Archiv für den Monat März 2009

Auf auf und davon …

Reiseproviant

Reiseproviant

Morgen ist es soweit! Ab 8:26h werde ich für ca. 10,5 Stunden in diversen Zügen (na gut, nur drei) verbringen und Richtung Ungarn düsen! Die Wohnung ist ordentlich, die zu gießenden pflanzlichen Mitbewohner sind  auf dem Wohnzimmerfensterbrett zum Begossen werden versammelt, Abwasch ist erledigt. Meine Klamotten, von denen ich wahrscheinlich eh nur die Hälfte anziehe *seufz*, sind gepackt. Der Lesestoff* ist auch strategisch günstig in Koffer, Reisetasche, Rucksack und Umhängetasche verstaut. Und bevor sich jemand wundert, warum ich so viele Gepäckstücke mit mir rumschleppen werde, es ist natürlich nicht alles voll! Ich habe noch Platz gelassen für die geplanten Mitbringsel wie Kochbücher, Geschirr, Kochutensilien. Mal sehen was ich alles ergattern kann und noch mit zurück schleppen kann *g*

Lesefutter

Lesefutter

Auch der Reiseproviant ist schon vorbereitet und wartet im Kühlschrank. Ich denke fünf belegte Brötchen, zwei hartgekochte Eier, Möhren/Paprika/Tomaten, 2 Joghurt und 1,5 l angeblich orangig schmeckendes Wasser sollten doch reichen, oder? Und ja, es werden wirklich keine Süßigkeiten mitgenommen. Bin da sehr familiär vorgeprägt. Immer wenn wir als Familie mit dem Auto nach Ungarn gefahren sind (immerhin 1100 km an einem Tag), hat Frau Mama 1 kg Mohrrüben geschält und geschnitten, die dann zwischendurch geknabbert wurden. Möhren sind bei mir seitdem untrennbar mit langen Reisen verbunden :) Jetzt bitte auch kein Mitleid, ich mag lange Fahrten, bin es seit frühester Kindheit gewohnt und liebe es durch die Gegend gefahren zu werden und einfach aus dem Fenster zu gucken und die Landschaft zu genießen :-) Freue mich wirklich auf die Fahrt!

So lange Rede … Ich werd dann mal ins Bett und mich für die nächsten zwei Wochen verabschieden. Tut nichts, was ich nicht auch tun würde ;-) Ich hoffe, ich kann danach viel Erzählen und ein bisschen Reklame für mein zweites zu Hause machen *ggg*

* Falls es jemand nicht erkennt, ich nehme mit: Ilja Trojanow „Der Weltensammler“, Walter Moers „Die Stadt der träumenden Bücher“ (kenn ich schon, ist aber sooo super, dass ich es nochmal lesen werden *g*), Rafik Schami „Die dunkle Seite der Liebe“ und David Safier „Jesus liebt mich“. Außerdem noch einige GEO-Hefte und ein klitzeklein bißchen Fachliteratur *schäm*

Hähnchen Stroganoff

Hähnchen á la Stroganoff

Hähnchen á la Stroganoff

Es gibt so Klassiker der Küche, die jeder mal probiert haben sollte. Dazu zähle ich auch Bœuf Stroganoff, dass ich aber noch nie mit Rinderfilet gegessen habe. Einmal, als ich ca. 16 Jahre alt war, hatte ich es in einem Restaurant bestellt, in dem wir Zwergs Geburtstag feiern wollten. Es war ein schöner Abend, nettes Hotelrestaurant am Meer, mein Teller kam, ich freute mich schon und mein Kreislauf versagte :-/ Mir brach der kalte Schweiß aus und wurde schwarz vor Augen, so dass wir schleunigst wieder nach Hause gefahren sind. Wie doof! Natürlich hatte die Kellnerin Angst, dass es am Essen lag, was es aber definitiv nicht war, hatte ja noch nicht einen Bissen gegessen *grummel* Gott, hab ich mich geärgert! Naja …

Ich fand die Idee, eingelegte Gurken mit saurer Sahne und Fleisch in einem Gericht zu kombinieren trotz allem noch sehr ansprechend. Da kam mir das Rezept der ungarischen TV-Köchin Judit Stahl (Vorsicht, Seite ist auf ungarisch!) ganz recht. Ein schnelles Rezept, in dem das edle Rinderfilet durch Hähnchenbrustfilet ausgetauscht wird und so alltagstauglich wird. Die arbeitende Bevölkerung hat bei diesem Rezept auch keine Ausrede, es nicht auszuprobieren, weil es wirklich innerhalb einer halben Stunde auf dem Tisch stehen kann (ich gucke jetzt mal scharf in Richtung der arbeitenden Freundinnen, Lieblingstante und Eltern *g*).

Heraus kommt ein wunderbar zartes Hähnchenfleisch, das perfekt harmoniert mit den knackigen Gurken und Pilzen. Und ich liebe einfach die saure Sahne in der Sauce, müssen wohl meine ungarischen Gene sein ;-)

So, und wieso heißt es gerade „Bœuf Stroganoff“? Friedrich Holländer, ein deutscher Komponist und Musikdichter, hat da seine eigene Theorie in Liedform entwickelt, deren Interpretation von Tim Fischer einfach genial ist, wie ich finde! Einfach mal auf den Link nach dem Doppelpunkt klicken, auf den Text achten und sich königlich amüsieren: „Stroganoff“ (leider habe ich kein youtube-Video gefunden :-( Auch visuell ist Tim Fischer ein Erlebnis!)

Csirke sztroganoff-módra – Hähnchen Stroganoff-Art

Zutaten für 2 Portionen:
1 Bund Frühlingszwiebeln
150 g Waldpilze (hier: langweilige Champignons *seufz*)
300 g Hähnchenbrustfilet
Salz, Pfeffer
1 EL Mehl
2 EL Butter
2 EL Öl
100 ml saure Sahne
100 ml Sahne
1/2 TL gekörnter Senf
1-2 eingelegte Gurken

(1) Frühlingszwiebeln in Ringe, Pilze in schmale Streifen und Hähnchenbrustfilet in 5 cm lange Streifen schneiden.
(2) Das Fleisch salzen, pfeffern und mit dem Mehl bestäuben. In einer etwas tieferen Pfanne bei mittlerer Hitze je 1 EL Butter und Öl erhitzen. Hitze hochschalten und das Fleisch in 2 Portionen 2 Minuten braten und wieder herausnehmen. Abgedeckt mit Alufolie zur Seite stellen.
(3) Die restliche Butter und Öl in die Pfanne geben und die Frühlingszwiebeln langsam andünsten. Die Pilze zufügen und auf mittlerer Hitze weich werden lassen.
(4) In der Zwischenzeit in einer Schüssel die saure Sahne mit der Sahne und dem Senf gut verrühren. Die eingelegten Gurken in Ringe schneiden.
(5) Die Sahnemischung über die Pilze gießen. Die Gurkenscheiben und angebratenen Hähnchenstreifen dazu geben und nochmals 5 Minuten köcheln lassen.

Dazu: Reis, Pasta oder frisches Weißbrot

Quelle: Gyorsan valamit finomat! (Übersetzt „Schnell was leckeres!“)

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Anmerkung: Auch eingefroren und wieder aufgetaut, schmeckt es noch.

Türkischer Kekstest (1): Himbeer-Cheesecake

Türkische Cheesecake-Kekse

Türkische Cheesecake-Kekse

Nicht nur meine Wohnung, auch die Universität liegt im Stadtteil „Klein-Ankara“, was zur Folge hat, dass es hier wahnsinnig viele türkische Läden/Supermärkte gibt. Großartigst! Lauter frische und typisch türkische Zutaten (die haben immer frische Minze *schwärm*). Auch auf dem Campus gibt einen kleinen türkischen Laden der Backwaren wie Börek oder Sesamkringel und eine ziemlich große Auswahl an türkischen Keksen vertreibt :-))) Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht diese Kekssorten durchzutesten. Ich weiß, ein großes Opfer von mir ;-)

Als erstes habe ich mir eine Packung ausgesucht, auf der groß ein dickes Stück mehrschichtiger Quarktorte mit Himbeeren aufgemalt ist. Scheint eindeutig zu sein, auch wenn die Beschriftung auf türkisch ist, oder? Es liegen insgesamt 10 Kekse in dieser schick lila-glänzenden Packung.

