Nicht ungern in Ungarn Teil IV: Budapest, der erste Tag

Bevor es mit dem Bus nach Budapest ging, erst mal ein handfestes spätes Frühstück mit selbst gemachter Hurka, die noch vom letzten Schlachten im November im Tiefkühler lag. Mal wieder wunderbare Leber- (links) und Blutwurst (rechts):

Die Hauptattraktionen Budapests kenne ich nun schon zur Genüge, aber es gibt immer nette Kleinigkeiten, die mich in dieser Stadt überraschen. So auch die Tatsache, dass hier offensichtlich der nördlichste Wallfahrtsort des Islam ist. Den schmalen, steilen, rutschigen Weg muss man hoch (und erwähnte ich meine wirklich starke Abneigung gegen Berge?):

Dann noch kurz um zwei Ecken gebogen und man steht am Mausoleum des Gül Baba. Dieser Dichter und Derwisch starb kurz nach der Eroberung Budas durch die Türken 1541. Daraufhin wurde er vom Sultan zum Schutzpatron der Stadt Buda ernannt und als Heiliger mit einer Türbe auf dem Rosenhügel geehrt. Leider konnte ich den Innenraum der Türbe nur durchs Fenster photographieren, aber fand es doch sehr schick dort drin. Besonders die Fliesen/Kacheln fand ich wunderschön:

Die Fliesen waren auf dem gesamten Gelände an Wänden oder Brunnen zu finden und überall standen wunderschön blühende Rosen, da Gül Baba übersetzt „Vater der Rosen“ heißt. Hier dann der Heilige samt seinem Mausoleum von außen:

Für Montag war das dann genug Sightseeing für mich, ich wollte shoppen ;-) Nein, keine Klamotten (finde ich eh nicht dort, ungarische Frauen sind durchschnittlich 20 cm kürzer als ich und dementsprechend ist alles zu kurz), ich wollte dringend in den Kochbuchladen/Kochschule/Café „Chefparade„. Ich bin über den Laden zufällig mal im Internet gestolpert und seitdem war klar, dass ich dort hin muss! Dringend! (Alice war übrigens auch schon da.) Sehr gemütlich eingerichteter Laden, in dem es ungarische, deutsche, englische, französische Kochbücher gibt, man nebenbei aber auch allerlei Gewürze käuflich erwerben oder neben dem Stöbern in den Büchern ein wenig Kuchen oder von den warmen Tagesangeboten essen kann. Es werden aber auch Kochkurse angeboten zu den unterschiedlichsten Themen. Wenn ich das nächste Mal in Budapest bin, werd ich mal zu so ’nem Kochkurs. Mag jemand mit? Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe zwei Bücher mitgenommen. Zum einen „The essential New York Time Cook Book“ mit über 1100 Rezepten aus 150 Jahren „New York Times„. Beim ersten Durchblättern kriege ich schon richtig Lust vieles auszuprobieren. Ich glaube, das ist ein richtig großartiges Buch! Als zweites habe ich dann noch einen Klassiker unter den Kochbüchern mitgenommen: „Mastering the art of French Cooking“ von Julia Child.

Anschließend ging es zu einem CD-Laden, der sich auf ungarische Rockmusik spezialisiert hat. Ich sagte kurz an, was ich möchte, es wurde mir gegeben und ich bezahlte. Innerhalb von 15 Minuten kam ich zu den vier neuen Budapest Bár CDs, einer Kiscsillag CD (Oh Gott ja, das Cover ist eine Zumutung!) und einer Live-DVD vom Jubiläumskonzert der einen Lieblingsband. Bin gespannt wie das alles so sein wird …

Dieser Budapest-Besuch war geprägt von lauter ersten Malen. So bin ich neben dem ersten Mal Trollibus fahren …

auch das erste Mal alleine in einem Restaurant essen gewesen. War gar nicht so schlecht, das Essen bekam man schnell, ich konnte gut Leute beobachten und einfach in Ruhe das Essen genießen. Ich war wieder im Menza, weil es mir letztes Jahr mit Frau Kochschlampe und Zwerg schon so gut gefallen hat.

Mir war nach einem alkoholfreien Cocktail und da ich der Minze per se nicht abgeneigt bin, wurde es ein sehr fruchtig-leckerer Virgin Mojito mit Mangopüree:

Als Vorspeise wählte ich eine Minestrone (ja, ich weiß, das Bild ist unscharf *grummel*, in der sich neben Möhren-, Zucchini und Wirsingstreifen auch noch ein paar dicke Bohnen versteckten:

Als Hauptgang wählte ich gegrilltes Hähnchenbrustfilet mit Karotten-Kartoffelpüree und gebratenem Gemüse, wirklich gut! Insgesamt habe ich inklusive Trinkgeld 4500 Forint (ca. 16 Euro) bezahlt, was ich sehr fair finde.

Danach wollte ich zu einem Budapest Bár-Konzert im Hof der Vajdahunyadburg (der Hauptgrund für mich gestern nach Budapest zu fahren):

Aber leider fiel es aus, da der meteorologische Dienst des Flughafens meinte, es würde abends regnen. Sieht so ein Regenhimmel aus??? Jedenfalls wurde nicht mal für’s Konzert aufgebaut oder ein Soundcheck gemacht :-( Fand es halt Dienstagabend ohne mich statt, ich hab ja dafür jetzt die CDs *seufz* Wer sich schwer vorstellen kann, wie sich der Zusammenschluss von Roma-Musikern mit der Creme de la Creme der ungarischen Rockmusik anhört, hier zwei meiner liebster Lieder:

Adressen:

Chefparade Cooking School/Cookbook Shop
Bécsi út 27
1023 Budapest

Menza
Étterem & Kávézó
Liszt Ferenc tér 2
1061 Budapest

Die nächsten Tage kommen später, da ich die nächsten drei Tage bei der Verwandtschaft ohne WLAN verbringe … Aber sie kommen :-)

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12 Kommentare zu “Nicht ungern in Ungarn Teil IV: Budapest, der erste Tag

  1. Kaoskoch 27. Juli 2011 um 06:47 Reply

    Menno, das ist ja blöd, dass das Konzert ausfiel. Hätten die das nicht in eine Halle verlegen können? Aber anscheinend hattest Du ja auch so eine schöne Zeit ;o) Kochkurs in Budapest? Und dnan auch noch mit Dir? Gerne! Zumindest, solange der in einer mir verständlichen Sprache ist, und nach Budapest wollte ich ja schon länger, um meinen ersten Eindruck zu revidieren, Der war ja nicht schlecht. Mir war’s nur zu viel von allem. Und zu viel Zuckerguß.

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  2. kochschlampe 27. Juli 2011 um 07:30 Reply

    Ich finde das Cover großartig. Das liegt bestimmt nicht daran, dass ich rot mit weißen Punkten liebe, nein. Nein.
    Ich finde es ja gut, dass Du Dich an Cocktails gewöhnst – so kommen wir vielleicht doch noch mal dazu, in eine der angepeilten Bars zu gehen….

    Das ist übrigens Teil IV, nicht III.
    #corrections

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  3. nata 27. Juli 2011 um 09:50 Reply

    Danke für die ständige Versorgung mit Neuigkeiten aus Ungarn. Finde ich toll! Und das Essen sieht so lecker selbstgekocht aus. Das kommt sicher nicht aus der Packung. Wen Frau Kaoskoch zu viel Zuckerguss übrig hat, dann nehme ich den halt. Ich steh‘ ja auf Zucker.

    Leider ist das erste der beiden Videos in meinem Land nicht verfügbar.

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  4. stampoasis 27. Juli 2011 um 09:55 Reply

    wow! hurka würde ich auch wieder mal gern essen. nicht unbedingt zum frühstück, aber so zu mittag oder am abend…. *lecker*

    gül baba und der garten drum herum haben mich auch sehr beeindruckt. ich war allerdings auch erst vor 2-3 jahren dort und den weg dorthin bzw. von dort wieder runter in die stadt fand ich wunder-wunderschön.

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  5. tardis19 27. Juli 2011 um 12:10 Reply

    Ich weiß ja das du eher der Pflanzen-Typ bist, aber von 3 zu 4 zählen hätte ich dir doch schon eigentlich zugetraut liebe Anikó ;)

    Freut mich aber das du es dir in der Heimat gut gehen lässt!! Erhol dich noch gut und komm dann gesund wieder!!!!!

