Entzerrt-entspanntes Weihnachtsessen 2010: Klassische Rinderroulade mit Rotkohl

Ich stehe ja durchaus gerne in der Küche und köchel für die Familie oder Freunde, auch zu Weihnachten. Allerdings wünschte sich Frau Mama dieses Jahr ein Weihnachtsessen, dass sich gut vorbereiten lässt und bei dem ich nicht stundenlang in der Küche stehe am 1. Weihnachtstag. Beim gemeinsamen ansehen der Sendung von Cornelia Poletto während ihres Pflegebesuchs im November, kam die Idee zu klassischen Rinderrouladen. Und dann mit selbstgemachtem Rotkohl, ha! Kann beides sehr gut ein bis zwei Tage im Voraus zubereitet werden, so dass am betreffenden Tag wirklich nur noch die Kartoffeln gekocht werden müssen, nochmals einfacher, statt der mir vorschwebenden Knödel.

Die Rouladen hab ich klassisch mit Schinkenspeck, Zwiebel und Gewürzgurke gefüllt, angebraten und dann mit Gemüsewürfelchen geschmort. Ach ja und mit Rotwein abgelöscht, kommt ja sonst nicht sooft vor ;-) Und wo wir schon bei Rotwein sind, auch an den Rotkohl kam ein halber Liter. Woohoo! Das ist schon ne Menge für mich, die ich als sonst eher nur Winzmengen an Alkohol verkoche.  Nachdem der Rotkohl einen Tag marinierte unter anderem auch noch mit Orangensaft, wurde er gut 1 Stunde geköchelt. Ich wurde schon fast vom Geruch des verkochenden Weins in der Küche ein wenig betüddelt, aber der Rotkohl war perfekt! Zumindest für mich, der Alkohol nicht mehr schmeckbar, der Kohl noch mit ein wenig Biss und trotzdem schon ein wenig cremig. Hach!

Alles in allem ein wirklich leckeres, comfort food-mäßiges und wirklich entspannt vorzubereitendes Festessen, für uns zumindest! Und falls jemand noch nicht wissen sollte, wie man klassische Rouladen zaubert (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen *g*) oder ein richtig gutes Rotkohl-Rezept braucht, hier bitte schön:

Klassische Rinderrouladen

Zutaten für 4 Personen:
4 Rinderrouladen
1 kleinere Zwiebel, fein gewürfelt
2 Gewürzgurken, fein gewürfelt
2 Scheiben mageren Schinkenspeck, fein gewürfelt
Salz, Pfeffer
6-8 TL Senf mittelscharfer Senf
3 El Öl oder Butterschmalz
1 große Zwiebel, fein gewürfelt
2 mittlere Mohrrüben, geputzt und gewürfelt
1 kleines  Stück Knollensellerie, geputzt und gewürfelt
1/2 Glas Rotwein
2 TL Maisstärke

(1) Die Rouladen waschen und trocknen. Eine flach vor sich ausbreiten, salzen und pfeffern.  Das Fleisch mit 1-2 TL Senf gleichmäßig eincremen. Je ein Viertel der Zwiebel-, Schinkenspeck- und Gewürzgurkenwürfelchen darauf verteilen und die Rouladen zusammen rollen. Dabei versuchen den Rand etwas einzuklappen, damit die Füllung nicht raus fällt. Mit einer Rouladennadel/Zwirn/Rouladenklammern zusammen halten. Nochmals von außen salzen und pfeffern.
(2) In einem großen Schmortopf das Öl oder Butterschmalz erhitzen. Die Rouladen darin von allen Seiten bei hoher Hitze scharf anbraten.
(3) Aus dem Topf nehmen und das Schmorgemüse (Zwiebel, Möhren, Sellerie) zugeben. Ebenfalls anbraten.  Die Rouladen wieder in den Topf geben und mit dem Rotwein ablöschen. So stark einkochen lassen bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Mit soviel Wasser auffüllen, dass die Rouladen zu Hälfte bedeckt sind.  Nochmals salzen und pfeffern.
(4) Circa 90 Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen.
(5) Die Rouladen aus dem Topf nehmen und warm halten (z.B. im Ofen bei 50°C). Die Sauce durch ein feinmaschiges Sieb in einen kleineren Topf gießen, auch die Gemüsereste im Sieb gut ausdrücken. Die Sauce noch ein wenig einreduzieren lassen, damit sich der Geschmack intensiviert. Dann die Stärke mit ein wenig kaltem Wasser klümpchenfrei anrühren, in die Sauce geben und kurz aufkochen lassen bis sie ein wenig bindet.

