Archiv für den Tag 26. April 2009

Fözelék: Burgonyafözelék – Kartoffelgemüse

Burgonyafözelek - Kartoffelgemüse

Burgonyafözelek - Kartoffelgemüse

Kartoffelgemüse … das mag jetzt einigermaßen unaufregend klingen, ist es aber nicht. Fözeléks (das ‚z‘ wie ein stimmhaftes ’s‘ aussprechen und das ‚ö‘ ziemlich lang) sind ein typischer, aber in der Restwelt weitgehend unbekannter Bestandteil der ungarischen Küche. Oftmals werden sie als Eintopf übersetzt, was aber nicht meiner Definition eines Eintopfes entspricht, da ein Fözelék (meist) nur eine Gemüsesorte als Hauptzutat hat und das Gemüse samt der Flüssigkeit in der es gekocht wurde, gebunden wird. Meist erfolgt dies mit einer Mehlschwitze oder mit saurer Sahne, in die Mehl gerührt wurde. Fözeléks kann man mit allem möglichen machen: Kartoffeln, Erbsen, Wirsing, Kürbis/Zucchini, Bohnen (frisch, getrocknet), Linsen, Spinat … Ich liebe dieses Zeug einfach! Sogar, dass von den meisten Ungarn verschmähte Tökfözelék (mit Kürbis) *g* Sie sind schnell zu kochen, gesund, billig, man kann saisongerecht kochen, hat wenig Abwasch. Perfekt für gestresste Mütter und andere Arbeitstiere ;-) Einfach eine Scheibe frisches Brot dazu und/oder fleischige Beilage, wie Würstchen, Klopse, Reste vom Braten etc. Muss man aber natürlich nicht, ist also auch perfekt für Vegetarier.

Ich hatte das Gefühl, dass Fözeléks in Ungarn längere Zeit ziemlich verpöhnt waren. Kenne auch in meiner Familie ein paar, die sowas im Leben nicht essen würden. Es setzen sich in letzter Zeit aber immer mehr ungarische Köche dafür ein, dass diese Tradition nicht vergessen wird und geben den Fözeléks einen modernen Touch. So habe ich in einem Judit Stahl-Buch ein schönes Rezept für ein Zucchini-Fözelék gefunden und auch ungarische Foodblogger lassen diese Gerichte nicht Vergessenheit geraten, wie Zsófi von Chili & Vanilia, die letztens ein wunderschönes Kohlrabi-Fözelék veröffentlichte , dass gänzlich ohne Mehl auskommt und einfach grandios aussieht! Es tut sich also was  :-) Und damit die Fözeléks auch mal außerhalb Ungarns (sprich deutschsprachiger Raum *g*) bekannt werden, möchte ich einfach gesondert ein paar im Laufe der Zeit vorstellen. Hoffe sie werden so bekannter, denn die ungarische Küche besteht wirklich nicht nur aus Gulasch, Fischsuppe und Palatschinken ;-) Vielleicht kocht ja der ein oder andere wirklich mal eins nach und berichtet darüber?

Heute habe ich mal ein Kartoffel-Fözelék (ungarisch bäuerlich „krumpli“, offizieller „burgonya“) gemacht. Zum einen weil ich Kartoffeln mag und es mal wieder gerne essen würde, zum anderen weil mein Magen bei Kartoffeln am Wenigsten rumzickt. Ich habe ein wenig in meinen ungarischen Kochbüchern und im Internet gestöbert und mir mein Rezept aus den verschiedenen zusammen gestellt. Eigentlich ist es supersimpel, die Clous sind nur der Schluck Milch, die zum Kochwasser gegeben wird, die Lorbeerblätter, die ein tolles Aroma abgeben und das Bisschen Essig am Schluss. Den Essig bitte nicht vergessen, sonst schmeckt es wirklich fade! Es hat wirklich großartig geschmeckt, ich war ein wenig überrascht, dass es auf Anhieb so gut geklappt hat ;-) Wird ins Repertoire aufgenommen und wohl öfters geben :-) Dazu hatte ich mir ein paar Streifen Hähnchenbrustfilet gebraten, aber können wie erwähnt auch weggelassen werden.

