Archiv für den Monat Dezember 2010

Winterspaziergang am Strand

Frau Kochschlampe stapft tapfer durch die Wälder Berlins, während sich bei mir eher der Strand anbietet. Und da sich heute nach Nebel und sehr tiefen Temperaturen abzeichnete, dass wundervolles Wetter wird, wurde nach dem Mittag ein kleiner Ausflug ans Meer gemacht.

Wie immer als erstes, nach der Ankunft mit der S-Bahn, der Blick auf den Alten Strom. Diesmal fast zugefroren mit süßen sich ausruhenden Lachmöwen.

Auch viele Kutter waren wegen des Wetters im Hafen geblieben und lagen dort gut vertäut im Eiswasser.

So ist vieles derzeit richtig vereist: sämtliche Bäume haben durch die nächtlichen Nebel und die Höchsttemperaturen von -9°C einen Rauhreifmantel um, …

die Anlegestege der Ausflugskutter durch die Wellen und auch …

der Leuchtturm am Ende der Mole ist einseitig mit einem dicken Einspanzer überzogen.

Was ich nicht allzu oft erlebe, aber immer wieder richtig schön ist: Strand mit tiefen Schnee am langsam vereisenden Meer!

Der Teepott im Sonnenuntergang. Was ja derzeit leider schon gegen halb vier der Fall ist, aber zum Glück geht’s ja wieder aufwärts mit der Tageslänge :-)

Der vereiste Strand mit bizarren Eisschollenfiguren. Die Wellen schlagen auch nur noch eher zähflüssig an den Strand.

Zum Schluss dann noch das obligatorische „Strand bei Sonnenuntergang“-Bild, wobei die Sonne sehr weit vom Meer entfernt untergeht derzeit.

Fröhöliche Weihnacht überall …

singen Euch, meine lieben Leser, Frau Mamas kleines Engel-Orchester frohlockend entgegen!

Ich wünsche Euch hiermit wundervolle, entspannende Weihnachtstage im Kreise Eurer Lieblingsmenschen!

Flammkuchen-Friday: Apfel plus Zwiebel

Ich weiß nicht, ob es schon jemandem aufgefallen ist, aber ich habe oben im Inhaltsverzeichnis des Blogs vor einiger Zeit die Kategorie „Must Cook!“ eingeführt, sprich eine lose Auflistung von Rezepten aus dem weltweiten Zwischennetz, die dringendst nachgebastelt werden müssen … irgendwann … *g*

Jedenfalls lauerte dort schon länger Frau Kochschlampes Rezept für einen sehr fixen Flammkuchen mit Apfel-Zwiebel-Belag, darauf von mir nachgebacken zu werden. Die Kombi Apfel plus Zwiebel ist sowieso unschlagbar und wird bei uns familienintern eigentlich immer als kleine Beilage bei Bratwürsten oder Leber mitgebraten,  ich bin also praktisch aufgewachsen mit diesem Geschmack. Und bei ’nem dünnen Brotfladen kann man eh nichts verkehrt machen, oder? Außerdem hatte ich ja schon im letzten Jahr das Vergnügen einen kalten Rest des Flammkuchen bei einem gemeinsamen Ausflug in die Binnendünen bei Dömitz kosten zu dürfen.

Auch mir passiert es öfter wie Frau Kochschlampe, dass ich ziemlich hungrig schon nach Hause komme  und dann keine Lust auf langwieriges Kartoffelschälen, Gratin-warten oder Suppenköcheln habe. Und ich muss sagen, dieser Flammkuchen ist eine ernsthafte Alternative zu Keksen und Co., um den Hunger schnellst möglich zu bekämpfen. Der Teig ist richtig schnell zusammen geknetet, belegt und im Ofen gebacken. Der Phantasie sind beim Belegen dann sowieso keine Grenzen gesetzt. Noch eine einsame Zucchini oder Möhre im Kühlschrank? Rauf damit! Komischer kleiner Rest Schinken oder Wurst? Immer her! Diese Art Flammkuchen wird es bei mir definitiv öfter geben (auch, weil ja irgendwie das Dinkelmehl weg muss *g*)! Vielleicht wird eine lose Reihe daraus …

Aber erstmal das Grundrezept für den Teig und danach die Apfel-Zwiebel-Variante:

Flammkuchen-Grundteig

Zutaten für 2 Portionen:
100 g Weizenmehl
100 g Dinkelmehl
Salz
3 EL Rapsöl
125 ml Wasser

Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und weiter nach Bastelanleitung verarbeiten. Falls man doch nur 1 Portion machen will, lässt sich der restliche Teig in Frischhaltefolie eingewickelt, gut bis zu 1 Woche im Kühlschrank aufbewahren.

