Archiv für den Monat April 2009

Rezeptnotiz an mich: Grießbrei

  • Auf 100 ml Milch einen schwach gehäuften Esslöffel Weichweizengrieß nehmen.
  • GEDULD haben! Das wird schon mit etwas rühren!

Süßer Reisauflauf

Süßer Reisauflauf mit Schokosauce

Süßer Reisauflauf mit Schokosauce

Nachdem ich letzte Woche von einem für Kinder ungeeigneten Möhrenbrei berichtet habe, ernähre ich mich derzeit von kleinkindgerechter Nahrung, weil ich von irgendwoher ganz fiese Magenschmerzen bekommen habe (ich tippe und hoffe mal auf meine reizbare Magenschleimhaut) :-/ Dabei hatte ich so schön eingekauft fürs Wochenende. Es sollte Hessische Grüne Sauce geben und irgendwas mit Löwenzahn, dann noch frischen Salat mit kleinem Kohlrabi, Mairübchen, Tomaten usw. *seufz* Ich glaube, ich sollte die Kräuter wenigstens einfrieren, oder? Wie am Besten? Kleinhacken und wie sie sind in einen Gefrierbeutel geben? Hat da jemand Tipps?
Auch wollte ich mit den Kollegen gestern auf Vorexkursion in den Göttinger Wald gehen, damit wir ausklabüstern können, was wir den Studenten nächsten Freitag auf der Exkursion zeigen wollen. Und dabei sollten vielleicht doch noch ein paar Bärlauchblättchen in eine Plastetüte wandern. Aber naja, sollte halt nicht sein … Dafür stelle ich mich gleich meiner größten Kleinkindessenherausforderung: Grießbrei. Muss jedesmal wieder nach dem Rezept im Netz suchen, furchtbar! Dabei möchte ich doch nur sämigen, nicht zu festen Grießbrei, aber habe meistens nicht genug Geduld dafür. Mal sehen wie es gleich wird …

Anstelle der oben erwähnten Gerichte gibt es heute mal ein Rezept, das schon länger auf Halde lag: süßer Reisauflauf. Kennengelernt habe ich das Gericht bei I., der lieben Frau von Cousin Z. aus Ungarn, die es sehr gerne für ihre drei Männer als zweiten Gang nach der obligatorischen Suppe kocht. Ich wollte es schon lange mal nachkochen, aber mir fehlte irgendwie ein Rezept. Das änderte sich, als Zwerg letzte Weihnachten das „Frau am Herd„-Kochbuch von Sarah Wiener  geschenkt bekommen hatte und ich erfreulicherweise dort das Rezept erspähte und sofort abschrieb. Der Auflauf dauert zwar ein bisschen, aber es lohnt. Schmeckt genauso wie bei I., also ernstlich lecker! Frau Wiener empfiehlt Apfelmus dazu, ich habe lieber einen Apfel mit unter den gekochten Milchreis gemischt (so ein paar Alibivitamine *g*) und dazu eine Schokoladensauce aus, Schande über mich *g*, Puddingpulver gemacht :-) Ich habe gleich die 4 Portionen-Menge gekocht und den Rest portionsweise eingefroren. Um die eingefrorenen Portionen zu vertilgen, wurden sie einfach gefroren aus dem Tiefkühler direkt in die Mikrowelle getan und einige Minuten (eher 2-5 als 10-20) erwärmt. Perfekt für den kleinen Hunger am Nachmittag oder Abend, wenn man so gar keine Lust auf in der Küche stehen hat :-) Da mein Vorrat aber erschöpft, muss ich wohl demnächst mal wieder eine große Portion kochen. Ist auch ein sehr mildes Essen, das mein gereizter Magen vertragen sollte.

