Archiv für den Monat Januar 2010

Sonntagstradition – Hühnerbouillon

Es gibt eine Tradition in Ungarn, die ich auf keinen Fall missen möchte und auf die ich mich wie Bolle freue, wenn ich ankomme: heiße Hühnerbrühe zum sonntäglichen Mittagessen! Dies scheint im ganzen Land bei jeder Familie verbreitet zu ein. Okay, auch mal mit anderem Fleisch zubereitet, zugegebenermaßen, aber eine klare Brühe als 1. Gang muss sein! Und das bei egal welcher Temperatur, dann schwitzt man halt ein bißchen mehr als ohnehin schon bei 35°C im Schatten, der Ungar an sich ist da hart im Nehmen ;-)

Jedenfalls lieben Zwerg und ich diese Suppen abgöttisch! Bei Zwerg geht es sogar so weit, dass sie sich nur von der Suppen (so 3-5 Teller) ernährt *g* Allerdings find ich, mache ich hier in Deutschland viel zu selten eine gute Hühnerbrühe, aber als ich letzten Freitag aus Lenzen zurück kam und kurz in Göttingen einen Halt einlegte, auch um fix einzukaufen, fand ein ganzes Hühnchen wie durch Zauberhand seinen Weg in meinen Korb. Wahrscheinlich ahnte mein Unterbewusstsein schon, dass ich mir ’nen grippalen Infekt eingefangen hatte und versuchte noch mit Hausmittelchen dagegen anzugehen. Auch das Suppengemüse wurde gekauft, nur die Petersilienwurzeln fehlten, die in Ungarn IMMER mit dabei sind, hier in Deutschland aber eher selten in Supermärkten anzutreffen sind. Schade!
Liebe Suppengrünproduzenten, baut doch bitte Petersilienwurzeln an und packt in Eure Suppengrünbunde so 1-2 Petersilienwurzeln! Zumindest ich wäre unendlich dankbar!
Wir (also Frau Mama und ich) kochen auch immer noch eine ganze Paprikaschote mit, vorzugsweise Spitzpaprika, die der Suppe noch ein besonderes Aroma gibt. Für Zwerg und mich werden auch immer mehr Möhren mitgekocht, weil wir die ganz besonders als Suppeneinlage schätzen, allerdings darf man nicht zu viele davon reintun, da die ganze Suppe sonst einen eigenartig süßlichen Geschmack bekommt. Unschön! Auch schneiden wir das Gemüse immer ganz grob, damit es nicht komplett verkocht und man noch ein bißchen zu kauen hat. Das gekochte Fleisch wird in Ungarn als Zwischengang vorm Hauptgericht meist mit etwas Meerrettich und frischem Weißbrot gegessen und nicht wie hier üblich mit in die Suppe gegeben. Was man in Ungarn sonst noch für komische Sachen zu gekochtem Fleisch isst, zeige ich dann im nächsten Post ;-)

Dieses Süppchen ist mir wirklich gut gelungen, fand ich. Hat wunderbar geschmeckt, wärmte schön von innen, das Gemüse noch bißfest und ich frage mich ernsthaft, warum ich das nicht öfters mache?! In Zukunft werde ich ganze Hühnchen kaufen, sie zerteilen (will ich eh üben) und das benutzen was ich brauche, die Reste und Knochen werde ich dann im Tiefkühler sammeln und zu Süppchen verkochen! Ha! Denn eigentlich ist es schade, dass ich diese schöne ungarische Tradition nicht weiter pflege …

Hühnerbouillon

1 ganzes Hähnchen (kein explizites Suppenhuhn)
3 Möhren
wenn vorhanden: 2 Petersilienwurzeln
1/4 Sellerieknolle
1 Zwiebel
1 Porreestange
3 Stengel Petersilie
1 Paprikaschote (wenn möglich Spitzpaprika)
Salz
12 Pfefferkörner
3 Nelken
3 Pimentbeeren
2 Wacholderbeeren