Apfel-Zwiebel-Flammkuchen

Zutaten für 1 Portion:
1/2 Portion Flammkuchen-Teig

2-4 TL Creme fraiche oder Schmand
Salz, Pfeffer
1,5 Äpfel, entkernt in dünnen Ringen
1/2 Zwiebel, in feinen Halbringen
ca. 75 g Ziegenfrischkäse
abgezupfte Blättchen einiger Zweiglein Zitronenthymian

Den Ofen so heiß vorheizen wie es geht. Dabei das Blech mit vorheizen.
Den gekneteten Flammkuchen-Teig auf einem Backpapier so dünn wie möglich ausrollen. Mit dem Schmand bestreichen, salzen und pfeffern. Die Apfelringe darauf verteilen, möglichst ohne Überlagerungen. Dann die Zwiebeln drüber geben und den Ziegenkäse drauf bröckeln.
Vorsichtig auf das heiße Backblech setzen und etwa 10 Minuten backen, bis der Rand braun ist und der Käse etwas Farbe genommen hat.
Herausnehmen, den Thymian verteilen und

genießen!

Quelle: Frau Kochschlampe

Synchron-Backen (2): Fruchtige Weihnachtsbiscotti

Nachdem die letzte Aktion „Synchron-in-der-Küche-werkeln“ von Frau Kochschlampe und mir so wunderbar gelang, wollten wir wieder einmal zusammen kochen, auch wenn sich unsere Küchen 382 km voneinander entfernt befinden. Wieso kriege ich das nicht gebacken, kochbegeisterte Leute in meiner Gegend kennenzulernen? Aber zum Glück gibt es ja die moderne Technik, die einem Bild- und Lautkommunikation erlaubt, während man in der Küche vor sich hin wurschtelt. Und da Frau Kochschlampe weiß, dass ich mich alleine schlecht aufraffen kann was zu backen, schlug sie vor Fruity Christmas Biscotti von der Good Food-Homepage nachzubasteln. Ich hatte Biscotti zwar bis dato nicht gekostet, trink ja auch keinen Kaffee, wozu man diese Kekse in Cafés wohl öfters reicht, aber von den Zutaten her hörte es sich verlockend an: Pistazien, getrocknete Kirschen (heimliche Liebe!), Mandeln und Rosinen. Gute Mischung aus süß und sauer. Auch die Zubereitung las sich sehr machbar, keine langen Teig-Durchkühl-Phasen,  perfekt für ein kleines Feierabend-Backen auch für Grobmotoriker. Der Teig ist wirklich fix zusammen geknetet und braucht nicht ewig zum Backen. Außerdem kann man, wenn man gewillt ist wie wir, noch eine kleine Partie Gebäck-Tetris spielen, indem man versucht die geschnittenen Biscotti auf ein, statt zwei, Backblech zu bringen ;-) Da der Brite an sich offensichtlich gerne eine Gewürzmischung namens Mixed Spice benutzt, musste ich das vorher noch schnell nach Frau Kochschlampes Rezept zusammen mörsern. Es ist wirklich total unkompliziert, duftet aber ganz wunderbar und ist wirklich unerlässlich in diesen Biscotti. Also gebe ich das Rezept dafür auch gleich mit an …

Vom Geschmack her sind die Biscotti eine Wucht, süß-säuerlich zugleich, knusprig-nussig, weihnachtlich! Eigentlich perfekte kleine Kekse zum … äh … ja … Kaffee ;-) Oder Kakao oder Tee, so!

