Archiv für den Monat Juni 2010

Heilige Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika Teil II: Letscho/Lecsó

Heute steht Teil II der Heiligen Paprika-Dreifaltigkeit auf dem Programm ;-) Lecsó oder auf deutsch Letscho!

Es ist ein Klassiker der ungarischen Küche und eigentlich ein simples Sommer-Schmorgericht bestehend hauptsächlich aus Paprika, Tomaten und Zwiebel. Ich mache es ziemlich regelmäßig, weil es easy-peasy zu kochen ist und innerhalb von ’ner halben Stunde auf dem Tisch stehen kann. In Ungarn wird es als Hauptgericht gegessen und nicht nur als Beilage, im Gegensatz zu (Ost-)Deutschland, wo es gerne mal pseudo-ungarische Beilage zu gebratenem Fleisch ist ;-) Ich koche mir auch immer Lecsó auf Vorrat, damit ich den leckeren Geschmack auch im Winter genießen kann. Da gibt es zwei Möglichkeiten, entweder das abgekühlte Lecsó portionsweise einfrieren oder heiß in sterilisierte Gläser einfüllen, 10 Minuten auf den Deckel stellen und danach abkühlen lassen. Funktioniert beides gut :)

Für zwei Portionen werden 500 g ungarische Spitzpaprika in mitteldicke Ringe oder Streifen geschnitten (je nach Größe der Schote). Eine Zwiebel fein würfeln und ca. 250-300 g Tomaten (egal ob Cherry- oder normale Tomaten) ebenfalls in größere Stücke schneiden. Ein wenig Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze weich dünsten. Dann die Paprikastreifen dazu geben und ebenfalls kurz mit andünsten. Wer mag, kann 1 TL Tomatenmark dazu geben, damit das Lecsó etwas sämiger wird. Dann die Tomatenstücke dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Deckel drauf und ca. 20 Minuten sanft köcheln lassen. Bitte nicht wundern, dass es nach zu wenig Tomaten im Verhältnis zur Paprika aussieht, aber das Verhältnis 2:1  von Paprika zu Tomate, kommt hin und es wird saftig genug.
Eigentlich ist es nach den 20 Minuten fertig, nur noch mit ein wenig Zucker abschmecken. Aber wer mag, kann noch ein paar Würstchen (Wiener, Debrecziner o.ä.) klein schneiden und kurz vor Ende der Kochzeit mit dazu geben. In einigen Familie wird auch verschlagenes Ei im Letscho gestockt oder sie kochen eine handvoll Reis mit, damit die Kohlehydratbeilage gleich dabei ist. Ansonsten schmeckt frisches Weißbrot wirklich am Besten dazu. Einfach nur die sommerliche Köstlichkeit genießen!

Heilige Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika Teil I: Töltött paprika – Gefüllte Paprika

Es gibt einen Feiertag Anfang des Sommers für mich, der in keinem Kalender steht. Ich weiß nie wann er da ist, kann nichts planen. Und welcher Tag ist es? Es ist der Tag an dem es in den Supermärkten wieder ungarische Spitzpaprika zu kaufen gibt :-) An diesem Tag werden dann alle schon gefassten Essenspläne über Bord geworfen und ich kaufe sofort mindestens 1,5 kg der tollen Schoten. Jetzt wird sich der ein oder andere Fragen: „Spitzpaprika gibt es doch in rot/grün fast immer beim Türken o.ä. zu kaufen?“ Ja, die türkischen oder auch marokkanischen Paprika gibt es schon wesentlich früher im Jahr zu kaufen, aber sie sind kein, so überhaupt kein Vergleich zu den ungarischen Spitzpaprika. Die ungarischen sind irgendwie dickfleischiger, duften schon viel intensiver und eher gelb als grün in der Farbe. Ich meine, diese Supermarkt-Paprika sind kein Vergleich zu denen, die ich im Sommerurlaub aus dem Garten meiner Tante pflücken werde, aber besser als nichts ;-)

