Archiv für den Tag 15. November 2008

Küchenträume

Demnächst ändern sich meine Lebensumstände. Nach 5,5 Jahren 11,4 qm-Zimmer in einem Wohnheim mit 13 (größtenteils) großartigen Mitbewohnern, knapp 8 Monaten 12,4 qm-Zimmer in toller 3-er WG werde ich in meine erste eigene Wohnung ziehen, nachdem ich einen Job gefunden habe. Auch eine schöne Wohnung in einem 50er Jahre-Haus ist gefunden. Nun steht dort leider (oder vielleicht zum Glück) keine Küche drin, kein Herd, kein Kühlschrank. Alles muss angeschafft werden …

Jedenfalls, wo ich so eine kleine Küche (kenne die Maße noch nicht mal) einrichten muss, bin ich so ins Grübeln gekommen, wie denn meine Traumküche wäre. Interessanterweise stelle ich fest, dass ich ein nostalgischer Mensch bin, der sich an seinen Großeltern orientiert ;-) Zumindest was die Küche betrifft. So hätte ich gerne später mal, wenn ich eigene Familie hab‘, eine Küche in der man sich die ganze Zeit aufhält. Meine ungarischen Großeltern hatten beispielsweise ein Bett in ihrer Küche, was ich unglaublich cool finde.  Gleichzeitig diente es als Sitzgelegenheit für den Tisch. Ich erinnere mich, dass ich wir uns als Kinder immer Kissen unter den Hintern schieben mussten, um überhaupt vernünftig essen zu können. Will also auch mal ein simples Bett in der Küche :) Sie hatten auch einen tollen Esstisch, bei dem sich unter der Tischplatte gleich eine Schublade befand, in der das Besteck aufbewahrt wurde. Auch befand sich noch ein Brett unten, wo man seine Füße abstellen konnte.

Der Gegenstand an den ich mich am meisten erinnere (und auch Zwerg) ist das weiß-grüne Küchenbuffet aus den 50iger Jahren. Ich habe es geliebt und tue es heute noch! Es ähnelt sehr stark diesem hier, dass wieder hergestellt wurde. Nur waren die Scheiben im oberen Teil breiter und aus teilweise milchigem Glas (wenn ich mich recht entsinne). Ich glaube, es waren auch Bilder von der Familie (Kinder, Enkel etc.) in diese Scheiben eingeklemmt. Ich hätte wahnsinnig gerne so ein Teil! Das meiner Großeltern steht noch bei jüngerer Tante E. aus Ungarn auf dem Dachboden. Aber traue mich nicht zu fragen und bliebe ja auch immer noch die Frage desTransportes. Und überhaupt, wie der Zustand des Schätzchens nach 15 Jahren ist … In meine neue, geschätzte 4 qm-Küche würde es eh nicht passen, aber im Wohnzimmer ließe sich definitiv ein Platz finden. Ich hab auch mal spaßeshalber in einem Möbelgebrauchtwarenladen geguckt und tatsächlich so ein Teil erspäht. Leider in einem wirklich schlechten Zustand mit Metallgitter statt Glas, die Türen auch nicht mehr richtig schließend und vom Innenleben und dessen Bewohnern möchte ich  gar nicht erst reden. Würde 110 Euro kosten und ich müsste sicherlich noch einiges an Geld da investieren. Hätte sogar tierisch Lust sowas neu aufzubereiten, auch wenn ich es noch nie getan hab, aber jetzt mit neuem, höchstwahrscheinlich stressigem Job *seufz* Und hab ja auch gar keine handwerkliche Erfahrung …

Ich will so Buffet! Unbedingt! Vielleicht nicht jetzt, vielleicht später! Aber vielleicht gucke ich es mir am Montag nochmal an … Vielleicht muss man einfach mal was wagen und ausprobieren … Sollte doch Anleitungen zum Schleifen, Streichen etc. im weltweiten Netz geben …Viele „vielleichts“ …

Ich überlege noch …

In der Küche wird es jedenfalls jetzt eine platzsparende Küchenzeile in vanillegelb geben … auch schön :)

Thanksgiving am Martinstag

Kleines Thanksgiving Menü

Kleines Thanksgiving Menü

Mir sagen Traditionen wie Erntedank oder Martinstag nichts, ich bin bis zu meinem 8. Lebensjahr im heidnischen Osten Deutschlands aufgewachsen ;-) (es gab auch getauften Menschen in der DDR, aber unsere Familie gehörte nicht dazu). Erst so langsam werden mir diese ganzen Sachen bekannt gemacht durch Freunde. Thanksgiving kenne ich auch nur aus Film und TV wie Femnerd, die im Kochtopf den „Happy Turkey Day“ ausruft.

