Archiv für den Monat August 2008

Was ich am Kochen mag … (1)

das meditative Arbeiten … beim Rühren über andere Sachen nachdenken und auf Ideen/Lösungen für Bewerbungsanschreiben, Geburtstagsgeschenke etc. kommen.

Hätt‘ ich Dich heut‘ erwartet …

Jeder kennt wohl dieses Lied aus der Sesamstraße. Ich war allerdings vorgewarnt und habe einen Kuchen gebacken. Eine liebe Freundin kam nach einem halben Jahr Erasmus aus Rom/Italien zurück und wir hatten uns für gestern Nachmittag verabredet. Und was macht man zu dieser Zeit in Deutschland? Richtig, Kaffeeklatsch! Um J. wieder an Deutschland zu gewöhnen, versprach ich ihr einen deutschen Kuchen zu backen. Sie war ganz angetan von der Marmorkuchen-Idee und das ist dabei rausgekommen:
Ein saftiger Kuchen der uns drei (Mitbewohnerin U. kam erfreulicherweise früher als erwartet aus der Uni) verdammt gut schmeckte.

Das Rezept habe ich hier gefunden, in Ermangelung an Mutterns kleinem DDR-Backbuch. Zuerst war ich etwas überrascht, die Zubereitung erschien mir komplexer als bisher gedacht, war aber sehr gut machbar. Nur das Eiweiß war etwas eigensinnig. Wollte einfach nicht zu festem Schnee werden. War ich vielleicht nur zu ungeduldig? Muss auch Eiweiß kalt sein, um fest zu werden? Hat jemand anderes eine Idee warum das nicht klappen wollte? Naja, hat jedenfalls auch so gut funktioniert, der Teig war wunderbar fluffig und nach 55 Minuten backen auch fertig. Einziger Nachteil, man muss sich entscheiden: will man eine knusprige Kruste auf dem Kuchen oder einen saftigen Kuchen? Beides gleichzeitig leider nicht möglich, tragisch!

Improkochen: Gemüsesuppe

Ich bin sehr suppenaffin, was vor allem auf meine ungarischen Herkunft zurück zu führen ist. Dort gibt es (fast) jeden Tag ein zweigängiges Mittagsmahl. Zuerst eine Suppe, sonntags klare Fleischbrühen mit Einlage, wochentags Gemüsesuppen wie Erbsen- (borsóleves), Bohnen- (bableves) oder Blumenkohlsuppe (karfiolleves). Dazu aber sicherlich noch in späteren Posts. Und irgendwie vermisse ich das hier in Deutschland, entweder es gibt Suppe oder ein Essen anderer Konsistenz.

So ist es kein Wunder, dass mich letzte Woche auf dem Wochenmarkt eine Tüte mit gemischtem Suppengemüse geradezu angelacht hat und ich sie dringend kaufen musste. Darin enthalten waren: zwei handvoll grüne Bohnen, ein halber Blumenkohl, ein halber großer Kohlrabi, eine halbe Knolle Sellerie, von zwei Stangen Porree nur der weiße/hellgrüne Teil, 5 Möhren und ein Bund Petersilie, die dann auch mit Mitbewohnerin U. zu einem leckeren Gemüsesüppchen verarbeitet wurde. Die Zubereitung ist sehr simpel. Einfach nur alles putzen, in einigermaßen mundgerechte Stücke schneiden und in kaltem Wasser aufsetzen. Dieses habe ich mit Salz, ziemlich viel Pfeffer, einer gehäuteten und geviertelten Zwiebel sowie zwei Lorbeerblättern gewürzt. Nachdem die Suppe schon ca. 5-10 Minütchen vor sich hin brodelte, hab ich erst den Blumenkohl, Porree und Sellerie hinzugegeben, brauchen ja nicht so lange. Dann nach weiteren 5 Minuten eine kleine Dose gehäutete Tomaten hineingeben und so lange kochen lassen, bis das Gemüse gar ist. Zwischenzeitlich kleine Fadennudeln kochen und am Ende der Garzeit mit in die Suppe geben. Zum Schluß das Bund Petersilie und ein paar Blätter Basilikum fein hacken und über die Suppe streuen. Darüber haben wir (ja, sogar Mitbewohnerin U.) ein bißchen Parmesan gehobelt, der, wenn man ihn erwischt hat, wunderbar milchig, süßlich in der Suppe geschmolzen ist und nochmal einen andere Geschmacksnote zu der tomatigen Brühe bot. Es sind gut 4-6 Portionen bei rausgekommen und für ein Impro-Essen wirklich sehr lecker!

Zucchinipuffer mit Tomaten-Joghurt

Auch Zucchini zählen neben Tomaten und Gurken zu den großartigen Sommergemüsesorten. Ja, ich weiß, sie sind nicht unbedingt das geschmackintensivste Gemüse der Welt, aber gerade deswegen sind sie so vielseitig einsetzbar. Weil ich leider keinen eigenen Garten im WG-Zimmer unterkrieg‘ und auch der elterliche Garten 500 km entfernt liegt (und sowieso kaum Zucchini abwirft dieses Jahr), werde ich nicht von ominösen Zucchinischwemmen erwischt, so dass ich mir meine doch auf dem Wochenmarkt kaufen muss. Aus meinem Oriental Basics-Kochbuch lachte mich, seit ich es vor 2 Jahren geschenkt (großen Dank an S. aus L.) bekommen hab, die Zucchinipuffer an. Jetzt habe ich endlich mal die Zeit und Muße diese auszuprobieren. Ohne Mitesser, aber kann ich wenigstens in Ruhe kochen und wann ich will.

Es ist wunderbar leichtes Rezept für den Sommer, dass man für 4 Personen als Vorspeise verwenden kann oder für 2 Personen als Hauptgericht. Für mich allein hat es auch locker zwei Tage gereicht. Hatte mir dazu Butterbohnen und Maiskolben gekocht, sowie Fladenbrot geholt, dass perfekt passte. Da ich ein bekennender Fan der Kombination „Brot plus Milchprodukt“ bin, hab ich die doppelte Portion des Joghurts gemacht. Diese Puffer lassen sich sowohl warm als auch kalt essen, man kann sie problemlos einfrieren (Selbstversuch erfolgreich bestanden), also perfekt für die arbeitende Bevölkerung, einfach ein paar mehr auf Vorrat braten. Hier zum Rezept

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