Archiv für den Tag 7. Februar 2010

Káposztás tészta – Krautnudeln auf ungarisch

Der Ungar an sich hat es nicht so mit Sauce, außer bei Schmorgerichten wie Gulasch kenne ich eigentlich keine Sauce, nicht so wie hier in Deutschland Schweinebraten mit Sauce oder ’ne schicke Sauce mit Pfeffer zu einem ordentlichen Steak. Zu paniertem Schnitzel gibt es dort Kartoffeln oder Reis mit Salat dazu und auch ungarische Nudelgerichte schwimmen nicht wirklich in Sauce, eher werden andere trockene Zutaten unter die Nudeln gemischt. Ein Klassiker für Kinder sind „Mohnnudeln“, gekochte Nudeln die einfach mit einer Mohn-Puderzucker-Mischung bestäubt werden, so als Beispiel. Wirklich nicht meins, ich liebe Sauce zu Pasta! Tomatensauce, Carbonara, Käse-Sahne, Bolognese und Konsorten, je mehr je lieber :-)

Aber trotz aller Vorbehalte wagte ich mich an eine Version, die mir noch am saftigsten erschien: Krautnudeln oder auf ungarisch Kápostás tészta (gesprochen: kahpoßtahsch tehßta). Dazu wird Weißkohl etwas karamellisiert und so lange geschmort bis er goldig braun ist und dann mit gekochten kleinen Nudeln, entweder Fadennudeln oder Flecken (kleine rechteckige Nüdelchen) gemischt. Und jetzt kommt die persönliche Note rein. Zum Schluss würzt man das ganze nach persönlichem Geschmack, manche hauen sich Unmengen von Pfeffer auf die Krautnudeln, es gibt Leute wie mich, die sich dann eher Puderzucker darüber stäuben und damit in eine sehr delikate süße Richtung gehen *yummie* Und ja, ich weiß, dass hört sich für den ein oder andern im ersten Augenblick richtig fies an *ggg* Und ich war überrascht, es war äußerst schmackhaft, fand es wirklich gut und mit dem bunten Salat dazu, perfekt!

Káposztás tészta – Ungarische Krautnudeln

Zutaten für 2 reichhaltige Portionen:
3/4 Kopf Spitzkohl (ca. 700-800 g)
Salz
3-5 EL Öl, Schweineschmalz oder Gänseschmalz (geht auch gemischt)
2 TL Zucker
250 g rechteckige Nudeln oder auch Fadennudeln

optional: Puderzucker oder Pfeffer

(1) Den Kohl in feine Streifen hobeln oder schneiden. Gut salzen und erstmal für 15-20 Minuten zur Seite stellen.
(2) Das Fett (Kohl braucht wirklich eines an Fett, um lecker zu werden) einem Topf erhitzen, den Zucker einstreuen. Wenn der Zucker geschmolzen ist, den gut ausgedrückten Kohl in den Topf geben und bei mittlerer Hitze schön braun dünsten. Das dauert eher 40 Minuten als 10 Minuten. Aber zum Ende hin immer ein Auge drauf haben, damit der Kohl nicht anbrennt.
(3) Kurz bevor der Kohl fertig ist, die Nudeln nach Packungsanweisung kochen.
(4) Die Nudeln mit dem Kohl gut mischen. Je nach Belieben mit viel Pfeffer scharf würzen oder mit Puderzucker überstreuen.

Dazu: frischer, bunter Salat

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