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Ein Traum von Aprikosenkuchen

1 Aug

Sind in Deutschland noch vernünftige Aprikosen zu bekommen? Hier in Ungarn hat die Saison vor ca. 1 Woche aufgehört und es wurden gefühlt alle verfügbaren Aprikosen zu Marmelade verkocht, wenn ich mir so die  Regale in den Speisekammern der Verwandtschaft angucke. Dabei kann man noch so viele schöne Sachen mit den Früchtchen machen, wie zum Beispiel diesen Kuchen

Kurz bevor ich hier nach Ungarn in den Urlaub gefahren bin, sah ich beim Perser um die Ecke wirklich verlockende rotbackige Aprikosen. Der Laden hat manchmal richtige Goldschätze an Obst im Angebot, ob nun regionale Kirschen oder eben diese Aprikosen. Normalerweise hat so Obst bei mir immer die Tendenz sofort und unverarbeitet in meinem Magen zu verschwinden, aber diesmal wollte ich sie verarbeiten. Und da einer der seltenen Mir-gelüstet-nach-Kuchen-backen-Momente war, wurde es ziemlich schnell in die Tat umgesetzt. Da ich jetzt nicht mit Unmengen an Backbüchern (Kochbücher sind ‘ne andere Kiste) ausgestattet bin, wurde fix das weltweite Zwischennetz befragt. Fündig wurde ich bei Rike von Genial lecker, deren Rezept für Aprikosenkuchen sich verlockend las. Irgendwie so ‘nen bißchen wie eine Tarte, oder? Die meisten Zutaten hatte ich sogar da, so dass dem Backvergnügen am Sonntag nichts im Wege stand. Prinzipiell ist der auch nicht schwer zu backen, ich hatte den Mürbeteig wohl nur etwas zu lange im Kühlschrank, so dass ich ihn, bevor ich ihn mit dem Nudelholz ausrollen konnte, mit den Handballen in eine flachere Form pressen musste. Leider hab ich ihn auch auf der mittleren Schien vorbacken lassen, so dass der Rand etwas zu dunkel war am Ende, aber das ließ sich durch abbrechen der dunklen stellen schnell beheben ;-)

Und jetzt lasst Euch gesagt sein: der Kuchen ist ‘ne Wucht! Großartig der süße, knusprige Mürbeteig mit den saftigen, etwas säuerlichen Aprikosen. Ein Traum! Auch den Kollegen, die am Montagnachmittag zur Kuchenvernichtung vorbei kamen, waren begeistert. Also wenn ich wieder so schöne Aprikosen kriege, wird der nochmal gemacht. Der ist sowas von sofort im Standardrepertoire gelandet!

Aprikosenkuchen

Zutaten für eine 28 cm-Tarte-Form

Für den Teig:
300 g Mehl Typ 405
200 g Butter
100 g Puderzucker
1 Eigelb (M)
1 große Prise Salz

Für den Belag:
650 g Aprikosen
1 Ei
100 ml Sahne
50 g Zucker
30 g grob gehackte Mandeln

(1) Für den alle Zutaten schnell verkneten und in Firschhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Für den Belag die Aprikosen waschen, abtrockenen, halbieren und entkernen. Die Sahne mit dem Zucker und Ei gut verquirlen.
(4) Die Form einfetten. Den Teig auf Backpapier in Größe der Form ausrollen und vorsichtig hinein legen. Das Backpapier drauf lassen und mit Hülsenfrüchten bedecken (z.B. 500 g getrocknete weiße Bohnen) und ca. 15 Minuten auf der unteren Schiene blind backen.
(5) Backpapier samt Bohnen entfernen (ruhig in einem extra Glas für weitere Blindbackaktionen aufbewahren). Die Hitze auf 190 °C reduzieren. Die Aprikosen mit der Schnittfläche nach unten sehr dicht auf dem Kuchen verteilen (zwei-drei Hälften muss man vielleicht klein schneiden). Den Guss gleichmäßig drüber verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene im Ofen 20 Minuten backen. Dann die Mandeln drüber streuen und nochmals 10 Minuten backen (Gesamtbackzeit 30 Minuten).

