Archiv für den Monat Februar 2009

Aufm Weg nach Ungarn …

bin ich in genau drei Wochen *freufreufreu* Mit dem Zug für erstaunlich wenig Geld … Zu diesem Zeitpunkt  (12:45h) am 21. März sollte sich der Zug in *nachguck* irgendwo kurz nach Passau befinden, sprich kurz vor der deutsch-österreichischen Grenze. Ich freu mich so!!! War seit fast zwei Jahren nicht mehr dort! Werde mit Zwerg zwei hoffentlich schöne Wochen bei der Verwandtschaft verbringen. Werden neue (naja, nicht mehr ganz so neue) Erdenbürger besuchen, viel reden, ich viel übersetzen, alte Freunde besuchen, gut essen, Rezepte von der Familie mitbringen, ein paar Küchenutensilien, die hier nicht zu kriegen sind, kaufen und ein bißchen Tourist spielen :-) Freu mich auch wirklich schon darauf mit Zwerg wieder Zeit zu verbringen, haben uns seit Neujahr nicht gesehen …

Hier schon mal ein kleiner Ausblick, wo wir unsere Zeit verbringen werden:

Nagysáp - zweite Heimat

Nagysáp = zweite Heimat

Im Heimatdorf von Herrn Papa, wo noch ein Großteil der Verwandtschaft lebt,  werden wir die meiste Zeit zu finden sein. Der Rest der Mischpoke ist aber auch nicht so weit weg, alles in erreichbarer Nähe mit dem Bus :-) Wird, wenn wir in drei Wochen da sind, wohl nicht so grün und warm und mit blauem Himmel sein, aber hey. Ich als Botanikerin hoffe mal auf ein paar schöne und/oder seltene Frühblüher auf den umgebenden Trockenrasen, die ich für Vorlesungen oder ähnliches photographieren kann :)

Budapester Parlament im August 2006

Budapester Parlament im August 2006

Auch in Budapest wollen wir ein paar Tage verbringen, weil wir noch nie wirklich Zeit hatten, die Stadt in Ruhe zu erkunden und das lohnt sich bei Budapest wirklich! Es ist eine soo grooßartige Stadt! Wunderschöne Architektur (Jugendstil, hach!), so vielfältig, so lebendig :-) Werde auf alle Fälle genau berichten und für Euch Reiseführer spielen :) Ich hoffe Cousin A. hat Platz für uns beide, Zwerg hat auch schon ein Programm ausgearbeite ohne, dass ich eine Ahnung hätte, was darauf steht. Auf jeden Fall will sie in ein Thermalbad …  Da Zwerg auch ein „Foodie“ ist, sollte die Essensseite ebenfalls nicht zu kurz kommen … Ich bin soo gespannt :) Kann es kaum abwarten!

Abenteuer im Kleinstgarten … (1)

Ich gehe unter die Gärtner! Unter die Kleinstgärtner genauer gesagt. Unglaublich! Hätte ich nie  von mir gedacht! Ihr müsstet mal Frau Mama lachen hören, wenn ich davon erzähle …

Na gut, es ist nicht mein eigener Garten. Es sind nur 40 qm, geteilt mit einer lieben Kollegin, deshalb auch Kleinstgarten ;-)

Ich arbeite ja im Fachbereich Architektur/Stadtplanung/Landschaftsplanung an der Uni und in diesem Gefüge ist auch die Freiraumplanung verankert. In einem derer studentischen Projekte ging es um brachgefallenen Flächen innerhalb der Stadt und wie man diese sinnvoll nutzen könnte. Nun haben sie sich überlegt, dass man die ungenutzte Flächen an einer Friedhofsgärtnerei in Selbsterntegärten umwandeln kann. Selbsterntegärten sind große Flächen auf denen in parallelen Reihen verschiedene Gemüsesorten gesät/gepflanzt werden, die dann quer in kleinere Parzellen geteilt werden, so dass auf jeder Parzelle dieselben Gemüsesorten sind.

Hier in Kassel wurde das Projekt gut  angenommen als es vor drei Jahren begann. Bisher aber hauptsächlich von Leute, die nicht in dem Stadtteil leben, in dem sich die Flächen befinden. Ich nenne  ihn, also meinen jetzigen Heimatstadtteil liebevoll mal „Klein-Ankara“ ;-) Es war eher die etwas gehobene Schicht, die gerne in Naturkostläden einkaufen geht und auf  Bio etc. achtet. Ist ja auch alles nicht verkehrt :) Aber hier im Stadtteil könnten einige Familien leben, für die eine solche Parzelle reizvoll sein könnte, schon rein aus Kostengründen. Man kann sich entweder für eine 80qm- oder 40 qm-Parzelle entscheiden, die dann 140 oder 70 Euro für die Nutzung von Mitte Mai bis Mitte November. Dafür kann man alles Gemüse ernten, dass sich auf dem Flecken Erde wächst, kriegt die Gerätschaften zum Jäten und Grubbern, Wasser etc. gestellt. Finde ich sehr cool! Für 70 Euro 6 Monate lang kostenlos 20 Sorten Gemüse,  da kann man nicht meckern! Es werden auch  nur Biosämereien und -jungpflanzen verwendet, außerdem keine Kunstdünger, Spritzstoffe etc. So Bio wie so ein Stückchen Garten sein kann :) Und wenn es einem doch nicht gefällt, zu stressig ist oder man keine Zeit hat, braucht man im nächsten Jahr ja keine Parzelle mehr zu nehmen.

Das Beste, es ist nur 15 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt, auch kein großer Umweg vom Büro nach Hause, so dass ich nach der Arbeit schnell quer über den Friedhof hintigern kann, ein paar Zutaten fürs Abendessen einsacke  und was leckeres kochen kann :) Ich finde das toll, ein bißchen in der Erde rumbuddeln, frische Radieschen, Zucchini, Bohnen, Erbschen, Möhren ernten :) Es werden auch Gemüsesorten angebaut, die man für den Winter einlagern kann, wie diverse Kohlsorten oder Kartoffeln. Nur das Unkrautjäten muss ich noch üben, bin ja ein bekennender Unkrautfan und habe nicht umsonst meine Diplomarbeit hauptsächlich über Unkräuter  in ungarischen Dörfern geschrieben :-) Gibt da ein paar sehr niedliche Pflanzen, die sehr gerne in Gärten wachsen wie das Knopfkraut und die ich glatt stehen lassen würde *g* Gott, bin ich gespannt wie das wird! Werde Euch definitiv auf dem laufenden halten :)

Höchstselbstgekochter Grünkohl mit Birnen und Kassler

Geschmorter Grünkohl mit angekuschelten Birnen auf dem Teller

Geschmorter Grünkohl mit angekuschelten Birnen auf dem Teller

Trotz der halben ungarischen Gene bin ich von meinem Wesen her viel mehr Norddeutsche als Ungarin. Eher ruhig und zurückhaltend als temperamentvoll und feurig. Haha, das Klischee lässt grüßen *g* Trotzdem kenne ich kaum typisch norddeutsche Gerichte. Die Heimatküchen meiner Eltern sind im Laufe der Zeit verschmolzen, so dass ich kaum sagen kann, was von Frau Mamas Gerichten typisch deutsch oder ungarisch ist. Nach den ganzen ungarischen Rezepten fand ich, es wäre Zeit mal was typisch deutsches, wenn nicht gar norddeutsches auszuprobieren.

Grünkohl hatte ich mir ausgesucht. Eines der typischsten (kann man das steigern?) norddeutschen Gerichte überhaupt. Mein erstes Grünkohlerlebnis war allerdings nicht so prickelnd. Meine Oma (ja, die aus Deutschland, die ungarische wurde „Mama“ genannt) hatte welchen gekocht, mit Birnen und Kassler. Leider hat es mir damals, mit ca. 10-12 Jahren gar nicht geschmeckt. Fand nur die Birnen ganz lecker, aber ich hatte schon immer viel übrig für Birnen. Danach war das Thema erstmal erledigt, auch Frau Mama hat nie Grünkohl gekocht (vielleicht überlegt sie es sich nach diesem Post nochmal *g*). Erst in der Göttinger Mensa hab ich ihn dann nochmal probiert und oh Wunder! erstaunlich köstlich, sogar für Mensaverhältnisse. Seitdem hab ich immer Grünkohl dort gegessen, wenn es ihn gab. Aber irgendwie konnte lecker-manschiger Mensa-Grünkohl nicht das Beste sein, was aus Grünkohl rauszuholen ist. Also selbst ausprobieren. Dabei muss ich gestehen, dass ich nicht mal genau wusste wie Grünkohl als Ganzes aussah (ja, ich bin Biologin, noch genauer Botanikerin und nein, ich muss mich deswegen nicht mit gezüchteten Pflanzenarten auskennen, dafür gibt es Agrarwissenschaftler). Nachdem ich eine Tüte in den Kasseler Markthallen erstanden hatte, wurde er sich genauer betrachtet:

