Reklame für Ungarn: Esztergom

Blick auf die Basilika von der Donau aus

Blick auf die Basilika von der Donau aus

Was kommt Euch als erstes in den Sinn, wenn ihr das Wort „Ungarn“ hört? Meistens sind es Begriffe wie Budapest, Plattensee, Pußta und Paprika. Die üblichen Klischees halt ;-) Dabei hat Ungarn noch soviel mehr zu bieten und zumindest einen kleinen Teil, nämlich den wo meine Familie herkommt, möchte ich in loser Reihe vorstellen :-) Es gibt noch so viele andere schöne Ecken und Städte wie zum Beispiel Eger, Debrecen, Szeged oder Pécs. Ich schweife ab …

Die erste Stadt, die ich nach meiner Ankunft immer besuche, ist Esztergom. Eine verträumte kleine Stadt  (ca. 30 000 Einwohner) knapp 20 km nordöstlich von unserem Familiendorf. Esztergom liegt im Nordwesten Ungarns, etwa 50 km entfernt von Budapest, direkt an der Donau, die gleichzeitig die Grenze zur Slowakei bildet. Wenn man vor der Basilika steht, der größten Kirche Ungarn, und das zufällig zur Sonnenuntergangszeit, sieht man auf der anderen Seite schon die slowakische Stadt Sturovo (oder Párkány auf ungarisch) im schönsten Frühlingssonnenuntergang.

Esztergom ist eine der ältesten Städte Ungarns und war seit etwa dem 10. Jahrhundert Sitz der Großfürsten Ungarns und bis Ende des 12. Jahrhunderts einer der Hauptsitze der ungarischen Könige. Noch viel länger war und ist Esztergom Hochburg des katholischen Kirche in Ungarn. Es war jahrhundertelang Sitz des/eines Erzbischofs (Kenne mich mit deren Formalitäten nicht aus, gibt es da mehrere von?), wobei das Erzbistum schon um 1000 von Stefan I., dem Nationalheiligen und ersten König von Ungarn dort gegründet wurde. Die heutige Basilika steht auf einigen anderen Kirchen, von denen die erste von besagtem Nationalheiligen erbaut wurde (also nicht persönlich, aber Ihr wisst schon wie ich das meine *g*). Nachdem die Kirchen einige Male zerstört wurden, etwa im 12. Jahrhundert oder zur Zeit der türkischen Belagerung (16. Jahrhundert). 1822 begannen die Bauarbeiten zur jetzigen Kathedrale, die mit 100  m Höhe das höchste Gebäude Ungarns und der viertgrößte Kirchenbau Europas ist. Der erste Bauherr war ein János Packh, der die Kathedrale im neoklassizistischen Stil erbaute und sich am Petersdom in Rom orientierte (sehr offensichtlich, finde ich). Er wurde 7 Jahre ermordet und es folgten zwei weitere Bauherrn,  so dass die Einweihung/Eröffnung der Kirche am 31. August 1856 gefeiert wurde, mit einem Stück, dass Franz Liszt extra dafür schrieb und auch bei den Feierlichkeiten selbst dirigierte.
Leider hab ich keine Photos vom Innenraum gemacht, da dort eine sehr schöne Kapelle aus rotem „Marmor“ (ist kein echter, heißt nur so, aber trotzdem sehr schönes Gestein) ist, der nur in einem kleinen Dorf in der Nähe abgebaut wird. Falls mal jemand in der Nähe sein sollte, man kann auch auf die Kuppel der Basilika gehen und hat von dort aus einen wundervollen Blick aufs Umland. Allerdings sollte man schon schwindelfrei sein,  aber es lohnt sich definitiv!

Esztergom – Basilika und Burg

In der Basilika gibt ein auch ein kleines Museum, in dem man die Schätze des Erzbistums bestaunen kann. Hoch zur Burg und der Basilika kann man entweder über die Stadt berghoch gehen oder von der Donau aus den sogenannten „Katzenweg“

ein enger, steiler Weg, der aber trotzdem ganz niedlich ist und man einen schönen Blick über die Donau hat.

