Fröhlichen Zimtschnecken-Tag!

Einen fröhlichen Kanelbullens dag Euch allen!

Durch eine liebe Freundin, die vor kurzem nach Schweden gezogen ist, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass heute der Tag der Zimtschnecke in Schweden ist. Yeah, es gibt Völker die feiern Hefegebäcke! Sehr sympathisch! Nun war ich leider noch nie in Schweden und konnte demnach auch noch ein schwedisches Original kosten, aber ich wollte unbedingt mal wieder Kuchen in Schneckenform essen. Also habe ich mich mal wieder auf die fast tägliche Suche nach Rezepten begeben. Nachdem mir alle im Netz irgendwie nicht so richtig zusagten, fiel mir ein, dass im Buch „Die Welt in meiner Küche“ (viel poetischerer englischer Originaltitel „Falling Cloudberries“) von Tessa Kiros auch ein Zimtschnecken-Rezept ist.

Ich liebe dieses Buch heiß und innig, lese einfach wahnsinnig gerne darin, hab aber seltsamerweise noch nie etwas draus gekocht. Diese Frau mit ihrer Herkunft, ist prädestiniert dafür Kochbücher zu schreiben; ihre Mutter ist Finnin, ihr Vater griechischer Zypriote, aufgewachsen in Südafrika, jetzt mit einem Italiener verheiratet und in der Toskana lebend. Hallo?!? Wenn man da keine Kochbücher verfasst, wäre der Welt einiges entgangen :-) Das Buch ist nach den einzelnen Ländern eingeteilt plus einem Aus-aller-Welt-Kapitel, in dem sie Rezepte von Freunden aus aller herren Länder zusammen getragen hat. Und es wird alles präsentiert, was man sich vorstellen kann: Brote, Salate, Schmorgerichte, Eintöpfe, Kuchen, Eis, Sirup, Pralinen, Graved Lachs, Kartoffelpuffer usw. Es ist einfach ein wirklich wunderschönes Buch, sehr persönlich geschrieben, mit Photos der Familie versehen und sehr authentisch wirkenden Food-Photos. Wer es noch nicht hat oder noch ’nen Platz auf dem Weihnachtswunschzettel hat, das Buch mit drauf setzen :-)

Nun zu den Zimtschnecken. Es sind, wie aus Tessa Kiros Biographie ableitbar, keine schwedischen, sondern finnische, die auch ein wenig anders aussehen. Ansonsten sind die üblichen Verdächtigen im Rezept zu finden: Hefe, Mehl, Butter, Zimt und Zucker. Allerdings kommt noch eine ordentliche Portion Kardamom in den Teig und sie sind nicht klassisch wie eine Schnecke geformt, sondern ein plattgedrücktes Trapez. Sie sind etwas zeitaufwendiger, aber eigentlich sehr einfach zu backen. Und sie schmecken großartig! Ein Traum! Zimtig, kardamomig, fluffig und knusprig … Hach! Ich glaube, ich muss gleich nochmal zum Tiefkühler, um eine Schnecke aus ihrem Kälteschlaf zu befreien … Aber derweil für Euch das Rezept:

Zimt-Kardamom-Schnecken

Zutaten für ca. 35 Schnecken:
Hefeteig:
250 ml lauwarme Milch
100 g feiner Zucker
25 g frische Hefe
1 Ei, leicht verschlagen
125 g weiche Butter
2 TL gemahlener Kardamom
1 TL Salz
650 g Mehl

Zimtbutter:
2 TL gemahlener Zimt
50 g feiner Zucker
1 EL Zucker zum Bestreuen
80 g weiche Butter
1 Ei, leicht verschlagen

(1) Die Milch und Zucker in eine Schüssel geben und die Hefe hinein brökeln. Circa 10 Minuten stehen lassen, bis die Hefe langsam anfängt zu arbeiten. Das Ei, Butter, Kardamom und Salz hinein geben und unter mischen.
(2) Dann nach und nach das Mehl hinzufügen. Dabei den Teig zunächst mit einem Holzlöffel bearbeiten. Wenn das nicht mehr geht, den Teig auf die Arbeitsfläche geben und das restliche Mehl unterkneten. Zu Anfang mag es noch ein wenig klebrig sein, aber nach ca. 5 Minuten wird der Teig kompakter und wunderbar weich.
(3) Den Teig zurück in die Schüssel geben, mit einem sauberen Küchentuch und einem schweren Handtuch oder Decke abdecken. An einem warmen Ort etwa 2 Stunden gehen lassen.
(4) Für die Zimtfüllung, den Zimt mit den 50g Zucker mischen. Die Butter in 4 Portionen teilen und zur Seiten stellen.
(5) Zwei große Backbleche mit Backpapier belegen. Wenn man nur eins hat, die Schnecken in zwei Durchgängen backen.
(6) Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in vier Teile teilen. Mit einer Portion beginnen, die anderen mit einem Tuch abdecken, damit der restliche Teig nicht austrocknet.
(7) Aus dem Teigviertel ein ca. 30x 25 cm großes und 2-3 mm dickes Rechteck ausrollen. Großzügig mit einer Portion der Butter bestreichen und ca. 3 TL Zimt-Zucker-Mischung gleichmäßig bestreuen.  Von der langen Seite aufrollen und zur Seite legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.
(8) Die Rollen werden als nächstes in Form geschnitten. Dafür durch schräge Schnitte gleichschenklige Trapeze schneiden, deren kurze Seite ca. 2 cm und die lange 5cm breit ist. Die Schnecken-Trapeze auf die lange Kante stellen und mit einem Finger in der Mitte eindrücken, so dass die Zimtbutter an den Seiten raus quillt. Auf das Backblech legen mit etwas Platz zwischen ihnen (damit sie noch etwas aufgehen können beim Backen). Die Schnecken mit dem Ei bepinseln und mit dem Zucker leicht bestreuen. Nochmals 30 Minuten gehen lassen.
(9) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(10) Die Schnecken ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun und auf der Unterseite leicht gebräunt sind.
Heiß, lauwarm oder bei Zimmertemperatur

genießen!

Nach dem Abkühlen in einem luftdichten Behälter aufbewahren, damit sie nicht austrocknen oder in den Tiefkühler geben, falls man alleine is(s)t.

Quelle: Kiros, Tessa (2004): „Die Welt in meiner Küche„. Dorling Kindersley. Seite 63

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14 Kommentare zu “Fröhlichen Zimtschnecken-Tag!

  1. la grosse mere 4. Oktober 2010 um 23:24 Reply

    Waaas? es ist tag der zimtschnecke und ich weiß nicht davon??? wird vorgemerkt für nächstes jahr. das ist mir jetzt ja fast peinlich…
    aber ja, so eine zimtschnecke mit kardamom ist schon was feines. fragt sich, wann ich’s wieder schaff, welche zu machen!
    die form sieht ein bißchen nach franzbrötchen aus, das man ja so in den bäckereien im norden der republik käuflich erwerben kann. schickst du mir eine zum frühstück rüber? das sieht sehr fein aus!

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  2. chriesi 5. Oktober 2010 um 07:15 Reply

    Mmmmmmmm sehr fein!

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  3. Barbara 5. Oktober 2010 um 07:20 Reply

    Lecker!

    In die schwedischen kommt übrigens auch viel Kardamom, das passt schon.

    P.S.: Um das Buch schleiche ich auch schon lange rum… Irgendwann ist das fällig, wenn Du jetzt auch noch so begeistert davon bist. :-)

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  4. nata 5. Oktober 2010 um 08:29 Reply

    In dieser Franzbrötchenform gefallen mir die Schnecken viel besser. Sie sehen wirklich super aus. Nachdem ich gestern überall so viel über den Zimtschneckentag gelesen habe, habe ich mich natürlich geärgert, dass ich nicht darauf vorbereitet war :o(

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  5. Evi 5. Oktober 2010 um 09:57 Reply

    Schön, dass der kanelbullens dag bei dir auch zelebriert wird. :) Das nächste Mal mache ich auch wieder Kardamom in den Teig, ohne fehlt was. Das Kochbuch klingt gut, das werd ich mir mal näher besehen. Danke für den Tip!

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  6. kochschlampe 5. Oktober 2010 um 09:59 Reply

    Ich liebe Zimtschnecken finnischer Machart. Allerdings habe ich sie nie selber gemacht… aber Mitbewohnerette 2.2, die hat die ganz wunderbar in meiner Küche hergestellt, leider ohne das Rezept da zu lassen. Muss ich wohl mal Deines austesten.

    :-)

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  7. porcelinablue 5. Oktober 2010 um 16:16 Reply

    Das sieht absolut großartig aus. Neid!

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  8. Sylvia 5. Oktober 2010 um 19:28 Reply

    Die sehen ja wirklich toll aus! Ha hätte ich warscheinlich keine Geduld dafür. Leider…

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  9. ulireiaufreisen 5. Oktober 2010 um 19:35 Reply

    Hmm, das sieht lecker aus. Und Du weißt, dass Du jeder Zeit herzlich willkommen bist bei der lieben Freundin! Da musst Du nicht bis zum nächsten Kannelbullensdag warten, die gibt es hier überall und jederzeit. :-)

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  10. Anikó 5. Oktober 2010 um 22:27 Reply

    La grosse mere, dabei warste doch in Schweden… Hat Dir das keiner verraten? Frech! Aber dann für’s nächste Jahr vormerken :-)

    Chriesi, in der Tat :-)

    Barbara, ja unbedingt kaufen das Buch. Ist sein Geld mehr als wert und wirklich wirklich wundervoll!

    Nata, man kann die Schnecken immer backen. Da braucht es keinen speziellen Tag für ;-)

    Evi, hab zwar erst kurz vorher vom Festtag erfahren, aber das musste einfach sein :-)

    Frau Kochschlampe, das stimmt wohl, da musst Du es wohl wirklich austesten *g*

    Porcelinablue, wenn ich könnte, ich würde Dir eine zum Kosten vorbei schicken.

    Sylvia, das hat nicht viel mit Geduld zu tun. Die zwei Stunden kann man den Teig wirklich getrost vergessen und was anderes machen. Danach geht es eigentlich ziemlich schnell. Und das Ergebnis entschädigt für sämtliche Wartereien :-)

    Uli, ich werde auf das Angebot zurück kommen, definitiv! Und dann testen wir schwedische Spezialitäten aus :-)

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    • Mestolo 7. Oktober 2010 um 07:14 Reply

      Mist, Zimtschneckentag verpasst. Wenn die auch nur annähernd so gut sind wie Deine Kakaoschnecken, seh‘ ich schwarz für meine Hüften ;)

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  11. Monika 8. Oktober 2010 um 12:04 Reply

    Mit Zimt backe ich auch ohne passenden Tag gerne ;-)
    Dein Bild im Artikel hat mich auch sofort an Franzbrötchen erinnert, wobei die ja eher plunderig/blätterig sind und Zimtschnecken schon lockerer und luftiger…
    Vor einiger Zeit habe ich mal einen Zimtzopf quasi als Kanelbullar am Stück gebacken, das Ergebnis ist in diesem Artikel anzuschauen:
    http://tortentante.blogspot.com/2009/12/kanelbullar-am-stuck-zimtzopf.html

    Hefe mit Zimt und Kardamom ist doch immer lecker :-)

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    • Sabrina 11. Oktober 2010 um 17:10 Reply

      Oh, nein, laß das Büchlein nicht zum DKduW verkommen, probier doch mal die Pflaumen mit Mascarpone oder den Lahmacun oder oder oder (achja, die Zimtschnecken mag ich trotzdem fast am liebsten :)

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  12. turboseize 15. Oktober 2010 um 20:41 Reply

    Kanelbullar jag älskar mycket!

    Danke, liebe Aniko! Du bringst gerade Erinnerungen zurück.

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