Orangen-Marmorkuchen

Flacher MarmorkuchenFlacher Marmorkuchen

Meine Eltern hatten mich die letzten Tage hier in Kassel besucht, nachdem sie ein paar Tage beim kranken Zwerg in der Nähe von Leipzig verbracht haben. Hier wie dort waren Möbeleinkäufe und -aufbauten geplant, damit unsere Wohnungen noch ein wenig heimeliger wirken.  Da sie Dienstagnachmittag hier ankamen, dachte ich, es wäre vielleicht nett, wenn wir gemütlich Kaffee trinken könnten, um dann das große schwedische Möbelhaus unsicher zu machen (nicht, dass ich mittlerweile nicht das Gefühl hätte, dort zu wohnen *g*).  Im Anflug von Inspirationslosigkeit griff ich mir ein beliebiges „Für jeden Tag„-Heftchen aus meinem Schrank und wurde beim ersten Aufschlagen sofort fündig! Ein Marmorkuchen, der mit Orangen verfeinert wurde. Ein Klassiker der deutschen Kaffeeklatschtafeln  und der Jahreszeit angepasst. Die Zutaten bis auf die Zartbitterschokolade sind auch im Haus, aber die kann man ja weglassen, bin eh nicht so der Schoko-Freak (und ja, ich bin definitiv eine Frau *g*).

Moderne Kunst mit Orangenschalen

Moderne Kunst mit Orangenschalen

Eigentlich sollte der Kuchen in einer Kastenform gebacken werden, aber in Ermangelung dieser (Wieso zum Teufel hab ich keine Kastenbackform??? Hab doch sonst soviel Küchenschnickschnack!) hab ich meine Springform mit Königskucheneinsatz (?) genommen. Da ich bei Schnuppschnüss‘ Backschule gut aufgepasst habe, wurde auch wie wahnsinnig gefettet und gemehlt, wodurch sich die Form in eine, der Jahreszeit gemäße, Winterlandschaft verwandelte.

Winterlandschaft in Kuchenform

Winterlandschaft in Kuchenform

Allerdings kam mir die Teigmenge schon beim Herstellen der Grundmasse sehr wenig vor und ich befürchtete, dass meine Form etwas zu groß sein würde, was sich dann auch bewahrheitete. Der fertige Teig bedeckte nicht mal den Boden der Form, so dass ich nicht wirklich Marmorkuchen-like mit der Gabel schicke Muster schwurbeln konnte *grummel* Naja, erstmal das Backen abwarten und das Schätzchen in den Ofen schieben. Etwas kürzer als im Rezept angegeben, da er ja auch etwas flacher ausgefallen ist als eigentlich vorgesehen.

Aber das alles tat dem großartigen Geschmack keinen Abbruch. Vor allem der helle Teig schmeckte wunderbar orangig und, wenn ich nun noch die Teigschichten miteinander verwirbelt hätte, wäre der Geschmack auch bei der Schokoladenseite spürbar gewesen! Auch der Guss aus Puderzucker und Orangensaft war unglaublich lecker, hätte ihn auch ohne Kuchen komplett verdrücken können *g* Diesen Kuchen gab es sicherlich nicht das letzte Mal und er ist noch nach einigen Tagen gut essbar gewesen, also auch was für kleinere Haushalte!

Orangen-Marmorkuchen (1 kleinere Kastenform)

2 Bio-Orangen
50 g Zartbitterschokolade (hier: weggelassen)
250 g Mehl
2 Tl Backpulver
125 g Butter
125 g Zucker
Salz
3 Eier
2 El Kakaopulver
100 g Puderzucker

