Archiv für den Monat Mai 2010

Frühling diesmal im Glas oder Holunderblüten-Sirup

Wie schon einige Kommentatoren sagte, kann man mit/aus Holunderblüten  auch wunderbaren Sirup zaubern. Und da ich meinen täglichen Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich aus Leitungswasser plus Sirup decke, ein Relikt der Urlaube in Ungarn, wo ich als kleines Kind (so rein theoretisch bin ich ja immer noch das Kind meiner Eltern, wenn auch ein irgendwie erwachsenes *g*) praktisch nur Himbeersirup mit Sodawasser trinkt. Dementsprechend musste ich natürlich auch Holunderblütensirup austesten. Erst hatte ich mir welchen in einem Bio-Supermarkt gekauft und war soo begeistert, dass ich dringend selbst welchen Nachbasteln musste. Das dauerte leider noch eine Weile, weil ich kein ausreichend großes Gefäß hatte. Nachdem ich dann allerdings meinen Eltern ihr großes, braunes Steingutgefäß abgeluchst hatte *g*, stand dem Spaß nichts mehr weg. Flugs ein paar Holunderblüten gesucht, gefunden und abgeschnitten und ab nach Hause, um den Sirup anzusetzen:

Holunderblüten-Sirup

3 l Wasser
2 kg Zucker
60 g Zitronensäure
3 unbehandelte Zitronen
12 Holunderblütendolden

(1) Holunderblüten vorsichtig ausschütteln, um kleine Tierchen zu entfernen. Die einzelnen kleinen Teilblütenstände vorsichtig abschneiden und in ein großes Gefäß (Fassungsvermögen 5 Liter) geben.
(2) Die Zitronen gut waschen und in Scheiben schneiden. Zu den Blüten geben.
(3) Den Zucker im Wasser aufkochen und die Zitronensäure hinzufügen. Die heiße Zuckerlösung zu den Holunderblüten gießen und an einem kühleren Ort 3-5 Tage ziehen lassen. Eventuell mit einem Tuch lose abdecken, dass keine Tierchen reinfallen.
(4) Den durchgezogenen Sirup durch ein feines Sieb (wenn vorhanden sogar ein Passiertuch) in einen großen Topf geben und nochmals aufkochen (aufpassen, dass es nicht überkocht, sonst klebrige Riesensauerei in der Küche). Heiß in sterilisierte Flaschen füllen.
Dunkel lagern!

So, und was kann man mit dem hellgelben Schatz in Flaschen anstellen? Natürlich einfach mit stillem oder sprudeligem Wasser auffüllen oder in Sekt/Prosecco geben (soll gut schmecken, kann jemand mit starker Alkoholabneigung allerdings nicht beurteilen *g*) oder folgendes zaubern, wie zu meinem Frühstück heute Mittag:

Holunderblüten-Lassi

Zutaten  für ca. 1 l:
600 g Joghurt (3,5%ig)
3 grüne Kardamom-Kapseln
1 Vanille-Schote
5 EL Zucker
5 EL Holunderblüten-Sirup
3-5 Eiswürfel (hier: ca. 5 EL kaltes Wasser)

(1) Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen. Die Kardamom-Kapseln öffnen und die Samen im Mörser mit 1 EL des Zuckers fein zermörsern.
(2) Die Gewürze mit dem Joghurt und den restlichen Zutaten in einem Standmixer gut durchmischen und gut gekühlt servieren.

Quelle: Stich, Nicole (2008): Delicious Days. Gräfe und Unzer-München. Seite 134.

Dieser Lassi ist ja sooo großartig! Unbedingt nachmachen! Der schmeckt so traumhaft! Das Photo ist nicht so super, aber das war das Wetter heute auch nicht, aber der Geschmack, hach … Ich sag’s Euch!
Und vielleicht noch ein paar Informationen, wo man am Besten Holunder findet, weil ich das schon öfter gefragt wurde. Schwarzer Holunder (wissenschaftlich: Sambucus nigra) ist einer der häufigsten Sträucher in Mitteleuropa und wächst vor allem an stickstoffreichen Ecken, z.B. dort wo auch Brennesseln und andere Unkräuter vorkommen. Feuchtere Standorte, wie an Bächen mögen die Sträucher ebenfalls. Im Park um die Ecke findet der geneigte Leser bestimmt den ein oder anderen Busch, einfach mal die Augen offen halten! Ich versuche Holunderblüten eher an trüben, kühleren Tagen zu sammeln, da sind einfach nicht so viele Insekten unterwegs, die man vor der Verarbeitung noch mühsam entfernen muss.

Frühling aufs Brot oder Holunderblüten-Gelee

Mich gibt es noch, bin nur gerade arbeitstechnisch stark eingebunden und öfters unterwegs, immer noch :-) Aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen/Wochen wieder etwas mehr zum Bloggen komme, es liegen noch immer einige (bis etliche *seufz*) Rezepte und der Ausflug in eine der europäischen Kulturhaupstädte auf Halde. Also harrt der Dinge ;-)

Aber erstmal ein wahrlich köstliches Gelee, dass ich letztes Jahr schon gemacht habe, aber partout nicht die Zeit gefunden habe, es zu verbloggen. Dann eben dieses Jahr, wenn die Holunderblütensaison wieder ansteht und so wie es aussieht, ist es hier in Nordhessen bald soweit! *freu* Ich kann diesen typischen Holunderblütengeschmack gar nicht genau beschreiben, fruchtig, blumig, frühlingshaft?, aber ich mag ihn in jeglicher Form: als Sirup, als Marmelade, in frittierter Form, in der Quarkspeise, was immer man mit den Blütchen zaubern kann, ich bin dabei :-)

Letztes Jahr also als erstes ein Holunderblüten-Gelee, dass eigentlich total einfach ist. Man muss bloß aufpassen, dass man zum Gelee kochen einen groooßen Topf nimmt, da es sehr leicht überkocht und eine wirklich klebrige Sauerei in der Küche hinterlässt. Ich spreche aus leidvoller eigener Erfahrung *grmpf* Allerdings war das Gelee die Sauerei wert, so köstlich, so fruchtig, so blütig :-) Herr Papa hat ein Glas wohl an wenigen Frühstücksmorgenden löffelweise verputzt *g* Also sobald der Holunder blüht, ran an den Blütenstaub und schnell das Gelee gekocht, zaubert auch im tiefsten Winter Frühlingsgefühle aufs Brot:

Holunderblütengelee

25  Holunderblütendolden
1 Liter Apfelsaft
1 kg Gelierzucker 1:1

(1) Die Holunderblüten ganz vorsichtig waschen oder ausschütteln, damit möglichst viel Blütenstaub, der das Aroma gibt, an den Blütchen bleibt. Die Blüten mit dem Apfelsaft übergießen und 24 Stunden abgedeckt stehen lassen.
(2) Die Marmeladengläser heiß ausspülen und mit einem sauberen Geschirrtuch abtrocknen oder in dem auf 120°C gestellten Herd trocknen lassen. Auch einen Einfülltrichter und Kelle bereit legen.
(3) Die aromatisierten Apfelsaft abgießen und 750 ml abmessen. In einem großen Topf mit dem Gelierzucker mischen und aufkochen lassen. Dabei aufpassen, dass das Gelee in spe nicht überkocht. Der Anweisung auf der Gelierzucker-Packung folgen und wenn das Gelee, die Gelierprobe besteht, den Topf vom Herd nehmen.
(4) Das heiße Gelee in die vorbereiteten Gläser füllen, fest zuschrauben und ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen. Wieder richtig herum stellen und mit einigen Handtüchern eingepackt, langsam auskühlen lassen.

Auf frischen Brot mit Butter genießen!

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