Aprikosen-Vanille-Marmelade

Ich habe mich dieses Jahr das erste Mal unter die Bevorrater gewagt und bisher *nachdenk* vier Köstlichkeiten in Gläser verpackt. Ich hoffe es kommen noch ein paar Gläser mit anderen Sachen dazu, es finden sich ja eigentlich in jeder Jahreszeit Grundzutaten zum Einmachen. Zumindest habe ich einiges an Einmachgläsern letztens gekauft und die wollen ja schließlich benutzt werden :-)

Als erstes möchte ich hier ein Aprikosenmarmelade vorstellen. Ich LIEBE, ja vergötter‘ Aprikosen: roh, im Kuchen, im Knödel, als Chutney und als Marmelade. Die Ungarn scheinen so eine Art Nationalrezept für Aprikosenmarmelade zu haben, ich habe verschiedene Marmelade, zubereitet von unterschiedlichen (auch von wildfremden) Leuten gekostet, sie schmeckte immer gleich, wie von ungarischer Tante M. bzw. Onkel Z. Ziemlich flüssig, die Früchte noch erahnbar, aber äußerst aromatisch nach vollreifen Aprikosen schmeckend. Ich war leider nie dabei, wenn die Marmelade gekocht wurde, weil ich (fast) immer nach der Aprikosensaison dorthin in den Urlaub fahren konnte.

Also musste ich mir wohl ein Rezept hier in Deutschland suchen (nicht, dass ich nicht auch einfach Onkel, Tante oder Cousins Gattin eine Email hätte schreiben können *g*). In diesem Buch wurde ich fündig. Gekauft hatte ich es mir schon letztes Jahr für ’nen Fünfer, weil ich eigentlich in der WG schon anfangen wollte mit Einkochen, aber wegen des akuten Platzmangels, kam es doch nicht dazu. Aber diese Jahr, endlich! Heraus kam eine wirklich wunderbare Marmelade, nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest, ein bisschen stückig, mit wunderbar vanillig-aprikosigem Aroma. Perfekt auf frischem, gebuttertem Weißbrot!

Vielleicht für’s nächste Jahr oder wenn jemand jetzt noch Aprikosenrestbestände beim türkischen Obsthändler bekommt, hier das Rezept:

Aprikosen-Vanille-Marmelade

für ca. 1,4 l braucht man:

  • 1 kg Aprikosen, gewaschen, entsteint und sehr klein gewürfelt gewogen. WICHTIG!
  • 2 unbehandelte Zitronen (1 reicht auch), etwas abgeriebene Schale und 4 EL des frisch gepressten Safts
  • 1 Vanilleschote, längs halbiert und das Mark ausgekratzt
  • 1 kg Gelierzucker 1+1

(1) 500 g der kleingeschnittenen Aprikosen pürieren, entweder im Mixer oder mit dem Pürierstab.
(2) Alles Aprikosen mit der halbierten Vanilleschote, dem Mark, der Zitronenschale, dem Zitronensaft und dem kompletten Zucker in einer großen Schüssel gut durchmischen. Mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, besser ist aber über Nacht (hier: über Nacht).
(3) Die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel in heißem Wasser auswaschen und auf einem neuen, sauberen Küchentuch stellen. Man kann auch die ausgewaschenen Gläser in den 120°C heißen Herd stellen, dies sollte mindestens 10 Minuten sein, geht aber auch länger. Oder ein wenig Wasser in das Glas geben und für 5 Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle stellen. In jeden Fall sollten die Gläser und Deckel richtig sauber sein, keine Reste vom Vorgängerinhalt am Glas- und Deckelrand sein. Wer hat, auch einen Trichter heiß abspülen und ebenso wie eine Kelle bereit legen.
(4) Die durchgezogenen Aprikosen in einem großen (WICHTIG!) Topf auf hoher Hitze sprudelnd aufkochen lassen (wenn der Topf zu klein ist, kocht die ganze heiße Fast-Marmelade über, man verbrennt sich die Finger und es gibt ’ne Riesensauerei in der Küche, möchte man ja wohl nicht, oder *g*). Ab dem Zeitpunkt, wo die Marmelade sprudelnd kocht (ich wiederhole mich hier gerne!) 4 Minuten auf sehr hoher Flamme kochen lassen. Gelierprobe machen, entweder auf einem kalten Teller gucken, ob die Marmelade fest wird oder den Umrührlöffel mit Marmelade dran in die Höhe halten und wenn der letzte Tropfen zähflüssig dran hängen bleibt, ist die Gelierprobe auch gelungen.
(5) Sofort in die vorbereiteten Gläser bis ca. 1cm unter den Rand abfüllen. Die Deckel fest zudrehen und für 5-10 Minuten auf de. Kopf stellen. Dann wieder zurück drehen und mit einigen Tüchern zugedeckt vollständig auskühlen lassen. Langsames abkühlen ist wohl auch gut für die Haltbarkeit und den Geschmack.

