Wintervitamine – Ungarischer Weißkohlsalat

Dies ist ein Klassiker der ungarischen Alltagsküche und auch bei uns zu Hause steht immer ein Glas voll im Kühlschrank oder auf dem Balkon (zumindest im Winter). Und es lohnt sich eigentlich auch nur eine richtig große Portion zu machen, es hält sich wunderbar im Kühlschrank einige Woche und wird eigentlich mit jedem Tag besser.

Normalerweise haben meine Eltern rohe Weißkohlstreifen eingesalzen 1-2 Tage stehen lassen, ausgedrückt und den Salat dann mit einer Essig-Wasser-Marinade angesetzt. Aber nachdem Herr Papa in einem ungarischen Kochbuch von mir ein Rezept las, in dem der Kohl noch mit kochendem Wasser übergossen wird, musste unbedingt das Rezept ausgetestet werden.  Allerdings haben wir noch etwas nachjustiert. Meine Eltern haben noch mehr Salz zugegeben und den Kümmel in der Marinade gelassen. Bei der ungarischen Verwandtschaft wird auch noch Paprika zugegeben, meist die von mir geliebten Spitzpaprika, aber da die hier in Deutschland grade nicht in vernünftiger Qualität verfügbar ist, muss es auch eine rote tun. Und sie macht wirklich einen Unterschied im Geschmack aus, traut man ihr so gar nicht zu. Nachdem er ein wenig länger als die angegebenen 6 Stunden gezogen ist, schmeckt er wirklich wirklich gut und ist definitiv bekömmlicher als aus rohem Kohl.

Also ich kann nur empfehlen eine große Portion Salat anzusetzen, werde ich auch sofort tun, wenn ich wieder im Nordhessischen bin. Und hier nun das übersetzte und leicht angepasste Rezept:

Ungarischer Weißkohlsalat

1 schöner, großer Kopf Weißkohl
1 + 1 TL Kümmel
4 TL Salz
100 ml 10%-iger Tafelessig
150 g Zucker
2 EL Olivenöl
1/2 Paprikaschote

(1) Den Kohl halbieren, den Strunk heraus schneiden und den Rest in feine Streife schneiden/hobeln.
(2) 2 Liter Wasser mit dem Salz und 1 TL Kümmel aufkochen und über den Kohl gießen. 20 Minuten warten und danach das Wasser abgießen.
(3) Währenddessen die Paprikaschote waschen und in feine Streifen schneiden. Ebenfalls in 1,5 l Wasser den Essig und Zucker so lange einrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Diese Marinade über den Kohl gießen, den restlichen Kümmel hinzu geben und durch rühren. Mit dem Olivenöl begießen und mindestens 6 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Schmeckt aber immer besser je länger der Salat mariniert.

Genießen …

… zu allem möglichen: paniertes Fleisch/Gemüse, Gulasch, trockeneren Aufläufen etc.

Quelle: übersetzt und adaptiert nach Bereznay Tamás (2009): Mai magyar konyha.

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12 Kommentare zu “Wintervitamine – Ungarischer Weißkohlsalat

  1. stampoasis 8. Januar 2011 um 09:52 Reply

    du wirst es mir bestimmt nicht glauben, aber ich habe noch nie weißkohlsalat gemacht. gegessen habe ich ihn auch nur in restaurants.

    danke fürs rezept, es wird garantiert ausprobiert.

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  2. la grosse mere 8. Januar 2011 um 11:34 Reply

    hm…. überlege gerade, ob ich das mal testen soll. bin eigentlich nicht sooo der krautsalatfan, und ein ganzer kopf für mich allein? Andererseits will man ja auch Wintergemüse in der Küche unterbringen… Na, vielleicht fang ich mal mimt einem halben Kopf an… :-)

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  3. Sylvia 8. Januar 2011 um 16:00 Reply

    Ich liebe Krautsalat, bin aber leider meistens zu faul ihn zu machen. Ich sollte es doch mal versuchen! :-)

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  4. Kirsten 8. Januar 2011 um 16:35 Reply

    Krautsalat mag ich auch gern, aber vor allem erinnert mich Dein Post gerade daran, was ich unbedingt bald mal wieder essen will: Krautnudeln! :)

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  5. Barbara 8. Januar 2011 um 16:43 Reply

    Vitamine satt – perfekt im Winter!

    Liebe Grüße und ein super Neues Jahr wünsche ich Dir!

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  6. uwe@highfoodality 9. Januar 2011 um 11:44 Reply

    einfach, schnell, wohlschmeckend. ich halt’s da wie sylvia, ich bin oft einfach viel zu faul…

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  7. nata 10. Januar 2011 um 09:23 Reply

    Ja, da hat man was für dn Vorrat, mit so einem Weikohl… :o)

    Hier und heute verleihe ich Dir den Liebster Blog Award. Kuckstu: http://pastasciuttablog.blogspot.com/2011/01/so-viele-schone-food-blogs.html

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    • la grosse mere 23. Januar 2011 um 21:28 Reply

      so – hab jetzt mal wagemutig einen halben kohlkopf verarbeitet. und mich entweder in den mengen verrechnet (ich mein, durch 2 teilen ist eeeecht schwierig) oder… soll der salat dann in der marinade geradezu schwimmen?!
      ich laß mal schwimmen und schöpf mir fürs mittagessen morgen früh ein bißchen salat mit der schaumkelle ab :-P
      naja, mein kohlkopf war auch eher klein. (vorsicht ist die mutter der porzelankiste!)

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      • Anikó 23. Januar 2011 um 21:51

        Nein nein, Du hast nichts falsch gemacht, der Salat schwimmt wirklich. Also ist jedenfalls nicht viel Salat mit ’ner Winzigkeit Dressing, das stimmt so schon und ja, wir schöpfen auch immer raus. Wie gesagt, je länger er zieht, desto besser schmeckt er!

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  8. […] ungarischen Weißkohlsalat, den ich nicht abgelichtet habe, genauso wie den ersten Nachtisch Túros palacsinta – […]

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  9. […] wirklich echter Standard in jeder ungarischen Küche ist Weißkrautsalat. Gefühlt gibt es immer Weißkrautsalat, zu jedem Sonntagsessen! Manchmal denke ich, ich bin nur […]

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  10. […] aus dem Ofen. Auch ein frischer Salat, entweder Möhre wie oben oder Gurkensalat oder ungarischer Weißkrautsalat machen sich […]

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