Archiv für den Monat April 2010

Johannisbeertorte, die eigentlich eine Rhabarbertorte ist

Ostern ist schon wieder drei Wochen her, aber trotzdem wollte ich noch schnell unseren Osterkuchen vorstellen. Wieder ein Rezept aus Frau Mamas altem DDR-Kochbuch, irgendwie mögen wir diese alten Rezepte. Und eigentlich ist es ein Rhabarbter-Torten Rezept. (Ja, da steht Torte. Für mich sind Torten alles was mehr als eine Schicht beinhaltet, in diesem Fall der Boden und der Baiser. Quarktorte hat auch mehr als zwei Schichten, also Torte für mich, egal ob da jetzt was rohes dabei ist oder nicht ;-) *Richtung Frau Kochschlampe und Steph guckend* *g*) Jedenfalls hatten wir keinen Rhabarber, aber noch eingefrorene Johannisbeeren aus dem heimischen Garten, die verbraucht werden wollen bevor die nächsten reif sind. Rhabarber sauer, Johannisbeeren sauer, wird ersetzt :-) Eigentlich ist sie auch wirklich ganz leicht zu machen, Rührteig machen, Früchte drauf verteilen, backen, Baisermasse schlagen, drauf und fertig backen … Nur die Baisermasse machte bei mir Probleme, die wurde partout nicht fest. Mit dem Zucker drin war sie wunderschön glänzend und wohlschmeckend, nur eben noch zähflüssig. Hab ich sie nicht lange genug geschlagen, hab ich sie schon zu lange geschlagen? Keine Ahnung *schulterzuck* Aber so schnell gebe ich nicht auf, wenn das mal mit Rhabarber austeste, wird das Baiser nochmal gemacht :-) Trotzdem ließ es sich gut verteilen, ich habe auch noch ein bißchen Muster hinein bekommen und geschmacklich war es gebacken ’ne eins! Überhaupt ist diese Torte echt köstlich! Säuerliche Früchtchen mit süßem Baiser auf saftigem Boden (ich mag ihn ja am zweiten Tag immer lieber, wenn er etwas durchgesippscht ist *g*)! Ist definitiv lohnenswert, den mal nachzubacken!

Johannisbeertorte

Teig:
150 g Mehl
75 g Stärkemehl
1 1/2 TL Backpulver
150 g Margarine
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
1 Eigelb

Belag:
600 g Johannisbeeren (frisch oder TK, dann angetaut)
oder 600 g Rhabarber, geputzt und 3 cm lange Stück geschnitten
3 Eiweiß
1 Prise Salz
Zitronensaft
175 g Zucker

(1) Das Mehl mit der Stärke und dem Backpulver mischen. Die weiche Margarine mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Die Eier und das Eigelb nach und nach mit je einem Löffel Mehlgemisch unterrühren bis das Mehl verbraucht ist.
(2) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(3) Eine 26cm-Springform einfetten und den Teig einfüllen.
(4) Die Johannisbeeren putzen (oder antauen lassen) und auf dem Teig verteilen. In den vorgeheizten Ofen schieben und 25 Minuten backen.
(5) Das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und zuletzt ganz langsam die 175 g Zucker drunter schlagen. Ebenso vorsichtig den Zitronensaft unterrühren.
(6) Die Baisermasse auf die Torte spritzen und (versuchen) ein schickes Muster reinzubasteln. Nochmals für 20 Minuten in den Ofen.

Abkühlen lassen, aufschneiden, genießen!

Quelle: DDR-Kochbuch (wird nachgeliefert)

Bratnudeln – Fixes Essen für gestresste Wald-und-Wiesen-Biologen

Wenn man mal einen Blick nach draußen wirft: die Bäume fangen an zu sprießen, die Windröschen blühen im Wald, auf den Wiesen fängt es auch langsam an zu grünen und die ersten Löwenzähne blühen schon. Ohne Zweifel, es ist Frühling! Und das heißt für den gemeinen Botaniker: die Freilandsaison hat angefangen!  *freu* In meinem Fall bedeutet  das: Vorexkursionen für Studenten, die richtigen Exkursionen mit Studenten (inclusive Vor- und Nachbereitungen) und noch alle Nase lang zur Elbe fahren und in meinem Untersuchungsgebiet nach dem rechten sehen :-) Das hat dann auch zur Folge, dass es hier wohl wieder etwas ruhiger werden wird, weil ich einfach nicht so oft zu Hause sein werde und wenn dann eher k.o. und kurz vorm einpennen *g* Also nicht wundern :)