Happy Turkey Day

Ein Thanksgiving-Mahl musste mal ausprobiert werden, auch wenn es eine Minivariante für Studentenbudget war, aber ich nehme teil. Schnell ein wenig recherchiert und im Buch „Spezialitäten aus aller Welt“ fündig geworden. Mich hatte schon länger eine Zuckermais-Süßkartoffel-Pfanne angelacht und auch Freundin M., die zum Mitessen verpflichtet wurde, wünschte sich einmal Süßkartoffeln zu kosten. Also der Gemüseteil des Essens stand fest. Noch eine fleischige Beilage, es stand zum Rezept eine Empfehlung zu gebratener Truthahnkeule. Hmm, noch nie wirklich einen Truthahnbraten gegessen bzw. gemacht, aber da wir zu viert sind, lohnt sich der Aufwand vielleicht.

Der Geschmack der Gemüsepfanne war großartig! Süßer, knackiger Mais gepaart mit Süßkartoffeln, die  mit schärferen Gewürzen wie Ingwer, Paprika und Tabasco abgeschmeckt wurden. Dazu dann die angenehme Süße von Ahornsirup (tolles Zeug, könnte ich mir reinlegen)! Diese Gemüsekombination wird es definitiv öfter geben. Der Truthahnbraten war okay, aber kein großes Erlebnis. Glaube, wenn ich demnächst nochmal ’nen Braten fabriziere, dann aus anderem Tier, vielleicht mal Hähnchen oder Rind.

Mais-Süßkartoffel-Pfanne (4 Portionen)

4 frische Maiskolben
600 g Süßkartoffeln (2 mittelgroße)
2 Zwiebeln
je 1 rote und grüne Paprikaschote
2 EL Butter
1/8 l Gemüsebrühe
Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Ingwerpulver
2 EL Ahornsirup
2 EL Zitronensaft
Tabasco

(1) Die Blätter und die Fäden von Maiskolben abziehen. In kochendem Wasser 5 Minuten blanchieren. Abgießen, abschrecken, in 3 cm breite Stücke schneiden.
(2) Die Süßkartoffeln schälen, Paprikaschoten waschen, putzen und alles in grobe Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten, halbieren und in breite Streifen schneiden.
(3) Butter in einem Topf erhitzen, die Süßkartoffeln darin rundherum anbraten. Paprika, Mais und Zwiebelstücke dazu geben, ebenfalls kurz mitbraten. Dann mit der Brühe ablöschen. Mit Salz,Pfeffer, Paprikapulver und Ingwer würzen. Zugedeckt ca. 15 Minuten schmoren, bis es noch bissfest ist.
(4) Die Gemüsepfanne noch mit Salz, Pfeffer, Tabasco sowie dem Ahornsirup und dem Zitronensaft abschmecken.

Geschmack: ++++
Zutaten: +++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Glasierter Truthahnbraten (4 Portionen)

2 Truthahnoberkeulen (á ca. 600 g)
Salz
Pfeffer
1 Bund Suppengemüse
1 Zwiebel
2 EL Ahornsirup
2 EL Zitronensaft
1 Prise Cayennepfeffer

(1) Ofen auf 220 Grad vorheizen.
(2) Fleisch waschen, trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer einreiben.
(3) Im Ofen 15 Minuten braten. Dann die Temperatur auf 180 Grad zurück schalten. 1/4 l Wasser angießen und weitere 15 Minuten garen.
(4) Währenddessen das Suppengrün putzen und in grobe Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und halbieren. Zusammen nach 30 Minuten Garzeit neben den Braten in den Ofen geben und weitere 30 Minuten backen. Dabei immer wieder mal mit dem Bratensaft beträufeln.
(5) Nachdem die Keule 1 Stunde garte, den Ahornsirup mit Zitronensaft und dem Cayennepfeffer mischen und auf den Braten pinseln. Nochmals ca. 10 Minuten garen, bis die Haut schön braun und knusprig ist.
(6) Das Fleisch herausnehmen, ca. 10 Minuten ruhen lassen und aufschneiden.

Geschmack: ++
Zeit: +++
Zutaten: +++
Schwierigkeitsgrad: ++

Quelle: Beide Rezepte aus „Spezialitäten aus aller Welt“ von R. Hess, C. Schinharl, M. Szwilus

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