Das komplette Waschbecken ausfüllender roher Grünkohl

Das komplette Waschbecken ausfüllender roher Grünkohl

Interessant … Lustige gekräuselte Blattränder, die Blattflächen mit ledrige Textur, längliche Blätter die wirtelig angeordnet sind, insgesamt sehr derbe Blätter. Auch Freundin U., ebenfalls Botanikerin war ganz angetan! So und was machen wir jetzt damit? Ich würd ja schon gerne mal Omas Rezept ausprobieren, aber weil Frau Mama das nicht hat, hab ich mich im Netz auf die Suche gemacht und wurde bei Chefkoch fündig. Statt der Bratwürste gab es Kassler dazu (bevor jemand fragt, nein es wurde nicht hier erfunden), was, wie mir Wiki verrät, wohl typisch mecklenburgisch ist. Außerdem wird verraten, dass Grünkohl einen hohen Vitamin C-Gehalt hat (yeah, Vitamine!), der auch eine längere Lagerung  übersteht und ursprünglich wohl aus Griechenland stammt. Die Info hat mich jetzt wirklich überrascht! Grünkohl soll auch der Kohl sein, der der Wildform Brassica oleracea am nähsten kommt (ich zitiere mal unnützes Wissen *g*). Hochinteressant!

Also frisch an die Arbeit … und was das für Arbeit war. Erst hochkonzentriertes Putzen und zerrupfen, dann hochkonzentriertes Waschen in eiskaltem Wasser, dass fast gefrorene Finger zur Folge hatte.

Hochkonzentriertes Waschen

Hochkonzentriertes Waschen

Da der Kohl doch wesentlich ausladender war als ich erwartet hätte, musste ich meine beiden größten Töpfe zum Kochen benutzen und  schon da duftete der Kohl phantastisch. Also schnell nach Rezept weitergearbeitet, das Kassler versenkt, mit Birnenspalten verziert und für 40 Minuten in Ruhe schmoren lassen. Dazu gab es dann bei uns Kartoffelbrei, hatte ich schon seit langem Verlangen nach …

Ein wirklich total großartiges Essen! Wieso hab ich mich nur mit Mensa-Grünkohl abgegeben??? Es ist eine Schweinearbeit, ja, aber sie lohnt sich sowas von! Total lecker! Schade, dass sich jetzt die Grünkohlsaison ihrem Ende zuneigt, hab in diversen Blogs noch andere ausprobierenswerte Rezepte erspäht: kurz blanchiert als Salat oder gebacken wie Chips. Hört sich spannend an, ich warte auf den nächsten Winter …

Kurz bevor das Schmoren startet

Kurz bevor das Schmoren startet

Grünkohl mit Birnen und Kassler (4 Portionen)

1 kg Grünkohl
1 große Zwiebel
2 EL Butter
kleiner Schluck  ÖL
Salz
Pfeffer
1 Pimentfrucht, zerstoßen oder gemahlen
2-4 TL Senf
2 Birnen
250 ml Gemüsebrühe

ca. 500 g Kasslerkotelett am Stück
optional: Kochwürste

(1) Den Grünkohl gründlich putzen, waschen und in grobe Stücke zupfen. Zwiebel abziehen und würfeln. Die Birnen waschen und in nicht zu dünne Spalten schneiden.
(2) Einen sehr großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und den Grünkohl darin 20 Minuten  bei mittlerer Hitze kochen. Danach abgießen und abtropfen lassen.
(3) Die Butter in einem großen Topf erhitzen und das Kasslerkotelett darin braun anbraten. Herausnehmen.
(4) Die Zwiebel ins heiße Fett geben und glasig dünsten. Den abgetropften Kohl dazu geben mit Salz, Pfeffer, Piment und Senf würzen. Kurz anschmoren lassen. Die Brühe angießen.
(5) Das Fleisch hinzufügen, ein wenig vergraben. Die Birnen (hier: seehr  reif) einfach obenauf legen. Deckel drauf und 40 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
(6) So ca. 10-15 Minuten vor Ende der Garzeit die Kochwürste zugeben.

Fertig :-)

Dazu: Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei servieren.
Schmeckt aufgewärmt angeblich noch besser.

Quelle: Modifiziert nach Chefkoch-User Schwalbe hier

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Anmerkung: Irgendwie scheine ich eine Vorliebe für geklammerte Sätze und Zwischenrufe zu entwickeln ;-)

Bableves magyarosan – Ungarische Bohnensuppe

Ungarische Bohnensuppe

Ungarische Bohnensuppe

Bevor meine Eltern wieder Richtung Ostseeheimat fuhren, wollte ich noch etwas gutes für sie kochen. Da das Wetter mehr als besch..eiden war, bot sich eine Suppe an. Und weil Herr Papa nicht allzu oft ungarische Suppen kriegt, Frau Mama meint einige essentielle Zubereitungsweisen nicht zu können (was natürlich nicht stimmt, ts!), dachte ich eine schöne Bohnensuppe wäre genau das Richtige.

Ich liebe diese Art Suppe ja mit frischen grünen Buschbohnen, aber weil Winter ist (Nicht mehr lange. Ich rede mir jetzt einfach ein, dass bald der Frühling da ist!), sind diese nicht wirklich oft und frisch zu finden und ich habe zu den getrockneten weißen Böhnchen gegriffen, die im Vorratsschrank ihrer Verwendung harrten. Hab noch nie mit diesen gekocht, aber hey, einmal ist immer das erste Mal. Die Bohnen wurden ordnungsgemäß über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht, was sehr witzig aussah, weil die Bohnen erstmal zusammenschrumpeln, um sich dann wieder auszudehnen. Als Biologin könnte ich jetzt natürlich langwierige Vorträge über Osmose und Diffusion halten *g*

Am nächsten Tag mussten Frau Mama und ich erstmal ausgiebigst recherchieren, wie lange so Böhnchen denn in kochendem Wasser liegen müssen, damit sie weich und genießbar werden, um die weiteren Gemüsezugaben planen zu können. Es hieß in diversen Quellen ca. 1 Stunde. Na denn! Zusätzlich zum Bund Suppengrün haben wir noch eine große Petersilienwurzel und ein Paar Möhren hinzugefügt. Da es keinen zweiten Gang gab, Pfannkuchen/Crepes/Palatschinken/Palacsinta würden sehr gut passen, haben wir noch einige geräucherte Würstchen kurz mitgekocht, die ein nettes Räucheraroma abgeben konnten. Im Gegensatz zur Bohnensuppe von Petras Schwiegeroma werden in meiner Familie Csipetke als Stärkebeilage mitgekocht. Eigentlich ist das nur ein simpler Nudelteig, der in die fast fertige Suppe gezupft wird :-) Höchst essentiell ist die Mehlschwitze mit Paprika, die der Suppe eine gewisse Bindung gibt. Dabei ist nur wichtig zu wissen, dass man die Schwitze nicht zu dick macht, sie sollte ein wenig zähflüssig ein, damit es nicht gleich Klumpen gibt, wenn man sie der Suppe hinzufügt. Ich kippe sie vorsichtig aus meiner kleinen Pfanne in die Suppe und hoffe meist, dass sich jemanden anderes mit mir in der Küche befindet, der gleichzeitig gut rührt :-) Noch ein wenig aufkochen lassen und eigentlich sollten dann etwaige Klümpchen verschwunden sein.

