Archiv für den Monat Januar 2009

Rätselhafte Küchenobjekte oder Höhere Mathematik für Hobbyköche

Rätselhafte Temperatureinstellung

Rätselhafte Temperatureinstellung

Kann mir jemand sagen, wie ich hier 220° oder 190° einstellen soll? Kann mein Herd etwa eine Temperatur von 270° und mehr erreichen? Wie soll ich dieses „MAX“ rauskriegen, wenn sich innerhalb der Temperatureinstellungen 3 unterschiedliche Skalen verstecken? von 0-100° in 10er Schritten, dann 20 Einheiten von 100 bis 180°, dann wieder 5er Striche von 180 bis 200. Der nächsten 5 Schritte zeigen die Temperatur von 200 bis 235° an. Und von 270 bis MAX sind es wieder 10 Striche. Welcher Ingenieurshonk ohne Ahnung hat sich denn das ausgedacht? Wollte da jemand kreativ sein? Mag da jemand keine Hobbyköche oder Haushaltsführende Menschen? Ich bin verwirrt … und backe nach gut Glück mit diesem Herd.

Rosenkohlgratin

Ein Viertel Rosenkohlgratin mit Spätzle

Ein Viertel Rosenkohlgratin mit abtrünniger Spätzle

Die Menschheit scheint sich in Bezug auf Rosenkohl in zwei Lager zu spalten: Hasser und Liebhaber :-) Ich gehöre definitiv zu den Liebhabern, wie meine gesamte Sippe. Gibt bei uns regelrechte Kämpfe um die kleinen Köpfchen, wenn es ihn mal zum Familienmittag geben sollte *g* Ich hatte also noch ein halbes Netz Rosenkohl  von einem anderen Rezept (wird bald verbloggt) übrig und wollte diesen nicht einfach nur langweilig kochen. Also in den Kochbüchern gestöbert und in einem kleinen Aufläufe-Buch dieses Gratin erspäht! Beim ersten Überfliegen hab ich das Rezept nicht richtig gelesen und dachte, es kämen Kartoffeln rein. Also schon ein Netz Kartoffeln gekauft. Beim zweiten genaueren Blick auf das Rezept habe ich bemerkt, dass man ja Spätzle braucht! Ts, mit meiner Aufmerksamkeit ist es auch nicht mehr soweit her *g* Dieses Rezept war also mehr oder weniger der Anlass meiner Spätzle/Galuska-Produktion :)

Wegen fehlenden Mitessers wurde das Rezept ohne Probleme halbiert. Herausgekommen ist ein wunderbarer Auflauf, der noch schön bissfesten Rosenkohl enthält. Die weichen Spätzle und knackigen Walnüsse bilden einen schönen Kontrast dazu. Besonders die etwas bitteren Walnüsse machen sich sehr gut und geben nochmal einen Geschmackskick. Dadurch, dass der Guss nicht mit Sahne, sondern mit Milch zubereitet wird, ist dieses Gratin auch nicht so mächtig! Nur die Käsemenge wurde an den gesteigerten hiesigen Verbrauch angepasst, 50g für den gesamten Auflauf ist mir doch zu wenig ;) Er ist auch wirklich sehr schnell vorzubereiten, innerhalb von 20 Minuten und muss dann nur noch die 40 Minuten im Ofen vor sich hin schmurgeln :-)

Rosenkohlgratin (4 Portionen)

600 g Rosenkohl (TK oder frisch)
1 Zwiebel
40 g Walnusskerne
100 g Gouda
Salz
400 g Spätzle (aus dem Kühlregal oder aus der Tüte gekocht)

Für den Guss:
1 Zweig Thymian (hier: 1 TL getrockneter Thymian)
400 ml Milch
4 Eier
Prise Muskatnuss
Salz
Pfeffer

Butter für die Form

(1) Ofen auf 190 ° vorheizen. Die Auflaufform einfetten.
(2) Den Rosenkohl putzen und halbieren. In wenig kochendem Salzwasser ca. 2 Minuten blanchieren. Abgießen. Die Zwiebel fein würfeln, die Walnusskerne mittelfein hacken. Den Käse reiben. Diese Zutaten mit der Hälfte des Käses  und den Spätzle mischen und in die Auflaufform geben.
(3) Für den Guss die Thymianblättchen vom Zweig zupfen und mit den restlichen Guss-Zutaten gut verrühren. Gleichmäßig über den Auflauf verteilen und den restlichen Käse drüber streuen.
(4) Im Ofen für 40 Minuten backen lassen.

Sofort heiß servieren!

Quelle: Döpp E., Willrich Ch., Rebbe J. (2006): Aufläufe. GU Küchenratgeber – Gräfe und Unzer

Geschmack: +++
Zutaten: ++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: +

So, während ich das jetzt schrieb, ist die letzte Portion von Sonntag auch in meinem Bauch verschwunden. Schmeckt aufgewärmt auch noch gut :-) Aber prompt den Gaumen verbrannt *grummel*

