Archiv für den Monat April 2010

Johannisbeertorte, die eigentlich eine Rhabarbertorte ist

Ostern ist schon wieder drei Wochen her, aber trotzdem wollte ich noch schnell unseren Osterkuchen vorstellen. Wieder ein Rezept aus Frau Mamas altem DDR-Kochbuch, irgendwie mögen wir diese alten Rezepte. Und eigentlich ist es ein Rhabarbter-Torten Rezept. (Ja, da steht Torte. Für mich sind Torten alles was mehr als eine Schicht beinhaltet, in diesem Fall der Boden und der Baiser. Quarktorte hat auch mehr als zwei Schichten, also Torte für mich, egal ob da jetzt was rohes dabei ist oder nicht ;-) *Richtung Frau Kochschlampe und Steph guckend* *g*) Jedenfalls hatten wir keinen Rhabarber, aber noch eingefrorene Johannisbeeren aus dem heimischen Garten, die verbraucht werden wollen bevor die nächsten reif sind. Rhabarber sauer, Johannisbeeren sauer, wird ersetzt :-) Eigentlich ist sie auch wirklich ganz leicht zu machen, Rührteig machen, Früchte drauf verteilen, backen, Baisermasse schlagen, drauf und fertig backen … Nur die Baisermasse machte bei mir Probleme, die wurde partout nicht fest. Mit dem Zucker drin war sie wunderschön glänzend und wohlschmeckend, nur eben noch zähflüssig. Hab ich sie nicht lange genug geschlagen, hab ich sie schon zu lange geschlagen? Keine Ahnung *schulterzuck* Aber so schnell gebe ich nicht auf, wenn das mal mit Rhabarber austeste, wird das Baiser nochmal gemacht :-) Trotzdem ließ es sich gut verteilen, ich habe auch noch ein bißchen Muster hinein bekommen und geschmacklich war es gebacken ’ne eins! Überhaupt ist diese Torte echt köstlich! Säuerliche Früchtchen mit süßem Baiser auf saftigem Boden (ich mag ihn ja am zweiten Tag immer lieber, wenn er etwas durchgesippscht ist *g*)! Ist definitiv lohnenswert, den mal nachzubacken!

Johannisbeertorte

Teig:
150 g Mehl
75 g Stärkemehl
1 1/2 TL Backpulver
150 g Margarine
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
1 Eigelb

Belag:
600 g Johannisbeeren (frisch oder TK, dann angetaut)
oder 600 g Rhabarber, geputzt und 3 cm lange Stück geschnitten
3 Eiweiß
1 Prise Salz
Zitronensaft
175 g Zucker

(1) Das Mehl mit der Stärke und dem Backpulver mischen. Die weiche Margarine mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Die Eier und das Eigelb nach und nach mit je einem Löffel Mehlgemisch unterrühren bis das Mehl verbraucht ist.
(2) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(3) Eine 26cm-Springform einfetten und den Teig einfüllen.
(4) Die Johannisbeeren putzen (oder antauen lassen) und auf dem Teig verteilen. In den vorgeheizten Ofen schieben und 25 Minuten backen.
(5) Das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und zuletzt ganz langsam die 175 g Zucker drunter schlagen. Ebenso vorsichtig den Zitronensaft unterrühren.
(6) Die Baisermasse auf die Torte spritzen und (versuchen) ein schickes Muster reinzubasteln. Nochmals für 20 Minuten in den Ofen.

Abkühlen lassen, aufschneiden, genießen!

