Chilenische Tortilla

Zwei Achtel Tortilla

Zwei Achtel Tortilla

Meine fünfeinhalb Jahre Wohnheimleben mit dreizehn anderen Leuten auf einer Etage haben auch kulinarische Spuren hinterlassen. Es wurde von der Wohnheimsverwaltung drauf geachtet, dass eine gute Mischung aus deutschen und ausländischen Studenten besteht und so hat man zwangsläufig andere Küchengewohnheiten kennengelernt. Sei es wildes chinesisches Kochen mit Krebsen oder arabische Ramadan-Festessen. Sehr zahlreich vertreten waren neben den europäischen ERASMUS-Studenten auch chilenische Austauschstudenten (Göttingen scheint dort eine Partneruniversität zu haben), die sehr gerne und sehr viel Party gemacht haben und sich auch so oft untereinander verabredet haben. So bin ich eines mittags (naja, eher nachmittag *g* Studenten!) in eine solche Runde „reingeraten“ und wurde prompt zum Essen eingeladen. Es wurde viel aufgefahren! Lecker! Weil es so nett war, hatte ich mich für den darauffolgenden Sonntag mit einem der Mädels verabredet zum Kochen (Leider kann ich mich mehr an ihren Namen erinnern :( Ist auch schon 6 Jahre her. Verdammt, die Zeit vergeht!).

Sie wollte mir beibringen wie chilenische Tortilla gekocht wird. Da scheint es wohl starke Unterschiede zu der spanischen Variante(n) zu geben, wie man hier bei Frau Kaltmamsells Rezept nebst dazugehörigen Kommentaren sehr gut lesen kann. So machen die Chilenen ihre Tortilla aus Pellkartoffeln, die mit angebratenen Möhren und Zwiebeln gemischt werden. Dann kommen die Eier in die Pfanne. Eigentlich ist es sehr einfach eine Tortilla zuzubereiten, man benötigt nur eine Eigenschaft: Geduld! Geduld bis die Kartoffeln fertig gekocht sind. Geduld bis die Möhren-Zwiebel-Mischung gut angebraten ist. Geduld bis das Ei auf der Tortilla gestockt ist. Und das ist die härteste Prüfung! Früher hatte ich diese Geduld nicht bzw. Angst, dass mir die Tortilla am Boden zu Kohlenstoff verkommt, so dass ich die Pfanne immer in den Ofen gestellt habe. Aber bei dieser, die hier zu sehen ist, hat es das erste Mal geklappt und die braune Kruste unten war sehr schmackhaft und schmeckte kein bisschen verbrannt.

Mit einem Salat dazu ist es ein wunderbares Essen und wenn man nicht immer so verplant ist, wie ich, kann man von einem anderen Essen mehr Pellkartoffeln kochen und den Rest dafür verwenden :)

Chilenische Tortilla (4 Portionen)

8-10 Kartoffeln (möglichst gleich groß)
4 Möhren
2-3 Zwiebeln
Salz, Pfeffer
getrockneter Oregano
Olivenöl
6-8 Eier

(1) Kartoffeln waschen und in Salzwasser kochen bis sie gar sind. Pellen. In Scheiben schneiden.
(2) Während die Kartoffeln kochen, die Möhren schälen und grob raspeln. Die Zwiebeln abziehen, vierteln und in schmale Streifen schneiden.
(3) Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln und Möhrenraspeln darin bei mittlerer Hitze braten bis sie weich sind. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen.
(4) Die Eier in einer Schüssel verschlagen, wiederum salzen und pfeffern. Die Kartoffelscheiben mit der Zwiebel-Möhren mischen. Zurück in die heißen Pfanne geben und die Oberfläche einebnen. Die Eier gleichmäßig darüber gießen. Die Hitze auf kleine bis kleinste Stufe runterstellen. Deckel drauf (wenn nicht vorhanden, einfach Alufolie nehmen) und so lange stocken lassen bis das Ei fest ist. Mit einem flachen Kochlöffel immer mal wieder in die Tortilla stechen damit flüssiges Ei von oben nach unten laufen kann und auch schon gestocktes Ei am Rand anheben und flüssige  Eimasse nachlaufen lassen. Dauert ca. 30 Minuten.

Sofort servieren!

Anmerkung: Falls man Angst hat, dass das Ei gar nicht stockt oder die Tortilla unten verbrennt, die Pfanne bei 180° in den Ofen geben und so lange backen bis das Ei fest ist. Wenn es eine Pfanne mit Plastegriff ist, einfach Alufolie drum wickeln, sollte nicht schmelzen. Beim Herausnehmen aus dem Ofen die Topflappen nicht vergessen! *g*

Geschmack: ++++
Zutaten: +
Zeit: +++
Schwierigkeitsgrad: +

1 Teil Tortilla

1 ganze Tortilla

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5 Kommentare zu “Chilenische Tortilla

  1. Eva 17. Januar 2009 um 10:54 Reply

    Klingt in dieser chilenischen Variante sehr gut

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  2. la grosse mere 11. März 2010 um 20:49 Reply

    Mmmmh, das klingt wirklich fein :-)
    jaja, Kochen im Wohnheim mit lauter anderen Nationalitäten ist schon cool!!

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  3. […] lohnt, also wenn die Sonne mitspielt. Vorgestern genoß ich dort eine Möhren-Stangensellerie-Tortilla mit original ungarischem Weißkohlsalat aus Vecsés (höchstberühmte Gegend in Ungarn für ihr […]

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  4. […] die übrig gebliebenen Kartoffeln sind vielseitig einsetzbar: Bratkartoffeln, ins Kartoffelbrot, Chilenische Tortilla, Kartoffelsalat. Ich mag das […]

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  5. […] Version einer Kartoffel-Tortilla mit den dunkelgrün-violetten Schönheiten, kann ich schon mal sehr […]

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