Etwas abkühlen lassen und

genießen!

Quelle: Aprikosenkuchen nach Genial lecker

Möhrenkuchen in Mini

14 Apr

Ich habe ja meine ganz persönliche Kuchenfee in Gestalt von Frau Kochschlampe :-) Wenn mich nach irgendwas kuchenartigem gelüstet, befrage ich immer als erstes sie und egal, ob ich was schlichtes mit Schokolade, Obst oder aufwendig backen will, Frau Kochschlampe hat garantiert ein Rezept für mich in petto, meist auch schon selbst ausgetestet und im Blog festgehalten. So ‘ne eigene Kuchenfee ist schon äußerst praktisch, sag ich Euch ;-)

Irgendwann letztes Jahr (aber Kuchen sind ja eh meist jahreseitenunabhängig) wollte ich mal einen Möhrenkuchen ausprobieren und sie übermittelte mir prompt fernmündlich das Rezept eines kleinen Kuchens , mit dem ich meine damals neue kleine Springform einweihen konnte. Ich hatte vor Ewigkeiten schon mal einen cupcakeartigen Möhrenkuchen gegessen und wusste daher, dass sie nicht nach Gemüse oder besonders gesund schmeckt. Nun hatte ich den Kuchen auch zur einer größeren Familienfeier mitgebracht und die Familie war doch sehr skeptisch zu Anfang, aber nachdem sie sich überwunden hatte, waren sie doch begeistert. Es ist ein wirklich wunderbarer kleiner Kuchen, der sehr schön zitronig schmeckt und gleichzeitig sehr saftig ist. Außerdem ist es ein sehr praktischer Kuchen, der sich gut transportieren lässt und nach 1 bis 2 Tagen des Durchziehens sogar noch besser schmeckt.

Und wer jetzt noch einen wundervollen, einfachen Kuchen für’s kommende Wochenende braucht, möge sich bitte an folgendem Rezept orientieren:

Möhrenkuchen in klein

Für eine 20er Springform:
180 g Möhre, fein geraspelt
2 Eier
80 g Zucker
1 TL Zitronenschale
2 EL Zitronensaft
100 g gemahlene Haselnüsse
40 g Mehl
1  Msp. gemahlener Kardamom
1 TL Backpulver
1 Prise  Salz

Für den Guss:
80 g Puderzucker
2 El Zitronensaft
gehackte Pistazien zur Verzierung

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Boden einer 18cm/20cm Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten einfetten.

(2) Die Eier trennen und das Eigelb mit dem Zucker cremig rühren. Die Zitronenschale dazu geben. Dann die Haselnüsse und die Möhrenraspel hinein rühren. Zum Schluss das Mehl zusammen mit dem Backpulver und Kardamom unterrühren.

(3) Die Eiweiß mit einer Prise Salz schnittfest schlagen. Vorsichtig nach und nach unter den Teig ziehen.

(4) Den Teig in die Form geben und 40 Minuten backen.

(5) Für den Guss den Puderzucker mit dem Zitronensaft verrühren und über dem Kuchen verteilen. Mit den gehackten Pistazien verzieren.

Genießen!

Quelle: Frau Kochschlampe fernmündlich aus ihrem Backbuch “Kleine Kuchen”

Fröhlichen Zimtschnecken-Tag!

4 Okt

Einen fröhlichen Kanelbullens dag Euch allen!