(1) Das Huhn waschen und zerteilen, die Keulen abtrennen, die Flügel ebenfalls. Den Rücken von der Brust schneiden. In einen großen Topf geben.
(2) Die Zwiebel von der äußeren Haut befreien und waschen. Porreestange ebenfalls waschen und putzen, höchstens einmal durchschneiden. Die Möhren schälen und je nach Länge und Dicke halbieren bis dritteln und einmal quer zerteilen. Den Sellerie schälen und ebenfalls nur grob zerteilen. Die Paprikaschote waschen und ganz lassen, die Petersilienstengel nur waschen. Das Gemüse zusammen mit den Gewürzen (alle als ganze Körner) zum Huhn in den Topf geben. Nur schwach salzen. Mit ca. 2 Liter kaltem Wasser auffüllen.
(3) Auf mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt des Aufkochens, 2 Stunden schwach simmern lassen. Vielleicht mal hingucken und auftretenden Schaum abschöpfen, ansonsten entspannen und den Duft, der durch die Wohnung zieht genießen :-)
(4) Nach den 2 Stunden testen wie das Fleisch ist, es sollte vom Knochen fallen. Das Fleisch und Gemüse vorsichtig herausholen und in getrennten Gefäßen aufbewahren. Die Suppe durch ein feinmaschiges Sieb in einen anderen Topf gießen (Wer noch weniger Schwebstoffe in der Suppe haben will, legt noch ein Küchentuch aus Mull in das Sieb).
Wenn man die Suppe gleich essen will und sie sehr fettig ist, einfach nacheinander ein paar Blatt Küchenkrepp auf die Suppenoberfläche legen und sie so entfetten. Wer sich gedulden kann, die Suppe gut abkühlen lassen, am Besten draußen und das fest geworden Fett absammeln.
In jedem Fall muss die Suppe aber noch mit Salz abgeschmeckt werden.

Zum Servieren kleine Suppennudeln (Sternchen, Fäden, Buchstaben) kochen und das Gemüse mit in die Brühe geben.
Was an Suppe zuviel ist, kann gut eingefroren werden.

Endlich auch mit ordentlichem Inhaltsverzeichnis

Kennt ihr das? Man liest in einem Blog ein superleckeres Rezept, will es nachkochen, verpeilt es aber den Link zu speichern oder das Rezept sonst irgendwo festzuhalten. Es vergeht einige Zeit, wo noch andere Gerichte nachzukochen waren … Dann irgendwann gelüstet es einem wieder nach dem superleckeren Rezept und man kann sich auch noch erinnern, wo man es gelesen hat, aber welcher Monat? Geschweige denn welcher Tag genau? *seufz* Und damit meine geneigte Leserschaft neben der Suche (weiß nicht wie zuverlässig die funktioniert, hat sie mal jemand ausprobiert?), einfach nur wie in einem Buch im Inhaltsverzeichnis nachgucken können, habe ich heute schnell einen

Rezeptindex

erstellt, zu finden über den Artikeln neben dem „Über mich“ und „Email“. Ich hoffe, ich bin bei der Zuteilung der einzelnen Rezepte einigermaßen übersichtlich geblieben. War zum Glück nicht soo viel Arbeit, bin ja noch nicht so lange dabei und gibt ja öfters mal längere Päuschen ;-)

Möhren-Rosenkohl-Gemüse – Wärmende Beilage für kalte Wintertage

Einer meiner Neujahrvorsätze der kulinarischen Art war es ja, nicht mehr soviele Lebensmittel zu kaufen, die ich dann doch nicht verbrauche. Noch vor Weihnachten kaufte ich mir ohne größeren Plan 1 kg Rosenkohl, der mich im Supermarkt anlachte. Tolle Wurst!  Wofür ich den größeren Teil verbraucht habe, weiß ich gar nicht mehr, jedenfalls war noch ein Netz übrig. Und was macht man damit an ’nem kalten Wintertag? Ein wenig im Netz rumgesurft nach Ideen, irgendwas Comfortfood-mäßiges sollte es sein nach ’nem langen Arbeitstag. Auf der Seite von essen & trinken bin ich auf dieses Rezept gestoßen und da ich Möhren eh fast immer da hab, wurde die Kombination von Möhrchen und Rosenkohl mal ausgetestet. Und ich muss sagen, es ist eine verdammt gute Kombination! Wunderschön geschmortes Gemüse, dass noch ein bißchen angemantscht wird, also wirklich richtiges Comfort Food! Warmer, erdiger Geschmack, wenig zu kauen (eines DER Kriterien bei Comfort Food finde ich!), perfekt! Kartoffelpüree schnell dazu gemacht, mit dem Essen aufs Sofa in einer Decke gekuschelt, den Tag vergessen :-) Wer Fleisch mag, kann sich noch ein Kassler dazu braten oder ’ne Bratwurst, ist aber eigentlich nicht nötig.