Die Sauce zusammen servieren mit den Rouladen und dem

Rotkohl

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 kg Rotkohl, fein gehobelt
1 Zwiebel, feine Halbringe
Salz
2 EL Zucker
1 TL Pfefferkörner
2 Anis-Sterne
10 cm Zimtstange
10 Pimentkörner
1/2 TL ganze Gewürznelken
2 Orangen, Saft ausgepresst
1/2 l Rotwein
4 EL weißen Balsamico-Essig
2 EL Butterschmalz
1 Apfel, entkernt und grob gewürfelt
2-3 EL Pflaumenmus

(1) Den Rotkohl und die Zwiebeln in eine große Schüssel geben, großzügig salzen. Mit dem Zucker würzen. Die Gewürze in einen Papierteefilter geben und die Lasche umlegen, so entfällt das lästige Gewürzbingo-Spiel beim Essen des fertigen Rotkohls. Den Rotwein, Orangensaft und Balsamico-Essig über den Rotkohl gießen. Durchrühren und abgedeckt 1 Tag kühl stellen.
(2) Am nächsten Tag den Rotkohl in ein Sieb gießen und die Marinade dabei auffangen. Das Butterschmalz in einem größeren Topf erhitzen und den Rotkohl hinein geben. Gut andünsten und gelegentlich umrühren bis der Kohl zusammen gefallen ist. Die Apfelwürfel mit dazu geben. Soviel von der aufgefangenen Marinade über den Rotkohl gießen, dass ca. 1/3 bedeckt ist. Deckel drauf und bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa 1 Stunde köcheln lassen. Dabei öfters mal umrühren, damit der Kohl nicht am Topfboden anbrennt.
(3) 15 Minuten vor Ende der Kochzeit das Pflaumenmus einrühren. Und nochmals abschmecken, ob noch etwas Süße, Säure oder Salz fehlt.

Genießen!

Oder am nächsten Tag aufwärmen und den Tag danach und danach …

Quelle: inspiriert nach Cornelia Poletto

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10 Kommentare zu “Entzerrt-entspanntes Weihnachtsessen 2010: Klassische Rinderroulade mit Rotkohl

  1. stampoasis 2. Januar 2011 um 10:41 Reply

    das sieht superlecker aus! (könnte ich auch wieder mal machen)

    das ausgebreitete rindfleisch auf der blauen unterlage sieht übrigens aus, wie die landkarte von ungarn, nur ein wenig in die länge gezerrt;)

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  2. Sylvia 2. Januar 2011 um 11:25 Reply

    Super, die Idee mit dem Pflaumenmus im Rotkohl muß ich mir unbedingt merken! :-)

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  3. Kirsten 2. Januar 2011 um 19:45 Reply

    Hey, freut mich, dass es einige meiner Rezepte auf Deine Must-cook-Liste geschafft haben :) Ich muss gestehen, ich brauche noch ein klassisches Rotkohlrezept…! Bei uns in der Familie ist der Rotkohl von meiner Mutter das Maß aller Dinge, den muss ich gar nicht erst nachmachen, zumindest wenn ich ständige Vergleiche vermeiden will, welcher denn nun besser gelungen ist ;o) Also werde ich Deinen wohl mal ausprobieren. Die Idee, Pflaumenmus zu verwenden, ist mir auch noch nie gekommen, klingt aber, als ob es perfekt passen müsste.

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  4. richensa 2. Januar 2011 um 22:01 Reply

    Ich habe einen recht spontanen Silvester- und Neujahrsbesuch bei sehr lieben Menschen irgendwo zwischen Göttingen und Kassel gemacht, bei denen es auch wunderbare Rouladen mit Rotkohl und Pellkartoffeln gab, ein echtes Soul-food!
    Das allerbeste war aber die spontane Gesellschaft ;-))

    Frohes neues Jahr…

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  5. kitchenroach 3. Januar 2011 um 05:51 Reply

    genau so mag ich meine rouladen! und….happy new year!

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  6. missboulette 3. Januar 2011 um 23:40 Reply

    Auch Dir die besten Wünsche für 2011! Danke für das richtig gute Rotkohl Rezept – wird ausprobiert. Rotkohl geht immer.

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  7. uwe@highfoodality 4. Januar 2011 um 11:10 Reply

    jap, pflaumenmus im rotkohl ist notiert. ich nehme immer preiselbeeren.

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  8. Anikó 5. Januar 2011 um 00:06 Reply

    Frohes neues Jahr Euch auch!

    *gnihihi* Orsi, hast Recht :-)

    Richensa, spontane Gesellschaft ist (fast) immer die Beste :-)

    Das Pflaumenmus war eine Notlösung, der letzte Rest im Kühlschrank wollte weg und die Rotkohl brauchte ein wenig Bindung durch das zu fest geratene Mus ;-)

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  9. […] Rinderrouladen (schon am Sa im Slowcooker geschmurgelt) mit Rotkohl und Pellkartoffeln, Bagelbacken […]

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  10. […] Fleisch einzuwecken, wofür ich diese Reste auserkor. Wie man Rouladen bastelt, hat mir Frau Mama erfolgreich beigebracht. Im Topf lass ich sie so 1,5 Stunden schmoren, aber ich wollte sie im Slowcooker […]

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