Ente mit würzigen Anis-Pflaumen

Durch meine Doktorarbeit hatte ich eine Zeit lang einen massiven Verbrauch an Zahnstochern und hatte gefühlt schon alle Supermärkte in der Umgebung leer gekauft und wurde schon komisch angeguckt, wenn ich wieder mit 5 Packungen Zahnstochern an der Kasse stand ;-) Also brauchte ich größere Packungen und bin deshalb mit meiner lieben Studentin D. zu Metro gefahren, die haben wenigstens ordentliche Größen zu vernünftigen Preisen.  Da ersteht man dann auch mal eben 5000 Zahnstocher käuflich *g* Und wenn man schon mal vor Ort ist, kann man sich ja gleich auch noch ein bisschen umgucken. So als Angestellte kommt man ja nicht so oft in den Laden *g*

Und in der Fleischabteilung lachte mich eine Entenbrust an! Gott, wie ewig aß ich keine Ente mehr! Dabei liebe ich es! Und so ’ne ganz Ente für meiner einer ist etwas übertrieben, über eine Woche verteilt, mag ich es dann auch nicht essen … Aber so eine Entenbrust, das krieg ich hin. Also fix eingepackt :-)

Zu Hause dann die Ernüchterung … ähm … ja … und was mache ich jetzt damit? Wie brät man die überhaupt?? Also die gefühlt hunderte Kochbücher durch geguckt … Hat ein wenig gedauert, aber im Kochbuch eines ungarisches Kochs (der auch den ungarischen Präsidenten bekocht) names Tamás Bereznay wurde ich fündig. In seinem Buch „Die heutige ungarische Küche“ präsentiert er traditionelle ungarische Gerichte (auch Alltägliches wie meine geliebten Fözeléks), aber auch anderes wie eben diese Entenbrust mit würzigen Anis-Pflaumen.

Und ich muss sagen, so kompliziert war das gar nicht und ernstlich köstlich! Aber erst jetzt beim Übersetzen des Rezepts fällt mir auf, dass die Pflaumen nicht als warme Sauce gedacht waren, sondern eher als Beilage. Tja, lesen müsst man können, erst Recht richtig ungarisch ;-) Aber auch als warme Sauce war’s lecker mit dem Selleriepüree, dass die liebe Astrid vorgeschlagen hatte. Gegart habe ich die Entenbrust schlussendlich etwas anders und nach Gefühl, weil der Ofen eben schon stärker aufgeheizt war für den Sellerie, aber schreibe der geneigten Leserschaft trotzdem Herr Bereznays Methode auf:

Entenbrust mit würzigen Anis-Pflaumen

Zutaten für 4 Portionen:
4 Entenbrüste
Salz
je 1 TL gemahlener Koriander, Kreuzkümmel und Ingwer

Für die Sauce:
300 g Pflaumen (auch TK)
2 EL braunen Zucker
200 ml trockenen Rotwein
1 EL Balsamico-Essig
einige Sternanis
1 Chili, in feine Ringe
10 g eiskalte Butter

(1) Die Pflaumen waschen, halbieren und entkernen. Den Zucker karamellisieren lassen, mit dem Rotwein und Balsamico aufgießen. Den Sternanis und die Chiliringe dazu geben. Den Saucenansatz auf die Hälfte einreduzieren lassen. Die Pflaumen hinein geben und ca. 1 Minute mitköcheln lassen. Die eiskalte Butter unterrühren, so dass eine nette Bindung und ein schöner Glanz entsteht.
(2) Den Ofen auf 170°C vorheizen.
(3) So lange die Pflaumen abkühlen, die Entenbrust zubereiten. Dafür die Gewürze vermischen und auf die Hähnchenbrust reiben. Leicht salzen.
(4) In einer heißen Pfanne auf der Hautseite 3 Minuten anbraten. Ohne das ausgetretene Fett (abkühlen lassen, auf frisches Weißbrot schmieren, göttlich!) mit der Hautseite nach oben in eine Auflaufform legen und im Ofen etwa 8 Minuten backen.  Aus dem Ofen rausholen und an einem warmen Ort noch 10 Minuten ruhen lassen.
Zusammen mit den Anis-Pflaumen und dem

Selleriepüree

Zutaten für 2 Portionen:
2 kleine Sellerieknollen
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Sahne
Milch

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Den Sellerie schälen und in wirklich kleine Würfel schneiden. In einer Auflaufform verteilen. Salzen, pfeffern und mit einem großzügigen Schluck Olivenöl beträufeln.
(3) Für ca. 30-45 Minuten in den Ofen geben (oder bis die Würfelchen weich sind).
(4) Zusammen mit etwas Sahne und soviel Milch pürieren, dass ein geschmeidiges Püree entsteht.

servieren und genießen!

Quelle: Ente aus Bereznay T. (2009): Mai magyar konyha. Budapest. Seite 102
Selleriepüree von Arthurs Tochert

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4 Kommentare zu “Ente mit würzigen Anis-Pflaumen

  1. Arthurs Tochter 20. März 2011 um 15:01 Reply

    Ich habe gar keinen Alert für Selleriepüree laufen, aber wenn jemand Ente macht, das rieche ich meilenweit!!!
    Ich finde die Kombi mit den Pflaumen wunderbar dazu und vor allem auch warm! Wirklich schönes Rezept!
    Aber was Deine Doktorarbeit mit diesen Zahnstochermassen zu tun hat- vielleicht erzählst Du mir das mal.;)

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  2. Sivie 20. März 2011 um 16:42 Reply

    Die Ente sieht sehr lecker aus und die Pflaumen würde ich auch dazu nehmen, egal ob als Sauce oder als Beilage.

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  3. Hesting 20. März 2011 um 20:47 Reply

    Oha, und ich muß übernächste Woche wegen was anderem zur Metro …

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  4. kulinaria katastrophalia 22. März 2011 um 02:19 Reply

    Und es war erst schon eine in Pflaumenzubereitung badende Ente erwartet worden ;-)

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