Archiv für den Tag 30. Mai 2010

Frühling diesmal im Glas oder Holunderblüten-Sirup

Wie schon einige Kommentatoren sagte, kann man mit/aus Holunderblüten  auch wunderbaren Sirup zaubern. Und da ich meinen täglichen Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich aus Leitungswasser plus Sirup decke, ein Relikt der Urlaube in Ungarn, wo ich als kleines Kind (so rein theoretisch bin ich ja immer noch das Kind meiner Eltern, wenn auch ein irgendwie erwachsenes *g*) praktisch nur Himbeersirup mit Sodawasser trinkt. Dementsprechend musste ich natürlich auch Holunderblütensirup austesten. Erst hatte ich mir welchen in einem Bio-Supermarkt gekauft und war soo begeistert, dass ich dringend selbst welchen Nachbasteln musste. Das dauerte leider noch eine Weile, weil ich kein ausreichend großes Gefäß hatte. Nachdem ich dann allerdings meinen Eltern ihr großes, braunes Steingutgefäß abgeluchst hatte *g*, stand dem Spaß nichts mehr weg. Flugs ein paar Holunderblüten gesucht, gefunden und abgeschnitten und ab nach Hause, um den Sirup anzusetzen:

Holunderblüten-Sirup

3 l Wasser
2 kg Zucker
60 g Zitronensäure
3 unbehandelte Zitronen
12 Holunderblütendolden

(1) Holunderblüten vorsichtig ausschütteln, um kleine Tierchen zu entfernen. Die einzelnen kleinen Teilblütenstände vorsichtig abschneiden und in ein großes Gefäß (Fassungsvermögen 5 Liter) geben.
(2) Die Zitronen gut waschen und in Scheiben schneiden. Zu den Blüten geben.
(3) Den Zucker im Wasser aufkochen und die Zitronensäure hinzufügen. Die heiße Zuckerlösung zu den Holunderblüten gießen und an einem kühleren Ort 3-5 Tage ziehen lassen. Eventuell mit einem Tuch lose abdecken, dass keine Tierchen reinfallen.
(4) Den durchgezogenen Sirup durch ein feines Sieb (wenn vorhanden sogar ein Passiertuch) in einen großen Topf geben und nochmals aufkochen (aufpassen, dass es nicht überkocht, sonst klebrige Riesensauerei in der Küche). Heiß in sterilisierte Flaschen füllen.
Dunkel lagern!

So, und was kann man mit dem hellgelben Schatz in Flaschen anstellen? Natürlich einfach mit stillem oder sprudeligem Wasser auffüllen oder in Sekt/Prosecco geben (soll gut schmecken, kann jemand mit starker Alkoholabneigung allerdings nicht beurteilen *g*) oder folgendes zaubern, wie zu meinem Frühstück heute Mittag:

Holunderblüten-Lassi

Zutaten  für ca. 1 l:
600 g Joghurt (3,5%ig)
3 grüne Kardamom-Kapseln
1 Vanille-Schote
5 EL Zucker
5 EL Holunderblüten-Sirup
3-5 Eiswürfel (hier: ca. 5 EL kaltes Wasser)

(1) Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen. Die Kardamom-Kapseln öffnen und die Samen im Mörser mit 1 EL des Zuckers fein zermörsern.
(2) Die Gewürze mit dem Joghurt und den restlichen Zutaten in einem Standmixer gut durchmischen und gut gekühlt servieren.

Quelle: Stich, Nicole (2008): Delicious Days. Gräfe und Unzer-München. Seite 134.

Dieser Lassi ist ja sooo großartig! Unbedingt nachmachen! Der schmeckt so traumhaft! Das Photo ist nicht so super, aber das war das Wetter heute auch nicht, aber der Geschmack, hach … Ich sag’s Euch!
Und vielleicht noch ein paar Informationen, wo man am Besten Holunder findet, weil ich das schon öfter gefragt wurde. Schwarzer Holunder (wissenschaftlich: Sambucus nigra) ist einer der häufigsten Sträucher in Mitteleuropa und wächst vor allem an stickstoffreichen Ecken, z.B. dort wo auch Brennesseln und andere Unkräuter vorkommen. Feuchtere Standorte, wie an Bächen mögen die Sträucher ebenfalls. Im Park um die Ecke findet der geneigte Leser bestimmt den ein oder anderen Busch, einfach mal die Augen offen halten! Ich versuche Holunderblüten eher an trüben, kühleren Tagen zu sammeln, da sind einfach nicht so viele Insekten unterwegs, die man vor der Verarbeitung noch mühsam entfernen muss.

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