So und was macht man mit den Schätzchen so? Bei mir gibt es drei Gerichte, die ich jedes Jahr aufs Neue koche, sobald ich sie bekomme und die nicht langweilig werden. Meine sogenannte „Heilige Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika“! Ich hatte auch schon alle Gerichte hier im Blog vorgestellt, aber das war zu den Anfangszeiten, wo kaum noch jemand (außer Familie und einige Freunde) hier gelesen hat. Weil diese Gerichte aber zu meinen absoluten Lieblingsessen (Senfei ist immer noch Nr. 1, aber gleich danach …) zählen, möchte ich sie nochmal gesondert vorstellen. Vielleicht mag der ein oder andere ja nachkochen (wozu betreibe ich das kleine Blog schließlich *g*) und davon berichten.

Als erstes will ich ungarisch gefüllte Paprika vorstellen. Ich muss gestehen, ich habe noch nie deutsche gefüllte Paprika gegessen, aber im TV gesehen, dass sie wohl mit Hack gefüllt im Ofen gegart wird ohne großartig Sauce (korrigiere mich bitte jemand, wenn das falsch ist). Das ist bei der ungarischen Version nicht so, dort werden die Spitzpaprika zwar auch mit Hack gefüllt, allerdings kommt als Bindemittel Reis mit rein und sie werden im Topf in einer Tomatensauce geschmort. Diese Sauce wird dann zum Schluss mit ein wenig saurer Sahne plus Mehl gebunden und dann zu Kartoffeln oder Brot und einigen sauren Gemüsen wie Gurken oder Weißkohlsalat serviert. Überschüssige Hackmasse, die nicht mehr in die Schoten passt, wird einfach zu Klopsen gerollt und mit in die Sauce gegeben. Ein wirklich einfaches, bodenständiges Alltagsessen, aber trotzdem äußerst köstlich! Ich liebe es einfach …

Töltött paprika – Ungarisch gefüllte Paprikaschoten

Zutaten für 4 Hungrige:
500 g ungarische Spitzpaprika
500 g gemischtes Hack
125 g vorgekochter Langkornreis, 8 Minuten vorgekocht
1 Ei
2 kleinere Zwiebeln
1 Knoblauchzehen
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
500 g passierte Tomaten
Salz, Pfeffer, Zucker
100 g saure Sahne (1/2 Becher)
2-4 TL Mehl
Öl

(1) Zuerst die Tomatensauce zubereiten. Dazu die eine Zwiebel und die Knoblauchzehe fein würfeln. In einem großen Topf einen Schuss Öl erhitzen, die Zwiebel und die Hälfte der Knoblauchzehe bei mittlerer Hitze glasig dünsten.  Das Tomatenpüree hineingeben und mit Salz, Pfeffer und einer großen Prise Zucker pikant würzen. Mit einer Tasse Wasser (150-250 ml) aufgießen. Die Sauce sollte nicht zu flüssig, aber auch nicht zu dickflüssig sein. Mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
(2) Jetzt die Paprikaschoten vorbereiten. Dazu den Deckel abschneiden und die Samenstränge entfernen. Für die Hackfüllung die andere Zwiebel fein würfeln. Mit dem Hack, dem Ei, dem Reis, der anderen halben Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Paprikapulver vermischen. Gut durchkneten. In die ausgehöhlten Paprikaschoten stopfen. Das restliche Hack zu Bällchen formen.
(3) Alles in die köchelnde Tomatensauce geben und 30-35 Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren lassen.
(4) Die saure Sahne mit dem Mehl gut verrühren, so dass keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nach der Garzeit die Schoten aus der Sauce nehmen und das saure-Sahne-Mehl-Gemisch einrühren. Kurz aufkochen lassen bis die Sauce ein wenig eindickt. Die Schoten zurück in die Sauce und gleich servieren.

