Archiv für den Monat März 2009

Auf auf und davon …

Reiseproviant

Reiseproviant

Morgen ist es soweit! Ab 8:26h werde ich für ca. 10,5 Stunden in diversen Zügen (na gut, nur drei) verbringen und Richtung Ungarn düsen! Die Wohnung ist ordentlich, die zu gießenden pflanzlichen Mitbewohner sind  auf dem Wohnzimmerfensterbrett zum Begossen werden versammelt, Abwasch ist erledigt. Meine Klamotten, von denen ich wahrscheinlich eh nur die Hälfte anziehe *seufz*, sind gepackt. Der Lesestoff* ist auch strategisch günstig in Koffer, Reisetasche, Rucksack und Umhängetasche verstaut. Und bevor sich jemand wundert, warum ich so viele Gepäckstücke mit mir rumschleppen werde, es ist natürlich nicht alles voll! Ich habe noch Platz gelassen für die geplanten Mitbringsel wie Kochbücher, Geschirr, Kochutensilien. Mal sehen was ich alles ergattern kann und noch mit zurück schleppen kann *g*

Lesefutter

Lesefutter

Auch der Reiseproviant ist schon vorbereitet und wartet im Kühlschrank. Ich denke fünf belegte Brötchen, zwei hartgekochte Eier, Möhren/Paprika/Tomaten, 2 Joghurt und 1,5 l angeblich orangig schmeckendes Wasser sollten doch reichen, oder? Und ja, es werden wirklich keine Süßigkeiten mitgenommen. Bin da sehr familiär vorgeprägt. Immer wenn wir als Familie mit dem Auto nach Ungarn gefahren sind (immerhin 1100 km an einem Tag), hat Frau Mama 1 kg Mohrrüben geschält und geschnitten, die dann zwischendurch geknabbert wurden. Möhren sind bei mir seitdem untrennbar mit langen Reisen verbunden :) Jetzt bitte auch kein Mitleid, ich mag lange Fahrten, bin es seit frühester Kindheit gewohnt und liebe es durch die Gegend gefahren zu werden und einfach aus dem Fenster zu gucken und die Landschaft zu genießen :-) Freue mich wirklich auf die Fahrt!

So lange Rede … Ich werd dann mal ins Bett und mich für die nächsten zwei Wochen verabschieden. Tut nichts, was ich nicht auch tun würde ;-) Ich hoffe, ich kann danach viel Erzählen und ein bisschen Reklame für mein zweites zu Hause machen *ggg*

* Falls es jemand nicht erkennt, ich nehme mit: Ilja Trojanow „Der Weltensammler“, Walter Moers „Die Stadt der träumenden Bücher“ (kenn ich schon, ist aber sooo super, dass ich es nochmal lesen werden *g*), Rafik Schami „Die dunkle Seite der Liebe“ und David Safier „Jesus liebt mich“. Außerdem noch einige GEO-Hefte und ein klitzeklein bißchen Fachliteratur *schäm*

Hähnchen Stroganoff

Hähnchen á la Stroganoff

Hähnchen á la Stroganoff

Es gibt so Klassiker der Küche, die jeder mal probiert haben sollte. Dazu zähle ich auch Bœuf Stroganoff, dass ich aber noch nie mit Rinderfilet gegessen habe. Einmal, als ich ca. 16 Jahre alt war, hatte ich es in einem Restaurant bestellt, in dem wir Zwergs Geburtstag feiern wollten. Es war ein schöner Abend, nettes Hotelrestaurant am Meer, mein Teller kam, ich freute mich schon und mein Kreislauf versagte :-/ Mir brach der kalte Schweiß aus und wurde schwarz vor Augen, so dass wir schleunigst wieder nach Hause gefahren sind. Wie doof! Natürlich hatte die Kellnerin Angst, dass es am Essen lag, was es aber definitiv nicht war, hatte ja noch nicht einen Bissen gegessen *grummel* Gott, hab ich mich geärgert! Naja …

