Himmel und Erde

Himmel und Erde
Himmel und Erde

Dieses Gericht schwirrt schon länger in meinem Kopf rum. Es ist wohl ein Traditionsessen aus dem Ruhrgebiet, zumindest im Nordosten und im Mitteldeutschen, wo meine Großeltern herkommen, ist es nicht bekannt. Allerdings wurde es wohl auch in der DDR gekocht, weil ich das Rezept aus der „Äpfel Birnen Quitten“ DDR-Kochzeitschrift von Frau Mama hab.

Der Kombination von Kartoffeln, Zwiebeln und Äpfeln konnte unsere Familie schon immer was abgewinnen. Bratwurst beispielweise wird immer mit Äpfeln und Zwiebeln gebraten und dazu Salzkartoffeln, die von mir und meist auch Zwerg zu Kartoffelbrei zermanscht wurden. Ja, ich steh dazu, ich bin ein Kartoffelmanscher und liebe es! *g*

Also bei der Gemüsekomponente des Gerichtes gab es keine Zweifel. Aber Blutwurst, hmm… Esse ich erst seit 1 oder 2 Jahren und dann auch nur die selbstgemachte von ungarischer jüngerer Tante E., aber deutsche Blutwurst? Einen Versuch ist es wert. Beim Fleischer von Frau Mamas Vertrauen haben wir dann sogenannte Blut-Grützwurst (auch liebevoll „Tote Oma“ genannt *g*) besorgt, „Mecklenburger Art“, gab es auch noch in süßer Variante mit Rosinen, was uns dann doch zu suspekt war. Zu Hause das Kartoffel-Apfel-Püree angesetzt und die Wurst in dicke Scheiben geschnitten. Ich hatte gehofft, dass die dicken Scheiben in Form bleiben, aber Pustekuchen. So nach und nach zerfielen die Scheiben und es kam Grützwurst bei raus, wie ich es auch schon aus DDR-Schulspeisungszeiten kannte. Wobei, wenn ich so nachdenke, damals so als 6-7jährige mochte ich das Zeug auch schon. Diesmal war es auch wirklich lecker! Das etwas saure Kartoffel-Apfel-Püree mit der würzigen Blutwurst haben sehr gut harmoniert! Damit es nicht ganz Essen für Zahnlose wird, wurden noch ein paar Zwiebelscheiben angebraten.

Auch Herrn Vater hat es gemundet, so dass es von Frau Mama ins Repertoire der Samstag-Mittagessen aufgenommen wurde. Schnell, einfache Zutaten, sättigend und sehr lecker!

Himmel und Erde (für 3 Portionen)

750 g Kartoffeln
750 g Äpfel
1/8 l Milch
½ EL Butter
Salz, Zucker
1 Zwiebel
1 Packung Blut-Grützwurst
Öl

(1)  Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden, in Salzwasser gar kochen. Äpfel ebenfalls schälen, entkernen, in Stücke schneiden und mit wenig Wasser ca. 10 Minuten kochen. Zwiebel pellen, halbieren in Streifen schneiden.
(2)  Die Blut-Grützwurst in Scheiben schneiden und in wenig Öl in der Pfanne braten bis sie zerfallen ist. In einer kleinen Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze braten bis sie goldbraun sind.
(3)  Die Kartoffeln mit der Butter und der Milch zerstampfen, die Äpfel unterrühren. Mit Salz und Zucker abschmecken.

Alles sofort heiß servieren!

Quelle: „Äpfel Birnen Quitte“ – Verlag für die Frau, 1985

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Rohe Grützwort
Rohe Grützwurst
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8 Kommentare zu “Himmel und Erde

  1. lamiacucina 3. November 2008 um 20:53 Reply

    ohne Fett langsam anrösten (fast antrocknen), dann sollte sie nicht zerfallen.

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  2. tardis19 3. November 2008 um 21:48 Reply

    Also Kartoffelbrei liebe ich!!! Mit Apfel lass ich mir das auch noch gefallen.
    Aber an Blutwurst hat mich bisher echt noch keiner dran gekriegt…

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  3. […] wurde ja schon deutsche Blutwurst in Kombination mit Äpfeln und Zwiebeln vorgestellt. Heute folgt die ungarische Variante […]

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  4. la grosse mere 16. Oktober 2012 um 21:43 Reply

    hihi, tote Oma, richtig – den Namen lernte ich erst in Berlin kennen, daheim war’s Blutwurscht. Bin grad auf diesen Post gestoßen. Tote Oma konnte ich nie essen, früher nicht und heute nicht, brrrrrrrrrr. Und daher hab ich auch nie Himmel mit Erde kombiniert. Sollte ich vielleicht mal Wurstersatzlos tun. Einfach streichen oder was anderes dazutun? hmmm…

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    • Anikó 16. Oktober 2012 um 21:59 Reply

      Eine vegetarische Studienfreundin hat sich auch oft Himmel und Erde gemacht und einfach die Wurst weggelassen, hab mitgegessen, war wunderbar, hat nix gefehlt :-) Ansonsten könnte ich mir noch Scheiben von angebratenem Bacon gut vorstellen in der Kombi …

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  5. Miss Jenny 13. Januar 2013 um 18:05 Reply

    Hehe, ich komme zwar aus dem Ruhrgebiet, wusste aber nicht, dass es eher nur in meiner Region bekannt ist. Als Kind habe ich es nie gegessen, da die Bltwurst mich abgeschreckt hat. wahrscheinlich würde sie mir noch immer nicht schmecken, aber ich würde es mittlerweile gerne mal probieren – allerdings sind nun meine Eltern dagegen, da sie diese „minderwertige Wurst“ nicht mehr mögen. auch wenns unpassend ist, vielleicht probiere ichs mal mit grober Bratwurst, Frikadellen oder gebratener Fleischwurst…oder hast du noch eine Idee?

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    • Anikó 14. Januar 2013 um 21:01 Reply

      Ich würde sagen, probier doch ruhig mal Blutwurst aus, es gibt wirklich leckere Sorten und sogar Meisterschaften darin. So eklig ist sie gar nicht und gerade ihr im Rheinland seid doch wahre Blutwurstmeister :-) Ich weiß nicht, warum es für Deine Eltern „minderwertige“ Wurst ist. So ein Schwein hat nun mal auch ne Menge Blut, das mit verarbeitet werden muss. Wäre doch schade, wenn so viele Tiere nur wegen Schnitzel, Filet und Kotelett sterben müssten …

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