Tiefster, anstrengender Winter an der Elbe

Die letzten Tage war es hier (wieder mal) ruhig, weil ich wieder im Dienste der Wissenschaft unterwegs war und im Rückdeichungsgebiet in Lenzen Fußabtreter in der Landschaft verteilt habe. Das warum, wieso, weshalb, wie würden hier zu weit gehen zu erklären, nehmt es einfach so hin, dass ich verrückt bin und im tiefsten Winter Plastefußabtretermatten in Landschaften verteile ;-) Es war wahnsinnig anstrengend, weil wir (meine liebsten Kolleginnen mit wechselnden Hilfen und ich) das gesamte Material zu Fuß durch das 420 ha-Gebiet schleppen/ziehen mussten und uns selbst durch knöchel- bis knietiefen Schnee hievten.

Am zweiten Tag erwartete uns dichter Nebel und tauender Schnee, trotzdem hatte es schon was beeindruckendes: wabernder Nebel, gefrorene, schneeverwehte Flutmulden vor verschwindenden Wäldchen. Wir drei hatten aber auch unseren Spaß, der nasse Schnee eignete sich bestens, um in einer Teepause unseren Schneemann Ingo zu bauen, wir waren eindeutig schon im Verzweiflungshumor-Stadium an dem Tag ;-)

Trotzdem kam zwei Tage später glatt noch die Sonne raus, was sich auch nicht schlecht macht auf Photos, oder? Es wurde so aber doch um einiges kälter, was mich dazu bewog doch noch eine vierte Hose anzuziehen. Ich bin seit diesem Winter ein großer Fan von langen Unterhosen, tolle Erfindung, sag ich Euch! Bei diesen Temperaturen waren die Flutmulden dann schon wieder komplett durchgefroren, so dass wir (mein Helfer und ich, die liebsten Kolleginnen waren schon abgereist) Jesus unter erleichterten Bedingungen spielen konnten und Abkürzungen über die gefrorenen Gewässer nehmen konnten :-) Hat uns einiges an Kilometern erspart …

Jedenfalls ist alles geschafft, 55 m Fußabtreter verteilt, es war körperlich verdammt anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht und das Hochwasser kann kommen!

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12 Kommentare zu “Tiefster, anstrengender Winter an der Elbe

  1. porcelinablue 22. Januar 2010 um 23:44 Reply

    Daumen hoch! Wer wissenschaftlichen Fortschritt hervorbringen will, muss eben Einsatz zeigen (sagte die Philosophin und lehnte sich zurück in ihrem Ohrensessel).

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  2. kochschlampe 23. Januar 2010 um 01:57 Reply

    Das nenne ich mal vollen Einsatz!

    Wundervolle Landschaft, aber nach spätestens 2,5 Stunden wäre mir wahrscheinlich kalt und ich würde ins beheizte Café zu einer heißen Schokolade wollen.

    Oder so.

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  3. lamiacucina 23. Januar 2010 um 06:37 Reply

    Fuchs und Hase werden Dir deinen Einsatz danken. Ist doch ein ganz anderes Leben in der Wildnis, wenn man über Fussabtretermatten trampeln kann.

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  4. Andrea 23. Januar 2010 um 06:55 Reply

    Oh mann, dafür könntest Du mich nicht gebrauchen, ich friere doch so schnell :-)

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  5. Anikó 23. Januar 2010 um 09:58 Reply

    porcelina, ich wußte, dass Du mich verstehen würdest ;-)

    Frau Kochschlampe und Andrea, glaubt mir, eins ist mir nicht geworden: kalt! Waren teilweise total durchgeschwitzt trotz Minustemperaturen. So 5 kg-Packungen Nägel sind auch ganz schön anstrengend zu schleppen im Rucksack ;-)

    Lamiacucina, ich glaube 60qm Fußabtreter in einem 420 ha-Gebiet fallen Fuchs und Hase kaum auf ;-) Aber zumindest die Wildpferdchen fanden die Dinger ganz interessant und ich hoffe, sie haben sie nicht zu sehr angeknabbert :-)

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  6. stampoasis 23. Januar 2010 um 23:16 Reply

    „Plastefußabtretermatten“ – das wort des jahres! aber dieser marsch im schnee *gggrrr* wäre nichts für mich. hier zeigt ich kann mir gut vorstellen, wie du dich gefreut hast, wieder zu hause sein.

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  7. Jutta 24. Januar 2010 um 18:52 Reply

    Hier auf der gemütlichen Couch liest sich das nicht schlecht. Ich bedauere dich aber auch ganz doll!

    Du solltest mit Cachen beginnen, da findest du bestimmt im Vorbeigehen das ein oder andere Döschen.

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  8. zwerg 24. Januar 2010 um 20:29 Reply

    ich wusste schon immer, dass du VERRÜCKT bist!

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  9. richensa 25. Januar 2010 um 19:43 Reply

    Wunderschöne Fotos, interessanter Bericht.
    Nur habe ich noch nicht verstanden, ob die Fußmatten beim nächsten Hochwasser davonschwimmen sollen oder verhindern sollen, dass man mit schlammigen Füßen zurück auf’s Trockene watet.
    Und Wildpferde hat’s da bei Lenzen? Toll!

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    • Anikó 25. Januar 2010 um 22:31 Reply

      Richensa, nein die sollen nicht wegschwimmen, sie wurden extra mit Nägeln im Boden festgenagelt. Sie sollen schön an Ort und Stelle bleiben, vom Hochwasser überschwemmt werden, Pflanzensamen einfangen und wenn das Hochwasser weg ist, werd ich sie wieder einsammeln … :)
      Ja, aber die Wildpferde sind da nicht von Natur aus, sondern extra dort ausgesetzt :)

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  10. […] 1000m-Bereich der DDR-Grenze, den niemand betreten durfte (wie auch mein Untersuchungsgebiet an der Elbe bei Lenzen), dementsprechend konnte sich die Natur über 40 Jahre (oder so) ungestört entwickeln. […]

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  11. […] ich wieder ins Bloggen reinkomme, nachdem ich zwei Wochen einsam und allein arbeitend am Lieblingsfluss verbrachte, ohne die Kraft und Lust abends noch großartig für mich zu kochen, dafür werde ich […]

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