Dazu: Salzkartoffeln, eingelegte Gurken oder Gurkensalat oder Weißkohlsalat

Und genießen!

Sommer + Sonne + Wochenende = Grillen

Sommer? Kalendarisch seit dem 21. Juni. Check!
Sonne? Blick aus dem Fenster, strahlend blauer Himmel, gleißendes Sonnenlicht. Check!
Wochenende? Blick in den Kalender, morgen ist Freitag. Check!

Ein sonniges Sommerwochenende soll in den meisten Ecken Deutschlands anstehen, also versorge ich Euch noch auf die Schnelle mit den beiden Rezepten, die ich letztens für eine Grillparty machte, die zwei Freunde von mir gaben, um ihre erfolgreich bestandenen Diplome zu  feiern. Da vegetarisches Grillen ausdrücklich verboten war, ich aber überhaupt keine Lust auf gekauftes, fertig mariniertes Fleisch hatte, erinnerte ich mich an Jamie Olivers zweites Buch „The Return of the Naked Chef„, in dem er einige nasse und trockene Marinaden (Wie nennt man im deutschen eine trockene Marinade? J.O. nennt es „Rub“) vorstellt. Und da lachte mich eine Joghurt-Minz-Marinade an. Eigentlich kommt da noch Limette rein, aber weil ich hier Schwierigkeiten habe, unbehandelte Limetten zu bekommen, hab ich sie einfach durch Bio-Zitronen ersetzt. Eine wundervoll einfach zusammen zu bauende Marinade, die das Fleisch wirklich zart und köstlich macht. Auch klasse, dass man das Fleisch sowohl von 1 Stunde bis 36 Stunden und alles dazwischen marinieren lassen kann, also kein Stress. Falls doch mal kein Grillwetter ist, kann das Fleisch auch gut im Ofen zubereitet werden, gibt allerdings keine schick-dekorativen Grillstreifen wie bei meinem Hähnchenfleisch ;-)

Als Salat hatte ich einen Nudelsalat mitgebracht. Jetzt wird der ein oder andere denken: „Iirks, Nudelsalat!“ Dachte ich früher auch, hatte selbst ein paar Mal unangenehme Zusammentreffen mit Nudelsalaten in denen Dosenerbsen und komische Wurst plus zusätzlich noch viiel Mayonnaise waren. Ziemlich gruselig! Der hier (auf dem Pappteller auf 3 Uhr) hat zwar auch Kochschinken intus, aber noch anderes frisches Gemüse und Kräuter! Im Originalrezept aus dem Basic Cooking kommt zwar auch ein Winzigkeit Mayo rein, aber weil ich keine kaufe, sondern nur in dringenden Fällen selbst mache, hab ich sie diesmal weggelassen (zuviel Aufwand und die Party ging nachmittags los, dat war mir doch ’nen büschen zu heikel mit rohem Eierkram), einfach die Mayo durch Schmand ersetzt. Ging auch wunderbar! Insgesamt ein sehr toller Salat, der es schon in mein Standardrepertoire geschafft hat und sogar die ebenfalls sehr nudelsalatskeptischen Eltern überzeugen konnte :-)

Und jetzt die Originalrezepte für diejenigen, die zum Achtelfinale am Sonntag grillen wollen oder sich einfach einen schönen Abend im Garten machen wollen.

Joghurt-Limetten-Minz-Marinade

Für 6-8 Portionen Fleisch:
500 g Natur-Joghurt
2 handvoll frische Minze, kleingehackt
Zeste und Saft von 2 Limetten (hier: 1 Zitrone)
1 EL Koriandersamen, im Mörser zerstoßen
Salz, Pfeffer
guter Schluck Olivenöl

Alle Zutaten mischen und über das Fleisch der Wahl streichen. 1-36 Stunden marinieren lassen und dann grillen, braten oder im heißen Ofen backen.