    :)

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  6. la grosse mere 27. Juli 2011 um 19:59 Reply

    Ui, fein, wir haben lauter Gemeinsamkeiten: Mastering the Art of French Cooking im Kochbuchvorrat, allein im Menza gegessen und eine Abneigung gegen bergauf gehen :-) Viel Spaß weiter!

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  7. Ingrid 28. Juli 2011 um 09:43 Reply

    Oh wie schade. Du hattest dich doch so auf das Konzert gefreut. Vielleicht klappt es ja beim nächste Mal.
    Lass es dir weiter gut gehen … und lass dich verwöhnen

    Ingrid

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  8. zwerg 28. Juli 2011 um 21:29 Reply

    ist das die band mit dem palinka bäumchen?

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  9. Anikó 28. Juli 2011 um 22:48 Reply

    Kaoskoch, es waere tierischer Spaß und wahrscheinlich können dort auch englische oder ungarische Kochkurse angeboten werden. Zur Not dolmetsche ich ;-) Und so langsam fange ich auch an mich gut in der Stadt auszukennen :-) Und ach ja, wegen süß: Ich habe die Theorie je weiter östlich man reist, desto süßer isst das Volk.

    Frau Kochschlampe, erinnerst Du Dich, dass wir das Cover letztes Jahr schon in Pécs sahen und uns gruselten vor dem Brusthaartoupet? Und ja, Cocktails sind ja per se nicht falsch, nur bitte ohne Alkohol :-)

    Nata, dann sind wir offensichtlich schon drei, die nach Budapest fahren können :-) Machen wir nen Foodie-Trip hin :-) Um das Video kümmer ich mich, wenn ich wieder in D bin, da ich hier ja eh nicht sehe welche für D gesperrt sind. Aber ansonsten such mal bei Youtube nach „szilvafacska budapest bar“ da wirste definitiv fündig :-)

    Stampoasis, so ausnahmsweise ging es auch mal zum Frühstück :-) War aber auch schon 10:30h :-)

    Tardis, das hat nichts mit Matheunvermögen zu tun, aber bin hier gerade komplett zeitlos. Sehr angenehm :-) Und kommt man schnell mal durcheinander, den wievielten Tag man schon hier ist ;-)

    La grosse mere, offensichtlich :-) Wie hat es Dir im Menza gefallen?

    Ingrid, wird gemacht mit dem Verwöhnen lassen :-) Ja war schade, aber kann man nichts aendern und bin ja noch öfter hier, vielleicht ergibt sich mal wieder die Chance :-)

    Zwerg, genau das ist sie :-)

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    • la grosse mere 29. Juli 2011 um 00:09 Reply

      essensmäßig weiß ich nicht mehr, was ich damals gegessen habe – war Sommer 2007. ich saß draußen und habe die tapete drinnen bestaunt :-)

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  10. Kaoskoch 29. Juli 2011 um 07:19 Reply

    Zum Essen kann ich nichts sagen, das gab’s an Bord. Wir hatten nur in der Nähe der Fischerbastei in einem Lokal ein Glas O-Saft, als Rudel-Erfrischung. Ansonsten gab’s auf der Tour keinen Auslauf. Ich hatte in Ungarn sogar Probleme, Souvenirs zu kaufen. Ohne den Kurzstopp in Mohacs hätte ich noch nicht mal Tuben mit Paprikapaste gehabt. Oder Paprika-Wodka. Und noch weiter östlich gab’s außerhalb der Bordverpflegung rumänische Wassermelone (köstlich!!! Und tatsächlich süß. Und mit richtig viel Geschmack) und ein rumänischen Lunchpaket, bei dem ich nicht mehr weiß, ob ein süßes Teilchen dabei war. Auf jeden Fall war’s viel.

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  11. […] wurde ich im tollen “The Essential New York Times Cook Book“, dass ich letztes Jahr in Ungarn erstand. Letztens guckte ich es mir nochmal genauer an und muss sagen: großartigst! Sofern ein […]

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