Archiv für den Monat April 2011

Kulinarisches Frühlingswochenende I: Spargel mit Bärlauchkratzete

Die Jahreszeiten meinen es gut mit der Mitte Deutschlands, erst ein Winter wie er im Bilderbuch steht, dann steigen langsam die Temperaturen an und jetzt haben wir richtig Frühling. Und im frühen Frühling wächst bekanntlich der Bärlauch wie wild in vielen Buchenwäldern (oder auch Gärten) bis er gegen Ende April Blüten ansetzt. Er ist auch danach noch essbar, wird nicht ungenießbar wie andere Pflanzen (z.B. Scharbockskraut oder Waldmeister), nur sind die Blätter halt nicht mehr so zart. Also wenn man ihn mag, jetzt unbedingt mit Bärlauch kochen. Durch die letzten warmen Tage bekam der Spargel auch einen ganz ordentlichen Wachstumsschub, so dass ich in der Markthalle den ersten Mainzer Spargel kaufen konnte. Perfekt!

Schon länger gefiel mir Roberts Idee den Spargel im Bratschlauch zu garen und so das Aroma zu intensivieren. Und auch die Bärlauchpfannkuchen, die zum Ende zerrupft werden, sind eine schöne Idee. Diese sogenannten Kratzete sind eine baden-württembergische Erfindung, die wirklich köstlich ist und ich mir auch zu anderen Dinge als Beilage vorstellen kann. Also, so rein kulinarisch haben die Jungs und Mädels im Süden der Republik schon einiges drauf ;-)

Wer also wirklich berauschend wohlschmeckenden Spargel kosten möchte, mit würzigen Pfannkuchen dazu, orientiere sich bitte an folgendem Rezept:

Spargel mit Bärlauchkratzete

Zutaten für 2 Personen:
500 g Spargel
Salz
Hauch Muskatnuss
4 große Butter-Flöckchen

Für die Bärlauchkratzete:
100 g Mehl
1 Ei
100 ml Milch
1 Schluck neutrales Pflanzenöl
Salz
1/2 Bund (ca. 20 g) Bärlauchblätter ohne Stiele, in feinen Streifen

2 Eier
etwas Öl

(1) Aus den Zutaten für die Kratzete (bis auf den Bärlauch) in 5-10 Minuten einen  fluffigen Teig schlagen. Eine Küchenmaschine leistet dabei gute Dienste. Abgedeckt 30 Minuten stehen lassen. Zum Schluss den Bärlauch unterrühren.

(2) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein so großes Stück Alufolie abschneiden, dass man es doppelt legen kann und noch die Stangen reinpassen und man alles bequem schließen kann. Spargel schälen und auf die Alufolie legen. Etwas salzen, einen Hauch Muskatnuss drüber geben und mit den Butterflöckchen bedecken. Die Enden der Alufolie erst über den Stangen gut versiegeln und dann die Enden fest umklappen. Auf ein Backblech legen und für ca. 30 Minuten in den Ofen garen.

(3) In einer beschichteten Pfanne etwas Öl erhitzen und mit dem Teig zwei Pfannkuchen ausbacken. Wenn sie angebräunt sind, gegen Ende, die Pfannkuchen mit Holzlöffeln in kleiner Stücke zerreißen und warm stellen.

(4) Gleichzeitig zwei Spiegeleier braten.

(5) Spargel auf einer Platten anrichten, mit der Butter aus der Folie beträufeln. Mit den Kratzete und Spiegeleiern servieren und

genießen!

Quelle: Lamiacucina

Katsudon – Japanisches Schnitzel auf Reis

Heute mal was aus Fernost. Mit der japanischen Küche beschäftige ich mich schon länger, auch und erst recht abseits von Sushi. Besonders angefixt bin ich von Donburis, also eine Schüssel gekochter Reis mit einem Topping. Dieses kann aus Fleisch, Fisch oder auch gänzlich vegetarisch sein. Und von wem wurde ich süchtig gemacht? Vom Sasaya in Berlin natürlich ;-)

Wie schon das Okonomiyaki, hab ich auch dieses Gericht aus dem wirklich sehr schönen Buch „Itadakimasu – Guten Appetit auf japanisch„, das japanische Alltagsküche zeigt. Die Japaner essen zwar sehr viel Fisch, aber es gibt eben auch Fleischgerichte, die sehr lecker und einfach zu kochen sind, wie dieses hier.

Zuerst bastelt man sich ein knuspriges Schnitzelchen, köchelt schnell parallel eine wirklich leckere Sauce, die mit Zwiebeln und Erbsen verfeinert wird. Alles wirklich simpel und schnell zu machen und die Sauce finde ich pur schon wirklich köstlich! Passt wunderbar zu einer Schale frisch gekochten Reis und etwas Salat. Wenn die geneigte Leserschaft mal etwas japanisch essen will und nicht unbedingt Algen und Fisch mag, hier das Rezept:

Katsudon – Schweineschnitzel auf Reis

Zutaten für 4 Personen:
450 g Reis

Für die Schnitzel:
4 kleine, dünnere Schweineschnitzel
Pfeffer, Salz
2 EL Mehl
1-2 Eier
50g Paniermehl (oder Panko)
6 EL Öl

Für die Sauce:
300 ml Dashi (oder Gemüsebrühe)
3 EL Sake (oder Sherry)
3 EL Mirin
1 EL Zucker
3 EL Sojasauce
1 mittelgroße Zwiebel, in Streifen geschnitten
4 EL Tiefkühl-Erbsen

4 Eier

(1) Zuerst den Reis kochen und warm halten.

(2) Währenddessen auf drei Tellern das Mehl, die verquirlten Eier und das Paniermehl geben. Die Schnitzel salzen, pfeffern und nacheinander in Mehl, Eiern und Semmelbrösel panieren. In dem Öl ausbraten, auf Küchenpapier entfetten lassen und in etwa 2cm breite, mundgerechte Streifen schneiden.

(3) Die Saucenzutaten ohne die Erbsen vermischen und mit den Zwiebelstreifen zusammen in einen Topf geben. Auf hoher Hitze aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze so lange weiterköcheln bis die Zwiebeln gar sind. Zuletzt die Erbsen hinzufügen.

(4) Den Reis auf vier Schüsseln verteilen.

(5) Die Streifen eines Schnitzels in eine Pfanne geben, mit einem Ei und 1/4 der Sauce übergießen und kurz stocken lassen. Auf dem Reis anrichten. Mit den restlichen drei Portionen ebenso verfahren und dann …

… genießen!

Quelle: Dehnst F., Schmidt A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian

Es eignet sich auf wunderbar für’s Bento, wenn man eine Portion übrig lässt (und nicht so verfressen ist wie ich *g*). Ansonsten kann man auch ein paar Schnitzelchen auf Vorrat machen und fertig gebraten einfriert. Die aufgetauten Schnitzel kann man dann kurz im Ofen wieder knusprig aufwärmen.

Und noch ein kleiner Salat – Fenchel plus Apfel

Ich habe das Gefühl mein Körper schreit jetzt  geradezu nach frischem, knackigem Gemüse und Obst und ich könnte die Markthalle leer kaufen, aber darf im Moment nicht wirklich Rohkost essen (der zickende Magen, ihr erinnert Euch? *g*). Wenn schon nicht aktiv genießen, dann will ich wenigstens drüber schreiben und Euch ein wirklich simples, aber unverschämt köstliches Rezept vorstellen.

Am Abend bevor Frau Kochschlampe, die Kleine Prinzessin und ich Ende Januar gen Harz für’s Mädelswochenende fuhren, erhielt ich noch einen Anruf von Frau Kochschlampe: „Du, ich stehe gerade im modernen Antiquariat.“ Soweit so gut, tut sie öfters. “ Die haben das Buch „La cucina verde„, dieses schick illustrierte von dem Du mir erzähltest, für den halben Preis da!“ Oho, jetzt wird’s interessant. „Soll ich es Dir mitbringen?“ Was soll ich darauf sagen, außer „JAAAAA!“ (Gesprächserinnerungen, keine O-Töne *g*). So gelangte dieses Buch also in meinen Besitz und was soll ich sagen: Ein Traum von Buch! Das muss ich der geneigten Leserschaft mal genauer vorstellen, wenn ein paar mehr der köstlichst klingenden Rezepte nachgezaubert wurden. Bei Valentinas Kochbuch gibts auch schon eine ausführliche Rezension.

Aber nun zum Fenchel-Apfel-Salat, der ist wirklich der Hammer! Total einfach gemacht, einigermaßen schnell (während er durchzieht, einfach den Rest des Essens vorbereiten) und so aromatisch, stimmig in seinen Komponenten. Fenchel liebe ich an sich ja schon, Äpfel sind jetzt nicht meine besten Freunde, aber in Salaten mag ich sie auch. Also schon mal eine gute Grundlage! Da leider kein frischer Majoran auf meinem Balkon wohnt, habe ich die Reste von einem Basilikumtöpfchen genommen, dass seiner Verwendung harrte und es hat wirklich gut gepasst. Kann mir den Salat auch als Beilage zu einem Abendessen mit Brot vorstellen wie auch zu anderen warmen Gerichten. Einfach nur großartigst! Unbedingt ausprobieren!

Fenchelsalat mit Äpfeln und Honig

Zutaten für 2 Personen:
250 g Fenchel
1 mittelgroßer Apfel
1 TL Zitronensaft
20 g entsteinte schwarze Oliven
einige Blätter Basilikum
1,5 EL Olivenöl
1 EL flüssiger, nicht zu intensiv schmeckender Honig
Salz, Pfeffer

(1) Fenchel putzen, dafür die äußeren trockenen Blätter wegschneiden, die Knollen halbieren und in dünne Scheiben hobeln. Äpfel halbieren, Kerngehäuse raus schneiden und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Oliven grob hacken.

(2) Die Fenchel- und Apfelscheiben in einer Salatschüssel zusammen mit dem Zitronensaft gut vermischen und für 30 Minuten zum Durchziehen in den Kühlschrank stellen.

(3) Die Basilikumblätter fein schneiden. Die Oliven, Basilikumblatter und Olivenöl unter den Fenchel und Äpfel mischen. Würzen mit Salz und Pfeffer. Den Salat auf zwei Tellern verteilen und den Honig mit einem Löffel darüber fließen lassen.

Genießen!

Quelle: leicht verändert nach Bernasconi C., Bertonasco L. (2010): La cucina verde. Die schönsten italienischen Gemüserezepte. Jacoby & Stuart. Seite 74

Kleiner Fernseh-Snack – Guacamole

Letztens hatte ich kurz vorm kontrollierten Rumpfmuskulatur-Bewegen noch etwas Zeit und stromerte durch die Innenstadt. Da ich nicht oft zum Bio-Disccounter komme und noch was zu trinken brauchte, ging ich rein und kam mit einigen reifen Avocados und Mangos (und ner Flasche Wasser) wieder raus. Furchtbar! Was mach ich jetzt mit den Avocados? Eigentlich wollte ich damit eine Pastasauce, wie in der letzten Essen & Trinken beschrieben köcheln, aber was mit der anderen Avocado machen? Schon lange wollte ich mal ne Guacamole ausprobieren und weil noch eine angeblich scharfe Peperoni im Kühlschrank sich langweilte, hab ich in den Kochbüchern nach einem Rezept gesucht und wurde fündig. Super einfache Zubereitung, wenige Zutaten, perfekt eigentlich! Nachdem ich dann alles zusammen gerührt hatte, traute ich mich aber fast doch nicht, die Guacamole zu kosten, weil ich Angst vor der Schärfe hatte. Allerdings völlig unbegründet, die angeblich scharfe Peperoni hatte faktisch nicht einen Hauch von Schärfe. Und wenn schon ich das schon sage … Trotzdem war die Guacamole geschmacklich wirklich ’ne Wucht! So gut, dass ich sie heute Abend gleich nochmal mache nach diesem Rezept:

Guacamole

Zutaten für 1 hungrigen Esser:
1/2 rote große (nicht scharfe) Peperoni, fein gewürfelt
(oder 1 ganze Chilischote)
1/2 kleine rote Zwiebel, fein gewürfelt
ca. 1/2 TL Salz
1 reife Avocado
Saft 1/2 Limette
3 Stengel Koriandergrün
Pfeffer

(1) Die Hälfte der Peperoni- und Zwiebelwürfelchen mit etwas Salzes im Mörser zu einer Paste zerstampfen.

(2) Die Avocado halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch in den Mörser löffeln. Mit einer Gabel zermusen und dabei gut mit der Peperonipaste vermischen. Währenddessen auch die Hälfte des Limettensafts zugeben.

(3) Zum Schluss die restlichen Peperoni- und Zwiebelwürfel unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Limettensaft abschmecken.
Mit Tortilla-Chips zusammen

genießen!

Quelle: Miers, Thomasina (2010): Mexikanisch kochen. Ganz einfach. Dorling Kindersley

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