Ungarische Blumenkohlsuppe – Karfiolleves

Letzten Donnerstag kam Freundin G., die ich seit meinem ersten Studientag in Göttingen kenne, zu Besuch in unsere kleine WG. Wir hatten uns länger nicht gesehen und wollten mal wieder einen gemütlichen Abend mit gemeinsamem Kochen und Quatschen verbringen. Da ich Lust auf einen süßen Hauptgang hatte und G. eher auf herzhaft steht, kam dann eine Kombi auf den Tisch, die man so auch in Ungarn hätte finden können. Zuerst eine schöne Blumenkohlsuppe/Karfiolleves (sprich: karfiolläväsch) und als zweiten Gang einen süßen Nudel-Zwetschgen-Auflauf (folgt in Bälde).

Diese Suppe ist, wie so vieles in der täglichen ungarischen Küche, sehr variabel. Zum Beispiel kann man statt Blumenkohl grüne Erbsen oder Bohnen verwenden. Dabei stehen die Ungarn in Sachen Suppen eher auf der groben Seite des Lebens. Das Gemüse wird nur große Stücke geschnitten, vielleicht damit man noch merkt, was man isst. Aus meiner Familie kenne ich eigentlich niemanden, der pürierte Suppen kocht. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Gemüsesuppen ist die Mehlschwitze, die mit Paprika verfeinert wird und dann einfach in die Suppe eingerührt wird (möglichst ohne Klümpchen, ich arbeite da noch an der perfekten Methode). Ich weiß, es ist aus der Mode gekommen, aber für mich gehören Paprikamehlschwitzen  zu diesen Suppen einfach dazu. Gibt dem ganzen eine schönere Konsistenz und machen sie etwas gehaltvoller. Als Einlage kann man fertige Suppennudeln verwenden, seien es Stern- oder Buchstaben- oder simple Fadennudeln, meine Tanten und restliche weibliche Verwandtschaft macht allerdings meist eigene kleine Nudeln, sogenannte „Csipetke“. Das Wort kommt vom ungarischen Verb „csipked“, was soviel wie „zwicken“ bedeutet. Es wird ein schneller, fester Nudelteig geknetet, von dem dann einfach nur die Nüdelchen abgezwickt werden. Sehr simpel!
Ich mag diese Art Suppen so wahnsinnig gern, weil sie eben so bodenständig sind, ohne großen Schnick-Schnack oder Aufwand. Einigermaßen fix, simpel und sättigend.

Ungarische Blumenkohlsuppe (für 4 Personen)

für die Suppe:
1 mittelgroßer Blumenkohl
3 große Möhren
1/2 Knollensellerie (in Ungarn wird statt Sellerie Petersilienwurzeln benutzt, unbedingt ausprobieren!)
2 Pastinaken
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie

für die Paprikamehlschwitze:
1 EL Butter
1 EL Mehl
2 TL Paprikapulver edelsüß

für die Csipetke:
100 g Mehl
1 Ei
Salz

(1) Zwiebel schälen, halbieren. Möhren und Pastinaken schälen und in grobe Stücke schneiden. Sellerie putzen und ebenfalls in grobe Stücke schneiden. Alles in einen großen Topf geben, gut salzen und pfeffern, soviel Wasser dazu geben, dass das Gemüse bedeckt ist. Aufkochen lassen, Hitze um die Hälfte reduzieren und ca. 10-15 Minuten kochen lassen.
(2) Zwischenzeitlich den Blumenkohl in Röschen teilen und waschen.
In eine Schüssel das Mehl geben und eine kleine Mulde in der Mitte formen. Das Ei hinein schlagen, gut salzen. Das Ei nach und nach mit dem Mehl verkneten und so einen festen Teig produzieren. Geht am Besten mit nur einer Hand.
Die Petersilie hacken.
(3) Nach den 10-15 Minuten die Blumenkohlröschen dazu geben und mit heißem Wasser auffüllen. Mit Salz nachwürzen. So lange kochen bis die Röschen und die Möhren gar sind.
(4) Kurz bevor das Gemüse gar ist, von dem Csipetke-Teig mit bemehlten Fingern kleine „Teigfetzen“ abzwicken und in die Suppe geben. Wenn sie oben schwimmen, sind sie gar.
(5) Die Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen, das Paprikapulver hinzugeben und sofort von der Flamme nehmen, damit der Paprika nicht verbrennt, er wird sonst bitter. Das Mehl einrühren. Mit soviel kalten Wasser ablöschen, dass eine dickflüssige Paste entsteht. Man muss gut mit einem Schneebesen rühren, damit keine Klumpen entstehen. Diese Paste nun in die Suppe einrühren. Die Hitze hoch schalten und die Suppe aufkochen lassen. Wenige Minuten kochen lassen, damit die Suppe ein wenig bindet.
(6) Mit der gehackten Petersilie bestreuen.

