Fremdgehen: „Trific“ in Hamburg

Bevor es letzten Sonnabend ans große, lustige ungarische Kochen ging, ließ ich mich noch in netter Begleitung bekochen. Schon länger wollte ich ins „Trific“ gehen, dass ja seit gut einem Jahr jetzt geöffnet hat, die Speisekarten bei Facebook lasen sich immer zu gut …  Kurzerhand wurde die liebe S. angetextet und da sie gutem Essen auch nicht abgeneigt ist und es nur 5 Fußminuten von ihr entfernt liegt, wurde ein Tisch reserviert (selten so eine skurril-amüsante Tischreservierung getätigt *g*).

Ich habe den Tag über auch extra wenig gegessen, um das Essen voll würdigen zu können, dementsprechend wurden wir 1 1/2 bzw. 2 1/2 gängig. Der erste Eindruck vom Restaurant war: „Woah, ist das hell hier!“ Sehr angenehm, endlich mal eine Lokalität, wo man nicht im halbdusteren isst. Und wirklich schön, einfach (im Besten Sinne des Wortes), einladend eingerichtet. Als Getränk wurde uns eine Rhabarberschorle vorgeschlagen, da ich Alkohol ja simpel nicht mag und S. offensichtlich nicht alleine trinken wollte. Gott, war die fruchtig! Ernsthaft! So erfrischend!

Vorneweg gab es unaufgefordert leckeres Brot (bin ja auch bekannt für Kohlehydratsucht *g*) mit Butter und eine Winzigkeit rohes Gemüse der Saison mit Quark, der durch Kürbiskernöl verfeinert wurde. Ich stehe definitiv auf Kürbiskernöl und es war ein schöner Start ins Menü.

Als ersten Gang entschieden wir uns zu zweit für „Lachstatar auf marinierten Linsen mit Orangenvinaigrette“:

Dabei musste ich S. schon fast davon abhalten in die Orangenvinaigrette einzutauchen. Es war so köstlich, das Zusammenspiel aus dem frischen Lachs mit den erdigen Linsen und dazu die fruchtige Vinaigrette, ein Träumchen!

S. suchte sich als Hauptgericht Risotto mit gebratenen Kräuterseitlingen und einem käsigen Häubchen aus (genauen Titel weiß ich leider nicht mehr):

S. war wirklich sehr begeistert und das trotz einer, wenn auch geringer werdender Abneigung gegen Pilze. Ich kostete ebenfalls und hätte auch gerne noch mehr gehabt. Cremig, perfekter Gargrad des Reises und würzige Pilze (aber hab da ja auch keine Abneigung gegen). Nur der Kerbel irritierte S. ein wenig, sie erwartete keinen Anisgeschmack in so einem Kraut ;-)

Mein halber ungarischer Gensatz ließ mir keine Wahl als das „Backhendl aus Maishähnchenbrust

mit Kernöl-Kartoffelsalat, Gurken-Dill-Salat Spitzkohl-Slaw und Blattsalaten“:

zu nehmen. Der Spitzkohl-Slaw versteckte sich auf 10 Uhr unter den Blattsalaten etwas, hatte aber keine Chance und wurde ebenso wie der Rest mit vollkommener Wonne verspeist. Die Salate passten hervorragend zusammen und das Kürbiskernöl gab dem Kartoffelsalat den letzten Kick. Erwähnte ich, dass ich das Zeug liebe? Das Hähnchen war ein Traum! So muss paniertes Hähnchen schmecken! Knusprig und saftig gleichzeitig! Ich muss definitiv das Geheimnis dieses Hühnchens ergründen, wie man es so saftig bekommt! Ich will das auch können!

Dessert wollte ich noch dringend, während S. schwächelte. Da ich nicht der größte Schokoladenfan der Welt bin und eher auf  fruchtig und milchig stehe, stand dann kurze Zeit später ein Teller mit drei „Topfenknödel mit Ananas-Kompott“ vor mir:

Irgendwie hab ich das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht bekommen als ich es aß und allein beim Gedanken daran kommt es wieder ;-) S. amüsiertes es sehr! Die waren so gut, mir fehlen die Worte. Die Knödel waren noch angenehm heiß mit einer zitronigen Note, damit gewinnt man bei mir ja immer und das kühle Ananas-Kompott schön vanillig. Die Vanillepunkte waren ja zu niedlich irgendwie. Es passte perfekt zusammen und bildete einen wundervollen Abschluss des Abends.