Quelle: DDR-Kochbuch (wird nachgeliefert)

Bratnudeln – Fixes Essen für gestresste Wald-und-Wiesen-Biologen

Wenn man mal einen Blick nach draußen wirft: die Bäume fangen an zu sprießen, die Windröschen blühen im Wald, auf den Wiesen fängt es auch langsam an zu grünen und die ersten Löwenzähne blühen schon. Ohne Zweifel, es ist Frühling! Und das heißt für den gemeinen Botaniker: die Freilandsaison hat angefangen!  *freu* In meinem Fall bedeutet  das: Vorexkursionen für Studenten, die richtigen Exkursionen mit Studenten (inclusive Vor- und Nachbereitungen) und noch alle Nase lang zur Elbe fahren und in meinem Untersuchungsgebiet nach dem rechten sehen :-) Das hat dann auch zur Folge, dass es hier wohl wieder etwas ruhiger werden wird, weil ich einfach nicht so oft zu Hause sein werde und wenn dann eher k.o. und kurz vorm einpennen *g* Also nicht wundern :)

Und auch das große, manchmal langwierige Kochen (ich mag es durchaus, wenn ich lange für ein Essen brauche) wird weniger werden. Nur schnelle Gerichte, die man auch in Halbtrance zaubern kann, funktionieren ganz gut und werden auch gebraucht ;-) Und im Idealfall hab ich am Tag vorher dran gedacht und ein paar Sachen vorbereitet, wie zum Beispiel schon ein paar Nudeln mehr gekocht für diese wirklich fixen Bratnudeln :-)

Es ist ganz einfach! Eine Portion gekochte Nudeln (Penne oder Fussili sind super), in heißem Öl anbraten, 2-3 Eier aufschlagen und drüber geben. Salzen, pfeffern. So lange braten bis das Ei nach Wunsch gestockt. Zwischenzeitlich einige Basilikumblätter fein schneiden. Soviel Ketchup wie man mag (bei mir eher mehr) drüber geben und mit erhitzen. Nochmals abschmecken, auf einen Teller geben und mit dem Basilikum bestreuen. Dazu einen frischen bunten Salat und glücklich sein :-)

Die nächsten Wochen werde ich erstmal viel unterwegs sein, aber hoffe, dass ich trotzdem bloggen kann! Und ach ja, Kommentare werden auch wieder etwas weniger, aber versuche trotzdem Euren Küchenzaubereien zu folgen :-)

Ein Tag am Meer

Na gut, nur ein Nachmittag, aber immerhin! Wenn an einem 25. März strahlender Sonnenschein zu sehen ist und man eh Urlaub hat, kann man auch fix mal an den Strand fahren … Sind ja nur 30 Minuten vom Tür zumachen bis am Strand ankommen, wenn man die S-Bahn punktgenau erwischt ;-)

Angekommen in Warnemünde sieht man als erstes den „Alten Strom“ mit seinen Fischkuttern und Ausflugsschiffen …

Das erste Eis der Saison aus der besten Eisdiele, nämlich „Die Eisdiele“ (Am Strom 102, Rostock-Warnemünde): Blutorange und Joghurt-Kirsch. Guut!

Blick auf die Mole mit dem Leuchtturm …

… der von einer Fähre gerammt wird ;-)

Meer, ganz viiiel Meer mit klitzekleinem Boot …

Blick von der Mole zum Strand

Mutiges ich: 25. März, Lufttemperatur 19°C, Wassertemperatur 4°C, man fühlt 3 Sekunden eiskaltes Wasser und danach nicht mehr wirklich viel, länger als eine halbe Minute halte ich das nicht aus, habe aber an dem Tag 10-12jährige Jungs begeistert ins Wasser springen sehen *brrr*

Weit gucken können, viel Wasser, so muss Landschaft für mich aussehen *g*

Typisches Strandgut: Herz- und Miesmuschel

Meine Must-Haves für ein paar Stunden am Strand: gutes Buch, gute Musik (man will ja nicht unbedingt die Gespräche in der Nähe mitbekommen), Trinken und Unterlage (der Sand ist im März definitiv noch zu kalt, um länger ohne Unterlage drauf zu sitzen). Dann Sonne genießen, Vitamin D tanken, Wind um die Nase wehen lassen, Leute beobachten, im Buch lesen. Großartiger Nachmittag!

Die trocknenden Füße: ein bißchen Strand nimmt man immer mit nach Hause ;-)

Strandleben an einem Donnerstagnachmittag.