Quelle: Oliver, Jamie (2000): The Return of the Naked Chef. Penguin Books. Seite 194

Perfekter Party-Nudelsalat

Zutaten für 6-8 Portionen auf dem Buffet:
250 g Hörnchen- oder Spiralnudeln
Salz
200 g gekochter Schinken
150 g mittelalter Gouda
1 Bund Radieschen
½ Salatgurke
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Dill
2-3 EL Mayonnaise (hier: Schmand)
2-3 EL Joghurt
2-3 EL Weißweinessig
Pfeffer aus der Mühle
2-3 EL Sonnenblumenöl

(1) Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsbastelanleitung gar kochen. Abgießen und abschrecken, damit sie nicht nachgaren und doch noch matschig werden.
(2) Währenddessen den Schinken (ohne Fettrand) in Streifen schneiden und den Käse grob raspeln. Das Grün der Radieschen abschneiden, waschen, trocknen und in feine Scheibchen schneiden. Die Gurke schälen (hier: nicht gemacht, ich mag die Schale, einfach waschen vorher) und in kleine Würfel schneiden. Die Kräuter ebenfalls waschen und fein hacken.
(3) Die Mayonnaise mit dem Joghurt und Essig verrühren, salzen und pfeffern. Als letztes das Öl unterrühren.
(4) Die Nudeln mit den restlichen Zutaten mischen, die Sauce drüber gießen und durchziehen lassen (bei selbstgemachter Mayo nicht zu lange und im Sommer lieber ganz weglassen).
Vor dem Servieren nochmal abschmecken und

genießen!

Quelle: Sälzer, Sabine, Dickhaut, Sebastian (1999): Basic Cooking. Gräfe und Unzer Verlag – München.

Oder vielleicht doch ein paar andere Pasta-Salate?

Tomatensalat-Pasta

Ich bin jemand der eigentlich jeden Tag eine warme Mahlzeit braucht. Jetzt muss das nicht bei hochsommerlichen Temperaturen unbedingt eine heiß-dampfende Hühnerbrühe sein, auch wenn das als halbe Ungarin natürlich geht und sich jeden Sonntag gehört, wenn ich im Sommer die Verwandtschaft besuche ;-) Aber so für mich koche ich nicht mal eben nach Feierabend ’ne Hühnersuppe.

Was allerdings immer geht an schwül-heißen Tagen, ist ein Tomatensalat und damit der wenigstens lauwarm wird, werden einfach ein paar frisch gekochte Nudeln drunter gemischt. Es ist ein wirklich wunderbares Sommeressen, wenn man Tomaten mag ;-) Er ist superfix zubereitet, gesund und leicht. Wird es bei mir die nächsten Wochen wohl noch öfter geben, wenn das Wetter richtig Sommer macht!

Tomatensalat-Pasta

Zutaten für 2 Portionen:
1 Kugel Mozzarella
2 Frühlingszwiebeln
2 handvoll Tomaten (möglichst bunt gemischt)
1 handvoll Rucola
Salz, Pfeffer
1-2 TL Balsamico-Essig
großer Schluck Olivenöl
Prise Zucker

ca. 200-250 g Pasta (eher Fussili als Spaghetti, der besseren Essbarkeit wegen)

(1) Wasser für die Nudeln aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, salzen, Nudeln dazu und laut Packungsanweisung al dente garen.
(2) Den Mozzarella in gröbere Würfel schneiden oder rupfen. Die Frühlingszwiebel putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Tomaten in gefällige Stücke schneiden und dazu geben. Zum Schluß den Rucola waschen, trocknen und in etwas handlichere Stücke schneiden. Alles gut mischen.  Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Den Balsamico und das Olivenöl darüber geben und gut durchmischen.
(3) Die abgetropften Nudeln zu dem Salat geben und

genießen!

Kann man auch in einer größeren Portion als Grillbeilage zubereiten oder ins Büro mitnehmen.

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