Abenteuer im Kleinstgarten … (1)

Ich gehe unter die Gärtner! Unter die Kleinstgärtner genauer gesagt. Unglaublich! Hätte ich nie  von mir gedacht! Ihr müsstet mal Frau Mama lachen hören, wenn ich davon erzähle …

Na gut, es ist nicht mein eigener Garten. Es sind nur 40 qm, geteilt mit einer lieben Kollegin, deshalb auch Kleinstgarten ;-)

Ich arbeite ja im Fachbereich Architektur/Stadtplanung/Landschaftsplanung an der Uni und in diesem Gefüge ist auch die Freiraumplanung verankert. In einem derer studentischen Projekte ging es um brachgefallenen Flächen innerhalb der Stadt und wie man diese sinnvoll nutzen könnte. Nun haben sie sich überlegt, dass man die ungenutzte Flächen an einer Friedhofsgärtnerei in Selbsterntegärten umwandeln kann. Selbsterntegärten sind große Flächen auf denen in parallelen Reihen verschiedene Gemüsesorten gesät/gepflanzt werden, die dann quer in kleinere Parzellen geteilt werden, so dass auf jeder Parzelle dieselben Gemüsesorten sind.

Hier in Kassel wurde das Projekt gut  angenommen als es vor drei Jahren begann. Bisher aber hauptsächlich von Leute, die nicht in dem Stadtteil leben, in dem sich die Flächen befinden. Ich nenne  ihn, also meinen jetzigen Heimatstadtteil liebevoll mal „Klein-Ankara“ ;-) Es war eher die etwas gehobene Schicht, die gerne in Naturkostläden einkaufen geht und auf  Bio etc. achtet. Ist ja auch alles nicht verkehrt :) Aber hier im Stadtteil könnten einige Familien leben, für die eine solche Parzelle reizvoll sein könnte, schon rein aus Kostengründen. Man kann sich entweder für eine 80qm- oder 40 qm-Parzelle entscheiden, die dann 140 oder 70 Euro für die Nutzung von Mitte Mai bis Mitte November. Dafür kann man alles Gemüse ernten, dass sich auf dem Flecken Erde wächst, kriegt die Gerätschaften zum Jäten und Grubbern, Wasser etc. gestellt. Finde ich sehr cool! Für 70 Euro 6 Monate lang kostenlos 20 Sorten Gemüse,  da kann man nicht meckern! Es werden auch  nur Biosämereien und -jungpflanzen verwendet, außerdem keine Kunstdünger, Spritzstoffe etc. So Bio wie so ein Stückchen Garten sein kann :) Und wenn es einem doch nicht gefällt, zu stressig ist oder man keine Zeit hat, braucht man im nächsten Jahr ja keine Parzelle mehr zu nehmen.

Das Beste, es ist nur 15 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt, auch kein großer Umweg vom Büro nach Hause, so dass ich nach der Arbeit schnell quer über den Friedhof hintigern kann, ein paar Zutaten fürs Abendessen einsacke  und was leckeres kochen kann :) Ich finde das toll, ein bißchen in der Erde rumbuddeln, frische Radieschen, Zucchini, Bohnen, Erbschen, Möhren ernten :) Es werden auch Gemüsesorten angebaut, die man für den Winter einlagern kann, wie diverse Kohlsorten oder Kartoffeln. Nur das Unkrautjäten muss ich noch üben, bin ja ein bekennender Unkrautfan und habe nicht umsonst meine Diplomarbeit hauptsächlich über Unkräuter  in ungarischen Dörfern geschrieben :-) Gibt da ein paar sehr niedliche Pflanzen, die sehr gerne in Gärten wachsen wie das Knopfkraut und die ich glatt stehen lassen würde *g* Gott, bin ich gespannt wie das wird! Werde Euch definitiv auf dem laufenden halten :)

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14 Kommentare zu “Abenteuer im Kleinstgarten … (1)

  1. Sivie 25. Februar 2009 um 19:25 Reply

    Gratuliere zu deiner Landwirtschaft und wünsche dir dann, wenn’s soweit ist, viel Erfolg bei der Ernte.

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    • Anikó 25. Februar 2009 um 20:59 Reply

      *kicher* Landwirtschaft, wenn Du die Größe sehen könntest :) Aber freu mich da wirklich drauf. Hoffe ich rupfe nicht gleich als erstes irgendwelche junge Gemüsepflänzchen wieder aus ;)

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  2. kochschlampe 25. Februar 2009 um 20:59 Reply

    Ich will auch bei sowas mitmachen. Ich liebe es, in der Erde rumzuwühlen und eigenen Kram zu ernten.
    Auch wenn ich mir eine Wohnung mit eigenem Kleinstgarten ausgesucht habe, darf ich leider nicht den kompletten Rasen umgraben und einen Bauerngarten daraus machen. Was ich lieber täte.