Durch eine liebe Freundin, die vor kurzem nach Schweden gezogen ist, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass heute der Tag der Zimtschnecke in Schweden ist. Yeah, es gibt Völker die feiern Hefegebäcke! Sehr sympathisch! Nun war ich leider noch nie in Schweden und konnte demnach auch noch ein schwedisches Original kosten, aber ich wollte unbedingt mal wieder Kuchen in Schneckenform essen. Also habe ich mich mal wieder auf die fast tägliche Suche nach Rezepten begeben. Nachdem mir alle im Netz irgendwie nicht so richtig zusagten, fiel mir ein, dass im Buch “Die Welt in meiner Küche” (viel poetischerer englischer Originaltitel “Falling Cloudberries”) von Tessa Kiros auch ein Zimtschnecken-Rezept ist.

Ich liebe dieses Buch heiß und innig, lese einfach wahnsinnig gerne darin, hab aber seltsamerweise noch nie etwas draus gekocht. Diese Frau mit ihrer Herkunft, ist prädestiniert dafür Kochbücher zu schreiben; ihre Mutter ist Finnin, ihr Vater griechischer Zypriote, aufgewachsen in Südafrika, jetzt mit einem Italiener verheiratet und in der Toskana lebend. Hallo?!? Wenn man da keine Kochbücher verfasst, wäre der Welt einiges entgangen :-) Das Buch ist nach den einzelnen Ländern eingeteilt plus einem Aus-aller-Welt-Kapitel, in dem sie Rezepte von Freunden aus aller herren Länder zusammen getragen hat. Und es wird alles präsentiert, was man sich vorstellen kann: Brote, Salate, Schmorgerichte, Eintöpfe, Kuchen, Eis, Sirup, Pralinen, Graved Lachs, Kartoffelpuffer usw. Es ist einfach ein wirklich wunderschönes Buch, sehr persönlich geschrieben, mit Photos der Familie versehen und sehr authentisch wirkenden Food-Photos. Wer es noch nicht hat oder noch ‘nen Platz auf dem Weihnachtswunschzettel hat, das Buch mit drauf setzen :-)

Nun zu den Zimtschnecken. Es sind, wie aus Tessa Kiros Biographie ableitbar, keine schwedischen, sondern finnische, die auch ein wenig anders aussehen. Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen im Rezept zu finden: Hefe, Mehl, Butter, Zimt und Zucker. Allerdings kommt noch eine ordentliche Portion Kardamom in den Teig und sie sind nicht klassisch wie eine Schnecke geformt, sondern ein plattgedrücktes Trapez. Sie sind etwas zeitaufwendiger, aber eigentlich sehr einfach zu backen. Und sie schmecken großartig! Ein Traum! Zimtig, kardamomig, fluffig und knusprig … Hach! Ich glaube, ich muss gleich nochmal zum Tiefkühler, um eine Schnecke aus ihrem Kälteschlaf zu befreien … Aber derweil für Euch das Rezept:

Zimt-Kardamom-Schnecken

Zutaten für ca. 35 Schnecken:
Hefeteig:
250 ml lauwarme Milch
100 g feiner Zucker
25 g frische Hefe
1 Ei, leicht verschlagen
125 g weiche Butter
2 TL gemahlener Kardamom
1 TL Salz
650 g Mehl

Zimtbutter:
2 TL gemahlener Zimt
50 g feiner Zucker
1 EL Zucker zum Bestreuen
80 g weiche Butter
1 Ei, leicht verschlagen

