!

Die Pflanzenwelt mutet teilweise schon ziemlich herbstlich an. So haben die Heckenrose tiefrote Früchte …

… blühen aber auch noch. Ein kleiner Sommerhoffnungsschimmer.

Besonders niedlich fand ich die kleinen Ackerwindenblüten, die an vielen Stellen der Steilküste wuchsen. Der Botaniker in mir wieder ;-)

Besonders entspannend ist es einfach auf’s Wasser zu gucken …

… und die Wellen beobachten wie sie die vielen Steine rund schleifen. Dabei gurgelt das Wasser so lustig …

Der Blick Richtung Wilhelmshöhe (ja, nicht nur in Kassel gibt es eine Wilhelmshöhe *g*):

Eine erwachsene Möwe saß ganz ruhig auf einem algenüberwuchterten Stein im Wasser …

Noch mehr Meer. Einfach beobachten. Durchpusten lassen. Haare zerzausen lassen. Die Steine unter den Füßen spüren. Die Wolken beim Ziehen beobachten.

Dieses Stück Küste nennt sich übrigens Stolteraa und ist ein 2,8 km langes Naturschutzgebiet, das etwa 300 m breit ist. Es umfasst das Kliff mit den Küstenwäldern und den Strand samt Flachwasserbereich. Es ist einfach total hübsch und vielseitig hier!

Auf demselben Stein wie die erwachsene Möwe wenige Minuten vorher, saß dann eine junge Möwe, gut zu erkennen am braunen Gefieder, mit dem sie sich wunderbar zwischen den Steinen verstecken kann und nicht so leicht gesehen wird durch Fressfeinde wie Füchse (oder nervige Touristen).

Trotz dass wir an einem Montagmittag da waren, fand ich es echt voll. Erst Recht, weil wir nicht in Warnemünde waren, sondern etwas abseits. Lauter Kinder, Eltern, Drachensteigenlasser, Spaziergänger, herrenlos herumfliegende Sonnenschirme, Wanderer, Rumsitzer, Wasserbeobachter, Steinchenditscher, Steinesammler, Wasserplätscherer, Sandburgenbauer.

Nach ‘ner dreiviertel Stunden wollten meine Beine nicht mehr und hatten doch eine arge Ähnlichkeit mit Wackelpudding. Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend es ist, über Sand und Stein zu gehen.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sah ich noch ein paar hübsche Disteln ihre Samen verbreiten (Biologischer Sinn und Zweck eines jeden Tieres und Pflanze: Fortpflanzen, Fortbestehen, Art sichern). Ich habe ein Herz für Unkraut! *g*

Auch Linaria vulgaris, das Echte Leinkraut, blüht momentan wunderhübsch gelb in der Gegend rum.

Es tat richtig gut ein paar Minuten am Meer zu sein! Sich ordentlich durchpusten lassen, mit zerzausten Haaren zurück kommen, über weichen Sand und harte Steine spazieren, dem Meeresrauschen lauschen, den Blick über den weiten Horizont schweifen lassen. Entspannung pur!

Herr werden über die Zucchinischwemme: Zucchini-Schoko-Kuchen

15 Aug
 

So, wo haben wir Zucchini noch nicht versteckt? Richtig! In Süßkram! Bei Miri von “Miris Kitchen” sah ich letztens einen Schokoladenkuchen, in dem die grüne Kürbisfrucht zur Verstärkung der Saftigkeit mit reinkamen. Er wurde auch sogleich von “Feines Gemüse“-Christina nachgebacken und auch Karin von “Food for angels and devils” machte sich dran, nachdem sie ihn auf meinem Instagram-Account sah. Der Kuchen ist wirklich schnell zusammen gerührt und bäckt dann nur ruhig vor sich hin. Dabei hätte ich ihn beinahe vergessen. Nach 50 Minuten noch die Stäbchenprobe gemacht, war zu früh, dann aufm Sofa fast weggepennt. Zum Glück duftete der Kuchen sich seinen Weg von der Küche ins Wohnzimmer, so dass ich schnell aufsprang, um ihn vor einem noch dunkleren Schicksal zu retten. Er wurde noch am selben Abend angeschnitten, weil Frau Mama unbedingt mal diesen sehr fruktosearmen Kuchen kosten wollte. Und er kam richtig gut an! Schön schokoladig und saftig! Die Zucchini stört kein bisschen. Er ist auch nicht zu süß, für mich hätte noch ein µ mehr Zucker drin sein können. Ich würde das nächste Mal 150 g Zucker benutzen oder für andere Süßschnäbel vielleicht noch gezuckert aufgeschlagene Sahne dazu? Aber ein wirklich empfehlenswerter Kuchen! Den wird es, wohl mit leichten Abwandlungen wie Walnüsschen rein, öfter geben :-)

Zucchini-Schoko-Kuchen

Zutaten für 25 cm-Kastenform:
240 g Mehl
50 g Kakao
1 TL Natron
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
3 Eier
120 g Zucker
120 ml neutrales Öl (hier: Sonnenblume)
1 TL Vanilleextrakt
(oder Mark 1 Vanilleschote)
350 g grob geriebene Zucchini

Puderzucker zum Bestreuen

Butter, Mehl für die Form (oder Alufolie)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform je nach Vorliebe einfetten und mehlen oder mit Alufolie ausschlagen.
(2) Das Mehl mit dem Kako, Natron, Backpulver und Salz mischen.
(3) Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen. Dann das Öl und das Vanilleextrakt unterrühren.
(4) Die geriebenen Zucchini mit 1/3  der Mehlmischung vermischen. Den Rest portionsweise zur Eimischung geben und unterrühren. Zum Schluss die Zucchini unter den Teig heben.
(5) Den Teig in die Kastenform geben und auf mittlerer Schiene in den Ofen geben. 50-60 Minuten backen. Den Stäbchentest machen – Holzstäbchen in die Mitte des Kuchens stecken, wenn es sauber heraus kommt und kein Teig mehr dran klebt, ist der Kuchen fertig.
(6) Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen.

Mit Puderzucker bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: Miris KitchenSchokoladen-Zucchinikuchen

Herr werden über die Zucchinischwemme: Türkische Zucchini-Hack-Pfanne

14 Aug
 

Vor einiger Zeit postete Yvonne von “Experimente aus meiner Küche” ein schönes Alltagsgericht der türkischen Küche, eine Zucchini-Hackpfanne mit Nudeln. Im Blog ist es mir gar nicht so aufgefallen, aber bei Instagram, wo ich ihr auch folge. Nicht nur sie kochte das Gericht, eine ganze Welle folgte! Gefühlt hat das halbe deutsche Instagram dieses Gericht nachgekocht und immer sah es etwas anders aus. Ich finde sowas toll! Geb drei Köchen dieselben Zutaten in die Hand und es werden drei verschiedene Gerichte bei rumkommen. Auch meine Version sieht wieder etwas anders aus. Da sind wohl ein wenig meine ungarischen Gene mit mir durchgegangen und es ist ein wenig mehr Paprikapulver zum Hack in die Pfanne gefallen ;-) Die Pfanne ist wirklich einfach zu machen, geht schnell, somit perfekt für geschäftige Tage. Dazu sättigt es gut und schmeckt durch den Knoblauchjoghurt schön frisch. Ein wirklich feines Essen, dass ich nur jedem empfehlen kann. Bei mir ist es im Alltagsessenrepertoire gelandet! Und man wird gleichzeitig noch ein bisschen Zucchini los *g*

Türkische Zucchini-Hack-Pfanne mit Nudeln

Zutaten für 4-6 Portionen:
350 g Nudeln (Penne o.ä.)
500 g Hackfleisch
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
500 g Zucchini

Für die Joghurtsauce:
350 g Naturjoghurt
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst die Joghurtsauce zubereiten, damit sie etwas durchziehen kann. Den Knoblauch häuten und ganz fein würfeln. In den Joghurt geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Im Kühlschrank zwischenparken.
(2) Die Zucchini waschen, trocknen, Enden abschneiden, grob raspeln (entweder per Hand oder Küchenmaschine). Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(3) Für die Nudeln ausreichend Wasser aufsetzen und dann nach Packungsanweisung garen. Abgießen.
(4) Zwischenzeitlich eine Pfanne heiß werden lassen, das Hack darin ohne weitere Zugabe von Fett krümelig anbraten. Wenn das Hack halb gar ist, die Zwiebelwürfel dazu geben und glasig werden lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen, mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. So lange rühren bis das Paprikapulver duftet (es darf nicht verbrennen, sonst schmeckt alles bitter). Die Pfanne auf die Flamme zurück stellen und sofort die Zucchiniraspeln zufügen und so lange bei mittelhoher Hitze andünsten bis sie gar sind und eine etwas trockene Hacksauce entstanden ist. Das dauert 10-15 Minuten.
(5) Mit den fertig gegarten Nudeln vermischen.

Mit dem Knoblauchjoghurt beträufelt, servieren!

Genießen!

Quelle: Experimente aus meiner KücheTürkische Nudel-Hackfleisch-Pfanne

Herr werden über die Zucchinischwemme: Zucchinischnitzel – Comfort Food aus dem Garten

11 Aug
 

Immer noch überschwemmt uns die eine Zucchinipflanze. Schon wieder sind neue Herkuleskeulen heran gewachsen, das feucht-warme Wetter tut sein übriges dazu.

Deswegen heute noch eine kleine, einfache Mittagsidee mit den Gemüseköstlichkeiten aus dem elterlichen Schrebergarten. Zumindest säntliche Gemüsezutaten waren kurz vorher noch in der Erde. Die Bohnen gab es wieder nach dem Familienstandard einfach gekocht und dann in Butter geschwenkt. Die Kartoffeln, die am Tag vorher noch in der Erde schlummerten, wurden zu leckerem Seelenfutter aka Kartoffelbrei verwandelt. Kartoffelbrei geht doch wirklich immer, oder? Als Hauptkomponente wollte ich Zucchinischnitzel machen, also wirklich klassisch paniert, wie hier die Schweineschnitzelchen.

Es lohnt sich nicht wirklich ein Rezept aufzuschreiben. Für vier großzügige Portionen hab ich zwei größere der mittelgroßen Zucchini genommen. Diese einfach in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und durch sämtliche Stationen der Panierstraße (Mehl, Ei, Semmelbrösel) ziehen. Dabei habe ich eine bisschen an der Paniertechnik gefeilt. Die Semmelbrösel gebe ich mittlerweile in eine tiefere Schüssel statt eines Suppentellers und lege dann die durch das Ei gezogenen Zucchinischnitzel hinein, so zwei bis vier je nach Größe. Und dann einfach mit Schwung die Schüssel schütteln, damit die Semmelbrösel auch von oben auf die Schnitzel fallen. Noch ein bisschen andrücken, fertig. Danach dürfen die Zucchinischnitzel im heißen Öl baden. Von beiden Seiten so lange ausbacken bis sie goldbraun sind und  dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Es dauert ein bisschen bis man für vier Portionen Zucchinischnitzel gebastelt hat, aber es lohnt sich. Die schmecken so lecker, leicht süßlich, knusprig und innen etwas cremig. Toll! Können auch bei Raumtemperatur einfach wegschnabuliert werden. Ich musste mich echt zusammen reißen nicht immer ein Schnitzelchen zu stiebitzen, wenn ich auch nur in der Nähe der Küche war ;-) Vielleicht kriegt man so auch Gemüse in Kinder geschmuggelt?

Ein schönes, einfaches, köstliches Essen mit wirklich frischen Zutaten und vielleicht sogar ein bisschen gesund?

Herr werden über die Zucchinischwemme: Süßsaure Curry-Zucchini

8 Aug
 

Jetzt ist es amtlich! Bei meinen Eltern ist die Zucchinischwemme angekommen! Plötzlich ohne jedwede Vorwarnung entwickeln sich Herkuleskeulen! Gut, es kann auch sein, dass meine Eltern einfach nicht genau genug gucken und nicht rechtzeitig ernten. Aber so ist das halt, wenn man meist nur am Wochenende im Garten ist…

Jedenfalls müssen die ja irgendwie verbraucht werden. Frau Mama ist da eine Winzigkeit einfallslos, also muss ich ran *g* Nun sind wir auch nur zu dritt und es sind wirklich viele Zucchini, die sich nicht so lange lagern lassen bis wir sie in ordentlichen Speisen verarbeiten können. Also auf Vorrat einlegen! Die Lieblingstante gab uns letztes Jahr ein Glas mit einem leckeren süßsauren Zucchinisalat, der wunderbar als Beilage zum Abendbrot oder Braten passte. Also flugs bei der Lieblingstante nachgefragt und sie schickte mir ein Photo des Rezeptzettels per Smartphone zu.

