Archiv für den Tag 15. April 2009

Büro-Alternativen: Pikante Möhrencreme

Pikante Möhrencreme

Pikante Möhrencreme

Endlich wieder Alltag! Das mag für den ein oder anderen befremdlich klingen, aber ich freu mich wieder auf die Arbeit, auf die Studenten, auf die Vegetationsperiode mit ihren Herausforderungen speziell für mich :-) Ostern haben wir in Eilenburg bei Zwerg verbracht, mit einem Ausflug ins Amazonien-Panometer von Asisi. Sehr cool! Ein 360°-Bild das einen Ausschnitt des amazonischen Regenwald zeigt mit seinen größeren und kleineren Viechern, den Urwaldriesen und kleinen aufsitzenden Epiphyten wie Bromelien. Innerhalb von 15 Minuten wird mit Hilfe einiger Scheinwerfer ein Tag mit Sonnenaufgang, Mittagszeit und gewittriger Nacht erschaffen (höchstfaszinierend für einen ehemaligen Theater-Lichtknopfdrücker wie mich). Wenn die vielen Menschen nicht gewesen wäre, man hätte glatt den Eindruck haben können, im tropischen Regenwald zu sein (und bevor jemand schnippisch sagt „Gibt doch nur tropischen Regenwald?!“ Nein! Es gibt Regenwald auch in den gemäßigten Breiten z.B. Westküste Nordamerikas zwischen nördlichem Kalifornien und British-Columbia. So, Botanik-Klugscheiß-Modus abgestellt *g*). Es lohnt sich wirklich das mal in Ruhe anzugucken. Aber Leipzig als Gesamtstadt lohnt sich eh! Kulinarisch gab es über die Feiertage nichts wirklich besonderes! Keine großartig-komplizierte Lammbraten oder ähnliches, es musste transportabel sein, einfach und schnell gehen. So gab es das, wie sich langsam herauskristallisiert Familien-Feiertagsessen mit Hühnerbrühe und als zweiten Gang Hühnerfrikassee (wird ein andern mal verbloggt).

Jetzt ist hier wieder Alltag, im eigenen Haushalt, mit der eigenen Küche und liegt wieder an mir zu kochen und putzen :-) Nachdem ich fast 3 Wochen lang nicht gekocht habe, wurden es gestern Abend gleich drei Sachen auf einmal *g* Eine normale kleine Grundlagen-Gemüsebrühe, ein Rezept aus einem der Ungarn-Mitbringselbüchern (im entsprechenden Bild das hintere linke Buch), worüber aber in Bälde auch noch berichtet wird und eben diese pikante Möhrencreme, die ich fürs Büro als Brotaufstrich wollte. Sie hatte mich schon seit langem aus dem „Vegetarian Basics“-Buch angelacht und da ich Mensa eh weiter meiden will, bot es sich förmlich an! In der Mittagspause wurde schnell im türkischen Supermarkt fast gegenüber vom Büro eingekauft, so dass der Großkochaktion nichts mehr im Wege stand.

Diese Möhrencreme ist total einfach zu machen und schmeckt wirklich großartig, so überhaupt nicht nach Babybrei! Ich habe nur kleine Abwandlungen vorgenommen, statt der grünen Oliven schwarze genommen (die waren da und wollten dringend verbraucht werden) und eine scharfe ungarische Paprikapaste (sog. Piros Arany, Variante csipös=scharf) anstatt des geforderten Harissas. Eigentlich sollte die Creme zum Schluss noch mit einer Sesam-Salz-Mischung bestreut werden, aber da ich Angst hatte, dass diese Mischung ranzig wird und ich die Creme gestern Abend beim besten Willen nicht mehr verbrauchen konnte, hab ich es mir gespart!
Es ist eine toll-sämige Creme, die sehr pikant (mir fast zu scharf) schmeckt und durch die Zwiebeln und Oliven eine interessante Note bekommt, dabei aber nicht vordergründig nach Oliven schmeckt. Auch der lieben P., die drei Zimmer weiter sitzt und angeblich keine Oliven mag, hat es sehr gut geschmeckt :-) Wirklich großartige Alternative zum ordinären Käse- oder Wurstbrot! Oder auch als Dip zum kalten Abendessen oder als Vorspeisedip oder zum Grillen als Beilage
Hier nun das Originalrezept:

Pikante Möhrencreme

Zutaten für 4 Portionen

400 g Möhren
normales Salz
50 g grüne Oliven (hier: schwarze Oliven)
2 Frühlingszwiebeln
1 TL Harissa (hier: ungarisches „Piros Arany“ csipös)
1 EL Zitronensaft
20 g Sesamsamen
2 TL grobes Salz

(1) Möhren schälen und grob würfeln. In etwa 1cm hoch stehendem Salzwasser zum Kochen bringen (nein, sie sollen nicht schwimmen). Deckel auflegen und bei geringer Hitze 10-12 Minuten weich kochen lassen.
(2) Kerne aus den Oliven holen und die Frühlingszwiebeln putzen und zusammen mit den Oliven fein hacken. Möhren abtropfen und leicht abkühlen lassen. Fein pürieren, mit der Oliven-Zwiebelmischung, dem Harissa und Zitronensaft mischen. Mit Salz würzen.
(3) Den Sesam in einer trockenen Pfanne unter Rühren rösten, bis er anfängt zu hüpfen. Aus der Pfanne nehmen und grobes Salz hineingeben. Ebenfalls rösten, so 1-2 Minuten. Zusammen mit dem Sesam mit Pürierstab oder Blitzhacker grob durchmixen.
Wenn die Möhrencreme auf dem Brot ist mit dem Sesamsalz würzen.

Dazu: knuspriges Mischbrot oder Fladenbrot

Quelle: Vegetarian Basics

Geschmack: ++++
Zeit: +
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

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