Möhren-Rosenkohl-Gemüse

Zutaten für 4 Portionen als Beilagen oder 2 als Hauptgericht:
300 g Rosenkohl
250 g Möhren
2 Zwiebeln
30 g Butterschmalz (hier: etwas Rapsöl)
100 ml Gemüsebrühe
100 ml Schlagsahne
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 Beet Kresse

(1) Den Rosenkohl putzen und je nach Größe halbieren oder ganz lassen. Die Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Öl/Butterschmalz in einem Topf erhitzen. Zwiebeln pellen, fein würfeln und im heißen Öl andünsten. Rosenkohl und Möhrchen zugeben und mit Brühe und Sahne auffüllen.
(2) Bei milder Hitze 15-20 Minuten garen. Das Gemüse abgießen, dabei die Brühe auffangen. 1/4 des Gemüses in die Brühe geben und grob zerstampfen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig würzen.
(3) Restliches Gemüse unterrühren und nochmals kurz erwärmen. Die Kresse vom Beet schneiden und darüber streuen.

Dazu: Kartoffelpüree (ein MUSS!)  und Kassler, wenn man Fleisch mag.

Quelle: essen-und-trinken.de 02/2002

Möhren-Couscous-Bratlinge mit Gurkensalat

Zwerg ist schon lustig, ruft sie mich letztens an: „Duhuu *die ich will was von dir Tonlage*?! Kannst Du mir mal die Zutaten für ein Rezept sagen?“ Sie auf Arbeit, ich auf dem Weg zum Büro, nicht annähernd mein Kochbuchregal oder PC mit Internetverbindung in der Nähe … „Ähm, Zwerg ich bin grade unterwegs, aber wenn ich da bin. Für welches Essen eigentlich?“ Zwerg: „Im Frühjahr gab’s mal in einer „Für jeden Tag“ ein Rezept für so Klopse mit Möhren.“ Ich: „Klopse mit Möhren?!? Vegetarisch oder mit Fleisch?“ *grübel* Da war doch was … „Sag mal Zwerg, waren die mit Couscous oder so?“ Manchmal ist mein Gedächtnis doch besser als ich dachte ;-) Zwerg: „Ja, ja, sowas … Kannst Du das Rezept mal raus suchen und mir die Zutaten durchgeben?“ Wo krieg ich denn im Büro bitte die Zeitschrift her und die genaue Ausgabe wußte ich auch nicht mehr … Aber hey, die haben doch ihre ganzen Rezepte hier online gestellt. Und tatsächlich, schneller als ich „Bob ist mein Onkel“ sagen konnte, hatte ich das Rezept und konnte es Zwerg durchgeben. Dass sie dann noch zweimal anrief, weil sie irgendwas davon vergessen hatte, sei nur am Rande erwähnt ;-)

Jedenfalls fand ich das Rezept dann auch so ansprechend und mal eine gute Abwechslung zum ganzen Weihnachtssüßkram, dass ich es kurz danach auch ausprobiert habe. Während der Teig bei Zwerg noch gepflegt auseinander bröselte, blieben die Bratlinge bei mir zum Glück ganz. Ich glaube der Trick ist, dass man den Teig wirklich gut zusammen drückt, die Bratlinge ganz scharf anbrät und wirklich nur einmal umdreht, wenn die Pfannenseite schon Richtung dunkelbraun tendiert. Also wirklich vorsichtig mit den Schätzchen umgehen! Und die Vorsicht lohnt sich, es kommen richtig leckere kleine Klopse/Frikadellen/Buletten (Bratling hört sich zu gesund an *g*) bei rum, die auch noch am nächsten Tag sehr gut schmecken und sich bestimmt auch großartig bei Picknicks machen. Der Gurkensalat passt hervorragend dazu, ich kann mir aber auch einen Dip aus Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Käse sehr gut vorstellen. Also ich werd jetzt wohl öfters mal so vegetarische Klopse machen, schmecken nämlich hervorragend!

Und hier ist das genaue Rezept, damit auch meine liebe Kollegin P., die sie kostete und begeistert war, nachkochen kann für die Familie:

Möhren-Couscous-Bratling

Zutaten für 3 Portionen:
250 ml Gemüsebrühe
125 g Couscous (Instant)
1 Zwiebel
250 g Möhren
2 TL Butter
1 TL Currypulver
2 EL Thymianblättchen
Salz
Pfeffer
1 EL Magerquark
1 Ei (Kl. M)
9 EL Olivenöl
1 Salatgurke
3 EL Zitronensaft
Zucker
1 Beet Kresse

(1) Die Brühe aufkochen, Couscous einrühren und zugedeckt 10 Min. quellen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel fein würfeln und die Möhren schälen und grob raspeln.
(2) Die Butter in einer Pfanne schmelzen und die Zwiebelwürfelchen 2 Minuten glasig andünsten. Die Möhren zugeben und weitere 3 Minuten mitdünsten, mit Curry bestreuen und kurz mitbraten, damit der Curry sein Aroma entfalten kann. Mit Thymian, Salz und Pfeffer würzen.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) Den Couscous mit den Möhren, dem Quark und Ei sorgfältig in einer Schüssel vermischen, vielleicht noch nachwürzen mit Salz und Pfeffer. Mit feuchten Händen zu 8 Bratlingen formen, sehr fest zusammen drücken. 4 EL des Öls in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Bratlinge in 2 Portionen bei mittlerer Hitze von jeder Seite 3 Min. anbraten, bis sie ziemlich braun sind.  Auf einem Blech im heißen Ofen bei 180 Grad auf der mittleren Schiene 15 Min. fertig garen, Umluft ist nicht empfehlenswert, trocknet sie zu sehr aus.
(5) Während die Couscous-Klopse im Ofen fertig braten, die Gurke streifig schälen, längs halbieren, entkernen und in 1 cm große Würfel schneiden. Den Zitronensaft mit Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker und 5 El Öl verrühren. Die Gurkenwürfelchen mit Sauce und abgeschnittener Kresse mischen und zu den Bratlingen servieren.

Quelle: Essen & Trinken – Für jeden Tag 04/2009

Tiefster, anstrengender Winter an der Elbe

Die letzten Tage war es hier (wieder mal) ruhig, weil ich wieder im Dienste der Wissenschaft unterwegs war und im Rückdeichungsgebiet in Lenzen Fußabtreter in der Landschaft verteilt habe. Das warum, wieso, weshalb, wie würden hier zu weit gehen zu erklären, nehmt es einfach so hin, dass ich verrückt bin und im tiefsten Winter Plastefußabtretermatten in Landschaften verteile ;-) Es war wahnsinnig anstrengend, weil wir (meine liebsten Kolleginnen mit wechselnden Hilfen und ich) das gesamte Material zu Fuß durch das 420 ha-Gebiet schleppen/ziehen mussten und uns selbst durch knöchel- bis knietiefen Schnee hievten.

Am zweiten Tag erwartete uns dichter Nebel und tauender Schnee, trotzdem hatte es schon was beeindruckendes: wabernder Nebel, gefrorene, schneeverwehte Flutmulden vor verschwindenden Wäldchen. Wir drei hatten aber auch unseren Spaß, der nasse Schnee eignete sich bestens, um in einer Teepause unseren Schneemann Ingo zu bauen, wir waren eindeutig schon im Verzweiflungshumor-Stadium an dem Tag ;-)

Trotzdem kam zwei Tage später glatt noch die Sonne raus, was sich auch nicht schlecht macht auf Photos, oder? Es wurde so aber doch um einiges kälter, was mich dazu bewog doch noch eine vierte Hose anzuziehen. Ich bin seit diesem Winter ein großer Fan von langen Unterhosen, tolle Erfindung, sag ich Euch! Bei diesen Temperaturen waren die Flutmulden dann schon wieder komplett durchgefroren, so dass wir (mein Helfer und ich, die liebsten Kolleginnen waren schon abgereist) Jesus unter erleichterten Bedingungen spielen konnten und Abkürzungen über die gefrorenen Gewässer nehmen konnten :-) Hat uns einiges an Kilometern erspart …

Jedenfalls ist alles geschafft, 55 m Fußabtreter verteilt, es war körperlich verdammt anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht und das Hochwasser kann kommen!

