Archiv für den Monat Januar 2011

Hamburg kocht! ungarisch …

und ich mache mit bzw. Orsi und ich bringen Kochwilligen ein paar ungarische Rezepte näher! Denn die ungarische Küche bietet viel mehr als Gulasch und funktioniert auch in vegetarisch sehr gut. Jahaa!

Hier bei Hamburg kocht! sieht man die Details und deswegen nur nochmal die Eckdaten:

Wann? 12.03.2011 ab 13 Uhr
Wo? Loft in Hamburg/Winterhude
Wer? siehe bisherige Liste bei Hamburg kocht!

Und jetzt die spannende Frage: Was?

Vorspeise
Krumplileves füstölt kolbásszal – Ungarische Kartoffelsuppe mit geräucherter Wurst

Hauptspeisen
Paprikáscsirke nokedlivel – Geschmortes Paprikahuhn mit selbstgemachten Nockerln
Tökfözelék – Kürbisgemüse (vegetarisch)
Paradicsomos káposzta – In Tomatensaft geschmorter Weißkohl (vegetarisch)

Dessert:
Mákos guba – Brot-Mohn-Auflauf
Túros palacsinta – Mit Quark gefüllte Pfannkuchen

Es sind noch Plätze frei! Und da es kein reines Bloggertreffen ist, kann jeder mitmachen, der gerne kocht und/oder interessiert ist, ob mit oder ohne Blog. Es sind ausdrücklich auch Vegetarier willkommen! Also, ab zu Hamburg kocht! und per Kommentar anmelden :-)

Es wird ein Heidenspaß und niemand wird verhungern ;-)

Flammkuchen-Friday: Champignons plus Feta plus Dill

Wieder Flammkuchen, weil es so schön schnell und einfach ging. Den hab ich aus der zweiten Hälfte des Apfel-Zwiebel-Flammkuchens gemacht, der sich im Kühlschrank gut eine Woche hielt. Weil ich noch einige Sachen zu verbrauchen hatte vor Weihnachten, wurde er diesmal mit Champignons und Feta belegt und dann im fertig gebackenen Zustand noch mit frischem Dill bestreut. Wirklich lecker, mir haben nur die Zwiebeln gefehlt, die leider schon aus waren und ich nicht eine einzelne kaufen wollte *g* Vielleicht wird daraus ja eine lose Reihe mit diversen Flammkuchenbelagideen :-)

Champignon-Feta-Dill-Flammkuchen

Zutaten für 1 Portion:
1/2 Portion Flammkuchen-Grundteig
100 g Schmand
Salz, Pfeffer
5 Champignons in feine Scheiben geschnitten
1 kleine Zwiebel, in feinen Halbringen
(hier nicht vorhanden, passt aber hervorragend)

ca. 100 g Feta
einige Stengel Dill, fein gehackt

Den Ofen auf der größtmöglichen Hitze vorheizen. Das Backblech mit erhitzen.
Den fertigen Teig auf Backpapier dünn ausrollen. Dünn mit dem Schmand eincremen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Champignonscheiben und Zwiebelringe darauf verteilen. Den Feta darüber bröckeln.
Ohne Verletzungen auf das heiße Backblech hieven und ca. 10 Minuten backen bis der Rand des Flammkuchens knusprig-braun ist und der Feta leicht Farbe annimmt. Zum Schluss mit dem frischen Dill bestreuen und heiß

genießen!

Werbung für Ungarn: Kulturhauptstadt Pécs – Kleiner Stadtrundgang

In unserem Urlaub dümpelten und entspannten wir nicht nur im Lieblingsheimatdorf (das war eigentlich sogar die wenigste Zeit so), sondern fuhren ein wenig rum im Lande und hängten ja auch noch einige Tage am Neusiedler See ran, die Frau Kochschlampe ganz wunderbar beschrieb (hier und hier und hier) :-) Jedenfalls war von Anfang an klar, dass wir auch noch eine andere Stadt Ungarns besichtigen. Pécs als letztjährige Kulturhauptstadt stand zur Debatte, ich hatte allerdings Angst, dass die Stadt zu überlaufen sein könnte im Sommer und dachte eher an Szeged. Aber nachdem ich Anfang Mai ein paar Tage zum Zwecke einer  Botaniker-Konferenz in Pécs war, bin ich dieser Stadt hoffnungslos verfallen und so mussten Zwerg und Frau Kochschlampe sie unbedingt auch angucken! Also waren zwei Tage Pécs-Angucken beschlossene Sache und wir machten uns an einem sehr heißen Tag morgens auf, …

um über neue, aber leere Autobahnen knapp 300 km gen Süden Richtung kroatische Grenze zu düsen. Nachdem wir im Hotel eingecheckt und uns kurz erholt hatten (mein Auto ist zu alt für eine Klimaanlage), machten wir auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Man hat ja sonst nichts besseres vor bei 40°C ;-)

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, in der Stadt ist der typischer PJugendstil kaum vertreten. Es ist eher ein Stil kurz nach dem Jugendstil, hauptsächlich beeinflusst durch die Porzellanfabrik Zsolnay. Ein schönes Beispiel ist auch die Hauptverwaltung des Komitates am Rande des Hauptplatzes der Stadt.

Fast gegenüber das Pécser Rathaus, allerdings werden die Räumlichkeiten auch gerne untervermietet, zum Beispiel an die Firma mit den goldenen Bögen, wohl um die Stadtkasse etwas aufzubessern ;-)

Der Széchenyi tér ist eigentlich der Hauptplatz der Stadt und wurde zum Anlass der Kulturhauptstadt rund erneuert. Hier mal als menschenleere 40°C-Nachmittagsversion mit der Dreifaltigkeitssäule, die irgendwie in keiner ungarischen Stadt fehlen darf und der Moschee der Pascha Kasim, aber dazu noch mehr in einem gesonderten Beitrag über die Kulturschätze der Stadt.

Hier ist dann die Version des Platzes am frühen Abend kurz vor Sonnenuntergang, bei dem die Temperaturen etwas kühler sind und die Menschen sich wieder aus den Häusern heraus trauen. Dort sieht man zusätzlich auch noch einen Held der ungarischen Geschichte, János Hunyadi, der gegen die Türken kämpfte. Ein ebenfalls sehr wichtiges Kapitel in der langen Geschichte dieser Stadt (und wird auch in einem  anderen Beitrag etwas erklärt). An diesem Abend waren diverse Artisten auf dem Széchenyi Platz zu sehen und man konnte auch einige Jongliergeräte wie das Diabolo ausleihen und die eigene Geschicklichkeit testen.

Noch später am Abend konnte man sich im bunt beleuchteten Brunnen wie die ganzen Kinder ein wenig abkühlen. Die Temperaturen betrugen immer noch locker 28°C …

Und nochmal etwas von Zsolnay (es wird noch etwas ausführlicher im Kulturbeitrag *g*)! Der Brunnen wurde mit einer irisierenden Eosin-Glasur überzogen, mit der eben auch oft Kacheln bearbeitet wurden, die dann an Bauwerken wie der Post in Pécs oder dem Kunstgewerbemuseum in Budapest zu finden sind.

Spuckender Kuhkopf am Brunnen …

Auch eine aktive jüdische Gemeinde mit einer schönen Synagoge im romantischen Stil, erbaut 1868/69, gibt es in Pécs. Sie wurde ab 1980 wieder restauriert, nachdem im Holocaust auch in Ungarn ein Großteil der Juden deportiert und ermordet wurden …

Das „Ungarische Volkstheater“ in Pécs auf der Hauptflaniermeile der Stadt, einmal nachmittags und dann nochmals zur blauen Stunde, wobei Zwerg ganz hektisch nach der Bestellung im Restaurant aufsprang und wie wild die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt ablief, um sie in diesen weniger besonderen Minuten vor der Dunkelheit zu photographieren. Fast wäre ihr Essen kalt geworden …

Zum Schluss noch eines der kleinen gemütlichen Gässchen, die es dort zu Hauf gab … Hach, ich mag die Stadt wirklich richtig gern! Zwei Beiträge in petto, einmal zu den kulinarischen Erlebnissen in der Stadt und den von uns besuchten kulturellen Höhepunkten, wozu war Pécs schließlich europäische Kulturhauptstadt im letzten Jahr :-) Ich hoffe, ihr habt Lust auf noch zwei kleine Ausflüge!

Wintervitamine – Ungarischer Weißkohlsalat

Dies ist ein Klassiker der ungarischen Alltagsküche und auch bei uns zu Hause steht immer ein Glas voll im Kühlschrank oder auf dem Balkon (zumindest im Winter). Und es lohnt sich eigentlich auch nur eine richtig große Portion zu machen, es hält sich wunderbar im Kühlschrank einige Woche und wird eigentlich mit jedem Tag besser.

Normalerweise haben meine Eltern rohe Weißkohlstreifen eingesalzen 1-2 Tage stehen lassen, ausgedrückt und den Salat dann mit einer Essig-Wasser-Marinade angesetzt. Aber nachdem Herr Papa in einem ungarischen Kochbuch von mir ein Rezept las, in dem der Kohl noch mit kochendem Wasser übergossen wird, musste unbedingt das Rezept ausgetestet werden.  Allerdings haben wir noch etwas nachjustiert. Meine Eltern haben noch mehr Salz zugegeben und den Kümmel in der Marinade gelassen. Bei der ungarischen Verwandtschaft wird auch noch Paprika zugegeben, meist die von mir geliebten Spitzpaprika, aber da die hier in Deutschland grade nicht in vernünftiger Qualität verfügbar ist, muss es auch eine rote tun. Und sie macht wirklich einen Unterschied im Geschmack aus, traut man ihr so gar nicht zu. Nachdem er ein wenig länger als die angegebenen 6 Stunden gezogen ist, schmeckt er wirklich wirklich gut und ist definitiv bekömmlicher als aus rohem Kohl.

Also ich kann nur empfehlen eine große Portion Salat anzusetzen, werde ich auch sofort tun, wenn ich wieder im Nordhessischen bin. Und hier nun das übersetzte und leicht angepasste Rezept:

Ungarischer Weißkohlsalat

1 schöner, großer Kopf Weißkohl
1 + 1 TL Kümmel
4 TL Salz
100 ml 10%-iger Tafelessig
150 g Zucker
2 EL Olivenöl
1/2 Paprikaschote

(1) Den Kohl halbieren, den Strunk heraus schneiden und den Rest in feine Streife schneiden/hobeln.
(2) 2 Liter Wasser mit dem Salz und 1 TL Kümmel aufkochen und über den Kohl gießen. 20 Minuten warten und danach das Wasser abgießen.
(3) Währenddessen die Paprikaschote waschen und in feine Streifen schneiden. Ebenfalls in 1,5 l Wasser den Essig und Zucker so lange einrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Diese Marinade über den Kohl gießen, den restlichen Kümmel hinzu geben und durch rühren. Mit dem Olivenöl begießen und mindestens 6 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Schmeckt aber immer besser je länger der Salat mariniert.

Genießen …

… zu allem möglichen: paniertes Fleisch/Gemüse, Gulasch, trockeneren Aufläufen etc.

Quelle: übersetzt und adaptiert nach Bereznay Tamás (2009): Mai magyar konyha.

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