Archiv für den Tag 25. Juli 2011

Nicht ungern in Ungarn Teil IV: Budapest, der erste Tag

Bevor es mit dem Bus nach Budapest ging, erst mal ein handfestes spätes Frühstück mit selbst gemachter Hurka, die noch vom letzten Schlachten im November im Tiefkühler lag. Mal wieder wunderbare Leber- (links) und Blutwurst (rechts):

Die Hauptattraktionen Budapests kenne ich nun schon zur Genüge, aber es gibt immer nette Kleinigkeiten, die mich in dieser Stadt überraschen. So auch die Tatsache, dass hier offensichtlich der nördlichste Wallfahrtsort des Islam ist. Den schmalen, steilen, rutschigen Weg muss man hoch (und erwähnte ich meine wirklich starke Abneigung gegen Berge?):

Dann noch kurz um zwei Ecken gebogen und man steht am Mausoleum des Gül Baba. Dieser Dichter und Derwisch starb kurz nach der Eroberung Budas durch die Türken 1541. Daraufhin wurde er vom Sultan zum Schutzpatron der Stadt Buda ernannt und als Heiliger mit einer Türbe auf dem Rosenhügel geehrt. Leider konnte ich den Innenraum der Türbe nur durchs Fenster photographieren, aber fand es doch sehr schick dort drin. Besonders die Fliesen/Kacheln fand ich wunderschön:

Die Fliesen waren auf dem gesamten Gelände an Wänden oder Brunnen zu finden und überall standen wunderschön blühende Rosen, da Gül Baba übersetzt „Vater der Rosen“ heißt. Hier dann der Heilige samt seinem Mausoleum von außen:

Für Montag war das dann genug Sightseeing für mich, ich wollte shoppen ;-) Nein, keine Klamotten (finde ich eh nicht dort, ungarische Frauen sind durchschnittlich 20 cm kürzer als ich und dementsprechend ist alles zu kurz), ich wollte dringend in den Kochbuchladen/Kochschule/Café „Chefparade„. Ich bin über den Laden zufällig mal im Internet gestolpert und seitdem war klar, dass ich dort hin muss! Dringend! (Alice war übrigens auch schon da.) Sehr gemütlich eingerichteter Laden, in dem es ungarische, deutsche, englische, französische Kochbücher gibt, man nebenbei aber auch allerlei Gewürze käuflich erwerben oder neben dem Stöbern in den Büchern ein wenig Kuchen oder von den warmen Tagesangeboten essen kann. Es werden aber auch Kochkurse angeboten zu den unterschiedlichsten Themen. Wenn ich das nächste Mal in Budapest bin, werd ich mal zu so ’nem Kochkurs. Mag jemand mit? Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe zwei Bücher mitgenommen. Zum einen „The essential New York Time Cook Book“ mit über 1100 Rezepten aus 150 Jahren „New York Times„. Beim ersten Durchblättern kriege ich schon richtig Lust vieles auszuprobieren. Ich glaube, das ist ein richtig großartiges Buch! Als zweites habe ich dann noch einen Klassiker unter den Kochbüchern mitgenommen: „Mastering the art of French Cooking“ von Julia Child.

Anschließend ging es zu einem CD-Laden, der sich auf ungarische Rockmusik spezialisiert hat. Ich sagte kurz an, was ich möchte, es wurde mir gegeben und ich bezahlte. Innerhalb von 15 Minuten kam ich zu den vier neuen Budapest Bár CDs, einer Kiscsillag CD (Oh Gott ja, das Cover ist eine Zumutung!) und einer Live-DVD vom Jubiläumskonzert der einen Lieblingsband. Bin gespannt wie das alles so sein wird …

Dieser Budapest-Besuch war geprägt von lauter ersten Malen. So bin ich neben dem ersten Mal Trollibus fahren …

auch das erste Mal alleine in einem Restaurant essen gewesen. War gar nicht so schlecht, das Essen bekam man schnell, ich konnte gut Leute beobachten und einfach in Ruhe das Essen genießen. Ich war wieder im Menza, weil es mir letztes Jahr mit Frau Kochschlampe und Zwerg schon so gut gefallen hat.

Mir war nach einem alkoholfreien Cocktail und da ich der Minze per se nicht abgeneigt bin, wurde es ein sehr fruchtig-leckerer Virgin Mojito mit Mangopüree:

Als Vorspeise wählte ich eine Minestrone (ja, ich weiß, das Bild ist unscharf *grummel*, in der sich neben Möhren-, Zucchini und Wirsingstreifen auch noch ein paar dicke Bohnen versteckten:

Als Hauptgang wählte ich gegrilltes Hähnchenbrustfilet mit Karotten-Kartoffelpüree und gebratenem Gemüse, wirklich gut! Insgesamt habe ich inklusive Trinkgeld 4500 Forint (ca. 16 Euro) bezahlt, was ich sehr fair finde.

Danach wollte ich zu einem Budapest Bár-Konzert im Hof der Vajdahunyadburg (der Hauptgrund für mich gestern nach Budapest zu fahren):

Aber leider fiel es aus, da der meteorologische Dienst des Flughafens meinte, es würde abends regnen. Sieht so ein Regenhimmel aus??? Jedenfalls wurde nicht mal für’s Konzert aufgebaut oder ein Soundcheck gemacht :-( Fand es halt Dienstagabend ohne mich statt, ich hab ja dafür jetzt die CDs *seufz* Wer sich schwer vorstellen kann, wie sich der Zusammenschluss von Roma-Musikern mit der Creme de la Creme der ungarischen Rockmusik anhört, hier zwei meiner liebster Lieder:

Adressen:

Chefparade Cooking School/Cookbook Shop
Bécsi út 27
1023 Budapest

Menza
Étterem & Kávézó
Liszt Ferenc tér 2
1061 Budapest

Die nächsten Tage kommen später, da ich die nächsten drei Tage bei der Verwandtschaft ohne WLAN verbringe … Aber sie kommen :-)

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