Archiv für den Monat Oktober 2010

Schnelles Sonntagsessen – Hähnchengeschnetzeltes mit viiel Gemüse

Dieses Wochenende hatte ich irgendwie keine Lust großartig zu kochen. Gestern Abend wurde eine Portion der ungarisch gefüllten Paprikaschoten aus dem Kälteschlaf befreit, nachdem ich den Nachmittag in der Studienstadt verbrachte, um jemandem die Langeweile zu vertreiben und mich mit Köstlichkeiten vom Gewürzdealer meines Vertrauens (falls meine geneigte Leserschaft mal in Göttingen weilen sollte, unbedingt hin!) einzudecken. Ich brauchte noch so einige exotischere Zutaten, um mich für die Rezepte, der als nächstes in Angriff genommen Nation, einzudecken. Naja, jedenfalls verspürte ich dieses Wochenende keinen allzu großen Tatendrang in der Küche, aber Feines, Frischgekochtes zum Sonntag durfte es ruhig sein. Da fiel mir ein, dass im TK neben den Paprikaschoten auch noch zwei Hähnchenbrustfilets schlummerten. Und komische kleine Gemüsereste wie einige Pilze, ältere Möhrchen und Rest-TK-Erbsen gab es auch noch. Na, hey! Daraus lässt sich doch ein prima Hähnchengeschnetzeltes zaubern.  Gesagt, getan und 45 Minuten später stand ein großartiges Essen am Fensterbrett zum Photographieren :-) Und Reste für morgen bzw. übermorgen hab ich auch noch, da ich laut Frau Kochschlampe eh immer für Kompanien koche ;-)

Hähnchengeschnetzeltes mit viiel Gemüse

Zutaten für 3 Portionen:
2 Hähnchenbrustfilets, in schmale Streifen geschnitten
Öl
Salz, Pfeffer
1 Zwiebel, in Halbringe
3 kleine Möhren, gestiftelt
2 Austernpilze, je 3 braune und weiße Champignons, geputzt, in Scheiben
1 kleine Zucchini, in Halbringen
200 ml Gemüsebrühe
150 g Crème fraîche
2 TL körniger Senf
ca. 100 ml Sahne
2 handvoll TK-Erbsen

(1) Einen Schluck Öl in einer großen Pfanne oder flachen Topf erhitzen. Das Hähnchengeschnetzelte zugeben, salzen, pfeffern und auf hoher Hitze scharf anbraten. Aus dem Topf nehmen und zur Seite stellen.
(2) Wieder einen Schluck Öl im Topf erhitzen und die Zwiebeln und Möhren hinein geben. Salzen und pfeffern. Kurz anbraten. Dann die Zucchini und die Pilze hinzufüge. Wieder salzen und pfeffern. Auch so ca. 5 Minuten anbraten. Dann mit der Gemüsebrühe auffüllen und offen einige Minuten bei mittlerer Hitze garen. Das Gemüse sollte noch etwas Biss haben.
(3) Währenddessen die Crème fraîche mit Senf vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Gemüse geben, durchrühren und aufkochen. Mit Sahne die Sauce etwas verflüssigen und die Erbsen zugeben.  Ebenso das Fleisch, um es zu erwärmen. Nochmals einige Minütchen köcheln lassen. Kosten, eventuell nochmals abschmecken und

genießen!

Dazu mag ich am liebsten Reis.

Fröhlichen Zimtschnecken-Tag!

Einen fröhlichen Kanelbullens dag Euch allen!

Durch eine liebe Freundin, die vor kurzem nach Schweden gezogen ist, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass heute der Tag der Zimtschnecke in Schweden ist. Yeah, es gibt Völker die feiern Hefegebäcke! Sehr sympathisch! Nun war ich leider noch nie in Schweden und konnte demnach auch noch ein schwedisches Original kosten, aber ich wollte unbedingt mal wieder Kuchen in Schneckenform essen. Also habe ich mich mal wieder auf die fast tägliche Suche nach Rezepten begeben. Nachdem mir alle im Netz irgendwie nicht so richtig zusagten, fiel mir ein, dass im Buch „Die Welt in meiner Küche“ (viel poetischerer englischer Originaltitel „Falling Cloudberries“) von Tessa Kiros auch ein Zimtschnecken-Rezept ist.

