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Typisch deutsch!

2 Apr

Was habt ihr Euren Müttern geantwortet, wenn sie Euch früher, also ganz früher, fragte, was es im Kindergarten zu Essen gab? Meine Standardantwort war: Kartoffeln, Fleisch, Sauce und Gemüse. Genaueres musste mir einzeln entlockt werden, ich war damals eher schweigsam ;-) Und irgendwie gab es die Kombination sehr oft im Kindergarten oder auch zu Hause dann am Wochenende: Kartoffeln mit ‘nem Stück Braten (z.B. Kassler) und irgendwie gegartes Gemüse (gerne cremige Champignons) dazu. Nicht verkehrt die Kombi, aber für mich nicht alltagstauglich. Ich brauche schnellere Gerichte mit weniger Geschirraufwand und dementsprechend weniger Abwasch. Irgendwie verlegte man sich dann ja im Laufe der Zeit auf viele Nudelzubereitungen oder auch asiatisch anhauchte Gerichte, die eben nur kurz in gegart werden müssen. Aber jetzt mal ehrlich, so dann und wann brauche ich auch die typisch deutsche Kombination! An diesem Tag mussten es Klöpschen (oder Frikadellen oder Fleischpflanzerl oder oder), die mit etwas Mohrrübe verlängert wurden, dazu Kartoffel-Petersilienwurzel-Stampf mit kurz gedünsteten Zuckerschoten, sein. Ein wirklich heimeliges Essen, dass einen wohlig seufzen lässt. Kartoffelbrei ist einfach DAS ultimative Comfort Food für mich! Und dann als kleines Rezept noch eine Variante der Klopse, die im Ofen zu Ende gegart wurden. Schöne Methode, sie bleiben dadurch saftiger :-)

Klopse mit Oregano und geräuchertem Paprika

Zutaten für 12 kleine Klöpschen:
400 g Hack, Rind und Schwein
1 Möhren, geraspelt
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 TL Oregano
2 TL geräuchertes Paprikapulver
2-4 EL Panko

neutrales Öl zum Anbraten

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Alle Zutaten bis auf das Panko miteinander verkneten. Nach und nach das Panko zufügen bis der Teig fest genug ist. Das fühlt man irgendwie. Dann ca. 12 kleinere Klopse daraus formen.
(3) Einen Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Klopse von beiden Seiten darin anbraten, auf’s Backblech legen. Die Klopse dann für ca. 10 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben und zu Ende garen lassen.

Genießen!

Rakott kel – Ungarischer Wirsingauflauf

12 Mar

Montag 11.03. 2013 …

Ist ja mal wieder Winter draußen … Aber naja, der März ist halt der Übergang vom Winter ins Frühjahr und kann noch eine etwas ausgedehntere Kaltphase mit Schnee bringen, obwohl meine Eltern und Zwerg ganz schön über die 20 cm Neuschnee in Rostock fluchen. Hier in Kassel ist es (glaub ich) nur kalt, aber von viel Schnee noch nichts zu sehen. Laut Wetterbericht soll es aber morgen über Hessen einfallen +++ Update 12:45h: Eben aus dem Fenster geschaut: ein paar klitzekleine Flöckchen fallen schon +++ Also Winter bleibt nochn büschen und richtig echtes Frühlingsgemüse gibt es regional auch noch nicht wirklich zu kaufen. Bleiben wir also beim deftigen Essen mit gut lagerfähigem Gemüse. Ein Klassiker der ungarischen Spätwinterküche ist der Wirsingauflauf, auf ungarisch “Rakott kel” genannt. Ein Auflauf mit Reis und Hack, dass ein bißchen vergulascht (ungarisches Spracherbe: ich ververbe gerne Substantive *g*) wird. Das wird in blanchierte Wirsingblätter geschichtet, mit saurer Sahne begossen und in den Ofen geschoben. Macht sich jetzt nicht in 30 Minuten, ist aber total lecker an so kalten Tagen. Es war lecker, aber so ganz 100%ig zufrieden waren wir alle nicht. Der Auflauf war nicht saftig genug. Das nächste Mal würde ich für einen Tepsi 750 g Hackfleisch nehmen und das daraus entstehende Gulasch saftiger machen, damit der Reis auch gut durchtränkt wird oder Reis und Fleisch gleich mischen. Aber weil es so lecker ist, wird es nächsten Herbst/Winter wieder geübt und damit wir die alten Fehler nicht wiederholen, das schon gute, aber doch verbesserungswürdige Rezept hier festgehalten.

Rakott kel

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroßer Wirsing
500 g Hack, gemischt
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Tomatenmark
1 EL Paprikamark oder Ajvar
1 Kaffeebecher Langkornreis
440 g Saure Sahne
50 g geriebener Käse
etwas neutrales Öl für die Form

(1) Die einzelnen Komponenten zubereiten. Den Reis nach bevorzugter Methode garen. Vom Wirsing etwa 10 der größeren äußeren Blätter ablösen. In kochendem gut gesalzenem Wasser portionsweise etwa 2-3 Minuten blanchieren. Rausholen, mit kaltem Wasser abschrecken, gut, wirklich gut abtropfen lassen, wenn nötig die herausstehenden Adern am Blattgrund mit einem scharfen Messer abflachen.
(2) Ofen auf 180° Ober- und Unterhitze vorheizen.
(3) Für das Hackgulasch die Zwiebel pellen und fein würfeln, ebenso mit den Knoblauchzehen verfahren. Das Hack in einer heißen Pfanne anbraten. Normalerweise ist da soviel Fett drin, dass es kein zusätzliches benötigt. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfelwürfel zugeben und mit glasig werden lassen. Pfanne vom Herd nehmen. Salzen, pfeffern, Paprikapulver zugeben. Wenn das Paprikapulver anfängt zu duften, das Tomaten- und Paprikamark zugeben. Kurz mit anrösten. Mit einem großzügigen Schluck Wasser ablöschen und etwa 15 Minuten köcheln lassen.
(4) Eine größere Auflaufform (23×40 cm) mit etwas Öl ausstreichen. Mit der Hälfte der Wirsingblätter den Boden der Form auslegen, dabei dürfen sie ruhig über den Rand hinausragen, ie werden zum Schluss umgeschlagen. Dann den Reis darauf verteilen, dann das Hackgulasch. Auf dem Hackgulasch die eine Hälfte vom Sauerrahm verteilen. Dann die zweite Hälfte der Wirsingblätter darauf verteilen und zusammenklappen. Falls noch Wirsingblätter übrig sind, können die klein geschnitten auf das Hackgulasch gegeben werden. Zum Schluss die zweite Hälfte der sauren Sahne auf dem Wirsingdeckel verstreichen und mit dem geriebenen Käse bestreuen.
(5) Für etwa 50-60 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben bis die Oberfläche schön braun ist.

Kurz etwas abkühlen lassen, damit sich keiner den Mund verbrennt und dann

genießen!

+++ Update Dienstag 12.03.2013: Die ganze Nacht geschneit, alles weiß, keine Straße geräumt, alles schön ruhig geworden und es schneit noch … Ich mag Schnee! +++

Superzarter Tafelspitz mit Apfel-Meerrettich-Creme

11 Mar

Ein richtiges Sonntagsessen! Ich wurde ja vor vier Wochen von meinen Eltern wieder nach Kassel zurück gebracht und sie blieben noch ein paar Tage. Jetzt stand zur Debatte, was es denn am ersten Sonntag in der zweiten Heimat geben sollte. Da meine Eltern immer noch vom Tafelspitz, den sie am Neusiedler See aßen, schwärmten, schlug Frau Mama das vor und hatte auch schon ein Rezept im Auge, dass sie in einem Diät-Heft der Brigitte fand. Noch in Rostock sämtliche Zutaten besorgt und mit hierher kutschiert, wie meine tausend anderen Sachen, die sich in den letzten 7 Monaten ansammelten *g*. Sonntags haben Herr Papa und ich bei einer Freundin Lampen angebracht und Frau Mama kochte dieses wirklich vorzügliche Essen. Der Tafelspitz war soo zart, er fiel beim Angucken schon fast auseinander, die Brühe hatte die genau richtige Konzentration und diese Apfel-Meerrettich-Sauce mit Schnittlauch: der Hammer! Großartigst! Passt auch zu kalt zum Abendbrot. Ernsthaft.

Ein wirklich fantastisches Sonntagsessen, dass eine oder mehrere Wiederholungen wert ist!

Tafelspitz mit Apfel-Meerrettich-Sauce

Zutaten für 8 Portionen:

Für die Suppe und den Tafelspitz:
1,5 kg Tafelspitz
Salz
3 Lorbeerblätter
7 Pimentkörner
1 Bund Suppengrün

Für die Apfel-Meerrettich-Creme:
300 g Äpfel
1/2 Zitrone
2 TL Zucker
100 g saure Sahne
30 g Tafelmeerrettich (Glas)
Pfeffer
1 Bund Schnittlauch

Zum Servieren:
300 g Kartoffeln
200 g Möhren
200 g Knollensellerie
1 Porreestange

(1) Das Suppengemüse putzen und in grobe Stücke schneiden. In einem großen Topf 3 l Wasser mit 4 TL Salz aufkochen. Rindfleisch, Lorbeer, Piment und Gemüse ins sprudelnd kochende Wasser geben, einmal aufkochen und bei mittlerer bis kleiner Hitze 1,5 Stunden  weich kochen.
(2) Währenddessen die Apfel-Meerrettich-Sauce basteln. Dafür die Äpfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Mit Zitronensaft, und der Zitronenschale, 1 TL Zucker und 1-2 EL Wasser in einem Topf zugedeckt aufkochen lassen und ca. 2-3 min dünsten. Mit einem  Schneebesen durchrühren und abkühlen lassen. Das Apfelmus mit der sauren Sahne und Meerrettich verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
(3) Das Gemüse zum Servieren putzen und in gröbere Stücke schneiden. Das ausgekochte Gemüse aus der Brühe nach 1,5h entfernen und das frische dazu geben. Mit etwas Salz nachwürzen. Nochmals ca. 30 Minuten zusammen mit dem Fleisch garen.
(4) Das Fleisch aus der Brühe nehmen, aufschneiden und mit reichlich Brühe begießen. Die Apfel-Meerrettich-Sauce mit Schnittlauchröllchen verrühren. Das kürzer gegarte Gemüse mit der Sauce zusammen zum Fleisch reichen.

Genießen!

Quelle: Brigitte Diät Beilage von 2012 0der 2013

Blubbern und Quieken

18 Jan

Zwerg und ich gucken immer noch gerne die Jamie Oliver-Sendungen im Fernsehen. Erstaunlicherweise, auch wenn es die drölfzigste Wiederholung ist … Letztens meinte sie, es gab eine Sendung, in der er Bratwurstschnecken mit irgendwas kartoffeligem gebraten hätte und das wollten Frau Mama und sie schon immer mal austesten. Ah, ja, äußerst präzise. Zum Glück wusste sie noch aus welcher Sendung es war und so konnten wir schnell im entsprechenden Buch nachschauen … Ach, das meinte Zwerg: Bubble and Squeak. Ein typisch britisches Gericht, bei dem Kartoffeln und Gemüse gestampft werden und sozusagen als richtig großer Blobb in der Pfanne knusprig gebraten wird. Und weil während des Bratens eben das restliche Wasser aus dem gequetschten Gemüse verdampft, blubbert und quiekt es, deshalb “bubble and squeak”. Und diese Geräusche gibt das Essen tatsächlich von sich, voll lustig! Es ist auch das perfekte Resteessen, wenn was übrig bleibt an Kartoffeln und Beilagengemüse einfach am nächsten Tag dazu verbraten oder eben gleich geplant etwas mehr kochen, so dass man am nächsten Tag weniger Arbeit hat. Wichtig ist wohl nur, dass etwa 60% die Kartoffeln ausmachen, damit das Gericht die richtige Konsistenz bekommt. Mr. Oliver hat auch noch Maronen mit reingebraten, die wir weg ließen, zum einen weil Zwerg sie partout nicht mag und zweitens weil Frau Mama schnöde vergessen hat, sie zu kaufen ;-) Aber ich glaube, sie würden wundervoll reinpassen, werde aber unsere etwas veränderte Rezeptur angeben. Aber variiert nur nach Lust und Laune.

Dazu hat Mr. Oliver Bratwurstschnecken mit Zwiebelsauce gemacht. Nun gut, bei uns sind es aufgrund der fehlenden zusammenhängenden Würste eher Schneckchen aus Wildbratwurst mit deutlicher Rotweinnote geworden, aber das Prinzip ist super und die Zwiebelsauce, die man erhält wirklich der Hammer! Also zumindest mir hat sie wunderbar geschmeckt.
Ein großartig traditionelles, einfaches Wohlfühlessen, wobei ich für mich alleine auch öfter nur das Bubble and Squeak machen werde, schnell, vegetarisch, lecker! Wir haben es abends gleich nochmal gekocht, weil es mittags komplett weginhaliert wurde und Frau Mama und Zwerg noch was für die Arbeit am nächsten Tag haben wollten *g*

Bubble and Squeak mit Bratwürstchen und Zwiebelsauce

Zutaten für 4 Personen:
800 g Kartoffeln
600 g gemischtes Wintergemüse (Möhren, Rosenkohl, Pastinaken, Zwiebeln, Porree, Wirsing, etc.)
Olivenöl
2 EL Butter
8-10 kleine Bratwürstchen (Schwein, Rind, Lamm, Wild)
Muskatnuss
3 rote Zwiebeln
einige Lorbeerblätter
1 EL Mehl
100 ml dunkler Balsamico-Essig
250 ml Gemüsebrühe
etwas brauner Zucker

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Würfel schneiden. Das restliche Wintergemüse ebenfalls putzen und in so große Stücke wie die Kartoffeln schneiden. In einem Topf mit kochendem Wasser 15-20 Minuten kochen. Wenn sie gar sind, dann abgießen und zur Seite stellen.
(2) Einen Schluck Olivenöl und die Hälfte der Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln und Gemüse zugeben und grob zerstampfen. Zu einem dicken Pfannkuchen formen. Bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten braten. Alle 5-10 Minuten kontrollieren, wenn der Boden goldbraun ist. Dann Stückchen für Stückchen umdrehen, wieder flach drücken und weiter braten bis er knusprig ist. Geduld haben!
(3) Den Ofen und eine flache, große Auflaufform auf 200°C vorheizen.
(4) Die Zwiebeln pellen, halbieren und in feine Halbringe schneiden. Die kleinen frischen Bratwürste mit Zahnstochern zu kleinen Schnecken formen. Mit Olivenöl besprenkeln, einmassieren. Mit Pfeffer und Muskatnuss würzen.
(5) Die heiße Form aus dem Ofen nehmen. Etwas Olivenöl hinein geben und die Zwiebelringe hineingeben. Die restliche Butter dazu geben und gut verrühren. Die Bratwurstschneckchen auf den Zwiebeln verteilen und die Lorbeerblätter dazwischen klemmen. Die Form in den Ofen schieben und ca. 30-40 Minuten braten bis sie goldbraun und knusprig sind. Wenn die Würstchen fertig sind, sollte auch das Bubble and Squeak fertig sein.
(6) Die Würstchen auf einen Teller legen, die Form mit den Zwiebeln auf den Herd stellen. Volle Hitze aufdrehen, das Mehl, Balsamicoessig und die Brühe einrühren. Aufkochen lassen und so lange einreduzieren bis sie eine nette Saucenkonsistenz hat. Ab und zu rühren. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zucker leicht süß-sauer abschmecken.

Das Bubble and Squeak mit den Würstchen und etwas von der großartigen Zwiebelsauce anrichten und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2007): Jamie at home. Penguin.

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