    Mal sehen, was sich machen lässt…

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    • Anikó 25. Februar 2009 um 21:05 Reply

      In welcher der drei genannten Städte wohnst? HH? Da wird es sowas doch wohl geben … Geht es nicht mal einen schmalen Streifen des Rasens als Beet zu benutzen? Vielleicht dekoratives Gemüse anpflanzen wie Mangold, damit es nicht gleich auffällt ;-)

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  3. Wienermaedel 25. Februar 2009 um 22:21 Reply

    Das ist ein schöner Trend, gibt es im Süden von Wien auch, wir haben diese Anlage einmal besucht, um dort einen Kurs über Kompost-Aufbreitung zu machen. Wir haben viele glückliche Großstadtmenschen dort kennengelernt.

    Bin neugierig auf weitere Berichte.

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  4. Eva 25. Februar 2009 um 22:29 Reply

    Du überraschst mich immer mehr….finde ich toll, dass du auch noch unter die Gärtner gegangen bist :-)

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  5. Anikó 26. Februar 2009 um 10:06 Reply

    @ Wienermädel: Ich glaube die Kasseler, hier gibt es schon mehrere Projekte dieser Art, haben es aus Wien übernommen :)

    @ Eva: Hätt man mir das vor ein paar Jahren gesagt, dass ich sowas amchen werde, ich hätte die Person ausgelacht … Aber jetzt freu ich mich drauf! Auch wenn es nur Minimalsgärtnern ist, die ganze Vorarbeit im kalten Frühjahr wird uns ja abgenommen *g*

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  6. kochschlampe 26. Februar 2009 um 14:10 Reply

    ;-)

    Ich bin die Berliner Dependance des Kochschlampenblogs. Und ja, ein kleiner Rand lässt sich sicher einrichten auch im heimatlichen Garten einrichten, aber ich fürchte halt, dass eine komplette Umgestaltung nicht gehen wird.
    Tomaten, Kräuter und Erdbeeren sind auf jeden Fall schon fest eingeplant.

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    • Anikó 26. Februar 2009 um 20:56 Reply

      Auf Tomaten hoffe ich auch sehr! Hab hier leider nur einen winzig kleinen Ostbalkon, weiß nicht wieviel Sonne die abkriegen würden und Erdbeeren werd ich mir höchstwahrscheinlich auch auf den Balkon hängen, weil mehrjährige Sachen werden dort leider nicht angepflanzt … Aber Tomaten, Erdbeeren und Kräuter hören sich doch nach einem guten Anfang an, viell kann man das ja nach und nach erweitern ohne dass es groß auffällt *g*

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  7. ktichenroach 27. Februar 2009 um 18:56 Reply

    Ich bin letztes Jahr unter die Gaertner gegangen und es ist ziemlich „interessant“ die Ernte-Ergebnisse zu sehen. Es macht einen Riesenspass!

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  8. kochschlampe 28. Februar 2009 um 20:31 Reply

    :-)

    Ich habe heute subversiv mit Brombeersträuchern zur Verschönerung des Zauns angefangen. Ich habe allerdings nicht die geringste Ahnung, wie lange es dauert, bis sich da Obst ernten lässt. Im Zweifel habe ich eine gute Tat für meinen eventuellen Nachmieter getan.

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    • Anikó 28. Februar 2009 um 20:56 Reply

      Ich sag ja, das Essen den Nachbarn als Dekoration verkaufen *g* Hmm, das weiß ich auch nicht, ob es dieses Jahr schon was wird mit Ernte … Vielleicht hast Du ja Glück und es zeigen sich im Juni/Juli schon Blüten und da sie selbstbefruchtend sind, sollte es dann klappen mit den Früchtchen :) Eine kostenlose Brombeerquelle sollte ich hier auch noch ausmachen, aber das Zeug wächst ja wie doof meistens an Wegrändern etc. Lohnt sich doch manchmal Botanikerin zu sein ;-)

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  9. lamiacucina 6. März 2009 um 17:16 Reply

    Interessant, bin gespannt wie Du mit den kleinen Mitessern fertig wirst.

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  10. Anikó 6. März 2009 um 18:29 Reply

    @ lamiacucina: Du meinst Blattläuse, Schnecken und ähnliches Gesocks? Frau Mama ist versierte Gärtnerin, sie hat hoffentlich ein paar Tips dann :) Und ansonsten lass ich die kleinen Mitesser einfach mitessen, wozu bin ich Biologin *g*

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