Der „Teepott“ Warnemünde vom Strand aus gesehen, irgendwie saß ich wohl schief ;-)

Ein typisches Warnemünder Gässchen.

Sonnenuntergang am Meer. Ok, der war zwei Tage später als ich mit Frau Kochschlampe dort spazieren ging. Aber nicht minder schön!

So, und vielleicht konnte ich doch dem ein oder anderen ein paar Sommergefühle geben oder Lust auf einen Strandurlaub an der Ostsee machen :-)

Minestrone mit Hackbällchen

Wohnungsfertigstellung in der Ostseeheimat, die letzten größeren Arbeiten, die noch anstehen und zwar ein Bohrmarathon, um Vitrinen, Regale, Lampen zu befestigen. Und dafür bin ich leider überhaupt nicht geschaffen, ich hasse das Geräusch von Schlagbohrmaschinen! Schon als kleines Kind hab ich sofort ohrenzuhaltend den betreffenden Raum verlassen und würde es heute am liebsten noch so machen. So opferte sich Frau Mama nochmal für den Vormittag und ich schmiss zu Hause Haushalt, kochte und buk für uns :-)

Ostern gerät, wie auch Weihnachten, gerne etwas üppig, was einfach an den zwei Feiertagen nacheinander liegt, da wollte ich ein leichtes Süppchen machen. Und als Zugeständnis für Herrn Papa, die in der Suppe gegarten Hackbällchen. Leider trat mal wieder meine Unfähigkeit personengerecht zu kochen zu Tage. Es ist eine Minestrone bei rausgekommen, die für fast 3 x soviele Esser gereicht hätten, als den Mittag am Tisch saßen. Aber es ist alles alle geworden über die kommenden Tage und Zwerg hatte sich auch noch einen Teil mitgenommen. Die Suppe war wunderbar gemüsig und die Hackbällchen gaben der Suppe auch noch einen netten Geschmack. Sehr feines Süppchen! Und mit schön großen Gemüsestücken, wie es die Familie liebt! Mit ein paar Parmesanspänen obenauf wäre es perfekt gewesen, hatten wir aber nicht …

Minestrone mit Hackbällchen

Zutaten für 8 Portionen

Für die Minestrone:
100 g getrocknete Bohnen (hier: Wachtelbohnen)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
3 Möhren
2 Kartoffeln
2 handvoll grüne Bohnen
1/8 Sellerieknolle
1 Fenchelknolle
1 kleinere Zucchini
1 Stange Porree (oder Lauch)
1 Spitzpaprikaschote
1/4 Blumenkohl
1 kleine Dose geschälte Tomaten (400 g)
Salz, Pfeffer
einige Zweige Thymian

Für die Hackbällchen:
500 g gemischtes Hack
1 Zwiebel
1 Ei
Salz
Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
4 EL Paniermehl