Fruchtige Weihnachtsbiscotti

350 g Mehl + etwas zum Rollen
2 TL Backpulver
2 TL Mixed Spice (Rezept dafür siehe unten)
250 g gröberer brauner Zucker
3 Eier, leicht verschlagen
Schale 1 Bio-Orange, grob
85 g Rosinen
85 g getrocknete Kirschen
50 g geschälte Mandeln
50 g ungesalzene, geschälte Pistazien

(1) Den Ofen auf 180°C (Umluft 160°C, Gas 4) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
(2) Das Mehl, Backpulver, MixedSpice und Zucker in eine große Schüssel geben und gut durchmischen. Dann die Eier und Orangenschale einrühren bis die Masse beginnt zu Klumpen, dann den Teig mit den Händen durchkneten. Sieht zunächst ein wenig trocken aus, aber so lange kneten bis keine Mehlklümpchen mehr sichtbar sind. Die Nüsse und Trockenfrüchte unterarbeiten bis sie gleichmäßig verteilt sind.
(3) Den Teig auf eine leicht bemehlten Oberfläche geben und vierteln. Mit leicht mehligen Händen aus jeden Viertel eine Rolle von ca. 30 cm Länge rollen. Zwei auf  je ein Backblech mit ordentlich Platz dazwischen legen.
(4) Für 20-30 Minuten backen bis der Teig etwas aufgegangen ist und sich fest anfühlt. Er sollte noch blass aussehen. Man kann auch beide Bleche gleichzeitig backen ohne Umluft, dafür die Plätze der Bleche nach der Hälfte der Zeit tauschen. Wenn sie fertig sind, aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter kurz abkühlen lassen bis man sie anfassen kann.
(5) Den Ofen auf 140°C/120°C Umluft/Gas 1 herunter schalten.
(6) Mit einem scharfen Messer (oder Brotmesser) die Biscotti-Laibe diagonal in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Dann Backblech-Tetris spielen und die Biscotti auf einem Blech verteilen (oder mit weniger Spaß auf zweien). Für 15-25 weitere Minuten backen bis sie trocken sind.

Abkühlen lassen und in einer luftdichten Dose aufbewahren, wenn sie nicht gleich gegessen werden.

Quelle: BBC Good FoodFruity Christmas Biscotti

Mixed Spice

5-10cm Zimtstange
1 EL Koriandersaat
1 TL Pimentkörner
1 TL ganze Nelken
1 EL frisch geriebene Muskatnuss
2 TL gemahlenen Ingwer

Zimt, Koriander, Piment und Nelken im Mörser zu einem feinen Pulver zerreiben. Mit den restlichen Gewürzen mischen. Luftdicht, kühl und dunkel aufbewahren.
Möglichst keine zu großen Mengen herstellen, es schmeckt frisch am besten.
Frei veränderbar zum eigenen Vergnügen.

Quelle: Frau Kochschlampe – Mixed Spice

And again: Gulaschsuppe

Das Wetter ist ja doch seeehr winterlich, also winterlicher geht ja fast nicht mehr … Was braucht man da? Ein schönes Süppchen! Genau! Da ich ja geschmackssinntechnisch immer noch etwas eingeschränkt bin (aber es bessert sich, nur noch Zunge hinten links taub *freu*), brauche ich starke Aromen. Und was liegt bei einem halben ungarischen Chromosomen-Satz näher als Gulaschsuppe, zumal meine letzte wirklich schon fast 2 Jahre her und ebenfalls hier festgehalten wurde (das Rezept brauchte dringend ein neues Bild *g*). Auch meine Eltern waren dem Vorschlag nicht abgeneigt und so köchelten wir am Freitagabend eine große Portion, von der meine Eltern am nächsten Tag ein gewürzgurkenglasvoll mit in die Ostseeheimat nahmen, damit sie nach der langen Fahrt nicht noch kochen mussten.

Lustigerweise habe ich eigentlich genau dieselben Zutaten benutzt wie beim ersten Mal, so dass ich Euch das Rezept einfach aus dem alten Post nochmal hier her kopiere ;-) Vielleicht sollte ich mich mal auf die Suche nach einem anderen Gulaschsuppen-Rezept machen … Aber erstmal das altbekannte:

Gulyásleves – Gulaschsuppe

Zutaten für 4 hungrige Esser:
800 g Schweinegulaschfleisch, etwa 1-2 cm große Würfel
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
Pflanzenöl
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 TL Paprikapulver rosenscharf (oder mehr, wer es schärfer mag)
1 EL Tomatenmark
1/2 rote Paprikaschote, gewürfelt
Salz, Pfeffer

8 Kartoffeln, geschält und in grobe Stücke schneiden
3 Möhren, geschält und in etwa so große Stücke wie die Kartoffeln schneiden
1 große Petersilienwurzeln, siehe Möhren

(1) Ein Schluck Öl (bitte kein Olivenöl, passt nicht, finde ich)  in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze so lange dünsten bis sie schön weich und etwas süß sind. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver hinzugeben. Wieder auf die Flamme geben und ein klein wenig andünsten. Vorsichtig sein und das Paprikapulver nicht zu lange braten, es wird sonst bitter. Das Tomatenmark kurz mit anrösten. Das Fleisch und die Paprikawürfel hinzufügen. Gut salzen und pfeffern.
(2) Deckel auflegen und bei schwacher bis mittlerer Hitze ca. 1 Stunde schmoren lassen. Es sollte Fleischsaft austreten, wodurch nix anbrennt.
(3) Nach der Zeit die gewünschten Gemüsestücke hinein geben und mit soviel Wasser aufgießen, dass das Gemüse nicht ganz bedeckt ist. Nochmals gut salzen und pfeffern.
(4) Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze so lange köcheln bis das Gemüse gar ist (ca. 30 Minuten).

Zum Servieren mit saurer Sahne auf dem Teller mischen und frisches Weißbrot dazu.  Danach einfach nur …

Genießen!

Plätzchen für Grobmotoriker oder Rosmarin-Heidesand

Ich bin nicht der weltgrößte Backfan und bin auch nicht für filigranen Fitzelkram in Sachen backen und dekorieren geeignet. Sowas macht mich latent wahnsinnig und auch wenn ich sonst einiges an Geduld habe, beim Basteln gar nicht. Die Gene scheinen komplett an Zwerg gegangen zu sein.

Deswegen bin ich auch immer froh, wenn es unkomplizierte Plätzchen-Rezpte gibt, die ohne viel Fingergeschick auskommen. Und solche ist diese Heidesand-Variante mit Rosmarin drin. Jetzt wird sich vielleicht der ein oder andere Leser fragen: „Rosmarin in süß?“ Oh ja, Rosmarin in süß! Rosmarin in süß funktioniert hervorragend, wie man an diesen Plätzchen sieht! Sie sind wirklich sehr aromatisch und mürbe. Frau Mama, die eine geheime Vorliebe für Heidesand hat, fand sie letztes Jahr sehr gut und hat einen Großteil der Produktion selbst vernichtet! Auch Frau Kochschlampe und porcelinablue von Meat & Greet fanden sie großartig! Also eine unbedingt Nachbackempfehlung für Backgrobmotoriker wie mich und alle anderen auch ;-)

Rosmarin-Heidesand

200 g Butter
230 g Zucker
1 EL Vanillezucker
3/4TL Salz
1 Ei, etwas verwuirlt
2 Zweige Rosmarin
320 g Mehl + etwas zum Bearbeiten
abgeriebene Schale 1/2 Bio-Zitrone

(1) Für den Teig die Butter mit 180 g des Zuckers, Vanillezucker und demSalz in einer Schüssel mit den Quirlen des Handrührers cremig rühren. Das leicht verquirlte Ei zugeben und kurz aufschlagen.
(2) Die Rosmarinnadeln von den Stielen zupfen und mittelfein hacken. Das Mehl sieben und mit den Rosmarinnadeln schnell von Hand in den Teig kneten. Teig zu einer Kugel formen, flach drücken, in Frischhaltefolie einschlagen und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
(3) Nach der Zeit den Teig halbieren und auf einer leicht bemehlten Fläche zu einer etwa 40 cm langen Rollte formen.
(4) Den restlichen Zucker mit der Zitronenschale mischen und die beiden Rollen darin wälzen. Nochmal 2 Stunden kalt stellen.
(5) Den Ofen auf 200°C vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
(6) Von den Teigrollen 1 cm dicke Scheiben abschneiden und mit etwas Abstand auf die Backbleche legen. Nacheinander auf der zweiten Schiene von unten im vorgeheizten Backofen 12-15 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen.

Genießen!

Aufbewahrung: In einer Dose zwischen Backpapier lassen sie sich 2-3 Monate gut aufbewahren.

Quelle: Essen & Trinken November 2009. Seite 32

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