(1) Die Milch und Zucker in eine Schüssel geben und die Hefe hinein brökeln. Circa 10 Minuten stehen lassen, bis die Hefe langsam anfängt zu arbeiten. Das Ei, Butter, Kardamom und Salz hinein geben und unter mischen.
(2) Dann nach und nach das Mehl hinzufügen. Dabei den Teig zunächst mit einem Holzlöffel bearbeiten. Wenn das nicht mehr geht, den Teig auf die Arbeitsfläche geben und das restliche Mehl unterkneten. Zu Anfang mag es noch ein wenig klebrig sein, aber nach ca. 5 Minuten wird der Teig kompakter und wunderbar weich.
(3) Den Teig zurück in die Schüssel geben, mit einem sauberen Küchentuch und einem schweren Handtuch oder Decke abdecken. An einem warmen Ort etwa 2 Stunden gehen lassen.
(4) Für die Zimtfüllung, den Zimt mit den 50g Zucker mischen. Die Butter in 4 Portionen teilen und zur Seiten stellen.
(5) Zwei große Backbleche mit Backpapier belegen. Wenn man nur eins hat, die Schnecken in zwei Durchgängen backen.
(6) Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in vier Teile teilen. Mit einer Portion beginnen, die anderen mit einem Tuch abdecken, damit der restliche Teig nicht austrocknet.
(7) Aus dem Teigviertel ein ca. 30x 25 cm großes und 2-3 mm dickes Rechteck ausrollen. Großzügig mit einer Portion der Butter bestreichen und ca. 3 TL Zimt-Zucker-Mischung gleichmäßig bestreuen.  Von der langen Seite aufrollen und zur Seite legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.
(8) Die Rollen werden als nächstes in Form geschnitten. Dafür durch schräge Schnitte gleichschenklige Trapeze schneiden, deren kurze Seite ca. 2 cm und die lange 5cm breit ist. Die Schnecken-Trapeze auf die lange Kante stellen und mit einem Finger in der Mitte eindrücken, so dass die Zimtbutter an den Seiten raus quillt. Auf das Backblech legen mit etwas Platz zwischen ihnen (damit sie noch etwas aufgehen können beim Backen). Die Schnecken mit dem Ei bepinseln und mit dem Zucker leicht bestreuen. Nochmals 30 Minuten gehen lassen.
(9) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(10) Die Schnecken ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun und auf der Unterseite leicht gebräunt sind.
Heiß, lauwarm oder bei Zimmertemperatur

genießen!

Nach dem Abkühlen in einem luftdichten Behälter aufbewahren, damit sie nicht austrocknen oder in den Tiefkühler geben, falls man alleine is(s)t.

Quelle: Kiros, Tessa (2004): “Die Welt in meiner Küche“. Dorling Kindersley. Seite 63

Fertigprodukt-Ersatz – Ein Grundrezept für Tortenboden

13 Sep

Wir sind keine Familie, die Sahne- oder Buttercremetorten mag. Eher gab es bei uns früher, als ich noch in der Ostseeheimat wohnte, zum Wochenende einen simplen Rührkuchen oder Obsttorte, sprich Tortenboden mit diversem Obst belegt. So einfach, so köstlich! Früher hat Frau Mama den Fertig-Tortenboden gekauft, aber seitdem sie das Rezept meiner älteren Cousine hier aus Deutschland bekommen hat, besteht Herr Papa darauf, dass der Boden eigenhändig gebacken wird.

Es geht auch wirklich schnell, nur die wenigen Zutaten abmessen (es wird nicht mal eine Waage benötigt), mit ‘nem Schneebesen fix zusammen rühren und in die gefettete und ausgebröselte Tortenbodenform gießen. In diesem Fall bitte kein Mehl benutzen, der fertig gebackene Boden wird sich nicht so leicht aus der Form lösen lassen.  Und wenn der Boden dann fertig ist, kann man ihn nach Wunsch belegen. Ich mag am liebsten eine Kirschtorte, bei der als Unterlage ein Schokoladenpudding dient, der mit Kirschsaft statt Milch gekocht wurde. Traumhaft! Aber hier erstmal das kleine und kurze Rezept für den Boden:

Tortenboden-Grundrezept

6 EL Öl
6 EL Mehl
6 EL Zucker
1/2 Packung Backpulver
3 Eier

Fett und Paniermehl für die Form

Den Ofen auf 160°C vorheizen. Alle Zutaten gut vermischen. Eine Tortenbodenform gut einfetten und mit Paniermehl auskleiden. Den ziemlich flüssigen Teig in die Tortenbodenform gießen und 10-15 Minuten backen.
Abkühlen lassen und aus der Form holen. Nach Wunsch belegen.

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