Ich liebe dieses Buch heiß und innig, lese einfach wahnsinnig gerne darin, hab aber seltsamerweise noch nie etwas draus gekocht. Diese Frau mit ihrer Herkunft, ist prädestiniert dafür Kochbücher zu schreiben; ihre Mutter ist Finnin, ihr Vater griechischer Zypriote, aufgewachsen in Südafrika, jetzt mit einem Italiener verheiratet und in der Toskana lebend. Hallo?!? Wenn man da keine Kochbücher verfasst, wäre der Welt einiges entgangen :-) Das Buch ist nach den einzelnen Ländern eingeteilt plus einem Aus-aller-Welt-Kapitel, in dem sie Rezepte von Freunden aus aller herren Länder zusammen getragen hat. Und es wird alles präsentiert, was man sich vorstellen kann: Brote, Salate, Schmorgerichte, Eintöpfe, Kuchen, Eis, Sirup, Pralinen, Graved Lachs, Kartoffelpuffer usw. Es ist einfach ein wirklich wunderschönes Buch, sehr persönlich geschrieben, mit Photos der Familie versehen und sehr authentisch wirkenden Food-Photos. Wer es noch nicht hat oder noch ’nen Platz auf dem Weihnachtswunschzettel hat, das Buch mit drauf setzen :-)

Nun zu den Zimtschnecken. Es sind, wie aus Tessa Kiros Biographie ableitbar, keine schwedischen, sondern finnische, die auch ein wenig anders aussehen. Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen im Rezept zu finden: Hefe, Mehl, Butter, Zimt und Zucker. Allerdings kommt noch eine ordentliche Portion Kardamom in den Teig und sie sind nicht klassisch wie eine Schnecke geformt, sondern ein plattgedrücktes Trapez. Sie sind etwas zeitaufwendiger, aber eigentlich sehr einfach zu backen. Und sie schmecken großartig! Ein Traum! Zimtig, kardamomig, fluffig und knusprig … Hach! Ich glaube, ich muss gleich nochmal zum Tiefkühler, um eine Schnecke aus ihrem Kälteschlaf zu befreien … Aber derweil für Euch das Rezept:

Zimt-Kardamom-Schnecken

Zutaten für ca. 35 Schnecken:
Hefeteig:
250 ml lauwarme Milch
100 g feiner Zucker
25 g frische Hefe
1 Ei, leicht verschlagen
125 g weiche Butter
2 TL gemahlener Kardamom
1 TL Salz
650 g Mehl

Zimtbutter:
2 TL gemahlener Zimt
50 g feiner Zucker
1 EL Zucker zum Bestreuen
80 g weiche Butter
1 Ei, leicht verschlagen

(1) Die Milch und Zucker in eine Schüssel geben und die Hefe hinein brökeln. Circa 10 Minuten stehen lassen, bis die Hefe langsam anfängt zu arbeiten. Das Ei, Butter, Kardamom und Salz hinein geben und unter mischen.
(2) Dann nach und nach das Mehl hinzufügen. Dabei den Teig zunächst mit einem Holzlöffel bearbeiten. Wenn das nicht mehr geht, den Teig auf die Arbeitsfläche geben und das restliche Mehl unterkneten. Zu Anfang mag es noch ein wenig klebrig sein, aber nach ca. 5 Minuten wird der Teig kompakter und wunderbar weich.
(3) Den Teig zurück in die Schüssel geben, mit einem sauberen Küchentuch und einem schweren Handtuch oder Decke abdecken. An einem warmen Ort etwa 2 Stunden gehen lassen.
(4) Für die Zimtfüllung, den Zimt mit den 50g Zucker mischen. Die Butter in 4 Portionen teilen und zur Seiten stellen.
(5) Zwei große Backbleche mit Backpapier belegen. Wenn man nur eins hat, die Schnecken in zwei Durchgängen backen.
(6) Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in vier Teile teilen. Mit einer Portion beginnen, die anderen mit einem Tuch abdecken, damit der restliche Teig nicht austrocknet.
(7) Aus dem Teigviertel ein ca. 30x 25 cm großes und 2-3 mm dickes Rechteck ausrollen. Großzügig mit einer Portion der Butter bestreichen und ca. 3 TL Zimt-Zucker-Mischung gleichmäßig bestreuen.  Von der langen Seite aufrollen und zur Seite legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.
(8) Die Rollen werden als nächstes in Form geschnitten. Dafür durch schräge Schnitte gleichschenklige Trapeze schneiden, deren kurze Seite ca. 2 cm und die lange 5cm breit ist. Die Schnecken-Trapeze auf die lange Kante stellen und mit einem Finger in der Mitte eindrücken, so dass die Zimtbutter an den Seiten raus quillt. Auf das Backblech legen mit etwas Platz zwischen ihnen (damit sie noch etwas aufgehen können beim Backen). Die Schnecken mit dem Ei bepinseln und mit dem Zucker leicht bestreuen. Nochmals 30 Minuten gehen lassen.
(9) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(10) Die Schnecken ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun und auf der Unterseite leicht gebräunt sind.
Heiß, lauwarm oder bei Zimmertemperatur

genießen!

Nach dem Abkühlen in einem luftdichten Behälter aufbewahren, damit sie nicht austrocknen oder in den Tiefkühler geben, falls man alleine is(s)t.