(1) Am Tag vorher: Die Bohnen in kaltem Wasser einweichen.
(2) Die Bohnen im Einweichwasser aufkochen lassen und ca. 1,5 Stunden bei leiser Hitze köcheln lassen. Dabei öfters umrühren, damit sie nicht am Boden anbrennen.
(3) Währenddessen das Gemüse vorbereiten. Möhren und Kartoffeln schälen und in etwa gleich große Scheiben schneiden. Von den grünen Bohnen die Ende abschneiden, dritteln oder halbieren je nach Grüße und waschen. Das Stück Sellerieknolle schälen und in dünnere Scheiben schneiden. Die Fenchelknolle waschen, das Ende und die länger abstehenden Enden abschneiden. Dann die Knolle halbieren, den harten inneren Strunk  heraus und die beiden Hälften in dünne Streifen schneiden. Die Zucchini waschen und in Scheiben schneiden. Vom Porree das Wurzelende und die dunkelgrünen harten Blattenden abschneiden, die Stange halbieren. Dann unter fließendem Wasser die Erde heraus waschen, in dicke Halbringe schneiden. Spitzpaprika waschen, halbieren, Kern herausschneiden und in Streifen schneiden. Von dem Blumenkohl die Röschen abtrennen, zu klein sollten sie nicht sein. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe abziehen und fein hacken.
(4) Für die Hackbällchen die Zwiebel pellen und fein würfeln. Die Petersilie waschen, gut trocken schütteln und fein wiegen. Zusammen mit dem Hack, Ei, Salz, Pfeffer und Paniermehl in eine Schüssel geben und gut durchkneten.  Tischtennisballgroße Bällchen formen und erstmal zur Seite stellen.
(5) In einem großen Top (hier war es ein 5l-Topf, der zum Schluss voll war) einen guten Schluck Olivenöl bei mittlerer Hitze erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel glasig andünsten. Dann die Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Fenchel zu geben und etwas andünsten lassen. Die Tomaten in der Dose mit den Messer etwas zerteilen und samt Saft zum Gemüse geben. Gut mit Salz und Pfeffer würzen. Eventuell mit Wasser auffüllen, wenn die Tomatenflüssigkeit nicht reicht, so dass das gesamte Gemüse bedeckt ist. Aufkochen lassen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Die Zucchini, vorgekochten, ehemals getrockneten Bohnen, frischen grünen Bohnen, Porree, Blumenkohl und Thymianzweige zugeben, mit Wasser auffüllen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Hackbällchen ebenfalls in die Suppe geben. Gegebenfalls noch mehr Wasser auffüllen, dass es auch wirklich eine Suppe ist. So lange bei mittlerer Hitze kochen lassen bis das Gemüse gar sind.

Mit etwas Parmesan bestreut und frischem Brot servieren!
Genießen!

Reste-Crumble oder eleganter: Winter-Crumble

So, bevor wieder die vielen tollen Obstsorten wie Kirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren, Pfirsiche, Melonen etc. (ich bin eindeutig ein Sommerobst-Esser) in unseren Küchen Einzug halten, wird noch ein schnelles Rezept für einen schönen Crumble (Obstauflauf mit Streuselteig oben drauf) gepostet. Dazu können sehr gut die letzten Reste vom eingefrorenen Obst des Vorjahres genutzt werden und auch komische einsame frische Obstreste, die ihr trauriges Dasein noch in der Küche fristen. Das passiert bei mir jedenfalls öfter, weil ich einfach nicht so der wahnsinnige Obstesser bin. Aber in dieser Form mag ich Obst sehr gerne: warm, schön gewürzt, nicht zu süß, mit knuspriger und doch teigiger Kruste, hach! Und so wahnsinnig variabel, wie man Lust und Laune hat oder die Vorräte es hergeben, kann man so einen Crumble abwandeln.
Es ist perfekt als Dessert, wenn man nur ein Gemüsesüppchen oder ähnlich leichtes zum Mittag hatte. Oder einfach nur als wunderbar tröstendes Comfort-Food zum Lieblingsfilm, wenn der Tag doof war!  Ich werde es definitiv öfter machen :-)

Winter-Crumble

Zutaten für 2-4 Portionen, je nach Anlass:
500 g Pflaumen (tiefgekühlt)
2 Äpfel
1 Birne
-> insgesamt sollten so 750 g Obst bei rumkommen
1 EL Puderzucker

Für die Crumble:

120 g Mehl
1/2 TL Backpulver
2 EL Zucker
1 EL Vanillezucker
2 EL gehackte Mandeln
2 EL Haferflocken
80 g kalte Butter
Butter für die Form
(1) Die Äpfel und die Birne waschen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. Den Puderzucker und den Zimt mit dem vorbereiteten Obst und den noch tiefgekühlten Pflaumen vermischen. So lange zugedeckt marinieren lassen, bis die Streusel zubereitet sind.
(2) Den Ofen auf 180° vorheizen. Eine kleine Auflaufform mit etwas Butter einfetten.
(3) Das Mehl in eine Schüssel sieben, Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Mandeln und Haferflocken untermischen.Die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und mit den Fingerspitzen unter die Mehlmischung reiben. Funktioniert wirklich. Man bekommt wunderbare Streusel.
(4) Das Obst samt Saft in die Form geben und die Streusel darüber verteilen. Alles in die Mitte des heißen Ofens geben und in ca. 25 Minuten goldbraun backen.
Warm oder kalt servieren. Sehr gut passt dazu Vanillesauce oder eine Kugel Vanilleeis.

Quelle: modifiziert nach Hess R., SchinharlC., Szwillus M. (2004): Spezialistäten aus aller Welt. Gräfe und Unzer. MünchenPflaumen-Crumble

Note: Hat jemand eine Idee, wie man so einen Crumble einigermaßen ansehnlich angerichtet bekommt? Auch im Teller, von dem ich es gegessen habe, sah es nicht sehr ansprechend aus *seufz* Vielleicht brauch ich einfach schickere Auflaufformen und sollte meine eine Kommode doch näher ans Fenster rücken …

Gute Übung für Strudel-Anfänger oder Ligurische Ostertorte

Zwerg, meine kleine Schwester ist wieder zurück in die Ostseeheimat gezogen vor einer Woche. Endlich! Aber so eine Wohnung ist natürlich nicht sofort fertig und so stehen noch eine Menge Kartons rum, die ausgepackt werden wollen und deren Inhalt gleichmäßig in der neuen Wohnung verteilt werden sollten ;-) Heute waren wir als Komplett-Familie mal im Einsatz und haben einige Kartons geleert und ein wenig mehr Ordnung in die Regale gebracht. Da braucht man eigentlich ein Essen, dass man gut vorbereiten kann und sich im Zweifelsfall auch bei Zimmertemperatur essen läßt, ohne groß seltsam oder alt zu schmecken. Da sich Zwerg schon länger Spinat wie ihn Frau Mama macht wünschte, war klar, dass wir was mit Spinat machen wollen am Osterwochenende (wann an welchem Tag wir was essen, ist uns schnuppe, keine religiöse Essensverpflichtungen in unserer Familie). Und da stach mir doch ein Rezept aus „Dem großen Sarah Wieder Kochbuch“ (Danke, liebste Kochschlampe für das Buch *strahl*) entgegen, ja die Seite schlug sich förmlich von alleine auf – Torta pasqualina! Was für ein Name für eine Ligurische Ostertore (jetzt alle bitte einmal laut vor Euch hersagen *g*). Sie beinhaltet alles was die Familie mag: kleingehackter Spinat mit einem Milchprodukt verfeinert und ganze Eier. Der Unterschied zum traditionellen Familie-Spinat ist das Fehlen der Kartoffeln, die durch einige Lagen Strudelteig ersetzt wurden.

Das Kochen des Gerichtes dauert schon ein bißchen, ich hab vom Abwiegen der Zutaten bis zum in-den-Ofen-Schieben 2,5 Stunden gebraucht (mit ein wenig telefonieren zwischendurch und schon grobem Aufräumen), aber lasst Euch davon nicht abschrecken! Es ist wirklich entspannend und auch der Teig verhält sich äußerst kooperativ :-) Der Teig um die Torte besteht aus insgesamt 13 sehr dünnen Lagen Teig, zwischen die der Spinat und die ganzen, ungekochten Eier kommen. Für die Familie war es ein bißchen viel Teig, ich fand es toll so (ich mag Kohlehydrate!)! Der Teig ist eigentlich ein  normaler Strudelteig, der auch etwas länger ruht und dann ganz dünn ausgerollt wird. Ich habe allerdings festgestellt, dass man ihn auch zusätzlich noch vorsichtig über den Handrücken ausziehen kann, wie eben Strudelteig für einen echten, ausgewachsenen Apfelstrudel.
Die Spinatfüllung war ein Traum: würzig, cremig, spinatig! Wirklich gut vorbereitbar ist sie außerdem, weil man sie lauwarm oder auch bei Zimmertemperatur essen kann.Wenn ich sie allerdings das nächste mal, so nur für mich oder an Nicht-Feiertagen mache, dann mit Filoteig, geht fixer!

Hier dann das Rezept für alle die sich nächste Ostern (oder auch vorher) mal dran wagen wollen oder einfach ein bißchen Strudelteig-Übung brauchen *g*:

Torta pasqualina – Ligurische Ostertorte

Zutaten für 12 Stück:

Für den Teig:
600 g Mehl
1 Prise Salz
4 EL Pflanzenöl
etwa 1/4 l warmes Wasser
Mehl zum Bestäuben

Für die Füllung:
1 kg frischer Blattspinat
3 Eier für die Füllung + 6 Eier zum auf die Füllung setzen
100 g Parmesan
400 g Ricotta (oder Quark)
frischer Majoran (hier: 3 Zweiglein)
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl

(1) Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. Das Salz, Öl und soviel warmes Wasser zugeben, dass beim Kneten ein geschmeidiger glatter Teig entsteht. Kann ein bißchen dauern. Den Teig kräftig durchkneten und in 14 gleichgroße Stücke teilen. Vorher durchrechnen ;-) Diese Stücke mit Mehl bestäuben und zugedeckt 1 Stunde rasten lassen.
(2) Den Spinat waschen und tropfend nass in einen groooßen Topf geben. So lange kochen lassen bis er zusammengefallen ist. Mit Hilfe eines Siebs gut ausdrücken und dann feinhacken. Den Parmesan reiben. Etwas Parmesan zur Seite tun.
(3) Den Spinat, die drei Eier , Ricotta, Parmesan und Majoran in einer Schüssel gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(4) Eine 26cm-Springform gut einfetten. Das Olivenöl in ein kleines Schälchen mit einem Gebäckpinsel bereit stellen. Zwei der ausgeruhte Teigstücke zusammen kneten und dünn auf einer bemehlten Oberfläche ausrollen. Den Boden und den Rand der Springform mit der Teigplatte belegen. Die Teigplatte mit etwas Öl bepinseln. Sechs andere Teigstücke einzeln in dünne, runde Platten ausrollen (kann auch gut noch zusätzlich über den Handrücken ausgezogen werden). Jede Teigplatte dünn mit Öl bepinseln bevor die nächste aufgelegt wird.
(5) Die Füllung in die Springform geben und mit einem Löffel sechs Mulden hinein drücken. Die restlichen Eier vorsichtig in die Mulden schlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem zurück gelegte Parmesan bestreuen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(7) Die restlichen 6 Teigstücke wie oben dünn ausrollen, in die Form legen und jeweils mit Öl bepinseln. Die letzte Teigplatte schick mit dem überhängenden Rand der ersten Teigplatte zusammen rollen. Die Oberfläche der Ostertorte mit Öl bepinseln und auf die mittlere Schiene in den vorgeheizten Ofen geben.
(8) Etwas 1 Stunde backen. Herausholen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: Wiener, S. (2007): Das große Sarah Wiener Kochbuch. Knaur Ratgeber Verlag. München. S. 172

Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Karfreitagsspaziergang in unserem Stadtteil an der Warnow entlang, um ein wenig abzuschalten und die Abendsonne zu genießen. Ich mag den Geruch des schon nahen Meeres und den Wind, der einen durch pustet :-)

Italienisch angehauchte Rouladen

Ich habe komische Gedankengänge, manchmal … Da höre ich ganz unschuldig BBC Radio 2. Toller Sender, angenehme Moderatoren, ein Akzent zum Dahinschmelzen und die Nachrichtensprecherin liest die Verkehrsmeldung mit einer Menge Straßensperren, Staus, Erdrutschen und Fährausfällen vor. Komisch, was’n da los? Dann die Begründung: Arktisches Tief über den Britischen Inseln mit blizzardähnlichen Schneefällen über Schottland und Nordirland. Schneefall jetzt noch? Die armen Briten … Dabei fällt mir ein, dass ich ja auch noch ein paar winterliche Gerichte auf Halde haben, die ich nicht erst im Herbst posten will ;-)

