Almás pite – Gedeckter Apfelkuchen

Almás pite

Almás pite

Einer meiner liebsten ungarische Kuchen und auch von Herrn Papa ist dieser gedeckte Apfelkuchen mit einer Füllung aus geraspelten Äpfeln. In Ungarn läuft das mit dem Kuchenessen etwas anders als in Deutschland. Während man sich hierzulande extra nochmals nachmittags hinsetzt mit einer Tasse Kaffee oder anderen Heißgetränken, wird in Ungarn alles in eine Mahlzeit gepackt, also gleich nach dem zweigängigen Mittagessen wird der Kaffee (in Ungarn eher eine Art Espresso) und Kuchen serviert. Oder man macht es wie jüngere Tante E.: es wird Kuchen gebacken, aufgeschnitten in die Küche gestellt und jeder nimmt sich im Vorbeigehen etwas, wenn er in der Küche ist. Lange überleben die allerdings nie ;-)

Hier habe ich für Herrn Papa nun diesen Apfelkuchen fabriziert. Dazu werden die geraspelten Äpfel ein wenig gekocht und dann auf eine Lage Hefeteig gelegt und mit einer zweiten Lage desselben Teiges belegt. Ruhen lassen, backen, köstlich! Was Frau Mama und mich überrascht hat, ist, dass es mit Hefeteig gemacht, weil der Kuchen weder danach schmeckt noch aussieht! Leider hab ich den Fehler gemacht und ca. 250 ml Milch genommen, was für die 500 g Mehl viel zu viel war, aber was bin ich auch so blöd und folge Tantchens Anweisung mit „ein Wenig lauwarmer Milch“ nicht. Also wirklich nur maximal eine halbe Tasse Milch benutzen. So musste ich noch extra Mehl unterkneten und konnte die saure Sahne nicht unterrühren, die bestimmt eine interessante Note gegeben hätte.

Trotz allen Widrigkeiten ein wunderbarer Kuchen, der genauso schmeckte wie bei den Tanten! Leicht zu machen, trotz der Hefe nicht zeitintensiv und für jeden Geschmack anpassbar. Sehr süß machen oder nicht, Zimt rein oder nicht, Rosinen ja oder nein, Vanille ja oder nein! Ein großartiger Kuchen, unbedingt ausprobieren!

Almás pite

Für den Teig:
500 g Mehl (hier: Vollkornmehl)
200 g Margarine
150 g Zucker
30 g Hefe
2 Eier
Milch oder saure Sahne

Für den Belag:
1 kg Äpfel
Zucker
Zimt
Zitronenschale

Puderzucker

(1)  Die Äpfel raspeln wir, nach Geschmack zuckern, mit Zimt, Zitronenschale würzen und in einem Topf kochen.
(2)  Die Hefe in ein wenig lauwarmer, gezuckerter Milch gehen lassen.
(3)  Das Mehl mit der Margarine zerbröckeln, dann den Zucker, die Eier und das Hefegemisch zugeben. Mit Milch oder saurer Sahne zu einem Teig verkneten. Den Teig teilen.
(4)  Den einen Teil ausrollen und in einer großen gefetteten und ausgemehlten Auflaufformform* legen. Die ausgekühlte Apfelmasse darauf streichen, den ausgerollten anderen Teig darauf legen. Mit einer Gabel einstechen.
(5)  30 Minuten ruhen lassen und bei 180-190 Grad goldbraun backen (dauert ca. 15-25 Minuten).
(6)  Mit Puderzucker bestreuen!

Guten Appetit!

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

* In Ungarn sind das sogenannte „Tepsi“-Formen. Das sind längliche Auflaufformen aus Metall, die man für Kuchen, Aufläufe, Braten etc. nutzt. Ähnlich diesen hier.

Ein missglückter Versuch von Anrichten

Ein missglückter Versuch von Anrichten

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8 Kommentare zu “Almás pite – Gedeckter Apfelkuchen

  1. nord67 8. November 2008 um 15:00 Reply

    Ohja, die ungarische Sitte, direkt nach dem Hauptgang Kaffee und Kuchen anzubieten, kenne ich auch noch von vielen Besuchen bei ungarischen Freunden. :)
    Der Kuchen sieht lecker aus. Das Rezept werde ich auf alle Fälle mal ausprobieren. Ich kenne so einen ähnlichen Kuchen nach norwegischem Rezept, da wird allerdings Apfelmus in den Teig gerührt.

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  2. lamiacucina 9. November 2008 um 10:10 Reply

    die 4 Uhr-Kuchensitte kennen wir auch nicht. 3 Mahlzeiten pro Tag genügen und halten schlank(er).

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  3. Eva 9. November 2008 um 11:06 Reply

    Dieser Kuchen wird nachgebacken werden, denn er sieht wirklich sehr lecker aus – danke!

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  4. Linda 22. März 2010 um 14:30 Reply

    Was hab ich bloß falsch gemacht??? Ich hab am Wochenende diesen Kuchen gebacken, aber er sah nicht so aus wie bei Dir und er schmeckte doch bissel nach Brotteig… Als erstes hab ich bestimmt eine zu große Backform gehabt – hab so ´n ausziehbares Backblech in der kleinste Größe gehabt. Und muss der Hefeteig wirklich nicht nochmal gehen, wie man es bei einem normalen Hefeteig eigentlich macht? Also ich hab´s nicht gemacht, aber ich glaub, mein Teig war auch bissel zu nass… Aber immerhin hat er trotz allem nicht schlecht geschmeckt und es war auf alle Fälle mal ´n neues Geschmackserlebnis :-)

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    • Anikó 22. März 2010 um 23:56 Reply

      Hmmm, das tut mir leid, dass es nicht so gut geworden ist :-( Also die Größe der Form ist wichtig, sonst wird der Kuchen zu flach. Ich kann Dir leider nicht sagen, warum der Kuchen so einen brotähnlichen Geschmack hatte, vielleicht ein wenig mehr Zucker rein? Natürlich kann man den nochmal gehen lassen, schadet glaube ich nicht :-) Die Milch-Menge ist wirklich knifflig, da brauch ich auch noch mehr Übung drin :-)

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      • Linda 23. März 2010 um 11:41

        Weißt du was?! Ich hab gestern noch die letzten 2 Stücke vom Kuchen gegessen und ich fand, er hat besser geschmeckt als so frisch gebacken am Wochenende :-) Und das lag bestimmt nicht nur daran, dass ich gestern in der warmen Nachmittagssonne meine „Kaffeemahlzeit“ genossen hab… ;-) Auf alle Fälle würde ich nächstes Mal auch keinen Zimt reintun sondern viel mehr Zitrone, dann schmeckt es einfach noch frischer. Aber ich werde noch einen Versuch starten und auch die Teigzubereitung anders angehen (so wie ich´s z.B. beim Pizzateig mache >> mit so ´nem Schüttelbecher), vielleicht wird´s ja dann ähnlicher wie bei Dir.

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  5. Melinda 30. November 2011 um 18:14 Reply

    Also ich hab´s zwar nicht so mit Backen, aber ich weiß, dass in den Teig mit Sicherheit kein Hefe gehört. Ich komme aus Ungarn und habe das jedenfalls noch nie gehört.

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  6. Anikó 30. November 2011 um 20:26 Reply

    Hallo Melinda, meine Tante ist auch richtige Ungarin und hat ihr Leben lang nirgends anders gelebt und sie macht Hefe in den Teig, sonst hätte sie es mir im Rezept ja nicht aufgeschrieben :-) Aber wahrscheinlich gibt es so viele Almás pite-Rezepte in Ungarn wie Familien :-)

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