Winter-Steppdecken-Strudel mit Apfel-Füllung

Eigentlich sollte hier ein Artikel entstehen, wie stolz ich doch auf meinen ersten eigenen Strudel bin, den ich im Novemberurlaub für Herrn Papa backte (oder doch buk? Frau Kochschlampe?). Allerdings erstand ich bei meinem Berlinbesuch im Dezember ein ungarisches Kochbuch (nicht, dass ich nicht schon gefühlte 2000 hätte *g*) und dort wird genau beschrieben und gezeigt wie ein richtiger Strudel ausgezogen wird. Aus einem Stück Teig so groß wie ein Brötchen wird er so lang und breit wie ein Esstisch ausgezogen und größer, der Teig wirklich papierdünn. Und seit dieser Anleitung hab ich einen Strudelkomplex …

Jetzt kann ich mir auch erklären, warum der Apfelstrudel, den Claudio  hier so bildhaft beschrieb, so blättrig ist. Laut ungarischer Anweisung wird er papierdünn (ich kann es nicht oft genug schreiben *g*) ausgezogen,  nur mit den Händen kein Nudelholz, dann zweimal gefaltet (längs und quer), die Füllung nur in einem handbreiten Streifen darauf verteilt und aufgerollt. Bei so vielen Schichten papierdünnen Teiges kann er nur knusprig, splittrig, luftig werden. So sollte ein Strudel also sein, so war er bei mir definitiv nicht …

Er war zwar so dünn, dass ich die Kirschen von Frau Mamas Tischdecke durchscheinen sah, aber im Vergleich zu Papier, ist das eine dicke Winter-Steppdecke.

Trotzdem fand ich, sah das Endergebnis im Rohzustand sehr passabel aus, nur hab ich nicht genug Butter drüber geschöpft, bei Frau Kochschlampe sah ich dann, wieviel da wirklich drauf gehört. Unglaublich! Das nächste Mal dann … Als er dann endlich aus dem Ofen kam, war es doch ein ziemlich köstliches Strudelchen! Nur leider nicht knusprig, splittrig, luftig … Aber ich werde jetzt wohl öfter mal einen Strudel backen (Kulinarischer Neujahrsvorsatz Nr. 5) und üben, üben, üben :-)

Hier kommt dann noch das Rezept für den Winter-Steppdecken-Strudel mit Apfel-Füllung, aus einem Backbuch meiner geliebten deutschen Oma von 1953. Ein großartiges Buch, aus dem ruhig öfter was backen könnte :-)

Winter-Steppdecken-Strudel mit Apfel-Füllung

Für den Teig:
250 g Mehl
1/8 l Wasser
1 TL Salz
20 g Butter, geschmolzen
1 TL Weißweinessig

Für die Apfelfüllung:
30 g Butter, geschmolzen
Semmelbrösel
1 kg mürbe Äpfel
100 g Zucker
1 handvoll Rosinen
1 handvoll Mandelstifte
viel (50 g?) geschmolzene Butter zum Bestreichen

(1) Das Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben und in die Mitte eine Vertiefung machen. Dort hinein die restlichen Zutaten geben und von der Mitte aus mit dem Mehl verrühren. Sehr gründlich mit der Hand durchkneten bis er elastisch und glänzend ist. Das hat hier so ca. 15-20 Minuten gedauert.
(2) Den Teig zu einer Kugel formen und mit Öl einstreichen. Auf ein Holzbrett legen und mit einer Schüssel abdecken. Auf diese Schüssel einen Topf mit heißem Wasser stellen. Circa 30 Minuten ruhen lassen (im Buch steht tatsächlich „rasten“. Schönes Wort!).
(3) Während der Teig sich entspannt, die Äpfel schälen und in kleine, schmale Stücke schneiden und mit dem Zucker, Rosinen und Mandeln mischen.
(4) Den Ofen auf ca. 180-200°C vorheizen (im Rezept steht nur Mittelhitze, was immer das heißen mag *seufz*).
(5) Auf einem Tisch eine Tischdecke ausbreiten und gleichmäßig dünn bemehlen. Den ausgeruhten Teig, der jetzt wunderbar elastisch sein sollte, erst mit dem Nudelholz ausrollen, dann mit der Hand vorsichtig so dünn ausziehen, dass man das Muster der Tischdecke unten drunter erkennen kann.
(6) Den Strudel mit der geschmolzenen Butter bestreichen, die Semmelbrösel dünn drauf streuen. Dann die Apfelfüllung gleichmäßig verteilen.
(7) Die längeren Seiten ein wenig einschlagen und den Strudel von der schmalen Seite mit Hilfe der Tischdecke aufrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech hieven. Ordentlich mit der geschmolzenen Butter bestreichen und für ca. 45 Minuten im Ofen backen, bis er goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen, in Scheiben schneiden und mit Puderzucker bestreut servieren oder mit Vanilleeis oder Vanillesauce :-)

Quelle: Verlag für die Frau (Herausgeber): Unser Backbuch. Verlag für die Frau – Leipzig. 1953

Suppenwinter – Paprikatopf

Ich denke bei den meisten meiner Lesern ist auch so kaltes, weißes (was für eine Wohltat mal nicht „grau“ schreiben zu müssen *g*) Wetter. Ich meine, ich liebe Schnee! Dieses Knirschen, wenn man drüber läuft, dieses Glitzern im Licht der Straßenlaternen, dass er alle anderen Geräusche dämpft, einfach großartig! Aber weil alles ein bißchen schwieriger ist, das Laufen, das Tragen der vielen Klamotten und es außerdem kalt ist, braucht der Mensch was wärmendes, da sind wir uns alle einige, oder?

Diese Suppe hab ich vor genau einem Jahr gekocht als es auch so kalt war. Kann sich noch jemand erinnern? Da waren es hier in Kassel nachts bis zu -25°C und auch tagsüber nur -7°C, deswegen war ich doch öfters durchgefroren vom Weg ausm Büro nach Hause. Gut, damals war ich auch kein noch so großer Fan von langer Skisportunterwäsche wie heute ;-) Jedenfalls stach mir in einer Zeitschrift dieses Rezept ins Auge und Kartoffelsuppen jedweder Art machen sich doch gut bei Kälte. Etwas unsaisonal kommen noch Paprikaschoten mit rein und Cabanossi, eine Dauerwurst, die besonders in Süd- und Südosteuropa beliebt ist. Als zusätzliche Proteinzulage kommt auch ein Spiegelei dazu (das weiße unförmige hinten auf dem Teller), das bitte nicht weggelassen werden sollte, ohne schmeckt es nicht halb so gut! Auch ist diese Suppe eine gute Möglichkeit um die nach Gras schmeckenden, grünen Paprika aus diesen Paprikadreierpacks loszuwerden ;-) Einigermaßen fix geht es dazu :-)

Eigentlich eine perfekte Suppe für jetzt, falls jemand noch nicht weiß, was er so die nächsten zwei kalten Wochen kochen will. Hoffe ja, dass es noch bis in mindestens 2 Wochen so kalt bleibt, damit ich in Ruhe in Lenzen arbeiten kann und nicht vom Schneeschmelzehochwasser an der Elbe überrascht werde. Drückt mir die Daumen!

Paprikatopf

Zutaten für 4 Portionen:
600 g Paprikaschoten (gelb und rot)
700 g Kartoffeln
200 g Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
200 g Cabanossi
5 EL Öl
3 EL Paprikamark (z. B. Ajvar oder Erös Pista)
1/2 l Gemüsebrühe
1 TL getrockneter Thymian
Salz
Pfeffer
4 Stiele  Petersilie
4 Eier

1. Paprika putzen, waschen und ca. 1,5 cm groß würfeln. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls 1,5 cm groß würfeln. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Cabanossi in Scheiben schneiden, in 2 El heißem Öl anbraten und herausnehmen. Paprika, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch im Bratenfett anbraten.

2. Paprikamark, die Brühe und den Thymian zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze 20 Min. garen. Cabanossi 5 Min. vor Ende der Garzeit zugeben. Petersilie abzupfen und grob hacken. In einer beschichteten Pfanne 4 Spiegeleier in 3 El Öl braten, salzen und pfeffern. Eintopf evtl. nachwürzen, mit der Petersilie bestreuen und mit den Spiegeleiern servieren.

Quelle: Für jeden Tag 10/2004 via http://www.essen-und-trinken.de

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