Burgonyafözelék – Kartoffelgemüse

Zutaten für 2 Portionen:

4 große Kartoffeln (vorwiegend festkochend oder festkochend)
1 kleinere Zwiebel
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
neutrales Öl
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
ca. 150 – 200 ml Milch
1,5 TL Mehl
ca. 100 g saure Sahne
ca. 1-2 TL Weißweinessig (wieviel je nach Geschmack)

(1) Kartoffeln schälen, in ca. 0,5-1 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel abziehen und fein würfeln.
(2) In einem Topf einen Schluck Öl erhitzen und die Zwiebelwürfelchen glasig anschwitzen. Den Topf von der Flamme nehmen und das Paprikapulver einrühren. Es darf nicht verbrennen, sonst wird der Paprika bitter. Wieder zurück auf die Flamme mit der Zwiebel-Paprikapulver-Mischung und die Kartoffeln hinzufügen. Die Milch zugießen und mit soviel Wasser auffüllen, dass man das Wasser sieht, die Kartoffeln aber nicht bedeckt sind. Gut salzen, pfeffern und die Lorbeerblätter hinzufügen.
(3) Aufkochen lassen und dann so lange bei mittlerer Hitze kochen lassen bis die Kartoffeln gar sind.
(4) Zwischendurch die saure Sahne mit dem Mehl klümpchenfrei verrühren.
(5) Wenn die Kartoffeln gar sind, die saure Sahne-Mehl-Mischung unterrühren, wenige Minütchen kochen lassen. Zum Schluss das Gemüse mit dem Essig abschmecken.

Dazu: Klopse/Frikadellen/Buletten/Fleischpflanzerl,  gebratene Hähnchenbruststreifen

Quelle: aus diversen Rezepten selbst gebastelt

Geschmack: +++
Zeit: +
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: +

Buntes Pilzdach an Buchenstumpf

Buntes Pilzdach an Buchenstumpf

Falls noch jemanden interessiert wie die Exkursion lief? Es war großartig! Ich bzw. wir (Chefs und meine Wenigkeit) hatten wirklich viel Spaß! Und ich glaube die meisten der Studenten (Gott, letztes Jahr stand ich auch noch auf deren Seite *g*) fanden es interessant und waren froh, dass sie mal nicht nur im Hörsaal sitzen mussten. Wie wollen die Jungs und Mädels Landschaftsarchitekten oder Landschaftsplaner werden, wenn sie im gesamten Studium kaum bis keine Landschaften sehen *g* Ich werde dann wahrscheinlich auch ein wenig über die restlichen Exkursionen berichten, weil wir zu wirklich schönen Ecken Mitteldeutschlands fahren :-) Wenn jemand mehr Infos zu den Buchenwäldern haben will, die wir gezeigt haben, bin für alle Fragen offen. Kenn‘ mich jetzt aus ;-)

Mittagspause am sonnigen Waldrand

Mittagspause am sonnigen Waldrand

Nach der Exkursion (wir waren wirklich 9 Stunden unterwegs) sind Chef und ich noch in ein uninahes Café gegangen, um die Exkursion ausklingen zu lassen und weil die Uni ja auch in „Klein-Ankara“ liegt, gab es auch nette türkische Spezialitäten. Ich bin ja experimentierfreudig, also hab ich auf gut Glück etwas namens „Gözleme“ bestellt, gefüllt mit Spinat und Schafskäse. Gekommen ist ein flacher Brotfladen, der eben gefüllt war, in der Mitte zusammengeklappt und auf einem bestimmten Eisen gebacken wurde. Dazu gereicht wurden ein Joghurt-Kräuter-Dip und ein milder Paprika-Aubergine-Dip. Total lecker, aber habe ich es leider nicht vertragen :-( Mist! Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es sowas gibt und werde es dann mal nachbasteln, wenn der Magen nicht mehr rumzickt. Das Bild ist dann auch eher eine Erinnerung an mich ;-)

Gözleme mit Spinat und Schafskäse

Gözleme mit Spinat und Schafskäse

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