Archiv für den Tag 27. Juni 2010

Heilige Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika Teil I: Töltött paprika – Gefüllte Paprika

Es gibt einen Feiertag Anfang des Sommers für mich, der in keinem Kalender steht. Ich weiß nie wann er da ist, kann nichts planen. Und welcher Tag ist es? Es ist der Tag an dem es in den Supermärkten wieder ungarische Spitzpaprika zu kaufen gibt :-) An diesem Tag werden dann alle schon gefassten Essenspläne über Bord geworfen und ich kaufe sofort mindestens 1,5 kg der tollen Schoten. Jetzt wird sich der ein oder andere Fragen: „Spitzpaprika gibt es doch in rot/grün fast immer beim Türken o.ä. zu kaufen?“ Ja, die türkischen oder auch marokkanischen Paprika gibt es schon wesentlich früher im Jahr zu kaufen, aber sie sind kein, so überhaupt kein Vergleich zu den ungarischen Spitzpaprika. Die ungarischen sind irgendwie dickfleischiger, duften schon viel intensiver und eher gelb als grün in der Farbe. Ich meine, diese Supermarkt-Paprika sind kein Vergleich zu denen, die ich im Sommerurlaub aus dem Garten meiner Tante pflücken werde, aber besser als nichts ;-)

So und was macht man mit den Schätzchen so? Bei mir gibt es drei Gerichte, die ich jedes Jahr aufs Neue koche, sobald ich sie bekomme und die nicht langweilig werden. Meine sogenannte „Heilige Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika“! Ich hatte auch schon alle Gerichte hier im Blog vorgestellt, aber das war zu den Anfangszeiten, wo kaum noch jemand (außer Familie und einige Freunde) hier gelesen hat. Weil diese Gerichte aber zu meinen absoluten Lieblingsessen (Senfei ist immer noch Nr. 1, aber gleich danach …) zählen, möchte ich sie nochmal gesondert vorstellen. Vielleicht mag der ein oder andere ja nachkochen (wozu betreibe ich das kleine Blog schließlich *g*) und davon berichten.

Als erstes will ich ungarisch gefüllte Paprika vorstellen. Ich muss gestehen, ich habe noch nie deutsche gefüllte Paprika gegessen, aber im TV gesehen, dass sie wohl mit Hack gefüllt im Ofen gegart wird ohne großartig Sauce (korrigiere mich bitte jemand, wenn das falsch ist). Das ist bei der ungarischen Version nicht so, dort werden die Spitzpaprika zwar auch mit Hack gefüllt, allerdings kommt als Bindemittel Reis mit rein und sie werden im Topf in einer Tomatensauce geschmort. Diese Sauce wird dann zum Schluss mit ein wenig saurer Sahne plus Mehl gebunden und dann zu Kartoffeln oder Brot und einigen sauren Gemüsen wie Gurken oder Weißkohlsalat serviert. Überschüssige Hackmasse, die nicht mehr in die Schoten passt, wird einfach zu Klopsen gerollt und mit in die Sauce gegeben. Ein wirklich einfaches, bodenständiges Alltagsessen, aber trotzdem äußerst köstlich! Ich liebe es einfach …

Töltött paprika – Ungarisch gefüllte Paprikaschoten

Zutaten für 4 Hungrige:
500 g ungarische Spitzpaprika
500 g gemischtes Hack
125 g vorgekochter Langkornreis, 8 Minuten vorgekocht
1 Ei
2 kleinere Zwiebeln
1 Knoblauchzehen
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
500 g passierte Tomaten
Salz, Pfeffer, Zucker
100 g saure Sahne (1/2 Becher)
2-4 TL Mehl
Öl

(1) Zuerst die Tomatensauce zubereiten. Dazu die eine Zwiebel und die Knoblauchzehe fein würfeln. In einem großen Topf einen Schuss Öl erhitzen, die Zwiebel und die Hälfte der Knoblauchzehe bei mittlerer Hitze glasig dünsten.  Das Tomatenpüree hineingeben und mit Salz, Pfeffer und einer großen Prise Zucker pikant würzen. Mit einer Tasse Wasser (150-250 ml) aufgießen. Die Sauce sollte nicht zu flüssig, aber auch nicht zu dickflüssig sein. Mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
(2) Jetzt die Paprikaschoten vorbereiten. Dazu den Deckel abschneiden und die Samenstränge entfernen. Für die Hackfüllung die andere Zwiebel fein würfeln. Mit dem Hack, dem Ei, dem Reis, der anderen halben Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Paprikapulver vermischen. Gut durchkneten. In die ausgehöhlten Paprikaschoten stopfen. Das restliche Hack zu Bällchen formen.
(3) Alles in die köchelnde Tomatensauce geben und 30-35 Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren lassen.
(4) Die saure Sahne mit dem Mehl gut verrühren, so dass keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nach der Garzeit die Schoten aus der Sauce nehmen und das saure-Sahne-Mehl-Gemisch einrühren. Kurz aufkochen lassen bis die Sauce ein wenig eindickt. Die Schoten zurück in die Sauce und gleich servieren.

Dazu: Salzkartoffeln, eingelegte Gurken oder Gurkensalat oder Weißkohlsalat

Und genießen!

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