Archiv für den Monat September 2008

Frittierte grüne Tomaten

Fritierte grüne Tomaten

Fritierte grüne Tomaten

Obwohl ich keine Vegetarierin bin (wie, wenn die Hälfte meines Gensatzes aus Ungarn stammt *g*)  besitze ich erstaunlich viele vegetarische Kochbücher. Eins davon nennt sich „Vegetarisch kochen und genießen“ von Roz Denny (leider nur im amerikanischen amazon). Viele der Rezepte muten sehr britisch an, wie auch diese frittierten grünen Tomaten. Ich denke nicht, dass jemand aus meinem ungarischen oder deutschen Umfeld auf die Idee gekommen wäre, Tomaten zu frittieren (obwohl die Ungarn ja sehr viel in tiefem, heißen Fett baden), erst Recht keine unreifen. Aber seit ich dieses Buch habe (ausführlichere Besprechung folgt in Bälde) lachte mich das Rezept an. Habe aber immer gedacht: „Welcher Laden verkauft denn unreife Tomaten. Wirst du ja nie bekommen.“ Aber letztens sah ich im Bio-Discounter meines Vertrauens unreife, grüne Ochsenherztomaten. Toll! Großartig! Sofort mitgenommen!

Der Clou bei diesem Rezept ist, dass die Panade aus Polenta besteht, in die getrockneter Oregano gemischt wird, was dem Ganzen gleich noch mehr Würze gibt. Oregano ist ja sowieso ein guter Freund der Tomate und wieso sollte er das nur in der Tomatensauce oder auf der Pizza sein? Ich wurde auch nicht enttäuscht. Mitbewohnerin M. und mir hat es wunderbar geschmeckt. Hat so gar nicht unreif geschmeckt. Die Unreife war sogar ein Vorteil in Bezug auf die Konsistenz, so fallen die Tomaten nicht so sofort auseinander, wenn sie ins siedende Fett eintauchen. Mit einem bunten Salat aus Radicchio, Feta, Gurken und Tomaten ein perfektes Abendessen! Wird definitiv wiederholt, wenn es mal wieder grüne Tomaten gibt!

Tomaten in Polentakruste (für 4 Portionen)

4 große unreife Tomaten, es eignen sich auch halbreife (hier: 2 grüne Ochsenherztomaten für 2 Personen)
115 g Polenta oder grobes Maismehl
1 TL Oregano
1 TL Knoblauchpulver (hier: nicht verwendet, da keins im Vorratsregal)
Mehl zum Panieren
1 Ei
Öl zum Frittieren (hier: Sonnenblumenöl)

(1) Die Tomaten in dicke Scheiben schneiden. Am Besten ist es die Scheiben parallel zum Stielansatz zu schneiden, damit nicht allzu viel von dem Fruchtfleisch rausfällt.
(2) Für das Panieren drei Teller bereit stellen. Im ersten das Mehl geben, in den zweiten das Ei mit Salz und Pfeffer verschlagen und im dritten die Polenta mit dem Oregano und Knoblauchpulver vermischen. Die Tomatenscheiben nacheinander panieren. Die Anfangs- und Endscheiben haben natürlich nur eine Schnittfläche, an der die Panade hält. Damit man die glatte Seite auch panieren kann, habe ich sie einfach ein wenig mit Wasser angefeuchtet.
(3) Eine flache Pfanne zu 1/3 mit Öl füllen und erhitzen. Das Fett ist heiß genug, wenn sich Bläschen am Stiel eines Holzlöffels bilden, den man ins Öl hält.
(4) Die panierten Tomatenscheiben vorsichtig in das Öl gleiten lassen und von beiden Seiten knusprig braten. Danach auf einem mit Küchenkrepp ausgelegtem Teller abtropfen lassen.

Sofort mit Salat servieren. Dazu passt vielleicht auch ein Minzjoghurt.

Geschmack: +++
Schwierigkeitsgrad: +
Zeit:+
Zutaten: ++

Quelle: Roz Denny – Vegetarisch kochen und genießen. Seite 42 Englische Originalausgabe: „The Ultimate Vegetarian Cookbook“ von 1994

Japanischer Lauchsalat

Auch diesen Monat gibt es wieder einen Garten-Koch-Event bei der Gärtnerin, diesmal zum Thema „Lauch“ (in der Ostseeheimat Porree genannt). Da wollte ich natürlich wieder teilnehmen. Hmmm *grübel* Ich mag Porree, habe schon eine Vorliebe für Zwiebelgewächse, aber kenne ihn vornehmlich als Gemüsebeilage zur den typischen Kartoffel-Fleisch-Gemüse-Sauce-Gerichten oder in Suppen. Es sollte zu so einem Event schon was sein, wo der Porree, die Hauptrolle spielt. Diverse Kochbücher durchgeguckt: Nix, nur Nebenrollen-Gerichte. Also das weltweite Netz durchforstet und dort bei den Küchengöttern bei diesem japanisch angehauchten Lauchsalat (in diesem Zusammenhang hört sich Lauch doch schöner an) gelandet. Ich war zunächst etwas skeptisch, bin nicht unbedingt der größte Freund der japanischen Küche, aber einen Versuch ist (fast) alles wert. Also schnell noch meine experimentierfreudige Freundin M. und Mitbewohnerin M. dazu eingeladen. Heute Vormittag alle Zutaten auf dem Wochenmarkt besorgt und auch im Gewürzladen meines Vertrauens noch Sake (im praktischen 1 Tassen-Format) und Miso-Paste erstanden und dann abends getestet.