Hat auch echt gut geschmeckt! Eigentlich perfekt, wie wir sie aus Ungarn kennen, meinte Herr Papa. Dann am nächsten Tag rief er an und sagte: „Weißt Du was an Deiner perfekten Bohnensuppe gefehlt hat?“ „Öhm, nein?!?“ „Fokhagyma!“  Übersetzt Knoblauch. Knoblauch??? Aber ja, er hat Recht, mit einer im Ganzen gekochten Knoblauchzehe hätte es noch besser geschmeckt. Nächstes Mal!

Bableves – Ungarische Bohnensuppe (4-6 Portionen, je nach Verwendungszweck)

2 handvoll getrocknete weiße Bohnen, über Nacht in viel Wasser eingeweicht
1 Bund Suppengrün
2 Möhren
1 große Petersilienwurzel
1 Zwiebel
Salz
Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt

optional: vier geräucherte Würstchen oder andere Wurst die gefällt, in Scheiben geschnitten

Für die Mehlschwitze:
neutrales Öl
2-3 TL Paprikapulver edelsüß
Mehl

Für die Csipetke:
100 g Mehl
Salz
1 Ei

(1) Die Bohnen in kaltem Wasser mit dem Lorbeerblatt und einigen Pfefferkörnern aufsetzen und ca. 30 Minuten  bei mittlerer Hitze kochen lassen.
(2) Zwischenzeitlich die restlichen Gemüse putzen, schälen und in grobe, aber relativ gleich große Stücke schneiden. Die Zwiebel ganz lassen. Nach 30 Minuten Kochzeit zu den Bohnen geben, wenn nötig noch Wasser hinzufügen, dass alles bedeckt ist. Alles gut salzen und wieder aufkochen lassen. Danach so lange bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Bohnen gar sind.
(3) Währenddessen für die Csipetke das Mehl mit dem Salz vermischen und mit dem Ei zusammen einen festern Nudelteig kneten. Entweder vorzupfen und auf einem gut bemehlten Tablett zwischenlagern oder kurz bevor das Gemüse gar ist, kleine Teigstückchen vom großen „Klumpen“ abzupfen und direkt in die Suppe geben. Ebenfalls die Würstchen in der fast fertigen Suppe erhitzen.
(4) In einer kleinen Pfanne soviel Öl erhitzen, dass der Boden gut bedeckt ist. Von der heißen Platte nehmen und das Paprikapulver einrühren. Wenn es zu lange großer Hitze ausgesetzt ist, verbrennt es und wird bitter. Dann nach und nach soviel Mehl unterrühren, dass eine zähflüssige Masse  entsteht.Falls es zu dick ist, einfach mit ein wenig kaltem  Wasser wieder verdünnen.
(5) Die Mehlschwitze vorsichtig in die Suppe träufeln. Dabei diese umrühren und noch ca. 5 Minuten kochen lassen.

Sofort servieren! Auch ein wenig Essig ähnlich wie bei Linsensuppe eingerührt schmeckt gut.

Quelle: Eigenes Rezept

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Nummer 22, bitte!

Geile Idee „Number 22 and a beer“ via eat zu Gesicht bekommen. Sehr lustig! Ich werde demnächst mal öfter nach der Nummer 22 Ausschau halten, auch wenn das Bier bei mir fehlen wird ;-) Bin mal gespannt, was da alles zusammen kommt an Gerichten, Landesküchen, Bieren :-)

Sauerkraut-Hack-Auflauf

Sauerkraut-Hack-Auflauf

Sauerkraut-Hack-Auflauf

Mein Körper kämpft mit sich! Es ist Ende des Winters, rein kalendarisch gaaanz kurz vorm Frühling und mein Kopf will Frühling! Er will Grün in den Bäumen, Huflattich, Veilchen und Löwenzahn auf der Wiese, ein laues Lüftchen um die Nase und endlich wieder frisches Gemüse und schöne Farben in der Pfanne und auf dem Teller! Man Restkörper dagegen versteckt sich in mehreren Schichten Klamotten und abends auf dem Sofa unter einer Kuscheldecke mit unzähligen Tassen heißen Tees. Mein Körper schreit auch geradezu nach gehaltvollem, warm bis heißem Essen und gibt sich nicht mit grünem Salat zufrieden (gut, das macht er im Sommer auch nicht *g*).

Als meine Eltern letzte Woche da waren, war meinem Körper wegen eben jenem Endwinter-grau-in-dunkelgrau-mit-Schneefussel-Wetters mal wieder nach sehr herzhaftem Essen. In derselben Zeitschrift wie den großartigen Orangen-Marmorkuchen lachte mich ein Gericht mit Sauerkraut, Hack und Kartoffeln. Alles in einem Auflauf :-) Trotzdem ist es ein wenig aufwändiger, weil eigentlich alle Zutaten vorher noch extra gegart werden müssen.

Aber es lohnt sich: sämiges, gut gewürztes Sauerkraut zu milden Kartoffelscheibchen und knusprigem Hack. Das Rezept ist eigentlich für zwei Personen ausgelegt und wir haben es verdoppelt in meinen zwei kleinen Auflaufformen zubereitet, sicher ist sicher. Es hat aber locker für zwei Tage á drei Portionen gereicht, wäre für zwei Personen viel zu viel und das wo unsere Familie eigentlich aus guten Essern besteht :-) Kann also auch problemlos am nächsten Tag aufgewärmt werden. Eine kleine Änderung wurde von Frau Mama, die das Essen hauptsächlich kochte, am Hack vorgenommen: 2-5 Prisen edelsüßes Paprikapulver ;-) Wozu ist sie seit laaangem mit einem Ungarn verheiratet *g* Sie hat sich auch prompt das Heftchen (und noch einige andere) mitgenommen, um sich die Rezepte abzuschreiben :-) War wirklich ernsthaft lecker! Wird es wieder geben! Hier das Originalrezept, für alle die noch Winteressen brauchen:

Sauerkraut-Hack-Auflauf (2 Portionen, reicht auch locker für 3)

3 Zwiebeln
1 El Butter
500 g Weinsauerkraut
250 ml Sahne
150 ml Brühe
1 Lorbeerblatt
4 Wacholderbeeren
3 El Majoranblättchen
Salz
Pfeffer
1 El Zucker
100 g Sahneschmelzkäse
1 El Öl
250 g gemischtes Hack
400 g gekochte Pellkartoffeln

(1) Die Zwiebel würfeln und die Hälfte der Zwiebeln in der erhitzen Butter glasig andünsten. Das Sauerkraut zufügen und mit Sahne und Brühe ablöschen.  Das Sauerkraut würzen mit dem Lorbeerblatt, Wacholderbeeren, Majoranblättchen, Salz, Pfeffer und Zucker. Den Schmelzkäse löffelweise unterrühren und zugedeckt 15 Minuten schmoren lassen.
(2) Ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen.
(3) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hackfleisch anbraten. Die restlichen Zwiebelwürfel kurz mitbraten und die Hack-Zwiebelmasse gut mit Salz und Pfeffer würzen. Die gepellten Kartoffeln in Scheiben schneiden und dann abwechselnd mit dem Hackfleisch und dem Sauerkraut in einer Auflaufform, ca. 30×15 cm, schichten.
(4) Im heißen Ofen ca. 20 Minuten backen.

Quelle: Essen & TrinkenFür jeden Tag 01/2009

Geschmack: +++
Zutaten: ++
Zeit: +++
Schwierigkeitsgrad: +

Orangen-Marmorkuchen

Flacher MarmorkuchenFlacher Marmorkuchen

Meine Eltern hatten mich die letzten Tage hier in Kassel besucht, nachdem sie ein paar Tage beim kranken Zwerg in der Nähe von Leipzig verbracht haben. Hier wie dort waren Möbeleinkäufe und -aufbauten geplant, damit unsere Wohnungen noch ein wenig heimeliger wirken.  Da sie Dienstagnachmittag hier ankamen, dachte ich, es wäre vielleicht nett, wenn wir gemütlich Kaffee trinken könnten, um dann das große schwedische Möbelhaus unsicher zu machen (nicht, dass ich mittlerweile nicht das Gefühl hätte, dort zu wohnen *g*).  Im Anflug von Inspirationslosigkeit griff ich mir ein beliebiges „Für jeden Tag„-Heftchen aus meinem Schrank und wurde beim ersten Aufschlagen sofort fündig! Ein Marmorkuchen, der mit Orangen verfeinert wurde. Ein Klassiker der deutschen Kaffeeklatschtafeln  und der Jahreszeit angepasst. Die Zutaten bis auf die Zartbitterschokolade sind auch im Haus, aber die kann man ja weglassen, bin eh nicht so der Schoko-Freak (und ja, ich bin definitiv eine Frau *g*).

