Archiv für den Tag 17. März 2011

Fremdgehen: „Trific“ in Hamburg

Bevor es letzten Sonnabend ans große, lustige ungarische Kochen ging, ließ ich mich noch in netter Begleitung bekochen. Schon länger wollte ich ins „Trific“ gehen, dass ja seit gut einem Jahr jetzt geöffnet hat, die Speisekarten bei Facebook lasen sich immer zu gut …  Kurzerhand wurde die liebe S. angetextet und da sie gutem Essen auch nicht abgeneigt ist und es nur 5 Fußminuten von ihr entfernt liegt, wurde ein Tisch reserviert (selten so eine skurril-amüsante Tischreservierung getätigt *g*).

Ich habe den Tag über auch extra wenig gegessen, um das Essen voll würdigen zu können, dementsprechend wurden wir 1 1/2 bzw. 2 1/2 gängig. Der erste Eindruck vom Restaurant war: „Woah, ist das hell hier!“ Sehr angenehm, endlich mal eine Lokalität, wo man nicht im halbdusteren isst. Und wirklich schön, einfach (im Besten Sinne des Wortes), einladend eingerichtet. Als Getränk wurde uns eine Rhabarberschorle vorgeschlagen, da ich Alkohol ja simpel nicht mag und S. offensichtlich nicht alleine trinken wollte. Gott, war die fruchtig! Ernsthaft! So erfrischend!

Vorneweg gab es unaufgefordert leckeres Brot (bin ja auch bekannt für Kohlehydratsucht *g*) mit Butter und eine Winzigkeit rohes Gemüse der Saison mit Quark, der durch Kürbiskernöl verfeinert wurde. Ich stehe definitiv auf Kürbiskernöl und es war ein schöner Start ins Menü.

Als ersten Gang entschieden wir uns zu zweit für „Lachstatar auf marinierten Linsen mit Orangenvinaigrette“:

Dabei musste ich S. schon fast davon abhalten in die Orangenvinaigrette einzutauchen. Es war so köstlich, das Zusammenspiel aus dem frischen Lachs mit den erdigen Linsen und dazu die fruchtige Vinaigrette, ein Träumchen!

S. suchte sich als Hauptgericht Risotto mit gebratenen Kräuterseitlingen und einem käsigen Häubchen aus (genauen Titel weiß ich leider nicht mehr):

S. war wirklich sehr begeistert und das trotz einer, wenn auch geringer werdender Abneigung gegen Pilze. Ich kostete ebenfalls und hätte auch gerne noch mehr gehabt. Cremig, perfekter Gargrad des Reises und würzige Pilze (aber hab da ja auch keine Abneigung gegen). Nur der Kerbel irritierte S. ein wenig, sie erwartete keinen Anisgeschmack in so einem Kraut ;-)

Mein halber ungarischer Gensatz ließ mir keine Wahl als das „Backhendl aus Maishähnchenbrust

mit Kernöl-Kartoffelsalat, Gurken-Dill-Salat Spitzkohl-Slaw und Blattsalaten“:

zu nehmen. Der Spitzkohl-Slaw versteckte sich auf 10 Uhr unter den Blattsalaten etwas, hatte aber keine Chance und wurde ebenso wie der Rest mit vollkommener Wonne verspeist. Die Salate passten hervorragend zusammen und das Kürbiskernöl gab dem Kartoffelsalat den letzten Kick. Erwähnte ich, dass ich das Zeug liebe? Das Hähnchen war ein Traum! So muss paniertes Hähnchen schmecken! Knusprig und saftig gleichzeitig! Ich muss definitiv das Geheimnis dieses Hühnchens ergründen, wie man es so saftig bekommt! Ich will das auch können!

Dessert wollte ich noch dringend, während S. schwächelte. Da ich nicht der größte Schokoladenfan der Welt bin und eher auf  fruchtig und milchig stehe, stand dann kurze Zeit später ein Teller mit drei „Topfenknödel mit Ananas-Kompott“ vor mir:

Irgendwie hab ich das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht bekommen als ich es aß und allein beim Gedanken daran kommt es wieder ;-) S. amüsiertes es sehr! Die waren so gut, mir fehlen die Worte. Die Knödel waren noch angenehm heiß mit einer zitronigen Note, damit gewinnt man bei mir ja immer und das kühle Ananas-Kompott schön vanillig. Die Vanillepunkte waren ja zu niedlich irgendwie. Es passte perfekt zusammen und bildete einen wundervollen Abschluss des Abends.

Großes Kompliment an die Küche! Es war wirklich wirklich wirklich wundervoll! Und wenn es nicht so vermessen wäre, ich würde glatt nach sämtlichen Rezepten fragen ;-)

Und ebenfalls großes Kompliment an den Service, schnell, aufmerksam, witzig. Der gesamte Besuch hat einfach nur richtig Spaß gemacht und wenn es nicht so verdammt weit wäre von der kulinarischen Halbwüste Nordhessens, das „Trific“ würde mich finanziell ruinieren! ;-)

%d Bloggern gefällt das: