Archiv für den Tag 5. April 2010

Gute Übung für Strudel-Anfänger oder Ligurische Ostertorte

Zwerg, meine kleine Schwester ist wieder zurück in die Ostseeheimat gezogen vor einer Woche. Endlich! Aber so eine Wohnung ist natürlich nicht sofort fertig und so stehen noch eine Menge Kartons rum, die ausgepackt werden wollen und deren Inhalt gleichmäßig in der neuen Wohnung verteilt werden sollten ;-) Heute waren wir als Komplett-Familie mal im Einsatz und haben einige Kartons geleert und ein wenig mehr Ordnung in die Regale gebracht. Da braucht man eigentlich ein Essen, dass man gut vorbereiten kann und sich im Zweifelsfall auch bei Zimmertemperatur essen läßt, ohne groß seltsam oder alt zu schmecken. Da sich Zwerg schon länger Spinat wie ihn Frau Mama macht wünschte, war klar, dass wir was mit Spinat machen wollen am Osterwochenende (wann an welchem Tag wir was essen, ist uns schnuppe, keine religiöse Essensverpflichtungen in unserer Familie). Und da stach mir doch ein Rezept aus „Dem großen Sarah Wieder Kochbuch“ (Danke, liebste Kochschlampe für das Buch *strahl*) entgegen, ja die Seite schlug sich förmlich von alleine auf – Torta pasqualina! Was für ein Name für eine Ligurische Ostertore (jetzt alle bitte einmal laut vor Euch hersagen *g*). Sie beinhaltet alles was die Familie mag: kleingehackter Spinat mit einem Milchprodukt verfeinert und ganze Eier. Der Unterschied zum traditionellen Familie-Spinat ist das Fehlen der Kartoffeln, die durch einige Lagen Strudelteig ersetzt wurden.

Das Kochen des Gerichtes dauert schon ein bißchen, ich hab vom Abwiegen der Zutaten bis zum in-den-Ofen-Schieben 2,5 Stunden gebraucht (mit ein wenig telefonieren zwischendurch und schon grobem Aufräumen), aber lasst Euch davon nicht abschrecken! Es ist wirklich entspannend und auch der Teig verhält sich äußerst kooperativ :-) Der Teig um die Torte besteht aus insgesamt 13 sehr dünnen Lagen Teig, zwischen die der Spinat und die ganzen, ungekochten Eier kommen. Für die Familie war es ein bißchen viel Teig, ich fand es toll so (ich mag Kohlehydrate!)! Der Teig ist eigentlich ein  normaler Strudelteig, der auch etwas länger ruht und dann ganz dünn ausgerollt wird. Ich habe allerdings festgestellt, dass man ihn auch zusätzlich noch vorsichtig über den Handrücken ausziehen kann, wie eben Strudelteig für einen echten, ausgewachsenen Apfelstrudel.
Die Spinatfüllung war ein Traum: würzig, cremig, spinatig! Wirklich gut vorbereitbar ist sie außerdem, weil man sie lauwarm oder auch bei Zimmertemperatur essen kann.Wenn ich sie allerdings das nächste mal, so nur für mich oder an Nicht-Feiertagen mache, dann mit Filoteig, geht fixer!

Hier dann das Rezept für alle die sich nächste Ostern (oder auch vorher) mal dran wagen wollen oder einfach ein bißchen Strudelteig-Übung brauchen *g*:

Torta pasqualina – Ligurische Ostertorte

Zutaten für 12 Stück:

Für den Teig:
600 g Mehl
1 Prise Salz
4 EL Pflanzenöl
etwa 1/4 l warmes Wasser
Mehl zum Bestäuben

Für die Füllung:
1 kg frischer Blattspinat
3 Eier für die Füllung + 6 Eier zum auf die Füllung setzen
100 g Parmesan
400 g Ricotta (oder Quark)
frischer Majoran (hier: 3 Zweiglein)
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl

(1) Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. Das Salz, Öl und soviel warmes Wasser zugeben, dass beim Kneten ein geschmeidiger glatter Teig entsteht. Kann ein bißchen dauern. Den Teig kräftig durchkneten und in 14 gleichgroße Stücke teilen. Vorher durchrechnen ;-) Diese Stücke mit Mehl bestäuben und zugedeckt 1 Stunde rasten lassen.
(2) Den Spinat waschen und tropfend nass in einen groooßen Topf geben. So lange kochen lassen bis er zusammengefallen ist. Mit Hilfe eines Siebs gut ausdrücken und dann feinhacken. Den Parmesan reiben. Etwas Parmesan zur Seite tun.
(3) Den Spinat, die drei Eier , Ricotta, Parmesan und Majoran in einer Schüssel gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(4) Eine 26cm-Springform gut einfetten. Das Olivenöl in ein kleines Schälchen mit einem Gebäckpinsel bereit stellen. Zwei der ausgeruhte Teigstücke zusammen kneten und dünn auf einer bemehlten Oberfläche ausrollen. Den Boden und den Rand der Springform mit der Teigplatte belegen. Die Teigplatte mit etwas Öl bepinseln. Sechs andere Teigstücke einzeln in dünne, runde Platten ausrollen (kann auch gut noch zusätzlich über den Handrücken ausgezogen werden). Jede Teigplatte dünn mit Öl bepinseln bevor die nächste aufgelegt wird.
(5) Die Füllung in die Springform geben und mit einem Löffel sechs Mulden hinein drücken. Die restlichen Eier vorsichtig in die Mulden schlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem zurück gelegte Parmesan bestreuen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(7) Die restlichen 6 Teigstücke wie oben dünn ausrollen, in die Form legen und jeweils mit Öl bepinseln. Die letzte Teigplatte schick mit dem überhängenden Rand der ersten Teigplatte zusammen rollen. Die Oberfläche der Ostertorte mit Öl bepinseln und auf die mittlere Schiene in den vorgeheizten Ofen geben.
(8) Etwas 1 Stunde backen. Herausholen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: Wiener, S. (2007): Das große Sarah Wiener Kochbuch. Knaur Ratgeber Verlag. München. S. 172

Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Karfreitagsspaziergang in unserem Stadtteil an der Warnow entlang, um ein wenig abzuschalten und die Abendsonne zu genießen. Ich mag den Geruch des schon nahen Meeres und den Wind, der einen durch pustet :-)

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