Im Hintergrund sieht man die Maria-Valeria-Brücke, die Ungarn mit der Slowakei verbindet. Seit die Originalbrücke 1895 eröffnet wurde, wurde sie auch schon zweimal zerstört. Einmal 1920 und zum zweiten Mal im Dezember 1944, als sich die deutschen Truppen zurückogen und sowieso alle möglichen Brücken zerstörten, die ihnen in den Weg kamen. Danach zog sich der Neuaufbau hin, bis ins Jahr 2000. Die neue 500 m lange Brücke wurde 2001 eröffnet und seitdem kann man wieder unkompliziert in die Slowakei und zurück. Gleichzeitig sorgte dies für eine Belebung der Wirtschaft und Industrie in der Region, wasn Wunder ;-)

Ein Platz den sie in den letzten Jahren restauriert und teilweise neu konzipiert haben, ist der Széchenyi tér (Széchenyi = bedeutender ungarischer Politiker des 19. Jahrhunderts, tér = Platz).

Dieser Platz war schon im Mittelalter der Hauptplatz der Stadt und auch heute noch sitzen hier die wichtigsten Institutionen der Stadt, wie das Rathaus (gelbe Gebäude im Hintergrund), Post oder Banken.

Szechényi tér – Linke Häuserzeile

Leider kann ich keine Restaurant- oder Café-Tipps geben, weil ich eigentlich immer bei der Verwandtschaft speise, aber im Sommer lohnt sich der Wochenmarkt definitiv. Er ist immer dienstags und freitags bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Dort kann man dann alles an frischem Obst und Gemüse erstehen, was das Herz begehrt: Pfirsiche, Tomaten, Paprika, Melone, Mais, Bohnen … Wenn ich nicht sowieso fast alles frisch aus den Gärten der Verwandtschaft kriegen würde, ich würde mich nur dort versorgen *g*

Also, für alle Touristen, die Budapest besuchen, lohnt sich Esztergom für einen Tagesausflug allemal. Fahrt ruhig mal hin, ich kann es wirklich empfehlen!

Für die, die es interessiert, noch ein paar mehr Photos hier.

Anmerkung: Können alle die Photos sehen? Hab mich an Houdinis Anweisungen gehalten und hoffe es hat geklappt!

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18 Kommentare zu “Reklame für Ungarn: Esztergom

  1. Ulrike 21. Juli 2009 um 06:45 Reply

    Zählt Meggyes Piskóta auch zu den Klischees?

    Danke für diese Einblicke

    Ulrike @ Küchenlatein

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  2. lamiacucina 21. Juli 2009 um 07:09 Reply

    Da werde ich kaum mehr hinkommen, drum ist es nett von Dir, dass Du uns mitnimmst. Die Plätze sehen, im Unterschied zu den unsrigen, sehr sauber aus.

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  3. Anikó 21. Juli 2009 um 08:51 Reply

    Ulrike, Meggyes Piskóta (sollte ich auch mal wieder backen) ist schon Ungarn für Fortgeschrittene, kennt nicht jeder ;-)

    Lamiacucina, das wirkt nur so mit den Plätzen. Die Photos wurden an einem kalten Märztag aufgenommen, ich glaube da waren einfach nicht soviele Menschen dort unterwegs, die den Széchenyi Platz hätten verdrecken können ;-) Und auch in den Seitengassen sieht es anders aus …

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  4. porcelinablue 21. Juli 2009 um 09:05 Reply

    SCHÖN sieht das aus. Jetzt will ich an einem kalten Märztag nach Ungarn. Also ich weiß nicht genau, was ich lieber hätte, wenn ich die Wahl hätte, Ungarn oder den kalten Märztag. Aber die Kombination scheint echt verlockend.

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  5. lavaterra 21. Juli 2009 um 13:28 Reply

    Ja, Du machtst richtig Lust auf Ungarn. Danke fürs Mitnehmen!

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  6. Barbara 21. Juli 2009 um 20:29 Reply

    Schön! Da bekommt man richtig Lust auf einen langen Ungarn-Urlaub.

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  7. zwerg 21. Juli 2009 um 22:46 Reply

    oh ja sehr sehr kalter Märztag

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  8. Ev 22. Juli 2009 um 08:11 Reply

    Da bekommt die Seele Heimweh …

    Danke für Bericht und Bilder!

