Frühling aufs Brot oder Holunderblüten-Gelee

Mich gibt es noch, bin nur gerade arbeitstechnisch stark eingebunden und öfters unterwegs, immer noch :-) Aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen/Wochen wieder etwas mehr zum Bloggen komme, es liegen noch immer einige (bis etliche *seufz*) Rezepte und der Ausflug in eine der europäischen Kulturhaupstädte auf Halde. Also harrt der Dinge ;-)

Aber erstmal ein wahrlich köstliches Gelee, dass ich letztes Jahr schon gemacht habe, aber partout nicht die Zeit gefunden habe, es zu verbloggen. Dann eben dieses Jahr, wenn die Holunderblütensaison wieder ansteht und so wie es aussieht, ist es hier in Nordhessen bald soweit! *freu* Ich kann diesen typischen Holunderblütengeschmack gar nicht genau beschreiben, fruchtig, blumig, frühlingshaft?, aber ich mag ihn in jeglicher Form: als Sirup, als Marmelade, in frittierter Form, in der Quarkspeise, was immer man mit den Blütchen zaubern kann, ich bin dabei :-)

Letztes Jahr also als erstes ein Holunderblüten-Gelee, dass eigentlich total einfach ist. Man muss bloß aufpassen, dass man zum Gelee kochen einen groooßen Topf nimmt, da es sehr leicht überkocht und eine wirklich klebrige Sauerei in der Küche hinterlässt. Ich spreche aus leidvoller eigener Erfahrung *grmpf* Allerdings war das Gelee die Sauerei wert, so köstlich, so fruchtig, so blütig :-) Herr Papa hat ein Glas wohl an wenigen Frühstücksmorgenden löffelweise verputzt *g* Also sobald der Holunder blüht, ran an den Blütenstaub und schnell das Gelee gekocht, zaubert auch im tiefsten Winter Frühlingsgefühle aufs Brot:

Holunderblütengelee

25  Holunderblütendolden
1 Liter Apfelsaft
1 kg Gelierzucker 1:1

(1) Die Holunderblüten ganz vorsichtig waschen oder ausschütteln, damit möglichst viel Blütenstaub, der das Aroma gibt, an den Blütchen bleibt. Die Blüten mit dem Apfelsaft übergießen und 24 Stunden abgedeckt stehen lassen.
(2) Die Marmeladengläser heiß ausspülen und mit einem sauberen Geschirrtuch abtrocknen oder in dem auf 120°C gestellten Herd trocknen lassen. Auch einen Einfülltrichter und Kelle bereit legen.
(3) Die aromatisierten Apfelsaft abgießen und 750 ml abmessen. In einem großen Topf mit dem Gelierzucker mischen und aufkochen lassen. Dabei aufpassen, dass das Gelee in spe nicht überkocht. Der Anweisung auf der Gelierzucker-Packung folgen und wenn das Gelee, die Gelierprobe besteht, den Topf vom Herd nehmen.
(4) Das heiße Gelee in die vorbereiteten Gläser füllen, fest zuschrauben und ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen. Wieder richtig herum stellen und mit einigen Handtüchern eingepackt, langsam auskühlen lassen.

Auf frischen Brot mit Butter genießen!

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18 Kommentare zu “Frühling aufs Brot oder Holunderblüten-Gelee

  1. Ulrike 26. Mai 2010 um 06:16 Reply

    Puh, ich dacht‘ schon das wäre von diesem Jahr ;-) Bei meinem Holunder kann ich überhaupt erst einen Ansatz von Blüten entdecken.

    Ich finde den Geschmack von Holunderblüten lecker besonders im Sirup in Verbindung mit Kribbelwasser ;-), in Form von Gelee natürlich auch.

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  2. sammelhamster 26. Mai 2010 um 07:46 Reply

    Mein Holunder blüht auch noch lange nicht…und außerdem ist er total verlaust!
    Was empfiehlst du als Biologin dagegen?

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  3. kochschlampe 26. Mai 2010 um 11:59 Reply

    Großartig! Ich harre ungeduldig der Hollerblüte – bisher sind die Knospen noch gar klein und brauchen wohl noch mindestens eine Woche, bis sie sich bequemen richtig zu blühen.

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  4. la grosse mere 26. Mai 2010 um 18:33 Reply

    Mh, als Gelee kenn ich Holler gar nicht – aber Sirup ist auch super. Auch hervorragend in der Kombi mit Sekt als Apéritif ;-)
    Und mir gefällt, daß da auf den Gläschen der Name auf schlau steht, hehe – da is wohl ne Biologin am Werk…

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  5. Anikó 26. Mai 2010 um 21:00 Reply

    Ulrike, Kribbelwasser ist auch ein schönes Wort ;-) Freu mich auch schon richtig auf die Holunderblütensaison, kommen noch ein paar Rezepte :-)

    Sammelhamster, bei Pflanzenkrankheiten oder Schädlingen kann ich leider nicht helfen, dafür sind studierte Bauer zuständig ;-) Aber ich würde die Blüten einfach woanders pflücken und der Holunder übersteht das schon, wenn ein nicht ganz so schwächliches Pflänzchen ist …

    Kochschlampe, bin gespannt, ob Du sie nachbastelst :-) Vielleicht blüht er hier ja schon, wenn Du kommstn *g*

    La grosse mere, ist doch Ehrensache mit dem lateinischen Namen ;-) Aber probier das Gelee ruhig mal aus, lohnt sich wirklich!

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  6. kormoranflug 29. Mai 2010 um 15:00 Reply

    Holunderküchl, in Pfannkuchenteig gestürzte und ausgebackene Holunderblütendolden…
    Ein Gelee rettet den Geschmack über das ganze Jahr, Danke für das Rezept.

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  7. Jutta 29. Mai 2010 um 15:56 Reply

    Meine Familie ist total verrückt nach dem Zeug. Ich habe viel mehr verschenkt, als selbst gegessen, deshalb werde ich in diesem Jahr doppelte Menge machen. Es schmeckt wirklich köstlich.

    Die Variante mit Apfelsaft werde ich ausprobieren, ich habe für mein Gelee Wasser verwendet. Es hat eine sehr helle Farbe und ein Kochbuchautor, der das Gelee bei seiner Tante (die meine Nachbarin ist) gegessen hat, gab ihr – mit der Bitte um Weiterleitung an mich – den Tipp, Apfelsaft zu verwenden, weil es appetitlicher aussieht.

    Siehste, so schlau bist du allemal, gell?

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  8. Anikó 30. Mai 2010 um 11:40 Reply

    Kormoranflug, Hollerküchle will ich auch dieses Jahr dringend wieder machen :-)

    Jutta, es gibt auch Varianten mit Weißwein für Leute, die dem Alkohol nicht so abgeneigt sind wie ich :-)

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  9. Mestolo 30. Mai 2010 um 12:04 Reply

    Da scheint die Sonne aus den Gläsern, wie schön :)

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  10. […] Holunderblütengelee […]

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  11. Wienermaedel 1. Juni 2010 um 10:42 Reply

    Danke für dieses tolle Rezept, den Sirup mache ich ja jedes Jahr, Pflichtprogramm für die Familie, aber dieses Gelee ist etwas nur für mich, bin total verückt nach solchen Rezepten!! Leider sind die Blüten bei unserem Klima noch in weiter Ferne.

    Frage: Welche Kulturhauptstadt hast du denn im Archiv? Wir waren heuer schon in Pécs, gottseidank noch im April, und es war herrlich ! Wenn du Lust hast, kommst du gucken.

    LG

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  12. la grosse mere 5. Juni 2010 um 13:29 Reply

    *kreisch*! Ist das lecker!!!! Um nicht zu sagen: geil!!!! Hab’s gerade gekocht und freu mich drauf, gleich den Topf ausschlecken zu dürfen. Habe gestern festgestellt, daß hinten im Garten ein Holler wächst und blüht (äh… ja… ich bin Stubenhocker. Warum?), habe flugs etwas geerntet (und versucht, die Läuse nicht mitzuernten) und mmmmh, oooooh, mmmmmmh! So einfach! So lecker! Hab noch ein Zitrönchen miteingeweicht (schad’t ja nix) und bin hellauf begeistert.
    Nach dem ersten Probieren des Suds dachte ich mir: warum mach ich nicht gleich die doppelte Menge? Als das Zeug kochte und schäumte wußte ich: darum. Mein Topf wäre zu klein.
    Das nächste Mal probier ich’s vielleicht mit diesem Gelierzeug aus dem Bioladen und etwas weniger Zucker, ein bißchen süß ist es, finde ich. Aber sonst: nachmachen, Leute, nachmachen!!!! Danke für das Rezept :-)

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  13. la grosse mere 5. Juni 2010 um 13:31 Reply

    ah, noch ne Frage: warum mit einigen Handtüchern eingepackt auskühlen lassen? *grübel*
    Sachdienliche Hinweise nehm ich gern entgegen :-)

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    • Inga 7. Juli 2010 um 21:36 Reply

      zum langsamen Auskühlen und einer langen
      Haltbarkeit !

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  14. […] völlig aus dem Rhythmus. Immerhin habe ich es geschafft, während des Frühstücks noch schnell Hollergelee zu kochen. Ohne dass mit die ganze Sauce auf den Herd gelaufen ist. Aber zurück zum Essen: ich […]

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  15. Inga 7. Juli 2010 um 21:45 Reply

    Arbeite schon viele Jahre mit Holunderblüten und Beeren, aber nach alten einfache Rezepturen. Auch bereite ich Tee aus getrockneten Holunderblüten. Er hält gesund. Ist schmackhaft kalt oder heiß. Bei letzterem gut im Winter. Beugt Husten und Schnupfen vor, ist außerdem ein mildes Arzneimittel für Kinder. Auch Rheumatiker profitieren von ihm.

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  16. andresmama 18. Juni 2011 um 13:25 Reply

    ich probiers heut auch mal.habe von meiner kollegin eine flasche bekommen,
    die war im nu alle.mußß ich also neuen zaubern.
    ach noch was,ist der Begriff „sambucus nigra“ nicht schwarzer holunder?
    nur sambucus heißt holunder,nach alten wissen ;-)
    is ja auch egal,schmeckt trotzdem.
    Gruß Andresmama

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  17. […] 2 TL Hollerblütengelee […]

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