Verschlossene Packung Kekse

Verschlossene Packung Kekse

Es sind sehr mürbe Doppelkekschen (bitte als Verniedlichung lesen) mit Loch, die mit einer hellen Creme gefüllt sind. Im Loch befindet sich ein kleiner rosa Klecks, der offensichtlich den Himbeeranteil darstellt. Also so richtig nach Käsekuchen schmecken sie nicht, aber trotz der Minimalstmenge an Himbeer, ist doch eine fruchtige Note spürbar (wahrscheinlich Aromen).  Für meinen Geschmack auch nicht zu süß, türkische Süßigkeiten neigen ja öfters zur Komplettüberzuckerung …

Ich fand sie ganz lecker. Auf einer Skala von 1-10, wobei 1 das Ungenießbarste und 10 das Wohlschmeckendste darstellt, geb ich diesen Keksen eine 7. Machen sich gut zu einem schwarzen Tee oder ähnlichem. Ich bin gespannt, was sich türkische Keksfabrikanten noch so an Sorten ausgedacht haben :-)

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Immerzu Mensa halte ich nicht aus, wird irgendwann langweilig und auf lange Sicht würde ich Gefahr laufen, mich nur noch von Pommes + Beilage zu ernähren. Da ich keine Portionen nur für mich alleine kochen kann und Kartoffelsalat, ähnlich wie Suppen, erst in Familienportionen schmeckt, habe ich gleich soviel gekocht, dass es für unsere  dezimierte Freitagsbesetzung im Büro reichte.

Kartoffelsalat mache ich meistens nach Frau Mamas Rezept, die ihn wie meine deutsche Oma zubereitet (kenne Kartoffelsalat in Ungarn gar nicht), nur etwas „ungarisiert“ ;-) Da wir so gar keine Mayonnaise-Familie sind, es nie waren und in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden, muss etwas anderes her, um dem Salat etwas Geschmeidigkeit zu verleihen. Das Mittel der Wahl ist bei uns immer saure Sahne vermischt mit edelsüßem Paprikapulver. Gibt dem Salat eine nette säuerliche Note und macht ihn nicht so schwer. Für mich ist das ein typisches Samstagsgericht, nach dem Frühstück kochen, ziehen lassen und währenddessen den Haushalt und was sonst noch ansteht erledigen.

Ich liebe diesen Salat sehr und brauche eigentlich nicht viel mehr zum Mittagessen, vielleicht ein gekochtes Ei oder Würstchen dazu. So einfach kriegt man mich glücklich :-)

Kartoffelsalat á la Frau Mama

(4 Portionen)

16 mittelgroße Kartoffeln, vorzugsweise festkochend
1 Zwiebel
1 Apfel
3-4 Gewürzgurken
Sud der Gewürzgurken
Salz, Pfeffer
nach Belieben: Schinkenspeck, gewürfelt
hartgekochtes Ei, gewürfelt

100-200 ml saure Sahne
2-4 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Die Kartoffeln in der Schale gar kochen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel abziehen und fein würfeln, den Apfel ohne Kerngehäuse ebenfalls würfeln und dasselbe mit den Gewürzgurken machen. Alles in eine große Schüssel geben. Wenn gewünscht den gewürfelten Schinkenspeck und/oder Ei zugeben.
(3) Die gegarten Kartoffeln abgießen und kurz abkühlen lassen. Die Kartoffeln noch heiß pellen und je nach Größe entweder halbiert oder ganz in Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben.
(4) Gut salzen und pfeffern. Kartoffeln brauchen einiges an Salz! Ca. 50-100 ml des Gewürzgurkensuds durch ein feines Haarsieb über den Salat gießen. Vorsichtig durchrühren. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
(5) Die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren, dass es schön rosa aussieht. Unter den Kartoffelsalat heben. Vorsichtig vorgehen, damit die Kartoffeln nicht zu sehr zerfallen.