Reisauflauf

Zutaten für 4 große Portionen

1 l Milch
250 gr Rundkornreis (Milchreis)
1 Prise  Salz
4 Eier, getrennt
60 gr weiche Butter
60 gr Zucker
etwas abgeriebene Zitronenschale
1 EL Vanillezucker
Rosinen
hier: 1 Apfel, gewürfelt

(1) Reis mit der Milch und dem Salz aufkochen. 20-30 min bei ganz schwacher Hitze ausquellen lassen.
(2) Die Butter mit dem Zucker und den Eigelben schaumig rühren. Mit dem fertig gekochten, etwas abgekühlten Milchreis verrühren.
(3) Den gewürfelten Apfel unter den abgekühlten Brei rühren, mit der Zitronenschale, Vanillezucker und Rosinen abschmecken. Eiweiß steif schlagen und unterheben.
(4) Alles in eine große (oder zwei kleinere) gefettete Auflaufform füllen und bei 200 ° im vorgeheizten Backofen ca. 1 h backen.

Dazu: Schokoladensauce (aus Pudding) oder Apfelmus

Quelle: Sarah Wiener (2008) – Frau am Herd. Knaur Verlag

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

‚Hallo? Hier die telefonische Kochhilfe!‘

Halb zehn, Telefon klingelt, Zwerg ist dran: ‚Duhuu *ich-will-was-von-Dir-Tonlage*, ich brauch‘ mal Deine telefonische Kochhilfe! Ich will eine Couscous-Hähnchen-Pfanne machen. Wiehiie???‘ Danach haben wir gute 15 Minute rumüberlegt, welches Gemüse und Gewürze und überhaupt. Mal sehen, ob Zwerg es heute noch schafft zu kochen oder ob sie wieder einschläft, wie mit dem geschälten Spargel auf dem Sofa vorgestern *g* Sorry, Zwerg, aber das ist zuu lustig, um es nicht zu erzählen ;-)

Während wir noch die Zubereitung besprachen, hat Zwerg plötzlich ängstlich gefragt: ‚Aber das kommt doch nicht etwa in Deinen Blog?!?‘ *räuspernmeinerseits* ‚Ähem, überlege mir grade schon eine Überschrift!‘ *ggg*

Vielleicht sollte ich mal eine telefonische Kochhilfe für verzweifelte, hungrige, ratlose vor-dem-Kühlschrank-Steher einrichten :-)

Büro-Alternativen: Pikante Möhrencreme

Pikante Möhrencreme

Pikante Möhrencreme

Endlich wieder Alltag! Das mag für den ein oder anderen befremdlich klingen, aber ich freu mich wieder auf die Arbeit, auf die Studenten, auf die Vegetationsperiode mit ihren Herausforderungen speziell für mich :-) Ostern haben wir in Eilenburg bei Zwerg verbracht, mit einem Ausflug ins Amazonien-Panometer von Asisi. Sehr cool! Ein 360°-Bild das einen Ausschnitt des amazonischen Regenwald zeigt mit seinen größeren und kleineren Viechern, den Urwaldriesen und kleinen aufsitzenden Epiphyten wie Bromelien. Innerhalb von 15 Minuten wird mit Hilfe einiger Scheinwerfer ein Tag mit Sonnenaufgang, Mittagszeit und gewittriger Nacht erschaffen (höchstfaszinierend für einen ehemaligen Theater-Lichtknopfdrücker wie mich). Wenn die vielen Menschen nicht gewesen wäre, man hätte glatt den Eindruck haben können, im tropischen Regenwald zu sein (und bevor jemand schnippisch sagt „Gibt doch nur tropischen Regenwald?!“ Nein! Es gibt Regenwald auch in den gemäßigten Breiten z.B. Westküste Nordamerikas zwischen nördlichem Kalifornien und British-Columbia. So, Botanik-Klugscheiß-Modus abgestellt *g*). Es lohnt sich wirklich das mal in Ruhe anzugucken. Aber Leipzig als Gesamtstadt lohnt sich eh! Kulinarisch gab es über die Feiertage nichts wirklich besonderes! Keine großartig-komplizierte Lammbraten oder ähnliches, es musste transportabel sein, einfach und schnell gehen. So gab es das, wie sich langsam herauskristallisiert Familien-Feiertagsessen mit Hühnerbrühe und als zweiten Gang Hühnerfrikassee (wird ein andern mal verbloggt).