    Liebe Grüße von der Ev

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  9. Steph 22. Juli 2009 um 09:26 Reply

    Hach, da möchte man sich gleich in den Zug setzen und einen Abstecher nach Ungarn machen.
    Die Basilica find ich ja besonders beeindruckend und hab die gleich mal gegoogelt, jetzt bin ich bestens informiert – Danke!

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  10. Anikó 22. Juli 2009 um 21:44 Reply

    porcelinablue, ich meine es war im März/April schon toll, aber bei Sonnenschein, Wärme und dann frisches Obst und Gemüse essen dürfen ist noch viel toller. Wenn man Hitze nicht mag, sollte man vielleicht eher im Mai oder September hinfahren, aber ich werde nächstes Mal definitiv wieder im Sommer hin, mir fehlt die Hitze hier *g*

    Barbara und lavaterra, genau dass war meine Absicht! *g*

    Ich hätte vielleicht doch noch mein Bild mit reinstellen sollen, wo ich total eingemummelt photographieren. Erinnerst Dich, Zwerg?

    Ev, vielleicht solltest ihr einfach mal wieder hinfahren. Ist ja nun nicht so weit weg wie beispielsweise Neuseeland …

    Steph, tu Dir keinen Zwang an, von HH aus ist die Verbindung nicht soo schlecht oder man fliegt einfach … Ja, die Basilika ist ernstlich beeindruckend, wenn man nicht schon sein Leben lang jeden Urlaub davor steht ;-)

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  11. Eva 22. Juli 2009 um 22:24 Reply

    Vielen Dank fürs Mitnehmen – ich war noch nie da und ob ich jemals hinkomme, weiß ich auch nicht, aber so hab ich schon mal einen schönen ersten Eindruck bekommen! :-)

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  12. Helen 23. Juli 2009 um 10:09 Reply

    Da müssen mein Houdini und ich wohl doch bald unsere Donauradtour weiterführen.

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  13. Wienermaedel 23. Juli 2009 um 11:23 Reply

    Wirklich schöne Bilder von Esztergom, die Lust auf mehr machen.

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  14. maisy 23. Juli 2009 um 17:36 Reply

    schöne Bilder, ich war vor 30 Jahren mal in der Basilika und erinnere mich noch immer mit Schrecken an das bekleidete Skelett in einem gläsernen Schrein – seitdem sind mir Katholiken noch suspekter als vorher. Wie kann man neben sowas einem Gottesdienst zuhören…… Aber schön zu sehen, daß sich die Kirche erhalten hat. Danke für die schönen Bilder

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  15. ostwestwind.twoday.net 23. Juli 2009 um 19:11 Reply

    Kirsch-Mandel-Schnitten…

    Irgendwas stimmt nicht mit meinem WLAN, dem Computer oder ich leide an akuter Kochbuch-Amnesie. Vor einigen Tagen stöberte ich auf der Seite der Buntköchin und folgte interessiert dem Link für

    Wunderbare Melange aus Kaffeehaus-Geschich…

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  16. Anikó 23. Juli 2009 um 21:59 Reply

    Eva, es lohnt sich und an der Donau kann man auch wunderbar joggen ;-)

    Helen, ja das solltet ihr unbedingt tun! Habe es mir auch immer nochmal vorgenommen, gibt da ja ein paar wirklich schöne Ecken dort!

    Wienermaedel, ihr könnt ja auch ganz schnell rüberflitzen. Beneide Euch so um die Nähe *seufz*

    maisy, ja das Skelett ist wirklich gruselig, aber die Katholiken waren mir vorher schon sehr suspekt ;-) Und ja, die Kirche ist immer noch schön :-)

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  17. Kaspar 17. April 2011 um 14:50 Reply

    Ich kenne und Besuche diese Stadt schon gute 35 Jahre und komme immer gern wieder. Egal zu welcher Jahreszeit man Fühlt sich wohl dort und auch irgendwie zu Hause

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  18. […] Anikó sind Meggyes Piskóta schon Ungarn für Fortgeschrittene , wie authentisch das nachfolgende Rezept mit entsteinten Kirschen und Mandeln ist, wird sich […]

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