Graupenrisotto mit geschmortem Radicchio

Graupen, komisches Wort, oder? Aber schick sehen sie aus, finde ich! Ich habe so überhaupt keine Graupenvergangenheit. Soll ja Familien geben, bei denen es Suppe mit Graupeneinlage alle Nase lang gibt. Kenn ich nicht, nie gegessen, komplett unbekannt. Als ich dann beim Gewürzdealer meines Vertrauens (hat leider keine Homepage, sonst würde ich sie andauernd verlinken *g*) welche sah, nahm ich aus Spaß eine 250 g-Packung mit. Kostet ja auch nicht die Welt … Ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, wofür ich die benutze … Als ich dann eines Tages mal wieder mein Alpenküche-Buch durchblätterte (oder eher studierte *g*) stach mir ein Rezept mit risotto-artiger Zubereitungsweise ins Auge. Mit Blauschimmelkäse und Radicchio, der geschmort werden soll. Und da ich den in der Art und Weise schon lange ausprobieren wollte, stand der Entschluss fest.

Und es war so einfach zu machen, innerhalb von ’ner dreiviertel Stunde steht das Essen auf dem Tisch ohne große Anstrengung. Und es schmeckt wirklich famos! Cremige Graupen mit etwas strengerem Käsegeschmack und dazu der süß-bittere warme Salat. Sehr schöne Kombination, die es ab jetzt wohl öfter bei mir geben wird! Allein der geschmorte Radicchio, kommt ins Repertoire, total großartigst!

Graupenrisotto mit Gorgonzola und Radicchio

Zutaten für 2 Portionen:
1 kleiner Kopf Radicchio
1 Frühlingszwiebel
3 TL Butter
20 g Gerstengraupen (auch Rollgerste genannt)
500 ml Brühe
1 TL Zucker
60 ml Rotwein
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
50 g Gorgonzola (im Originalrezept Vacherin, ersatzweise auch Tallegio)

(1) Radicchio putzen, welke Bläter entfernen und in 6-8 Spalten schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen, waschen und in Ringe schneiden.
(2) 1 TL Butter in einem Topf erhitzen, Frühlingszwiebelringe andünsten, Graupen und Brühe dazu geben und alles bei schwacher Hitze 30 Minuten köcheln lassen.
(3) Währenddessen die restliche Butter mit dem Zucker in einer Pfanne erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Die Radicchiospalten vorsichtig hineinlegen (spritzendes Karamell ist nicht soo prickelnd auf der Hand), kurz anbraten und mit dem Rotwein ablöschen. Salzen, pfeffern und 10 Minuten zugedeckt schmurgeln lassen. Der Rotwein sollte am Ende stark eingekocht sein.
(4) Die Petersilie waschen, trocknen, Blättchen abzupfen und hacken. Den Gorgonzola in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit der Familie unter die Graupen mischen.
Sowohl die Graupen als auch den geschmorten Radicchio schnieke auf Tellern anrichten und genießen!

Quelle: Bingemer Susanna, Gerlach Hand (2007): Alpenküche – Genuss & Kultur. Gräfe und Unzer Verlag München. Seite 61

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10 Kommentare zu “Graupenrisotto mit geschmortem Radicchio

  1. Petra aka Cascabel 23. Februar 2010 um 16:40 Reply

    Alleine die Erwähnung des Begriffs „Graupen“ erweckt in meinem Göttergatten Mordgelüste. Natürlich macht’s dann um so mehr Spaß, ihn immer mal wieder einfließen zu lassen ;-) Aber ich glaube, wenn ich die Teile wirklich auf den Tisch bringe, ist’s mit der Freundschaft aus.. Das will ich dann doch nicht herausfordern.

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  2. la grosse mere 23. Februar 2010 um 18:20 Reply

    Oh, ich hab kein Graupentrauma. Gab’s bei uns nie. Weiß aber noch, daß uns mal unser Grundschullehrer erklärt hat, was Graupen sind.
    Meinst Du, dieses Graupotto (äh… Was heißt Graupe auf Italienisch?!) schmeckt auch kalt? Kaltes Risotto is ja eher nicht so der Bringer… aber ich bin ja ein Mittagessen-kalt-verzehrer…
    Radicchio, hmmmm, vielleicht in dieser Kombi, ja, warum nicht mal versuchen!

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  3. Anikó 23. Februar 2010 um 20:54 Reply

    Petra, die Abneigung des Gatten kann ich nicht nachvollziehen, die haben ja kaum Eigengeschmack und den find ich eher angenehm, aber vielleicht ist da eine graupenreiche Kindheit schuld? ;-)

    La grosse mere, ich hab ja auch immer Reste übrig, also ist kalt essbar, aber warm (auch aufgewärmt) wesentlich angenehmer zu essen. Ich fand den Radicchio wirklich wunderbar, lohnt sich auszutesten oder biste kein Fan von bitteren Salaten?

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    • la grosse mere 23. Februar 2010 um 21:34 Reply

      nicht so wirklich – aber oft ess ich radicchio auch nicht – wann war nochmal das letzte mal…? also vielleicht einfach mal wieder probieren und schauen, ob’s mir inzwischen vielleicht doch schmeckt!

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      • Anikó 23. Februar 2010 um 21:43

        Kannst ja nen bißchen mehr Zucker ranmachen, damit die Bitterstoffe neutralisiert werden oder ich glaube auch kurzes einlegen in lauwarmes Wasser entzieht dem Salat das bittere ein bißchen mehr :-)

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    • Petra aka Cascabel 24. Februar 2010 um 08:25 Reply

      Ich glaube, das ist eher die Konsistenz, die Helmut nicht mag. Meine Mutter verabscheute die übrigens auch, nannte sie „Kälberzähne“, deshalb kamen sie bei uns nie auf den Tisch.

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  4. Mestolo 23. Februar 2010 um 21:08 Reply

    Graupen finde ich auch prima und die hier gefallen mir besonders gut, weil die so eine schöne Farbe haben. Rezept ist gespeichert.

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  5. Chaosqueen 25. Februar 2010 um 23:39 Reply

    Graupenrisotto gab es bei uns auch schon einmal und mir hat es sehr gut geschmeckt. Dabei fällt mir ein, dass ich damals nur die Hälfte der Packung verwendet hatte, also müsste ich noch genug Graupen für ein zweites Risotto haben.
    Auf den Radicchio-Salat freue ich mich schon, ich mag es gerne etwas bitter.

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  6. Aurinko 26. Februar 2010 um 13:54 Reply

    Graupen sind bei uns ein Arme-Leute-Essen. Das was du da gekocht hast, würde man wohl als „Ritschert“ bezeichnen. Schmeckt aber trotzdem gut. Arme-Leute-Küche ist doch sowieso was für’s Herz!

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  7. stampoasis 26. Februar 2010 um 23:09 Reply

    ich finde graupen auch sehr schmackhaft. soweit ich mich erinnere, wolltest du auch „meinen“ tomaten-weisskohl-eintopf auch ausprobieren, für mich gehören da einfach graupen mit rein….

    dafür nehme ich dieses tolle gericht mit,-) denn radicchio mag ich auch sehr gerne…

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