Die Marmelade sollte 12 Monate haltbar sein.

Quelle: Gerlach, Hans (2005): Einmachen. Gräfe und Unzer Verlag. München

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +++

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7 Kommentare zu “Aprikosen-Vanille-Marmelade

  1. sammelhamster 11. September 2009 um 07:12 Reply

    Mjam, kann einen Löffel davon auf mein Frühstücksbrötchen haben, bitte ;-) ?

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  2. sammelhamster 11. September 2009 um 07:13 Reply

    Kann ICH sollte das heißen.
    Das kommt davon, wenn man ohne leckere Marmelade frühstücken muss :-P

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  3. kochschlampe 11. September 2009 um 11:23 Reply

    Die sieht sehr gut aus!

    Mit Vanille habe ich dieses Jahr die Pfirsichmarmelade gemacht – bei Aprikose durfte Mandel den Begleiter spielen. Ich hoffe, dass ich noch ein paar schöne Aprikosen bekommen kann…

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  4. kitchenroach 12. September 2009 um 00:44 Reply

    und ich hoffe, dass ich diese Marmelade naechstes Jahr selber machen werde! Bitte mir auch eine Scheibe aufheben.

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  5. Petra 13. September 2009 um 19:34 Reply

    Die Aprikosenmarmelade von meiner Schwiegeroma ist unvergessen. Sie jammerte immer, dass es hier keine so guten Aprikosen gäbe, die in Ungarn seien viel besser und reifer… Aber mit Glück findet man auch hier in DE gute Früchte und wenn deine Marmelade wie die ungarische schmeckt, koche ich sie sicher nächstes Jahr. Denn die von Oma haben wir geliebt!
    Viele Grüße

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  6. Buntköchin 14. September 2009 um 22:48 Reply

    Ich bekomme hir leider keine keine Marillen mehr, sonst hätte ich das morgen nachgekocht. Auch ich liebe Marillenmarmelade.

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  7. Anikó 15. September 2009 um 10:57 Reply

    sammelhamster, ich hoffe Du hattest mittlerweile Marmeladen-Frühstück :-)

    Kochschlampe, in welcher Form kam denn die Mandel zur Aprikose?

    Kitchenroach, die Scheibe Brot mit Marmelade aufzuheben wird schwieriger, aber von der Marmelade an sich sollte das funktionieren …

    Petra, leider schmeckt sie nicht so wie Schwiegeromas wahrscheinlich (ich wette die Ungarn haben ein Aprikosenmarmeladen-Nationalrezept *g*), meine Marmelade ist fester, aber trotzdem anders-lecker :-) Und ja ungarische Aprikosen *seufz* direkt vom Baum meiner Cousine, ein Traum!

    Buntköchin, ich befürchte auch, dass die Saison vorbei ist, aber das Rezept läuft ja nicht weg von hier und ist auch noch im nächsten Jahr hier zu finden :-)

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