Eines davon sind diese italienisch angehauchten Rouladen, die ich nach einem Rezept vom Tim Mälzer abgewandelt habe. Übernommen habe ich eigentlich nur die Füllung der Rouladen, die Sauce hab ich komplett anders gemacht, erstens weil ich nicht extra Weißwein kaufen wollte (so als überhaupt-kein-Alkoholtrinker hat man keine unnützen Vorräte im Haus) und zweitens wollte ich Nudeln dazu essen und mir war nach tomatiger Sauce. Leider hatte ich nicht das zarteste Fleisch erstanden, mit so ein paar sehnigen Anteilen, aber als das rausgeschnitten war, toller Geschmack! Die Kombination von Fleisch geschmort in einer Tomatensauce hat mir sehr gut gefallen, das Fleisch hat der Sauce richtig schön Geschmack gegeben und durch das lange Schmurgeln wurde die Sauce samt Gemüseinhalten auch sehr schön sämig. Hach, toll!  Und da ich nicht gut wenige Portionen kochen kann, wurden gleich vier Rouladen geschmort und zwei eingefroren … Perfekt!

Italienisch angehauchte Rouladen

Zutaten für 4 Portionen:
4 Rouladen

Für die Füllung:
50 g getrocknete Tomaten
gute handvoll Pinienkerne
1 Knoblauchzehe
großer Schluck Olivenöl
8 Scheiben Bacon
Salz, Pfeffer
einige Blätter Basilikum

Für die Sauce:
1,5-2 Zwiebeln (je nach Größe)
2 Möhren
1 kleinere Stück Knollensellerie
2 Zweige Rosmarin
großer Schluck Rotwein
Salz, Pfeffer
ca. 500 ml passierte Tomaten, eventuell mehr wenn die Sauce zu stark einkocht
Zucker
Bund Basilikum

(1) Die getrockneten Tomaten ca. 15 Minuten in heißem Wasser einweichen, dann abgießen, klein schneiden und in ein Mixgefäß geben. Die Pinienkerne anrösten und zu den Tomatenstückchen geben. Die Knoblauchzehe  abziehen, grob hacken und ins Gefäß geben. Mit dem Pürierstab zu einer streichbaren Masse verarbeiten, dazu einen großen Schluck zu den restlichen Zutaten geben.
(2) Die Rouladen waschen, trocken tupfen, salzen, pfeffern. Je zwei Scheiben Bacon auf die Rouladen legen und mit der Tomatenpaste bestreichen. Einige Basilikumblättchen darauf verteilen, fest zusammen rollen und mit Garn oder Nadeln fixieren.
(3) Die Zwiebeln für die Sauce abziehen und würfeln, die Möhren und den Knollensellerie ebenfalls schälen und in Würfel schneiden. Die gesamten Würfel müssen nicht sonderlich fein und klein sein.
(4) In einem großen Topf einen guten Schluck Olivenöl erhitzen und die Rouladen von allen Seiten bei hoher Hitze gut anbraten. Herausnehmen.
(5) Die Hitze herunter schalten und die Zwiebel-, Möhren- und Selleriewürfel langsam andünsten. Mit dem Rotwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Die beiden Rosmarinzweige hinzufügen und die Rouladen wieder in den Topf geben. Dann mit den passierten Tomaten und etwas Wasser auffüllen, so dass die Rouladen bis zur Hälfte in der Sauce liegen. Salzen, pfeffern. Je nach Rouladenfleisch-Zartigkeit 1,5 bis 2,5 Stunden schmurgeln lassen.
(6) Nach der Schmorzeit die Rouladen aus der Sauce holen, ebenso die Rosmarinzweige. Die Sauce mit dem Pürierstab durchpürieren und nochmals mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Eine handvoll Basilikumblätter kleinzupfen und unter die fertige Tomatensauce mischen. Zusammen mit den Rouladen servieren.

Dazu passt neben Pasta auch Polenta.

Guten Hunger!

Quelle: ich ;-)

%d Bloggern gefällt das: