Archiv für den Monat Juni 2011

Kalte Sauerkirschsuppe auf ungarisch

Ein typischer Bestandteil der ungarischen Sommerküche ist neben Lecsó, kalte Obstsuppe, denen Frau Kochschlampe im letzjährigen gemeinsamen Ungarnurlaub komplett verfallen ist. Egal wo wir auswärts essen waren, es wurde (wenn ich mich recht entsinne) immer eine kalte Vorsuppe bestellt. Ganz besonders hat es ihr eine Sauerkirschsuppe meiner Tante M. angetan, die aus frischen (oder TK) Sauerkirschen plus getrockneten Sauerkirschen bestand.  Und auch hier spielt wieder eine der typischen ungarischen Zutaten mit rein. Nein, nicht Paprikapulver, aber saure Sahne. Ganz essentiell um die Suppe ein wenig zu binden.

Ansonsten ist diese erfrischende Suppe wirklich schnell gemacht, braucht nur Zeit um ordentlich ab- und durchzukühlen. Sie schmeckt schön säuerlich und ist eigentlich perfekt für heiße Sommertage (die kommen bestimmt wieder dieses Jahr).
Und für alle, die ein wenig ungarischen Sommer im Kühlschrank und auf dem Teller haben wollen, hier das Rezept:

Kalte Sauerkirschsuppe

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
25 g getrocknete Sauerkirschen
500 ml Sauerkirschsaft
400 g Sauerkirschen (entsteint gewogen, TK)
3 Nelken
1 Prise Salz
3 EL Zucker (mehr oder weniger, nach Geschmack)
1 Stück Zitronenschale (ca. 4 cm)
100 g saure Sahne
3 TL Mehl

(1) Die getrockneten Sauerkirschen in etwas Sauerkirschsaft für 1-2 Stunden einweichen.

(2) Die restlichen Zutaten bis auf die saure Sahne und das Mehl in einen Topf geben und noch 1/2 l Wasser hinzugeben. Auf hoher Hitze aufkochen lassen und ca. 5 Minuten köcheln lassen.

(3) Währenddessen die saure Sahne mit dem Mehl klümpchenfrei verrühren. Ein paar Esslöffel der heißen Sauerkirschsuppenbrühe dazu geben und gut verrühren. Mit einem Schneebesen möglichst klümpchenfrei in die kochende Suppe rühren. Kurz kochen lassen, dass sie eine Winzigkeit anzieht.

(4) Abkühlen lassen auf Raumtemperatur, danach im Kühlschrank gut durchkühlen lassen. Beim Servieren die Zitronenschale und Nelken rausfischen.

Genießen!

Fremdgehen: „Osteria“ in Kassel

Ich bezeichne Kassel ja gerne als kulinarische Halbwüste, aber es gibt durchaus gastronomische Perlen. In die eine, die Osteria, schleppte mich die liebe I. Ende des Winters plötzlich. Bisher war ich in Kassel kaum auswärts essen, aber das Restaurant hat Eindruck hinterlassen … Ein kleines Lokal nahe der Innenstadt, das eigentlich eine Weinstube ist, aber auch wirklich leckere Gerichte auf der kleinen, aber feinen Karte zu stehen hat. Allerdings ist das Problem, das kaum, dass man sich zwischen den Gerichten auf der Karte entschieden hat und man die Bestellung beim netten, zuvorkommenden Kellner aufgeben will, erzählt der einem noch von anderen Leckereien auf der nicht schriftlich festgehaltenen Tageskarte. *Aaargh* Alles nochmal durchdenken, furchtbar! Aber wir kamen zu einem Ergebnis. Hungrig den Laden verlassen, geht ja mal gar nicht!

Als Aperitif gab es für mich einen Bitterarancino mit Orangenstückchen, sehr lecker! Man war dann doch ein wenig überrascht, dass ich keinen Alkohol da hinein wünschte:

Als Vorspeise teilten I. und ich uns Bruschetta mit Gorgonzola, Waldhonig und Walnüssen überbacken. Wirklich gut! Muss nachgemacht werden!

Für I. gab es als Hauptspeise marinierte Zucchini, Aubergine und Paprika mit Ziegenkäsenocke:

Auf I.s Empfehlung nahm ich die Tortelloni über geschmorten Radicchio mit Balsamico-Creme und Granatapfelkernchen. Wirklich köstlich und zum Reinlegen!

Und wenn schon dekadent, dann richtig mit Dessert. I. stürzte sich auf das Tiramisu …

während mich eher das Mango-Basilikum-Sorbet anlachte, wobei ich den dazu gehörigen Prosecco, zum Entsetzen des Kellners, aus bekannten Abneigungsgründen, weg ließ. Aber auch so wirklich wirklich lecker! Ich liebe Mango!

Es war ein wirklich sehr schöner Abend und in die Osteria werd ich definitiv noch öfter gehen. Toller Laden! Danke I. für’s Hineinschleifen *g* Und damit man sich den Geschmack auch nach Hause holen kann, sind auf der Homepage auch einige Rezepte mit angegeben.

Also, wenn mal einer der geneigten Leserschaft in der Nähe verweilt, reserviert ruhig einen Tisch dort, es lohnt sich!

Osteria – Weinstube – Enoteca
Jordanstraße 11
34117 Kassel

Homepage

Ofenspargel mit einem kleinen Twist …

So, Spargel, mal wieder! Soviel Spargel wie diese Saison hab ich in meinem Leben noch nicht gegessen, erst Recht nicht den weißen. Bisher bevorzugte ich irgendwie den grünen, weil er gefühlt nicht so faserig war, aber seitdem ich Spargel hauptsächlich im Ofen gare oder anbrate, hat sich mein Weißspargel-Konsum vervielfacht. Gab es die letzten Wochen wirklich oft. Und weil ich nicht immer nur in Folie gegarten Spargel essen will, brauchte man neue Ideen, auch fürs kleine Blog natürlich. Ihr wollt ja nicht jeden zweiten Tag lesen, dass es Folienspargel gab, oder? Frau Kochschlampe äußerte eine Spargel-Idee bei dem die Beilagen gleich in der Auflaufform mitgegart werden und das wurde sofort umgesetzt. Dafür wurde Kartoffeln, Spargel und Tomätchen gleichzeitig in einer Auflaufform in den Ofen geschoben und als Krönung noch mit Vanille veredelt.

Und es hat erstaunlicherweise wirklich gut funktioniert! Ich war ja etwas skeptisch, ob die Kartoffeln gar werden, aber doch, waren durch und die ganze Kombination total lecker! Und es ist wirklich schnell und einfach gemacht, wenn man neue Kartoffeln benutzt, die man nicht zu schälen braucht, dann noch fixer. Einfach ’ne gute halbe Stunde in den Ofen geben, in der Küche während dessen fix klar Schiff machen und dann das Gericht genießen! Die Vanille passt ernstlich wunderbar zum Spargel und den Tomaten.

Spargel auf dem Ofen mit Kartoffeln, Tomaten und Vanille

Zutaten für 1 sehr Hungrigen:
3 mittelgroße, neue Kartoffeln
5-7 Stangen Spargel
2 Tomaten
1 Vanilleschote
Butter
Salz, Pfeffer

(1) Kleinere Auflaufform ausbuttern. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

(2) Kartoffeln waschen und mit Schale in mitteldünne Scheiben schneiden. Den Boden der Auflaufform damit bedecken. Salzen und pfeffern. Die Spargel schälen und die Stangen über die Kartoffelscheiben legen. wieder etwas salzen. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark heraus kratzen und auf den Spargelstangen verteilen. Die Tomaten vierteln, entkernen und zwischen die Spargelstangen geben. Noch ein wenig salzen und pfeffern. So ca. 5-8 Butterflöckchen in der Auflaufform verteilen.

(3) Die Auflaufform unabgedeckt in den Ofen geben und ca. 30-35 Minuten backen lassen.

Zusammen mit einem kleinen Blattsalat genießen!

Quelle: Frau Kochschlampe fernmündlich

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