Moderne Kunst mit Orangenschalen

Moderne Kunst mit Orangenschalen

Eigentlich sollte der Kuchen in einer Kastenform gebacken werden, aber in Ermangelung dieser (Wieso zum Teufel hab ich keine Kastenbackform??? Hab doch sonst soviel Küchenschnickschnack!) hab ich meine Springform mit Königskucheneinsatz (?) genommen. Da ich bei Schnuppschnüss‘ Backschule gut aufgepasst habe, wurde auch wie wahnsinnig gefettet und gemehlt, wodurch sich die Form in eine, der Jahreszeit gemäße, Winterlandschaft verwandelte.

Winterlandschaft in Kuchenform

Winterlandschaft in Kuchenform

Allerdings kam mir die Teigmenge schon beim Herstellen der Grundmasse sehr wenig vor und ich befürchtete, dass meine Form etwas zu groß sein würde, was sich dann auch bewahrheitete. Der fertige Teig bedeckte nicht mal den Boden der Form, so dass ich nicht wirklich Marmorkuchen-like mit der Gabel schicke Muster schwurbeln konnte *grummel* Naja, erstmal das Backen abwarten und das Schätzchen in den Ofen schieben. Etwas kürzer als im Rezept angegeben, da er ja auch etwas flacher ausgefallen ist als eigentlich vorgesehen.

Aber das alles tat dem großartigen Geschmack keinen Abbruch. Vor allem der helle Teig schmeckte wunderbar orangig und, wenn ich nun noch die Teigschichten miteinander verwirbelt hätte, wäre der Geschmack auch bei der Schokoladenseite spürbar gewesen! Auch der Guss aus Puderzucker und Orangensaft war unglaublich lecker, hätte ihn auch ohne Kuchen komplett verdrücken können *g* Diesen Kuchen gab es sicherlich nicht das letzte Mal und er ist noch nach einigen Tagen gut essbar gewesen, also auch was für kleinere Haushalte!

Orangen-Marmorkuchen (1 kleinere Kastenform)

2 Bio-Orangen
50 g Zartbitterschokolade (hier: weggelassen)
250 g Mehl
2 Tl Backpulver
125 g Butter
125 g Zucker
Salz
3 Eier
2 El Kakaopulver
100 g Puderzucker

(1) Orangen waschen, Schale abreiben und Saft auspressen. Die Schokolade hacken. Das Backpulver unter das Mehl mischen.
(2) Die Butter mit dem Zucker und 1 Prise Salz mit dem Handrührer in 8 Minuten* schaumig schlagen. Eier nacheinander unterrühren. Dabei je Ei ca. 30 sec. rühren. Die Mehl-Backpulver-Mischung und 5 EL des Orangensaftes abwechselnd unterrühren.
(3) Ofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen.
(4) Den Teig halbieren. Unter die Hälfte zwei TL der Orangenschale rühren, unter die zweite Teighälfte den Kakao und Schokoladenbröckchen rühren, ebenso 5 EL O-Saft.
(5) Die Teige abwechselnd in eine gefettete (hier: noch gemehlte) Kastenform (20 cm Länge) schichten. Mit Hilfe einer Gabel Marmormuster ziehen, indem man spiralförmig durch die Teigschichten geht.
(6) Im heißen Ofen auf der untersten Schiene 50-55 Minuten backen. Nach 10 Minuten mit einem Messer der Länge nach einschneiden.
(7) Den Kuchen komplett abkühlen lassen, aber erst nach 10 Minuten aus der Form stürzen. Den Puderzucker mit 2-3 EL des Orangensaftes zu einer zähflüssigen Masse verrühren und über dem Kuchen verteilen.

*(Ja, wichtig! Auch wenn ich bei sowas sehr ungeduldig bin.)

Quelle: Essen & Trinken – Für jeden Tag 1/2009

Geschmack: ++++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Tropfender Zuckerguss

Tropfender Zuckerguss

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