Ich fand die Idee, eingelegte Gurken mit saurer Sahne und Fleisch in einem Gericht zu kombinieren trotz allem noch sehr ansprechend. Da kam mir das Rezept der ungarischen TV-Köchin Judit Stahl (Vorsicht, Seite ist auf ungarisch!) ganz recht. Ein schnelles Rezept, in dem das edle Rinderfilet durch Hähnchenbrustfilet ausgetauscht wird und so alltagstauglich wird. Die arbeitende Bevölkerung hat bei diesem Rezept auch keine Ausrede, es nicht auszuprobieren, weil es wirklich innerhalb einer halben Stunde auf dem Tisch stehen kann (ich gucke jetzt mal scharf in Richtung der arbeitenden Freundinnen, Lieblingstante und Eltern *g*).

Heraus kommt ein wunderbar zartes Hähnchenfleisch, das perfekt harmoniert mit den knackigen Gurken und Pilzen. Und ich liebe einfach die saure Sahne in der Sauce, müssen wohl meine ungarischen Gene sein ;-)

So, und wieso heißt es gerade „Bœuf Stroganoff“? Friedrich Holländer, ein deutscher Komponist und Musikdichter, hat da seine eigene Theorie in Liedform entwickelt, deren Interpretation von Tim Fischer einfach genial ist, wie ich finde! Einfach mal auf den Link nach dem Doppelpunkt klicken, auf den Text achten und sich königlich amüsieren: „Stroganoff“ (leider habe ich kein youtube-Video gefunden :-( Auch visuell ist Tim Fischer ein Erlebnis!)

Csirke sztroganoff-módra – Hähnchen Stroganoff-Art

Zutaten für 2 Portionen:
1 Bund Frühlingszwiebeln
150 g Waldpilze (hier: langweilige Champignons *seufz*)
300 g Hähnchenbrustfilet
Salz, Pfeffer
1 EL Mehl
2 EL Butter
2 EL Öl
100 ml saure Sahne
100 ml Sahne
1/2 TL gekörnter Senf
1-2 eingelegte Gurken

(1) Frühlingszwiebeln in Ringe, Pilze in schmale Streifen und Hähnchenbrustfilet in 5 cm lange Streifen schneiden.
(2) Das Fleisch salzen, pfeffern und mit dem Mehl bestäuben. In einer etwas tieferen Pfanne bei mittlerer Hitze je 1 EL Butter und Öl erhitzen. Hitze hochschalten und das Fleisch in 2 Portionen 2 Minuten braten und wieder herausnehmen. Abgedeckt mit Alufolie zur Seite stellen.
(3) Die restliche Butter und Öl in die Pfanne geben und die Frühlingszwiebeln langsam andünsten. Die Pilze zufügen und auf mittlerer Hitze weich werden lassen.
(4) In der Zwischenzeit in einer Schüssel die saure Sahne mit der Sahne und dem Senf gut verrühren. Die eingelegten Gurken in Ringe schneiden.
(5) Die Sahnemischung über die Pilze gießen. Die Gurkenscheiben und angebratenen Hähnchenstreifen dazu geben und nochmals 5 Minuten köcheln lassen.

Dazu: Reis, Pasta oder frisches Weißbrot

Quelle: Gyorsan valamit finomat! (Übersetzt „Schnell was leckeres!“)

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Anmerkung: Auch eingefroren und wieder aufgetaut, schmeckt es noch.

Türkischer Kekstest (1): Himbeer-Cheesecake

Türkische Cheesecake-Kekse

Türkische Cheesecake-Kekse

Nicht nur meine Wohnung, auch die Universität liegt im Stadtteil „Klein-Ankara“, was zur Folge hat, dass es hier wahnsinnig viele türkische Läden/Supermärkte gibt. Großartigst! Lauter frische und typisch türkische Zutaten (die haben immer frische Minze *schwärm*). Auch auf dem Campus gibt einen kleinen türkischen Laden der Backwaren wie Börek oder Sesamkringel und eine ziemlich große Auswahl an türkischen Keksen vertreibt :-))) Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht diese Kekssorten durchzutesten. Ich weiß, ein großes Opfer von mir ;-)

Als erstes habe ich mir eine Packung ausgesucht, auf der groß ein dickes Stück mehrschichtiger Quarktorte mit Himbeeren aufgemalt ist. Scheint eindeutig zu sein, auch wenn die Beschriftung auf türkisch ist, oder? Es liegen insgesamt 10 Kekse in dieser schick lila-glänzenden Packung.

Verschlossene Packung Kekse

Verschlossene Packung Kekse

Es sind sehr mürbe Doppelkekschen (bitte als Verniedlichung lesen) mit Loch, die mit einer hellen Creme gefüllt sind. Im Loch befindet sich ein kleiner rosa Klecks, der offensichtlich den Himbeeranteil darstellt. Also so richtig nach Käsekuchen schmecken sie nicht, aber trotz der Minimalstmenge an Himbeer, ist doch eine fruchtige Note spürbar (wahrscheinlich Aromen).  Für meinen Geschmack auch nicht zu süß, türkische Süßigkeiten neigen ja öfters zur Komplettüberzuckerung …

Ich fand sie ganz lecker. Auf einer Skala von 1-10, wobei 1 das Ungenießbarste und 10 das Wohlschmeckendste darstellt, geb ich diesen Keksen eine 7. Machen sich gut zu einem schwarzen Tee oder ähnlichem. Ich bin gespannt, was sich türkische Keksfabrikanten noch so an Sorten ausgedacht haben :-)

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Immerzu Mensa halte ich nicht aus, wird irgendwann langweilig und auf lange Sicht würde ich Gefahr laufen, mich nur noch von Pommes + Beilage zu ernähren. Da ich keine Portionen nur für mich alleine kochen kann und Kartoffelsalat, ähnlich wie Suppen, erst in Familienportionen schmeckt, habe ich gleich soviel gekocht, dass es für unsere  dezimierte Freitagsbesetzung im Büro reichte.

Kartoffelsalat mache ich meistens nach Frau Mamas Rezept, die ihn wie meine deutsche Oma zubereitet (kenne Kartoffelsalat in Ungarn gar nicht), nur etwas „ungarisiert“ ;-) Da wir so gar keine Mayonnaise-Familie sind, es nie waren und in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden, muss etwas anderes her, um dem Salat etwas Geschmeidigkeit zu verleihen. Das Mittel der Wahl ist bei uns immer saure Sahne vermischt mit edelsüßem Paprikapulver. Gibt dem Salat eine nette säuerliche Note und macht ihn nicht so schwer. Für mich ist das ein typisches Samstagsgericht, nach dem Frühstück kochen, ziehen lassen und währenddessen den Haushalt und was sonst noch ansteht erledigen.

Ich liebe diesen Salat sehr und brauche eigentlich nicht viel mehr zum Mittagessen, vielleicht ein gekochtes Ei oder Würstchen dazu. So einfach kriegt man mich glücklich :-)

Kartoffelsalat á la Frau Mama

(4 Portionen)

16 mittelgroße Kartoffeln, vorzugsweise festkochend
1 Zwiebel
1 Apfel
3-4 Gewürzgurken
Sud der Gewürzgurken
Salz, Pfeffer
nach Belieben: Schinkenspeck, gewürfelt
hartgekochtes Ei, gewürfelt

100-200 ml saure Sahne
2-4 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Die Kartoffeln in der Schale gar kochen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel abziehen und fein würfeln, den Apfel ohne Kerngehäuse ebenfalls würfeln und dasselbe mit den Gewürzgurken machen. Alles in eine große Schüssel geben. Wenn gewünscht den gewürfelten Schinkenspeck und/oder Ei zugeben.
(3) Die gegarten Kartoffeln abgießen und kurz abkühlen lassen. Die Kartoffeln noch heiß pellen und je nach Größe entweder halbiert oder ganz in Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben.
(4) Gut salzen und pfeffern. Kartoffeln brauchen einiges an Salz! Ca. 50-100 ml des Gewürzgurkensuds durch ein feines Haarsieb über den Salat gießen. Vorsichtig durchrühren. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
(5) Die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren, dass es schön rosa aussieht. Unter den Kartoffelsalat heben. Vorsichtig vorgehen, damit die Kartoffeln nicht zu sehr zerfallen.

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zutaten: +
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: +

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