Und auch das große, manchmal langwierige Kochen (ich mag es durchaus, wenn ich lange für ein Essen brauche) wird weniger werden. Nur schnelle Gerichte, die man auch in Halbtrance zaubern kann, funktionieren ganz gut und werden auch gebraucht ;-) Und im Idealfall hab ich am Tag vorher dran gedacht und ein paar Sachen vorbereitet, wie zum Beispiel schon ein paar Nudeln mehr gekocht für diese wirklich fixen Bratnudeln :-)

Es ist ganz einfach! Eine Portion gekochte Nudeln (Penne oder Fussili sind super), in heißem Öl anbraten, 2-3 Eier aufschlagen und drüber geben. Salzen, pfeffern. So lange braten bis das Ei nach Wunsch gestockt. Zwischenzeitlich einige Basilikumblätter fein schneiden. Soviel Ketchup wie man mag (bei mir eher mehr) drüber geben und mit erhitzen. Nochmals abschmecken, auf einen Teller geben und mit dem Basilikum bestreuen. Dazu einen frischen bunten Salat und glücklich sein :-)

Die nächsten Wochen werde ich erstmal viel unterwegs sein, aber hoffe, dass ich trotzdem bloggen kann! Und ach ja, Kommentare werden auch wieder etwas weniger, aber versuche trotzdem Euren Küchenzaubereien zu folgen :-)

Ein Tag am Meer

Na gut, nur ein Nachmittag, aber immerhin! Wenn an einem 25. März strahlender Sonnenschein zu sehen ist und man eh Urlaub hat, kann man auch fix mal an den Strand fahren … Sind ja nur 30 Minuten vom Tür zumachen bis am Strand ankommen, wenn man die S-Bahn punktgenau erwischt ;-)

Angekommen in Warnemünde sieht man als erstes den „Alten Strom“ mit seinen Fischkuttern und Ausflugsschiffen …

Das erste Eis der Saison aus der besten Eisdiele, nämlich „Die Eisdiele“ (Am Strom 102, Rostock-Warnemünde): Blutorange und Joghurt-Kirsch. Guut!

Blick auf die Mole mit dem Leuchtturm …

… der von einer Fähre gerammt wird ;-)

Meer, ganz viiiel Meer mit klitzekleinem Boot …

Blick von der Mole zum Strand

Mutiges ich: 25. März, Lufttemperatur 19°C, Wassertemperatur 4°C, man fühlt 3 Sekunden eiskaltes Wasser und danach nicht mehr wirklich viel, länger als eine halbe Minute halte ich das nicht aus, habe aber an dem Tag 10-12jährige Jungs begeistert ins Wasser springen sehen *brrr*

Weit gucken können, viel Wasser, so muss Landschaft für mich aussehen *g*

Typisches Strandgut: Herz- und Miesmuschel

Meine Must-Haves für ein paar Stunden am Strand: gutes Buch, gute Musik (man will ja nicht unbedingt die Gespräche in der Nähe mitbekommen), Trinken und Unterlage (der Sand ist im März definitiv noch zu kalt, um länger ohne Unterlage drauf zu sitzen). Dann Sonne genießen, Vitamin D tanken, Wind um die Nase wehen lassen, Leute beobachten, im Buch lesen. Großartiger Nachmittag!

Die trocknenden Füße: ein bißchen Strand nimmt man immer mit nach Hause ;-)

Strandleben an einem Donnerstagnachmittag.

Der „Teepott“ Warnemünde vom Strand aus gesehen, irgendwie saß ich wohl schief ;-)

Ein typisches Warnemünder Gässchen.

Sonnenuntergang am Meer. Ok, der war zwei Tage später als ich mit Frau Kochschlampe dort spazieren ging. Aber nicht minder schön!

So, und vielleicht konnte ich doch dem ein oder anderen ein paar Sommergefühle geben oder Lust auf einen Strandurlaub an der Ostsee machen :-)

Minestrone mit Hackbällchen

Wohnungsfertigstellung in der Ostseeheimat, die letzten größeren Arbeiten, die noch anstehen und zwar ein Bohrmarathon, um Vitrinen, Regale, Lampen zu befestigen. Und dafür bin ich leider überhaupt nicht geschaffen, ich hasse das Geräusch von Schlagbohrmaschinen! Schon als kleines Kind hab ich sofort ohrenzuhaltend den betreffenden Raum verlassen und würde es heute am liebsten noch so machen. So opferte sich Frau Mama nochmal für den Vormittag und ich schmiss zu Hause Haushalt, kochte und buk für uns :-)