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zutaten: +
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Impro-Kochen: Spanisches Hoppelpoppel

Spanisches Hoppelpoppel

Spanisches Hoppelpoppel

Hoppelpoppel ist ein lustiges Wort, oder? Nachdem es letzte Woche in der Mensa ein Gericht mit diesem Namen gab, musste ich erstmal recherchieren. Wikipedia gab (mal wieder) die Antwort: ein Berliner Gericht, bei dem Kartoffel- und Bratenreste zusammen mit Eiern und Sahne gebraten werden.  Hmm, Bratkartoffeln mit Ei? Kommt mir doch sehr bekannt vor … Ist bei uns in der Familie eigentlich Standard bei Bratkartoffeln, sprich wir haben schon immer Hoppelpoppel gegessen *g* Es ist ein perfektes Resteessen nach der Arbeit, falls man zu viele Kartoffeln am Vortag gekocht hat.

Ich hatte noch ein paar Kartoffeln vom Essen mit den Kollegen übrig, die dann gleich mit mit ein paar Scheiben Chorizo, daher das „Spanische Hoppelpoppel“ *g* und Eiern verarbeitet wurden. Dazu den übrig gebliebenen Gurkensalat. Großartiges, einfaches, schnelles Essen, genau richtig für den Feierabend. Man hat auch soviele Variationsmöglichkeiten, egal ob man noch einen Rest Schinken hat oder Braten vom Wochenende oder ganz ohne tierische Anteile kann ich es mir vorstellen. Die Gewürze können ebenfalls variiert werden wie man will, der eine mag Kümmel, der andere Majoran lieber, noch ein anderer mag lieber in die italienische oder indische Richtung gehen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Leider ist es mal wieder kein sonderlich ansehnliches Essen *seufz*

Hoppelpoppel-Grundlage

Hoppelpoppel-Grundlage

Spanisches Hoppelpoppel (1 Portion)

2-4 gekochte Kartoffeln vom Vortag (je nach Hunger)
1 Zwiebel
3-5 Scheiben Chorizo
2 Eier
Salz und Pfeffer

(1) Die Zwiebel würfeln, die Chorizoscheiben ebenfalls grob würfeln. Die Kartoffeln in etwas dickere Scheiben schneiden.
(2) Die Chorizo in einer Pfanne auslassen. Ein wenig Olivenöl hinzufügen und die Zwiebeln zugeben. Bei mittlerer Hitze glasig werden lassen. Aus der Pfanne nehmen.
(3) Hitze hochschalten und die Kartoffeln, wenn möglich einlagig in die Pfanne geben. So lange braten bis sie angebräunt sind. Das kann ein wenig dauern. Nicht ungeduldig werden! Dann die Zwiebel-Chorizo-Mischung wieder zugeben. Kurz weiter braten lassen.
(4) Die Eier in die Pfanne schlagen und so lange garen bis sie den gewünschten Stockungsgrad erreicht haben. Gut salzen und pfeffern.

Dazu: Gewürzgurken, Gurkensalat, gemischter Salat, Weißkohlsalat, Blattsalate, …

Geschmack: +++
Zeit: +
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

Hoppelpoppel plus Gurkensalat

Hoppelpoppel plus Gurkensalat

Perfektes Essen bei Kiefermuskelkater – Caldho verde

Caldho Verde im Sonnenschein

Caldho Verde im Sonnenschein

Was hab ich fiesen Muskelkater im Kiefer *seufz*… Jetzt wird sich der ein oder andere fragen: Was macht die denn bitte den lieben langen Tag in der Uni, dass sie fast Kieferkrämpfe kriegt??? Heute hatte ich meine erste Weiterbildung an der Uni, die sich Sprechtechnik für Vortragende“ nannte , also für alle war, die vor vielen Menschen viel bis lange erzählen müssen. Es handelt sich um ein zweitägiges Seminar, bei dem es um die Punkte Atemtechnik, Artikulation, Tongebung und Redegestaltung geht. Heute wurden uns Übungen gezeigt, wie wir richtig, unauffällig ausatmen können, damit unsere Stimmen nicht fiepsig-hoch und hektisch klingen („Suppe kalt pusten“) oder wie wir durch eine kurze Atemübung wieder etwas munterer werden („Drei große Stumpfkerzen auspusten“). Auch Artikulation wurde behandelt, was besonders für mich als Norddeutsche wichtig ist, wir verschlucken ja doch ganz gerne Endungen und nuscheln uns was zurecht. Ich sach nur „Norddeutsch sprechn“! Wir haben die berühmten drei Chinesen* mit sämtlichen Buchstaben durchexerziert. Hauptsächlich mit dem Buchstaben „a“, damit wir unsere Münder ja weit genug aufkriegen. Das fühlt sich mal echt seltsam an, den Mund soweit aufzureißen. Auch wurden Goethe-Gedichte völlig übertrieben-langgezogen rezitiert oder zeilenweise mit einem Korken im Mund nachgesprochen. Ich glaube bei einigermaßen regelmäßigem Üben (ich muss dringendst meine Selbstdisziplin irgendwo wieder ausgraben) bringt es einem wirklich was … Naja, jedenfalls bei so viel Stimmtraining tut mir jetzt meine Kiefermuskulatur weh. Hab ich ja auch eher selten *ggg* …

Um wieder auf Essen zu kommen (Betreibe schließlich einen Food-Blog *g*). Heute Abend war jedenfalls kein großes Kauen mehr drin. Gott war ich glücklich, dass ich am Sonnabend eine sehr köstliche, portugiesische Wirsingsuppe, genannt Caldho verde, gekocht hatte, deren Rest ich heute nur noch aufwärmen musste. Angelacht hatte mich das Rezept schon lange aus dem „Spezialitäten aus aller Welt„-Buch. Es ist eine Wirsingsuppe mit Kartoffeln und Chorizo und sollte gerade bei diesem fiesiglichen Schmuddelwetter gut tun (dass dann auch noch die Reste halfen bei Kieferkater ist ein zusätzlicher Bonus *g*). Besonders wichtig scheint zu sein, dass der Wirsing sehr fein geschnitten wird. Aber ich denke für original-portugiesische Küche, ist eh Fräulein Nysa zuständig. Deshalb keine weiteren Halbwahrheiten, die ich eh nur aus dem Internet zusammen klauen kann :-) Die Suppe war eigentlich echt fix gekocht, also auch was für den Feierabend. Zuerst war ich skeptisch bei der Menge an Knoblauch, die da reinkommt und hätte beinahe das Olivenöl am Ende vergessen, aber die beiden Zutaten machen wirklich einen Unterschied aus. Und gerade das Olivenöl gibt der erdigen Suppe nochmal einen fruchtigen Geschmack. So lange noch Saison für deftige Suppen ist, ausprobieren!
Ach ja, dies wird auch mein Beitrag zum Wirsing-Kochevent beim Gärtner-Blog ausgerichtet von Barbara, da ich ja nur noch knapp anderthalb Wochen in Deutschland bin und nicht mehr Zeit habe, viele neue Wirsinggerichte auszutesten ;-) Danach endlich Urlaub in der zweiten Heimat *freufreufreu*

Wirsing

Caldho Verde

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
4 Knoblauchzehen
1,25 l Gemüsebrühe
500 g Wirsing oder Wirsing mit Grünkohl gemischt
200 g Chorizo
1/2 Bund Koriandergrün (hier: Petersilie)
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl

(1) Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen abziehen und fein hacken. Beides zusammen mit der Brühe aufkochen und ca. 10 Minuten bei schwacher Hitze kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
(2) Zwischenzeitlich den Kohl putzen und in sehr feine dünne Streifen schneiden. Die Chorizo häuten und in feine Scheiben schneiden. Koriander waschen, vorsichtig trocknen und sehr fein hacken.
(3)  Die Kartoffeln dann mit einem Kartoffelstampfer in der Suppe zerdrücken bis sie sämig ist. Die Kohlstreifen und Chorizo untermischen und alles nochmals 10 Minuten garen lassen. Der Kohl sollte weich sein. Den Koriander unterrühren. Gut mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(4) Auf den Tellern verteilen und jeden Teller mit 1 EL Olivenöl beträufeln.