Jetzt ist hier wieder Alltag, im eigenen Haushalt, mit der eigenen Küche und liegt wieder an mir zu kochen und putzen :-) Nachdem ich fast 3 Wochen lang nicht gekocht habe, wurden es gestern Abend gleich drei Sachen auf einmal *g* Eine normale kleine Grundlagen-Gemüsebrühe, ein Rezept aus einem der Ungarn-Mitbringselbüchern (im entsprechenden Bild das hintere linke Buch), worüber aber in Bälde auch noch berichtet wird und eben diese pikante Möhrencreme, die ich fürs Büro als Brotaufstrich wollte. Sie hatte mich schon seit langem aus dem „Vegetarian Basics“-Buch angelacht und da ich Mensa eh weiter meiden will, bot es sich förmlich an! In der Mittagspause wurde schnell im türkischen Supermarkt fast gegenüber vom Büro eingekauft, so dass der Großkochaktion nichts mehr im Wege stand.

Diese Möhrencreme ist total einfach zu machen und schmeckt wirklich großartig, so überhaupt nicht nach Babybrei! Ich habe nur kleine Abwandlungen vorgenommen, statt der grünen Oliven schwarze genommen (die waren da und wollten dringend verbraucht werden) und eine scharfe ungarische Paprikapaste (sog. Piros Arany, Variante csipös=scharf) anstatt des geforderten Harissas. Eigentlich sollte die Creme zum Schluss noch mit einer Sesam-Salz-Mischung bestreut werden, aber da ich Angst hatte, dass diese Mischung ranzig wird und ich die Creme gestern Abend beim besten Willen nicht mehr verbrauchen konnte, hab ich es mir gespart!
Es ist eine toll-sämige Creme, die sehr pikant (mir fast zu scharf) schmeckt und durch die Zwiebeln und Oliven eine interessante Note bekommt, dabei aber nicht vordergründig nach Oliven schmeckt. Auch der lieben P., die drei Zimmer weiter sitzt und angeblich keine Oliven mag, hat es sehr gut geschmeckt :-) Wirklich großartige Alternative zum ordinären Käse- oder Wurstbrot! Oder auch als Dip zum kalten Abendessen oder als Vorspeisedip oder zum Grillen als Beilage
Hier nun das Originalrezept:

Pikante Möhrencreme

Zutaten für 4 Portionen

400 g Möhren
normales Salz
50 g grüne Oliven (hier: schwarze Oliven)
2 Frühlingszwiebeln
1 TL Harissa (hier: ungarisches „Piros Arany“ csipös)
1 EL Zitronensaft
20 g Sesamsamen
2 TL grobes Salz

(1) Möhren schälen und grob würfeln. In etwa 1cm hoch stehendem Salzwasser zum Kochen bringen (nein, sie sollen nicht schwimmen). Deckel auflegen und bei geringer Hitze 10-12 Minuten weich kochen lassen.
(2) Kerne aus den Oliven holen und die Frühlingszwiebeln putzen und zusammen mit den Oliven fein hacken. Möhren abtropfen und leicht abkühlen lassen. Fein pürieren, mit der Oliven-Zwiebelmischung, dem Harissa und Zitronensaft mischen. Mit Salz würzen.
(3) Den Sesam in einer trockenen Pfanne unter Rühren rösten, bis er anfängt zu hüpfen. Aus der Pfanne nehmen und grobes Salz hineingeben. Ebenfalls rösten, so 1-2 Minuten. Zusammen mit dem Sesam mit Pürierstab oder Blitzhacker grob durchmixen.
Wenn die Möhrencreme auf dem Brot ist mit dem Sesamsalz würzen.

Dazu: knuspriges Mischbrot oder Fladenbrot

Quelle: Vegetarian Basics

Geschmack: ++++
Zeit: +
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

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