Ostern gerät, wie auch Weihnachten, gerne etwas üppig, was einfach an den zwei Feiertagen nacheinander liegt, da wollte ich ein leichtes Süppchen machen. Und als Zugeständnis für Herrn Papa, die in der Suppe gegarten Hackbällchen. Leider trat mal wieder meine Unfähigkeit personengerecht zu kochen zu Tage. Es ist eine Minestrone bei rausgekommen, die für fast 3 x soviele Esser gereicht hätten, als den Mittag am Tisch saßen. Aber es ist alles alle geworden über die kommenden Tage und Zwerg hatte sich auch noch einen Teil mitgenommen. Die Suppe war wunderbar gemüsig und die Hackbällchen gaben der Suppe auch noch einen netten Geschmack. Sehr feines Süppchen! Und mit schön großen Gemüsestücken, wie es die Familie liebt! Mit ein paar Parmesanspänen obenauf wäre es perfekt gewesen, hatten wir aber nicht …

Minestrone mit Hackbällchen

Zutaten für 8 Portionen

Für die Minestrone:
100 g getrocknete Bohnen (hier: Wachtelbohnen)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
3 Möhren
2 Kartoffeln
2 handvoll grüne Bohnen
1/8 Sellerieknolle
1 Fenchelknolle
1 kleinere Zucchini
1 Stange Porree (oder Lauch)
1 Spitzpaprikaschote
1/4 Blumenkohl
1 kleine Dose geschälte Tomaten (400 g)
Salz, Pfeffer
einige Zweige Thymian

Für die Hackbällchen:
500 g gemischtes Hack
1 Zwiebel
1 Ei
Salz
Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
4 EL Paniermehl

(1) Am Tag vorher: Die Bohnen in kaltem Wasser einweichen.
(2) Die Bohnen im Einweichwasser aufkochen lassen und ca. 1,5 Stunden bei leiser Hitze köcheln lassen. Dabei öfters umrühren, damit sie nicht am Boden anbrennen.
(3) Währenddessen das Gemüse vorbereiten. Möhren und Kartoffeln schälen und in etwa gleich große Scheiben schneiden. Von den grünen Bohnen die Ende abschneiden, dritteln oder halbieren je nach Grüße und waschen. Das Stück Sellerieknolle schälen und in dünnere Scheiben schneiden. Die Fenchelknolle waschen, das Ende und die länger abstehenden Enden abschneiden. Dann die Knolle halbieren, den harten inneren Strunk  heraus und die beiden Hälften in dünne Streifen schneiden. Die Zucchini waschen und in Scheiben schneiden. Vom Porree das Wurzelende und die dunkelgrünen harten Blattenden abschneiden, die Stange halbieren. Dann unter fließendem Wasser die Erde heraus waschen, in dicke Halbringe schneiden. Spitzpaprika waschen, halbieren, Kern herausschneiden und in Streifen schneiden. Von dem Blumenkohl die Röschen abtrennen, zu klein sollten sie nicht sein. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe abziehen und fein hacken.
(4) Für die Hackbällchen die Zwiebel pellen und fein würfeln. Die Petersilie waschen, gut trocken schütteln und fein wiegen. Zusammen mit dem Hack, Ei, Salz, Pfeffer und Paniermehl in eine Schüssel geben und gut durchkneten.  Tischtennisballgroße Bällchen formen und erstmal zur Seite stellen.
(5) In einem großen Top (hier war es ein 5l-Topf, der zum Schluss voll war) einen guten Schluck Olivenöl bei mittlerer Hitze erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel glasig andünsten. Dann die Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Fenchel zu geben und etwas andünsten lassen. Die Tomaten in der Dose mit den Messer etwas zerteilen und samt Saft zum Gemüse geben. Gut mit Salz und Pfeffer würzen. Eventuell mit Wasser auffüllen, wenn die Tomatenflüssigkeit nicht reicht, so dass das gesamte Gemüse bedeckt ist. Aufkochen lassen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Die Zucchini, vorgekochten, ehemals getrockneten Bohnen, frischen grünen Bohnen, Porree, Blumenkohl und Thymianzweige zugeben, mit Wasser auffüllen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Hackbällchen ebenfalls in die Suppe geben. Gegebenfalls noch mehr Wasser auffüllen, dass es auch wirklich eine Suppe ist. So lange bei mittlerer Hitze kochen lassen bis das Gemüse gar sind.

Mit etwas Parmesan bestreut und frischem Brot servieren!
Genießen!

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