Archiv für den Tag 12. März 2010

Spanischer Kartoffelsalat

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Kartoffelsalatrezepten. Ich mag diese unkomplizierten Gerichte, die schmecken, wenn man sie frisch zubereitet und sich aber auch noch am nächsten Tag gut zur Arbeit transportieren lassen ohne allzu matschig zu werden. Und ich bin da offensichtlich nicht die einzige, wenn ich mir Stephs aktuellen Hilfeschrei angucke ;-)

Diesen Salat entdeckte ich bei in Sarah Wieners Kochbuch „Frau am Herd„, dass ich sehr gerne mag. Schöne, oftmals vegetarische Rezepte, mal ein wenig abseits der mir bekannten Geschmackswegen und genauso gut aber auch klassische österreichische Gerichte präsentiert. Klar, sie ist manchmal ein bißchen lehrerinnenhaft, aber ich kann da ganz gut drüber wegsehen (vielleicht bin ich ja selbst ein wenig so *g*). Dieser Salat erinnerte mich fatal an einen Salat aus Ungarn, der oft zu Familienfeiern gemacht wird. Der nennt sich Francia saláta (Französischer Salat) und hat statt des Eis und des Thunfischs Äpfel drin, aber sonst auch mit Kartoffeln, Möhren und Erbsen. Früher mochte ich den allerdings nicht, weil er mit Mayo und Erbsen und Möhren aus Dosen (kam mir zumindest so vor) zubereitet wurde. Gruselig! Na gut, dieser hier verlangt auch nach Mayonnaise, aber da ich nie welche im Haus habe, musste ich auch also selbst welche machen. Da fiel mir ein, dass Petra mal eine mit dem Pürierstab gemacht hat und dabei ganz gekonnt vor Sohns Kamera agierte als würde sie das jeden Tag machen :-) Es ging so einfach, ein Traum! Dabei wird Mayo pur nie mein Lieblingsessen, aber so wie in dem Kartoffelsalat-Rezept beschrieben mit Joghurt und Extra-Zitronensaft, doch sehr essbar. Die Möhren und Erbsen wurden frisch gekocht und waren dementsprechend noch knackig.
Alles in allem ein wirklich schöner Kartoffelsalat, der nicht kompliziert zu kochen ist, nur ein paar Töpfe mehr als sonst werden benötigt. Die Kombination mit den Erbschen und Möhren im Salat ist doch sehr gut, wird es wieder geben! Allerdings ohne Thunfisch …

Noch ein Wort dazu. Ich weiß das die Thunfisch-Arten vom akut Aussterben bedroht sind, dem wohl am stärksten befischten Blauflossen-Thun wird ein Aussterben 2012 vorausgesagt, das ist in 2 Jahren! Ich habe für dieses Rezept meine letzte Dose Thunfisch aufgebracht, die sich noch im Schrank befand und die ich kaufte, bevor ich von der ganzen Dramatik wußte (esse sonst kaum Fisch).  Ich werde in Zukunft definitiv keinen Thunfisch mehr essen oder kaufen. Ich will und werde nicht mehr dazu beitragen, dass eine Art, die so wertvoll für die marinen Ökosysteme ist, noch weiter dezimiert wird! (gilt natürlich auch für alle andere gefährdete Fischarten!)
Für weitere Informationen, auch welche Fische man auf keinen Fall essen sollte, welche man guten Gewissens verarbeiten kann, kann man bei Greenpeace den Fischratgeber herunterladen im praktischen Taschenformat zum Mitnehmen :-)

Spanischer Kartoffelsalat – Ensaladilla rusa

Zutaten für 4 Portionen:
600 g festkochende Kartoffeln
4 Eier
300 g Erbsen (hier: TK-Erbsen)
300 g Möhren
300 g Thunfisch, im eigenen Saft (hier: 150 g)

Für die Mayonnaise:
1 ganzes Ei
200 ml Öl
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Zitronensaft

150 g Joghurt
Zitronensaft zum Abschmecken

(1) Kartoffeln in Schale kochen, pellen und in Würfel schneiden. Die Eier in 10-12 Minuten hart kochen, ebenfalls pellen und in Würfel schneiden.
(2) Die Möhren schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Möhren und Erbsen in einem Topf mit wenig Salzwasser in 6-8 bißfest garen.
Alles in einer Schüssel mischen.
(3) WICHTIG: Die Zutaten für die Mayonnaise müssen alle zimmerwarm sein! Das Ei in einen hohen Behälter geben, dann das Öl zugeben, den Senf, Salz, Pfeffer, Zitronensaft. Den Pürierstab in den Becher ganz unten halten, anstellen und langsam hochziehen. Dann sollten sich die Zutaten eigentlich gut verbinden und eine cremige Mayo entstehen. Nochmals abschmecken. Dann den Joghurt mit noch mehr Zitronensaft zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(4) Die Salatsauce über die vorbereiteten Zutaten geben. Den Thunfisch abtropfen lassen, zerzupfen und vorsichtig unterheben. Einige Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen.

Genießen! (Auch gerne ohne Thunfisch!)

Quelle: Wiener, S. (2008): Frau am Herd. Knaur Verlag. Seite 14

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