Archiv für den Tag 8. September 2008

Mein Bienenich

Durch die Vorspeisenplatte bin ich auf dieses Video aufmerksam geworden:

Sehr lustig, musste laut lachen. Leider mit ernstem Hintergrund. Bin danach auf diesen Link gegangen. Zwar von Häagen Dazs fabriziert, aber die haben ja auch gewisses Interesse daran, dass Bienenvölker überleben.
Man kann sich auf der Seite auch eine eigene Biene basteln und ohne Absicht ist eine mir ähnliche Biene bei rumgekommen:

Süß, nicht? Guckt es Euch mal alles an!

Ungarische Blumenkohlsuppe – Karfiolleves

Letzten Donnerstag kam Freundin G., die ich seit meinem ersten Studientag in Göttingen kenne, zu Besuch in unsere kleine WG. Wir hatten uns länger nicht gesehen und wollten mal wieder einen gemütlichen Abend mit gemeinsamem Kochen und Quatschen verbringen. Da ich Lust auf einen süßen Hauptgang hatte und G. eher auf herzhaft steht, kam dann eine Kombi auf den Tisch, die man so auch in Ungarn hätte finden können. Zuerst eine schöne Blumenkohlsuppe/Karfiolleves (sprich: karfiolläväsch) und als zweiten Gang einen süßen Nudel-Zwetschgen-Auflauf (folgt in Bälde).

Diese Suppe ist, wie so vieles in der täglichen ungarischen Küche, sehr variabel. Zum Beispiel kann man statt Blumenkohl grüne Erbsen oder Bohnen verwenden. Dabei stehen die Ungarn in Sachen Suppen eher auf der groben Seite des Lebens. Das Gemüse wird nur große Stücke geschnitten, vielleicht damit man noch merkt, was man isst. Aus meiner Familie kenne ich eigentlich niemanden, der pürierte Suppen kocht. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Gemüsesuppen ist die Mehlschwitze, die mit Paprika verfeinert wird und dann einfach in die Suppe eingerührt wird (möglichst ohne Klümpchen, ich arbeite da noch an der perfekten Methode). Ich weiß, es ist aus der Mode gekommen, aber für mich gehören Paprikamehlschwitzen  zu diesen Suppen einfach dazu. Gibt dem ganzen eine schönere Konsistenz und machen sie etwas gehaltvoller. Als Einlage kann man fertige Suppennudeln verwenden, seien es Stern- oder Buchstaben- oder simple Fadennudeln, meine Tanten und restliche weibliche Verwandtschaft macht allerdings meist eigene kleine Nudeln, sogenannte „Csipetke“. Das Wort kommt vom ungarischen Verb „csipked“, was soviel wie „zwicken“ bedeutet. Es wird ein schneller, fester Nudelteig geknetet, von dem dann einfach nur die Nüdelchen abgezwickt werden. Sehr simpel!
Ich mag diese Art Suppen so wahnsinnig gern, weil sie eben so bodenständig sind, ohne großen Schnick-Schnack oder Aufwand. Einigermaßen fix, simpel und sättigend.

Ungarische Blumenkohlsuppe (für 4 Personen)

für die Suppe:
1 mittelgroßer Blumenkohl
3 große Möhren
1/2 Knollensellerie (in Ungarn wird statt Sellerie Petersilienwurzeln benutzt, unbedingt ausprobieren!)
2 Pastinaken
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie

für die Paprikamehlschwitze:
1 EL Butter
1 EL Mehl
2 TL Paprikapulver edelsüß

für die Csipetke:
100 g Mehl
1 Ei
Salz

(1) Zwiebel schälen, halbieren. Möhren und Pastinaken schälen und in grobe Stücke schneiden. Sellerie putzen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden. Alles in einen großen Topf geben, gut salzen und pfeffern, soviel Wasser dazu geben, dass das Gemüse bedeckt ist. Aufkochen lassen, Hitze um die Hälfte reduzieren und ca. 10-15 Minuten kochen lassen.
(2) Zwischenzeitlich den Blumenkohl in Röschen teilen und waschen.
In eine Schüssel das Mehl geben und eine kleine Mulde in der Mitte formen. Das Ei hinein schlagen, gut salzen. Das Ei nach und nach mit dem Mehl verkneten und so einen festen Teig produzieren. Geht am Besten mit nur einer Hand.
Die Petersilie hacken.
(3) Nach den 10-15 Minuten die Blumenkohlröschen dazu geben und mit heißem Wasser auffüllen. Mit Salz nachwürzen. So lange kochen bis die Röschen und die Möhren gar sind.
(4) Kurz bevor das Gemüse gar ist, von dem Csipetke-Teig mit bemehlten Fingern kleine „Teigfetzen“ abzwicken und in die Suppe geben. Wenn sie oben schwimmen, sind sie gar.
(5) Die Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen, das Paprikapulver hinzugeben und sofort von der Flamme nehmen, damit der Paprika nicht verbrennt, er wird sonst bitter. Das Mehl einrühren. Mit soviel kalten Wasser ablöschen, dass eine dickflüssige Paste entsteht. Man muss gut mit einem Schneebesen rühren, damit keine Klumpen entstehen. Diese Paste nun in die Suppe einrühren. Die Hitze hoch schalten und die Suppe aufkochen lassen. Wenige Minuten kochen lassen, damit die Suppe ein wenig bindet.
(6) Mit der gehackten Petersilie bestreuen.

Gleich heiß servieren!

Anmerkung: Man kann die Suppe noch mit saurer Sahne verfeiern. Dafür einfach 1 EL saure Sahne in den leeren Teller geben, ein wenig der Brühe dazu geben, gut miteinander verrühren. Erst dann die restliche Suppe mit dem Gemüse schöpfen. So gibt es keine unangenehm-großen saure Sahne-Klumpen in der Suppe.

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