Großes Kompliment an die Küche! Es war wirklich wirklich wirklich wundervoll! Und wenn es nicht so vermessen wäre, ich würde glatt nach sämtlichen Rezepten fragen ;-)

Und ebenfalls großes Kompliment an den Service, schnell, aufmerksam, witzig. Der gesamte Besuch hat einfach nur richtig Spaß gemacht und wenn es nicht so verdammt weit wäre von der kulinarischen Halbwüste Nordhessens, das „Trific“ würde mich finanziell ruinieren! ;-)

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13 Kommentare zu “Fremdgehen: „Trific“ in Hamburg

  1. Kaoskoch 17. März 2011 um 19:30 Reply

    Also bitte, wie viele Zaunfälle braucht es eigentlich noch, bis Du endlich nach Hamburg ziehst? *g* Und bei den Bildern bin ich glatt versucht, umzurechnen, wie viele trific-Menüs mein neues Einkommen mir beschert. Wobei ich das Essen wirklich nicht teuer finde, sondern mich bei jedem Besuch frage, wie sie die Qualität zu dem Preis schaffen.

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    • Anikó 17. März 2011 um 19:38 Reply

      Noch hab ich nen Job hier und ein geplantes Studium ;-) Mein Kommentar auf den finanziellen Ruin bezog sich nicht auf teure Preise, beileibe nicht, war angenehm überrascht, wie wenig ich für das wahrlich gute ausreichende Essen bezahlt habe. Aber ich wäre einfach sooft dort und würde mich quer durch die Karte essen *g*

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      • Kaoskoch 17. März 2011 um 21:22

        Ich bin auch froh, dass ich eine Stunde vom Lokal entfernt wohne – schont das Budget immens *g* Und das geplante Studium könnte man auch … öhm, nö, besser nicht in HH, ich glaube, da studiert es sich nicht so gut (oha, wenn mein Chef das liest …)

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  2. lieblingstante 17. März 2011 um 19:48 Reply

    Sieht ja alles super aus + hat wohl auch so geschmeckt, ich muß Hanna mal in die Spur schicken + irgendwann sind wir ja auch mal wieder in HH.

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  3. Herr Rau 17. März 2011 um 19:57 Reply

    Da war ich auch schon, sehr lecker. Das Hendl sieht aber auch wirklich ganz, ganz fein aus.

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  4. Sylvia 17. März 2011 um 21:46 Reply

    Ich muß unbedingt in absehbarer Zeit nach Hamburg…

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  5. Steffi 17. März 2011 um 22:37 Reply

    Ich muss der Anikó beipflichten, in dem Restaurant stimmt einfach alles. Kein Vergleich z. B. zur Bullerei, wo ich drei Tage vorher mal war. Einziger Wehrmutstropfen: Von 5 Minuten Entfernung bringe ich es demnächst auf drei Stunden. Zum Glück wurde ich ja nochmal genötigt so was tolles zu erleben ;-)

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  6. Kirsten 17. März 2011 um 23:44 Reply

    Hmmm sieht das alles gut aus, meine Wahl wäre wohl auch auf Backhendl und Topfenknödel gefallen :-) Nur schade, dass es von hier ewig weit bis nach Hamburg ist…

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  7. Restaurant Trific 18. März 2011 um 12:47 Reply

    Danke, danke, danke!

    Wir freuen uns sehr dass es euch so gefallen hat.

    Mit dem Hendl machen wir eigentlich nichts besonderes: Brösel aus dem altbackenen Brot machen wir hier natürlich selber, dann kommt noch, wie beim guten Schnitzel, ein Hauch Sahne ins Ei zum Panieren. nbd es ist halt Maishähnchen, und das denke ich ist der wichtigste Part.

    Liebe Grüße aus Hamburg und bis bald hoffe ich!

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  8. Restaurant Trific 18. März 2011 um 12:48 Reply

    nbd= Und

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  9. Design Elements 19. März 2011 um 17:37 Reply

    lecker sieht es aus! lg

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  10. Hesting 20. März 2011 um 20:57 Reply

    Warum hatte ich eigentlich die ganze Zeit kein Vorstellungsgespräch in Hamburg? *grummel*

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  11. […] Essen des Jahres? Nicht selbst gekocht: in Hamburg im Trific […]

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