Ein Traum von Aprikosenkuchen

Sind in Deutschland noch vernünftige Aprikosen zu bekommen? Hier in Ungarn hat die Saison vor ca. 1 Woche aufgehört und es wurden gefühlt alle verfügbaren Aprikosen zu Marmelade verkocht, wenn ich mir so die  Regale in den Speisekammern der Verwandtschaft angucke. Dabei kann man noch so viele schöne Sachen mit den Früchtchen machen, wie zum Beispiel diesen Kuchen

Kurz bevor ich hier nach Ungarn in den Urlaub gefahren bin, sah ich beim Perser um die Ecke wirklich verlockende rotbackige Aprikosen. Der Laden hat manchmal richtige Goldschätze an Obst im Angebot, ob nun regionale Kirschen oder eben diese Aprikosen. Normalerweise hat so Obst bei mir immer die Tendenz sofort und unverarbeitet in meinem Magen zu verschwinden, aber diesmal wollte ich sie verarbeiten. Und da einer der seltenen Mir-gelüstet-nach-Kuchen-backen-Momente war, wurde es ziemlich schnell in die Tat umgesetzt. Da ich jetzt nicht mit Unmengen an Backbüchern (Kochbücher sind ’ne andere Kiste) ausgestattet bin, wurde fix das weltweite Zwischennetz befragt. Fündig wurde ich bei Rike von Genial lecker, deren Rezept für Aprikosenkuchen sich verlockend las. Irgendwie so ’nen bißchen wie eine Tarte, oder? Die meisten Zutaten hatte ich sogar da, so dass dem Backvergnügen am Sonntag nichts im Wege stand. Prinzipiell ist der auch nicht schwer zu backen, ich hatte den Mürbeteig wohl nur etwas zu lange im Kühlschrank, so dass ich ihn, bevor ich ihn mit dem Nudelholz ausrollen konnte, mit den Handballen in eine flachere Form pressen musste. Leider hab ich ihn auch auf der mittleren Schien vorbacken lassen, so dass der Rand etwas zu dunkel war am Ende, aber das ließ sich durch abbrechen der dunklen stellen schnell beheben ;-)

Und jetzt lasst Euch gesagt sein: der Kuchen ist ’ne Wucht! Großartig der süße, knusprige Mürbeteig mit den saftigen, etwas säuerlichen Aprikosen. Ein Traum! Auch den Kollegen, die am Montagnachmittag zur Kuchenvernichtung vorbei kamen, waren begeistert. Also wenn ich wieder so schöne Aprikosen kriege, wird der nochmal gemacht. Der ist sowas von sofort im Standardrepertoire gelandet!

Aprikosenkuchen

Zutaten für eine 28 cm-Tarte-Form

Für den Teig:
300 g Mehl Typ 405
200 g Butter
100 g Puderzucker
1 Eigelb (M)
1 große Prise Salz

Für den Belag:
650 g Aprikosen
1 Ei
100 ml Sahne
50 g Zucker
30 g grob gehackte Mandeln

(1) Für den alle Zutaten schnell verkneten und in Firschhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Für den Belag die Aprikosen waschen, abtrockenen, halbieren und entkernen. Die Sahne mit dem Zucker und Ei gut verquirlen.
(4) Die Form einfetten. Den Teig auf Backpapier in Größe der Form ausrollen und vorsichtig hinein legen. Das Backpapier drauf lassen und mit Hülsenfrüchten bedecken (z.B. 500 g getrocknete weiße Bohnen) und ca. 15 Minuten auf der unteren Schiene blind backen.
(5) Backpapier samt Bohnen entfernen (ruhig in einem extra Glas für weitere Blindbackaktionen aufbewahren). Die Hitze auf 190 °C reduzieren. Die Aprikosen mit der Schnittfläche nach unten sehr dicht auf dem Kuchen verteilen (zwei-drei Hälften muss man vielleicht klein schneiden). Den Guss gleichmäßig drüber verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene im Ofen 20 Minuten backen. Dann die Mandeln drüber streuen und nochmals 10 Minuten backen (Gesamtbackzeit 30 Minuten).

Etwas abkühlen lassen und

genießen!

Quelle: Aprikosenkuchen nach Genial lecker

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4 Kommentare zu “Ein Traum von Aprikosenkuchen

  1. nata 1. August 2011 um 17:38 Reply

    Vermutlich wurden alle Aprikosen nach Ungarn verkauft. Und die ganzen anderen Sommerfrüchte auch. In diesem Jahr kriege ich nur wenig und mieses Obst aus der Region. Das macht wirklich keinen Spaß.

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  2. Terragina 1. August 2011 um 17:47 Reply

    Das liest sich fantastisch und ich werde das Rezept sofort bookmarken. Ob ich noch Aprikosen bekomme, weiß ich noch nicht – ich gehe aber mal feste davon aus. ;-)

    Viele Grüße von Kerstin

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  3. Anikó 1. August 2011 um 18:01 Reply

    Nata, meine Familie hat ihre eigenen Aprikosen-, Kirsch- und Pfirsichbäume, die sind nicht auf deutsche Exporte angewiesen ;-)
    Aber in Deutschland ist es wirklich mau dieses Jahr, weil der späte Frost im Mai viel kaputt gemacht hat :-( Ich werde hier noch versuchen so viel wie möglich zu genießen!

    Kerstin, ich hoffe Du findest noch welche, weil der Kuchen ist es wirklich wert!

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  4. missboulette 7. August 2011 um 15:45 Reply

    Glaube ich Dir gerne! Hätte ich lesen sollen, BEVOR ich meinen ersten Aprikosenkuchen der Saison gebacken habe. Jetzt muss ich nochmal backen – klingt genial!

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