Archiv für den Tag 25. Februar 2009

Abenteuer im Kleinstgarten … (1)

Ich gehe unter die Gärtner! Unter die Kleinstgärtner genauer gesagt. Unglaublich! Hätte ich nie  von mir gedacht! Ihr müsstet mal Frau Mama lachen hören, wenn ich davon erzähle …

Na gut, es ist nicht mein eigener Garten. Es sind nur 40 qm, geteilt mit einer lieben Kollegin, deshalb auch Kleinstgarten ;-)

Ich arbeite ja im Fachbereich Architektur/Stadtplanung/Landschaftsplanung an der Uni und in diesem Gefüge ist auch die Freiraumplanung verankert. In einem derer studentischen Projekte ging es um brachgefallenen Flächen innerhalb der Stadt und wie man diese sinnvoll nutzen könnte. Nun haben sie sich überlegt, dass man die ungenutzte Flächen an einer Friedhofsgärtnerei in Selbsterntegärten umwandeln kann. Selbsterntegärten sind große Flächen auf denen in parallelen Reihen verschiedene Gemüsesorten gesät/gepflanzt werden, die dann quer in kleinere Parzellen geteilt werden, so dass auf jeder Parzelle dieselben Gemüsesorten sind.

Hier in Kassel wurde das Projekt gut  angenommen als es vor drei Jahren begann. Bisher aber hauptsächlich von Leute, die nicht in dem Stadtteil leben, in dem sich die Flächen befinden. Ich nenne  ihn, also meinen jetzigen Heimatstadtteil liebevoll mal „Klein-Ankara“ ;-) Es war eher die etwas gehobene Schicht, die gerne in Naturkostläden einkaufen geht und auf  Bio etc. achtet. Ist ja auch alles nicht verkehrt :) Aber hier im Stadtteil könnten einige Familien leben, für die eine solche Parzelle reizvoll sein könnte, schon rein aus Kostengründen. Man kann sich entweder für eine 80qm- oder 40 qm-Parzelle entscheiden, die dann 140 oder 70 Euro für die Nutzung von Mitte Mai bis Mitte November. Dafür kann man alles Gemüse ernten, dass sich auf dem Flecken Erde wächst, kriegt die Gerätschaften zum Jäten und Grubbern, Wasser etc. gestellt. Finde ich sehr cool! Für 70 Euro 6 Monate lang kostenlos 20 Sorten Gemüse,  da kann man nicht meckern! Es werden auch  nur Biosämereien und -jungpflanzen verwendet, außerdem keine Kunstdünger, Spritzstoffe etc. So Bio wie so ein Stückchen Garten sein kann :) Und wenn es einem doch nicht gefällt, zu stressig ist oder man keine Zeit hat, braucht man im nächsten Jahr ja keine Parzelle mehr zu nehmen.

Das Beste, es ist nur 15 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt, auch kein großer Umweg vom Büro nach Hause, so dass ich nach der Arbeit schnell quer über den Friedhof hintigern kann, ein paar Zutaten fürs Abendessen einsacke  und was leckeres kochen kann :) Ich finde das toll, ein bißchen in der Erde rumbuddeln, frische Radieschen, Zucchini, Bohnen, Erbschen, Möhren ernten :) Es werden auch Gemüsesorten angebaut, die man für den Winter einlagern kann, wie diverse Kohlsorten oder Kartoffeln. Nur das Unkrautjäten muss ich noch üben, bin ja ein bekennender Unkrautfan und habe nicht umsonst meine Diplomarbeit hauptsächlich über Unkräuter  in ungarischen Dörfern geschrieben :-) Gibt da ein paar sehr niedliche Pflanzen, die sehr gerne in Gärten wachsen wie das Knopfkraut und die ich glatt stehen lassen würde *g* Gott, bin ich gespannt wie das wird! Werde Euch definitiv auf dem laufenden halten :)

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