Dieser Salat eignet sich wunderbar als Vorspeise zu einem asiatischen Menu oder als Beilage zu Sushi. Das Dressing wird durch das Tahin (nicht sehr japanisch, aber passend) wunderbar nussig, cremig und mild. Passt sicherlich auch als Dip zu gekochten Möhren, Brot und ähnliche oder als Sauce zu gebratener Hähnchenbrust oder Pute. Auch die Mischung des milden Porrees und des scharfen Rettichs ist sehr gelungen, die mit dem Dressing wunderbar harmonieren. Am besten isst man alle Komponent zusammen. Dieser Salat war eine sehr positive Überraschung und wird definitiv mal wieder gemacht!

Lauch

Japanischer Lauchsalat (für 4 Portionen als Vorspeise)

2 Stangen Lauch/Porree
Salz
1 kleiner weißer Rettich
3 EL Sake (wenn nicht vorhanden, trockenen Sherry verwenden)
1 TL Zucker
4 EL Orangensaft
3 EL Tahin
2 EL Misopaste
2 EL Sojasauce
3 EL schwarze Sesamsamen

(1) Vom Porree das Wurzelende und die dunkelgrünen Blätter abschneiden. In 8-10 cm lange Stücke schneiden und waschen. Salzwasser aufkochen und die Porreestücke 8 Minuten kochen lassen (hier: leider eine Winzigkeit zu lang *seufz*). Abgießen und das Kochwasser auffangen.
(2) Während der Porree kocht, den Rettich schälen und ebenfalls in 8 cm lange Stücke schneiden und diese in schmale Stifte.
(3) Für das Dressing den Sake mit den übrigen Zutaten, außer dem Sesam, vermengen. Mit 8 EL warmem Porreekochwasser (hier: nur 6 EL) zu einer geschmeidigen Sauce verarbeiten. Sie sollte nicht zu dünnflüssig sein.
(4) Die gekochten Porreestücke längs halbieren und wie den Rettich in feine Streifen schneiden. Rettich und Porree mit dem Räucherlachs auf vier Tellern anrichten. Mit dem Dressing beträufeln und den schwarzen Sesam darüber streuen.

Anmerkung: Vielleicht ein bisschen viel Dressing, aber den Rest kann man noch gut für anderes verwenden.

Geschmack: ++
Schwierigkeitsgrad: +
Zeit: +

Zutaten: +++

Schmorgurken mit Hackbällchen

Schmorgurke mit Hackbällchen

Schmorgurke mit Hackbällchen

Ich liebe Schmorgurken! Dieses Bekenntnis gleich vorneweg. Diese Gurken, die viel dicker sind als die normale Salatgurke und auch viel härtere Schale haben. Dabei sind sie aber wesentlich aromatischer, da ihre Bitterkeit (?) nicht komplett weggezüchtet wurde. Genau deswegen sollte aber auch immer die Bitterprobe gemacht werden, einfach die abgeschnittenen Enden der Gurke kurz probieren, ob es zu bitter ist, wenn ja, einfach ein wenig mehr abschneiden.

Eigentlich brauchen Gurken (lat. Cucumis sativus, wozu ist man Botanikerin) ein Klima, dass man hier in Mitteleuropa am besten in Gewächshäusern findet, aber im Hochsommer wachsen sie auch auf deutschen Feldern. Besonders die Schmorgurke hat es mir eben angetan. Sie ist schön vielseitig. Man kann sie Füllen, mit Hack beispielsweise, kann sie süß-sauer abgeschmeckt als Beilage zu Fisch reichen oder in einer Art Schmorgericht wie im Rezept unten essen.

Bis ich dieses Variante gemacht habe, kannte ich Schmorgurken nur, wie sie Frau Mama immer gemacht hat:
1 mittelgroße Schmorgurke schälen, entkernen und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. 1 Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. In einer Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Die Gurken zu den Zwiebeln geben, salzen, pfeffern und einen kleinen Schluck Wasser hineinschütten. Deckel drauf und so lange schmoren lassen, bis die Gurken fast gar sind. Einfach mal Probieren! Währenddessen 3 Eier verschlagen und kurz bevor die Gurken gar sind, über die Gurken geben, ein bisschen verrühren und die Eier stocken lassen. Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken! Es reicht für zwei Personen mit frischem Brot zum Abendessen!
Leider ist es komplett unfotogen, helle Gurke mit hellem Ei, sieht wirklich nicht gut aus auf Photos. Am Besten einfach nur ausprobieren und genießen! Hier zum Hackbällchen-Rezept

Das erste Mal …

dass ich heute die Früchte von der Eibe (lat. Taxus baccata) gegessen habe und nein, ich bin nicht umgefallen oder habe mich vor Bauchkrämpfen gewunden. War schon so ein bisschen Nervenkitzel! Alles, wirkliche alles von dieser Pflanze ist für den Menschen giftig, vom Blatt über die Rinde bis zu Wurzel, bis auf den knallroten Mantel, der den Samen schützt. Da meinte F., mit dem ich heute den Nachmittag verbrachte, dass das rote Fruchtfleisch eben essbar wäre und er das schon öfter getan hat. Hmmm, im Alten Botanischen Garten einen großen Busch entdeckt und genascht. Lecker! Doch wirklich! Süß, aber nicht zu süß. Ein wenig glipschige Konsistenz, aber trotzdem nicht unangenehm. Und immer schön den schwarzen Kern wieder ausspucken! Weiß jemand, ob man daraus Marmelade oder ähnliches kochen kann? *grübel*

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