Júhtúrós Galuska – Schafskäse-Spätzle

Júhtúros Galuska

Júhtúros Galuska

Hier ein schnelles Feierabend-Essen aus den Galuska von gestern. Die Idee hab ich aus dem Buch „Zu Gast in Ungarn. Die Kochkunst der Magyaren“ (gibt es nur noch antiquarisch) „geklaut“. Die Spätzle/Galuska (ja, es gehen auch die gekochten aus der Tüte *g*) in einer heißen Pfanne anbraten, Eier darüber schlagen und alles stocken lassen.  Kurz bevor das Ei fest ist, noch zerbröckelten Schafskäse und fein gehackten Dill dazu geben. Wenn der Schafskäse ein wenig geschmolzen ist, schnell servieren! Einfach nach Gefühl arbeiten :) Die frischen Kräuter machen wirklich den Unterschied aus und geben dem Gericht Frische!  Und ja, ich weiß, das Bild sieht nicht sonderlich appetitlich aus *g* Ich mag es trotzdem; diese Variation wird in mein Alltagsrepertoire aufgenommen :)

In Ermangelung von echtem Schafskäse wurde Kuh-Feta genommen und auch Dill war leider nirgends aufzutreiben, weder gefroren geschweige denn frisch. Mist! Also eine TK-8-Kräutermischung benutzt, deren Zusammensetzung an Frankfurter Grüne Sauce erinnert, aber auch wunderbar passte.  Trotzdem werde ich dieses wunderbar schnelle Essen nochmals mit den richtigen Zutaten ausprobieren und eventuell noch ein bisschen saure Sahne oder Schmand darüber geben, damit es ein wenig sämiger wird. Dazu ein paar eingelegte Gurken, aber auch Rote Bete-Salat oder Gurkensalat passen.

Mein erstes Mal: Selbstgemachte Galuska oder Spätzle

In heißem Wasser badende Galuska

In heißem Wasser badende Galuska

Was macht man als Endzwanzigerin an einem Sonnabendabend, wenn so gar nichts im TV läuft? Geht sie weg, trifft sie sich mit Freunden, geht sie einen Trinken, ins Kino oder mal wieder vernünftig tanzen? Nein, sie verbringt den Abend damit zu Hause selbstgemachte ungarische Galuska (sprich: Galuschka) = Spätzle = Nokkedli, auszuprobieren und gleich auf Vorrat zu produzieren ;-) Ich wollte sie schon lange selbst mal ausprobieren, da Kumpel und ehemaliger Mitbewohner F., der ja aus dem Schwabenländle kommt, nie Spätzle für uns gemacht hat. Der Fiese! Auch in Ungarn sind sie traditionelle Beilage zu Gulasch (Pörkölt), Paprikahähnchen (Paprikás csibe) und ähnlichem. Es hat bei mir aber bisher am richtigen Werkzeug in Form eines Spätzlehobels gefehlt, so richtig mit einem Messer den Teig ins kochende Wasser zu schaben, hab ich mir dann doch nicht zugetraut. Doch das fehlende Werkzeug wurde glücklicherweise durch die Eltern letzten Sommer aus Ungarn mitgebracht *freu* und so steht dem Vergnügen also nichts mehr im Wege. Nach einigen Recherchen über schwäbische Spätzle bin ich in diesem Buch auf ein Rezept gestoßen, dass mir aufgrund seiner ungarischen Herkunft doch gefiel *g* und aus einem anderen Buch gleich noch eine schnelle Rezeptidee abgeguckt, die fix aus den frischen Spätzle gezaubert wurde und morgen präsentiert wird.

Die Galuska-Herstellung war doch erstaunlich einfach und relativ schnell! Nur anderthalb Stunden inklusive Abwasch, um aus den …

Galuska-Zutaten

Galuska-Zutaten ...

1,5 kg fertige Galuska herzustellen. Den sehr zähflüssigen Teig herzustellen, war ein Klacks. Zutaten mit den Knethaken des Handmixers verrühren bis alles zähflüssig ist. Allerdings hab ich noch nicht wirklich raus, wie man gleichmäßige Galuska hinkriegt. Wie vielleicht schon auf dem obigen Bild erkennbar ist, produzierte mein Nokkedli-Hobel höchst unterschiedliche Formen:

Galuska diverse Galuska-Formen aus einem Topf

Hat jemand Tipps, wie ich das Endprodukt einheitlich hinbekomme? Ich meine, schmecken tun sie sehr gut! Grandios geradezu! So, wie ich sie von den Tanten aus Ungarn kenne! Aber die Form *kopfschüttel* höchst unbefriedigend!  Egal, das Endergebnis zählt und insgesamt sind acht Portionen bei rumgekommen :) Ha! Davon wurden vier gleich eingefroren. Ich liebe es auf Vorrat zu kochen! Bei der nächsten Produktion wird ein deutsches Rezept ausprobiert.

Galuska (4 Portionen als Beilage)

300 g Mehl
2 Eier
Salz
1 EL Sonnenblumenöl
125 ml Wasser

(1) In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen.
(2) Währenddessen die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Wer mag kann die per Hand tun, hier wurden die Knethaken des Handmixers benutzt.
(3) Den Teig durch ein Spätzlesieb o.ä. in das siedende Salzwasser streichen. Kochen bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen und noch 1 Minütchen länger. Aus dem Wasser holen, in kaltes Wasser legen und abgießen.

Quelle: Peter Meleghy (2006): Ungarisch kochen – Gerichte und ihre Geschichte. Verlag Die Werkstatt

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

Anmerkung: Ich würde immer wieder die doppelte Portion machen und einfrieren, allein schon weil der Teig ziemlich hartnäckig am Geschirr bleibt.

Anmerkung 2: Tut mir leid wegen des unsäglichen Formats des  Galuska-Formen-Photos. Irgendwie ist das zickig …

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