Dazu: frisches Weißbrot

Quelle: Hess R., SchnharlC., Szwillus M. (2004): Spezialitäten aus aller Welt. Gräfe und Unzer Verlag, München.

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

*Falls jemand die drei Chinesen nicht kennen sollte. Ein altes Kinderlied bzw. -spruch, das bei uns früher gerne auf langen Autofahrten gesungen wurde: „Drei Chinesen mit nem Kontrabass, die saßen auf der Straße und erzählten sich was. Da kam die Polizei und sagt: ‚Was ist denn das?‘ ‚Drei Chinesen mit nem Kontrabass‘ “ Und nachdem man es so gesungen, mit nur einem Vokal durchsingen bspw. mit dem „a“ „Dra Chanasan mat dam Kantrabass, saßan auf dar Straßa …“ usw. Und das dann für jeden Vokal oder Diphthong wie „ei“. So kann man kleine Kinder auch beschäftigen, zumindet Zwerg und mich.

Ungarisches Einstandsessen

Geschenke, Geschenke, Geschenke ;-)

Geschenke, Geschenke, Geschenke ;-)

Seit gut drei Monaten arbeite ich jetzt hier an der Uni und fast ebenso lange wohne ich hier in Kassel. Da dachte ich, es wird mal Zeit meine Kollegen zu einem netten Abendessen einzuladen, um sich auch mal außerhalb der Uni kennen zulernen. Nach einigem Hin- und Herzirkeln haben wir tatsächlich einen Termin gefunden, der allen gepasst hat. Und es sind tatsächlich alle gekommen! Ich habe mich so gefreut!!

Und sie haben Geschenke mitgebracht, ich war ja total baff! Damit habe ich ja gar nicht gerechnet *rotwerd* Unsere lieben TAs P. und A. haben mir klassischerweise Brot und Salz (aus der Göttinger Pfannensaline, total großartiges Salz!) zum Einzug mitgebracht und dazu noch Pfefferminztee (*yummie*) und einen neuen pflanzlichen Mitbewohner :-) Ich kannte zwar den Brauch von Brot und Salz zum Einzug, aber weder habe ich es bisher bekommen noch wusste ich was es genau damit auf sich hat. Aber sie haben mir von der Homepage des „Museums der Brotkultur“ in Ulm ausgedruckt, wieso man Salz und Brot verschenkt. So gelten Salz und Brot als die Urspeisen der Menschheit, denen seit frühester Zeit in fast allen Kulturkreisen magische Eigenschaften zugesprochen wurden. Brot wurde als kraftspendender Stoff geschätzt (Kohlehydrate „rulen“!) und das Salz wurde vor allem wegen seiner konservierenden Wirkung verehrt. Gemeinsam galten sie den Menschen damals als sichere Abwehrmittel gegen üble Zauber und Verwünschungen. Brot und Salz gelten als Zeichen der Güte und Gastfreundschaft. Brot und Salz mit einem Mitmenschen zu teilen, hieß ihn zu einem verbindenden Mahl zu laden und seine Freundschaft anzustreben. Wenn man heuzutage zum Einzug Brot und Salz verschenkt, soll es dem neuen Bewohner Reichtum, Fruchtbarkeit und Gesundheit bescheren. Na dann! Ich bin gespannt *g* Außerdem bekam ich zwei Flaschen Weine geschenkt, Schokolade und einen Korkenzieher … Ha! Jetzt kann ich Wein endlich mal nach Geschmack kaufen und kann mein bisheriges Hauptkriterium „Drehverschluss“ außer Acht lassen ;-) Danke nochmals an alle für Eure lieben Geschenke!!! Habe mich wirklich gefreut!

Es war das erste Mal, dass ich so viele Leute (naja, immerhin 7) gleichzeitig verköstigen durfte in meiner Wohnung. Erforderte ein wenig Möbelrücken im Wohnzimmer mit P.s Hilfe, aber wir haben doch alle sieben ohne größere Probleme an den Esstisch gepasst. Geplant hatte ich einen ungarischen Abend (haha, was auch sonst anderes *g*) klassischerweise mit Gulasch. Gulasch lässt sich super vorbereiten, schmeckt aufgewärmt sogar noch besser, also perfektes Essen für so eine Gelegenheit (v.a. wenn man als Gastgeber so unerfahren ist wie ich). Weil ich sowieso zwei Töpfe benutzen musste, hab ich auch gleich zwei verschiedene Gulaschs angesetzt, einmal original ungarische Form und dann wie Frau Mama es zubereitet. Im ungarischen Gulasch (oder auch Pörkölt) wird das Fleisch nicht angebraten, sondern gleich zu den angebratenen und paprizierten Zwiebeln gegeben und im eigenen Saft geschmort. Wenn Frau Mama Gulasch macht, wird das Fleisch portionsweise scharf angebraten, um ein paar Röstaromen zu kriegen und dann zusammen mit Pilzen und Zwiebeln geschmort. Gemein haben die beiden Gulaschs das verfeinern mit saurer Sahne am Ende. Dazu gab es Salzkartoffeln und selbstgemacht Galuska (oder Nokedli oder Spätzle oder Knöpfle, wie man sie auch nennen will *g*) und als typische Salatbeilage ungarischen Gurkensalat (uborkasalát sprich uborkaschalahta). Als Dessert hab ich noch fix ungarische Palacsinta (oder Palatschinken oder Crepes oder Pfannkuchen, wie man sie auch nennen will *g*) gebacken, die sich dann jeder mit Quark, Kakao, Zimt-Zucker oder Marmelade füllen konnte wie er wollte. Es hat (hoffe ich) allen geschmeckt, zumindest ist kaum etwas übrig geblieben. Leider hab ich keine Photos gemacht, so dass ich  die Menübestandteile nochmal einzeln kochen werde, so dass ich der geneigten Leserschaft ein paar nette Photos und Rezepte präsentieren kann :)

Einzig den letzten Rest vom Gurkensalat konnte ich am nächsten Tag ablichten, so dass dieser Beitrag nicht gänzlich ohne Rezept auskommen soll. Und danke nochmal an meine Kollegen für diesen tollen Abend, ich hatte wirklich viel Spaß!

Uborkasalata magyarosan - Ungarischer Gurkensalat

Uborkasalata magyarosan - Ungarischer Gurkensalat

Uborkasaláta magyarosan – Ungarischer Gurkensalat (4 Personen als Beilage)

2 Salatgurken
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
5 TL Zucker
Essigessenz 25%ig
ca. 50-100 ml saure Sahne (nach Geschmack)
1 -2 TL edelsüßes Paprikapulver

(1) Die Gurken schälen und in dünnen Scheiben in eine Schüssel hobeln. Die Knoblauchzehe abziehen und kreuzweise einschneiden, aber nicht durchschneiden. Als ganze Zehe unter den Gurkenscheiben verstecken. Gut salzen und pfeffern.
(2) Für das Dressing in einer großen Tasse, die ca. 250 ml Inhalt fasst, den Zucker geben. Soviel Essigessenz darauf gießen, dass der Zucker die Essenz aufgesaugt hat und sich zähflüssig bewegt. Mit kaltem Wasser auffüllen bis die Tasse voll ist. So lange rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zu den Gurkenscheiben gießen.
(3) Mindestens 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Knoblauchzehe herausfischen.
(4) Zum servieren die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren und unter den Salat mischen.

Passt gut zu Gulasch, Paniertem, anderen Schmorgerichten oder wo man einen frischen, säuerlichen Salat braucht.

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zeit: ++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: +

Küchenchaos am Abend

Küchenchaos am Abend

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