(1) Orangen waschen, Schale abreiben und Saft auspressen. Die Schokolade hacken. Das Backpulver unter das Mehl mischen.
(2) Die Butter mit dem Zucker und 1 Prise Salz mit dem Handrührer in 8 Minuten* schaumig schlagen. Eier nacheinander unterrühren. Dabei je Ei ca. 30 sec. rühren. Die Mehl-Backpulver-Mischung und 5 EL des Orangensaftes abwechselnd unterrühren.
(3) Ofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen.
(4) Den Teig halbieren. Unter die Hälfte zwei TL der Orangenschale rühren, unter die zweite Teighälfte den Kakao und Schokoladenbröckchen rühren, ebenso 5 EL O-Saft.
(5) Die Teige abwechselnd in eine gefettete (hier: noch gemehlte) Kastenform (20 cm Länge) schichten. Mit Hilfe einer Gabel Marmormuster ziehen, indem man spiralförmig durch die Teigschichten geht.
(6) Im heißen Ofen auf der untersten Schiene 50-55 Minuten backen. Nach 10 Minuten mit einem Messer der Länge nach einschneiden.
(7) Den Kuchen komplett abkühlen lassen, aber erst nach 10 Minuten aus der Form stürzen. Den Puderzucker mit 2-3 EL des Orangensaftes zu einer zähflüssigen Masse verrühren und über dem Kuchen verteilen.

*(Ja, wichtig! Auch wenn ich bei sowas sehr ungeduldig bin.)

Quelle: Essen & Trinken – Für jeden Tag 1/2009

Geschmack: ++++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Tropfender Zuckerguss

Tropfender Zuckerguss

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10 Kommentare zu “Orangen-Marmorkuchen

  1. Eva 15. Februar 2009 um 08:05 Reply

    Marmorkuchen mit Orange verfeinert – das klingt sehr gut; das muss ausprobiert werden!

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  2. Barbara 15. Februar 2009 um 10:21 Reply

    In dieser schwedischen Niederlassung in Kassel (in der ich auch oft bin, zumindest ein HotDog muss sein…) gibt es auch Kastenbackformen. ;-)

    Aber toll, Dein Marmor-Orangenkuchen, ich glaube, den muss ich mal ausprobieren, schmeckt mir bestimmt besser als der Klassiker.

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  3. Petra 15. Februar 2009 um 11:17 Reply

    Klingt nach einer superleckeren Mamorkuchen-Variante und wird meine Herren begeistert sein lassen. Ich auf meiner langen Liste gelandet. Danke und einen schönen Sonntag!

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  4. lamiacucina 15. Februar 2009 um 21:23 Reply

    bei uns gibts nur selten Kuchen, umso lieber und neidvoller schaue ich mir sie auf andern Blogs an.

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  5. Anikó 15. Februar 2009 um 22:07 Reply

    @ Eva: Wäre ja sogar was für Schokoholiker an Deiner Seite :-)

    @ Barbara: Danke für den Tip. Werd mal sehen, ob ich erst wieder zum Schweden komme oder doch Frau Mamas Kastenform abstauben kann *g*

    @Petra: Hoffe doch, dass es auch Deine Herren begeistert. Wofür backen Mamas denn sonst? ;-)

    @lamiacucina: Warum gibt es bei Euch nur selten Kuchen? Jetzt mal abgesehen von Suppen-Diätzeiten …

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  6. peppinella 16. Februar 2009 um 15:47 Reply

    findest du es nicht ein wenig unfair, meine liebe, mir hier so einen kuchen (und dann auch noch tropfenden zuckerguss) zu präsentieren, wo ich doch bald vergehe vor essensgelüsten????

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  7. Anikó 16. Februar 2009 um 17:05 Reply

    @ peppinella: Ich finde Gelüsten sollte man nachgehen :) Vielleicht nicht den ganzen Kuchen als Einzelperson verdrücken, aber so ein schmales Stückchen?

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  8. […] mal wieder nach sehr herzhaftem Essen. In derselben Zeitschrift wie den großartigen Orangen-Marmorkuchen lachte mich ein Gericht mit Sauerkraut, Hack und Kartoffeln. Alles in einem Auflauf :-) Trotzdem […]

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  9. Marie 27. Februar 2009 um 23:10 Reply

    Mmmmh, Puderzucker mit Orangensaft…bestimmt eine tolle Glasur, das probiere ich aus!

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  10. nysa 3. März 2009 um 22:45 Reply

    der ist dir wundervoll gelungen!!! mal ein marmorkuchen mit mehr pepp!!!

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