Da ich doch ein paar Schwierigkeiten mit der Schrift hat – Liest die geneigte Leserschaft auch “gepulte Zucchini”? – und es doch relativ knapp gehalten wurde, nochmal fernmündlich nachgefragt. Eigentlich ganz einfach: alles kleinschnippeln, im größten Topf mit den restlichen Zutaten 24 Stunden ziehen lassen, einige Minuten kochen lassen und in blitzsaubere Gläser füllen. Fertig. Na, das kriegen Frau Mama und ich doch hin. Bei uns sind tatsächlich die beiden größten Zucchinikeulen drauf gegangen, aber auch etliche Gläser köstliche süßsaure Curryzucchini wurden gefüllt. Das reicht locker bis zum nächsten Jahr :-)

Und damit Henriette von “Lanis Lecker Ecke” ein wenig mehr Motivation kriegt ihre Gartenköstlichkeiten zu ernten und verbrauchen, macht dieses Rezept auch bei ihrem Blogevent “Sommer, Sonne, Erntezeit” mit.

Süßsaure Curry-Zucchini

Zutaten für ca. 5l:
3 kg Zucchini, geputzt und in kleine Würfel geschnitten gewogen
0,5 kg Zwiebeln, geputzt und in kleine Würfel geschnitten gewogen
je 1 rote, gelbe, grüne Paprikaschote, in kleine Würfel geschnitten
1-2 handvoll Sellerieblätter, feingehackt
1-2 Knoblauchzehen, gehäutet und in feinen Scheiben
1 EL Salz
3 Tassen Zucker
3 Tassen Kräuteressig
4 TL Senfkörner
4 TL Currypulver

(1) Die Gemüsezutaten in einen grooßen Topf geben. Salz und Zucker drauf, gut durchrühren. Dabei kommt schon die erste Flüssigkeit aus dem Gemüse. Die Gewürze und den Kräuteressig ebenfalls dazu geben und gut durchrühren. Abdecken und an einem kühlen Ort 24 Stunden ziehen lassen.
(2) Am nächsten Tag die Twistoff-Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel gut mit heißem Spüli-Wasser auswaschen, mit klarem heißem Wasser ausspülen. Die Gläser in den Ofen stellen. Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen. Sobald die Temperatur erreicht ist, die Gläser darin 15 Minuten trocknen und sterilisieren lassen. Die Deckel auf einem sauberen, unbenutzten Handtuch abtropfen lassen.
(3) Den Topf auf den Herd stellen, bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen und 5-10 Minuten köcheln. Öfter mal umrühren, damit alles gleichmäßig gart.
(4) Wenn alles vorbereitet ist, die Zucchini gekocht, die heißen Gläser vorsichtig aus dem Ofen holen, auf ein Holzbrett o.ä. stellen. Mit Hilfe eines breiten Trichters, einer kleinen Kelle und Löffel die Zucchinimasse samt Flüssigkeit einfüllen bis ca. 1 cm unter dem Rand. Den Deckel drauf, fest zudrehen und etwa 10 Minuten auf den Deckel stellen. Umdrehen und abkühlen lassen. Die Deckel sollten im Laufe des Abkühlens knacken und somit ein Vakuum bilden.

Haltbarkeit: ca. 6 Monate sagt die Lieblingstante, wenn man sauber gearbeitet hat. Aber benutzt Euren gesunden Menschenverstand, wenn ihr ein Glas öffnet und der Inhalt kommt Euch komisch vor.

Passt wunderbar zu Käse, als Grillbeilage, zum Abendbrot, zu vielem.

Quelle: Kollege der Lieblingstante

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 597 Followern an