Gleich heiß servieren!

Anmerkung: Man kann die Suppe noch mit saurer Sahne verfeiern. Dafür einfach 1 EL saure Sahne in den leeren Teller geben, ein wenig der Brühe dazu geben, gut miteinander verrühren. Erst dann die restliche Suppe mit dem Gemüse schöpfen. So gibt es keine unangenehm-großen saure Sahne-Klumpen in der Suppe.

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13 Kommentare zu “Ungarische Blumenkohlsuppe – Karfiolleves

  1. […] Erbsensuppe, ungarisch Borsóleves (gespr. Borschohläväsch) (dazu in Bälde mehr) ähnlich der ungarischen Blumenkohlsuppe und als zweiten Gang frittierte Kartoffelplätzchen. Also Suppe gekocht und währenddessen den Teig […]

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  2. […] Tage stand ein Besuch beim Zweig der Familie in Tata an. Lustigerweise wird immer wenn ich komme, Blumenkohlsuppe […]

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  3. […] Omas Möhrensuppe und Kohlsuppe von der deutschen Seite oder Paloczensuppe (wer es vegetarisch will Blumenkohlsuppe) von der ungarischen Seite. Aber dann ist die Suppe bei uns das Hauptgericht. Die geneigte […]

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  4. […]  Ungarische Blumenkohlsuppe (Karfiolleves) […]

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  5. […]  Reste von voriger Woche – Karfiolleves […]

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  6. […] Wochenende war mit viel Küchenaction versehen. Bagel und Kekse wurden gebacken, Currys und Suppe geköchelt, trotzdem wollte ich gerne ein klassisches Sonntagsessen haben. Im Tiefkühler […]

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  7. […] Ungarische Blumenkohlsuppe […]

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  8. […] liebe dieses unscheinbare, weiße Gemüse! Ungarische Blumenkohlsuppe kann ich wirklich oft hintereinander essen, ohne das es langweilig wird *g* Es wurde mal wieder […]

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  9. […] schon Ende Januar als mich große Gelüste nach Blumenkohl überfielen, ich aber nicht die übliche ungarische Blumenkohlsuppe kochen wollte. Ach, ein Auflauf wäre auch nett, aber pures Cauliflower Cheese gab es auch schon […]

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  10. Iris 19. Juli 2017 um 11:14 Reply

    o…m..g… dafür könnte ich dich gerade knutschen.
    ich LIEBE diese Suppe. Schon als Kind war es eins meiner Favoriten das meine Oma immer und immer wieder kochen musste. 🙂

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    • Anikó 22. Juli 2017 um 10:44 Reply

      Die wird heutzutage noch von jedem für mich gekocht, wenn ich die Familie in Ungarn besuche. Die wissen einfach wie sehr ich die Karfiolleves liebe :-D

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  11. Jeannine Pagenkämper 8. September 2017 um 20:33 Reply

    Die Suppe hat meine Oma(mein Opa stammte aus Südungarn in der Nähe von Pecs) früher immer gekocht und dazu gab es im Sommer Sauerkirschkuchen oder Palatschinken mit Kakaofüllung.Sehr lecker!

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    • lyannairis 11. September 2017 um 11:01 Reply

      Meine Familie kommt auch aus der Ecke ^.^ +pecs fähnchen schwenk+

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