Quelle: Kiros, Tessa (2004): „Die Welt in meiner Küche„. Dorling Kindersley. Seite 63

Knusprig und cremig zugleich – Kürbis-Parmigiana mit ohne Bild

Tja ja, das passiert, wenn man seine Arbeitsgerätschaften vergisst. Zur Zeit arbeite ich viel im Gewächshaus und photographiere dort meine kleinen Pflänzken, um im nächsten Jahr mit dem Erlernen der unterschiedlichen Keimlinge, nicht nochmal von vorne anfangen zu müssen … Jedenfalls, wie das so ist, habe ich meine kleine Kamera im Büro in meinem Gewächshaus-Arbeitsbeutel vergessen und das wo ich dieses Wochenende richtig schön kochen wollte, auch mal etwas größer … Soweit man das so nennen kann für eine Person ;-)

Aber nach einem kleinen Jammerer, ob der Tatsache, bei facebook, meinte die geneigte Leserschaft, dass  sie das Rezept auch ohne Bild gerne hätte. Und da Euer Wunsch mir Befehl ist, bitte!

Das Rezept habe ich in der aktuellen essen & trinken gefunden, wo es mich sofort anlachte. Und eigentlich brauchte ich auch nicht mehr soviel kaufen. Es ist ein wunderbares Herbstessen, dass eine Winzigkeit aufwendiger ist als viele der sonstigen Gerichte hier im Blog. Die Kürbisscheiben bekommen durch’s Anbraten einen tollen Geschmack und der geraspelte rohe Kürbis hat noch wunderbar Biss nach dem Backen. Auch der Käse und die Tomatensauce verleihen dem Ganzen eine wunderbare Cremigkeit, die großartigst durch die knusprige Semmelbrösel-Parmesan-Mozzarella-Kruste ergänzt wird. Hach, ein Traum von einem Essen! Da ich ja noch einen halben Kürbis im Kühlschrank habe, wird das Rezept bald wieder gekocht und dann hoffentlich auch lichtbildtechnisch verewigt :-)
Das Rezept habe ich für mich halbiert, aber trotzdem die Vier-Personen-Menge an Tomatensauce gemacht, ich mag es halt saucig und kann das Rezept so uneingeschränkt empfehlen. Hier die reduzierte etwas adaptierte Version:

Kürbis-Parmigiana

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Butternut-Kürbis (ca. 500 g)
Salz
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
5 EL Olivenöl
1 Dose geschälte Tomaten (400 g)
Pfeffer
Zucker
40 g Parmesan
125 g Büffelmozzarella
1 kleiner Zweig Rosmarin
6-7 EL Semmelbrösel

(1) Die Kürbis schälen und quer halbieren. Die obere Hälfte in dünne (ca. 2 mm) Scheiben schneiden. Auf Küchenpapier legen, salzen und ca. 30 Minuten Wasser ziehen lassen. Aus der unteren Hälfte des Kürbis die Kerne entfernen und den Kürbis grob raspeln.
(2) Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen und fein hacken. 2 EL Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen darin 2-3 Minuten glasig dünsten. Die Tomaten in der Dose mit einem Messer grob zerkleinern und zu dem Gemüse geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. In 15 Minuten bei mittlerer Hitze einkochen lassen.
(3) Währenddessen die Kürbisscheiben mit Küchenkrepp abtupfen. In einer beschichteten breiten Pfanne 3 EL Olivenöl erhitzen und die Kürbisscheiben portionsweise anbraten. Auf Küchenkrepp abtropfen und entfetten lassen.
(4) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(5) Den Mozzarella klein würfeln. Den Parmesan reiben, die Rosmarinnadeln vom Zweig abstreifen und fein hacken.
(6) Eine kleinere Auflaufform mit dem letzten EL Olivenöl einfetten und mit 2 EL Semmelmehl ausstreuen.
(7) Die Kürbisscheiben mit den restlichen Semmelbröseln, Tomatensauce, Kürbisraspeln, Parmesan, Mozzarella und Rosmarin in die Form schichten (kann leider nicht mehr genau nachvollziehen, wie meine Reihenfolge war). Dabei jeweils mit Pfeffer würzen. Den Abschluss sollte aber definitiv eine Schicht aus Parmesan, Mozzarella und Semmelbrösel bilden. Knusprigkeit kommt nur so!
(8) Die Parmigiana auf der zweiten Leiste von unten in Ofen schieben und 40-45 Minuten backen lassen.

Genießen!

Quelle: essen & trinken Nr. 10/10 – Kürbis-Parmigiana. Seite 70

Hach, ich ärger mich immer noch über den fehlenden Photoapparat, die Parmigiana sah soooo schön aus und schmeckte noch viel besser! *seufz*

Nachtrag 03.12.2010: Endlich das Bild hinzugefügt, allerdings war Versuch Nummer II nicht halb so ansehnlich wie der erste, aber besser als nichts :-)

%d Bloggern gefällt das: