Archiv für den Monat September 2011

Am weglaufenden Wasser – Fremdessen auf Spiekeroog

Untergebracht waren wir auf Spiekeroog im „Haus am Meer“ (ich hab ja sofort diesen Ohrwurm davon), einer Art Jugendherberge der Diakonie. Sauber, ordentlich, interessante Frotteebettwäsche ;-) Leider haben es so Jugendherbergseinrichtungen an sich, dass ihre Essenszeiten nicht sonderlich flexibel sind. Da wir aber meistens die ganzen Tag unterwegs waren, es abends in der Herberge aber nur noch kalt gab, hatten wir uns entschlossen die Tage mit einem Restaurantbesuch ausklingen zu lassen. Leider haben fast alle Küchen der Insel nur bis 21 Uhr auf und die Köche achten sehr darauf, dass nach 21 Uhr keine Bestellungen mehr einkommen. Muss man sich nur drauf einstellen, dann geht das alles.

Am ersten Tag musste alles schnell gehen, da wir erst gegen 19:30h auf Spiekeroog ankamen. Schnell zur Unterkunft, Zimmer beziehen, aufs Gepäck warten und auf zum erstbesten Restaurant, das uns auf dem Weg ins Dorf übern Weg lief. Und das war nicht das schlechteste Wahl! Wir landeten im Restaurant des Hotels „Spiekerooger Leidenschaft“ (Adresse: Noorderpad 6) und um Euch nicht mit neun, teilweise den gleichen, Essen zu langweilen, jeweils nur meins und noch ein typisches oder bemerkenswertes aus der Runde :-)

Am ersten Abend war mir noch nicht nach Fisch, bin ja eher fischophob, also gab es für Kalbsleber auf Berliner Art mit Apfel und krossen Zwiebeln mit dem ultimativen Comfort Fod für mich, Kartoffelpüree. War wirklich köstlich!

Sehr viele der Kollegen wählten die gebratene Kutterscholle, zu der noch Bratkartoffeln und Salat gehörten. Den Kollegen hat es gut geschmeckt:

Am zweiten Abend reservierten wir einen Tisch im Restaurant des Hotels „Inselfrieden“, der „Friesenstube“ (Adresse: Süderloog 12) reserviert. Im Restaurant selbst war es ziemlich warm und etwas stickig trotz geöffneter Türen, ich glaub das lag an der ungünstigen Verteilung derselbigen. Das Essen dagegen war vorzüglich. Ich suchte mir meinen Anfängerfisch aus, Matjes mit Gurkenrahm, gebackenen Äpfeln und – Überraschung! – Bratkartoffeln. So eingelegten Heringskram mochte ich als Kind ja schon als einzigen Fisch (nein, wir in der DDR hatten ja nichts, nicht mal Fischstäbchen *g*).

Den letzten Abend verbrachten wir Fischrestaurant  Capitänshaus (Adresse: Süderloog 1) und das war vom Essen her das beste der drei besuchten Restaurants. Neben traditionellen Fischgerichten, standen auch modernere Interpretationen auf der Karte.

Der Kollegenfreund kann der Kombination von Fisch und Linsen nicht widerstehen und bestellte sich Steinbeißerfilet auf Balsamico-Linsen mit einer Sauce von der ich vergaß, was es ist. Ich durfte auch kosten und war ganz begeistert von der Mischung. Wir waren uns sofort einige, dass man eigentlich öfter mal was mit Linsen kochen müsste!

Ich überwand meine Abneigung gegen gegen gebratenen Fisch und bestellte Pannfisch mit – Überraschung! – Bratkartoffeln einer Senfsauce und Salat. Der Pannfisch bestand aus den gebratenen Filets von Lachs, Rotbarbe, Seelachs und Steinbeißer. Am Besten fand ich den Steinbeißer … Und es war wirklich köstlich! Einfache Komponenten, einfache Zubereitung, einfach gut!

Ein Brötchen mit Backfisch durfte auch nicht fehlen, war aber leider zu fettig. Es tropfte das Fett aus dem Fisch :-/

Am letzten Nachmittag gönnte ich mir noch einen ostfriesischen Tee mit Kluntje und Sahne. Leider ist mir der Tee immer ein bißchen zu herb und macht bei mir stumpfe Zähne, aber ich bin ja auch eine Schwarztee-Memme:

Der asaisonale, erstochene Rhabarber-Baiser-Kuchen dagegen war lecker, Biskuit-Teig mit Rhababer belegt und fluffigem Baiser, toll!

Nicht nur landschaftlich kann ein Besuch der Insel empfohlen, auch kulinarisch hat sie ’nen bißchen was zu bieten! Lasst Euch ruhig mal auf die Insel wehen :-)

Bloggertreffen in Würzburg – Termin ist fest

Am

29. Oktober

ist es soweit:

Großes Bloggertreffen in Würzburg!

Wer wissen will, wer sich schon alles angemeldet hat und sich selbst noch anmelden will, bitte hier entlang zu Frau Sammelhamster! Es hat sich schon eine illustre Gemeinschaft gefunden, die sich gerne kennenlernen möchte :-) Es kann nur lustig werden :-)

Reiseproviant: Wurstsalat

Der Weg von Kassel nach Spiekeroog ist schon ein bißchen weiter und da wir schon morgens los fuhren, erst am Abend mit der Fähre übersetzten und dementsprechend spät in ein Restaurant kamen, brauchte ich was komplexeres als nur belegte Brötchen für die Reise. Was böte sich im Spätsommer besser an als ein Wurstsalat. Rettich hatte ich gerade da und auch die Tomate sollte nicht einsam das Wochenende verbringen. Also noch schnell Fleischwurst besorgt, Käse im Kühlschrank geplündert und auch die Senfgürkchen lachten mich noch an.

Alles auf so ziemlich die selbe Größe schnippeln – ich glaube ja, das ist das Geheimnis eines jeden guten Salats: Die Zutaten haben die gleiche Größe! – und schnell ein Standarddressing aus Senf, Essig und Öl anrühren. Krux an so einem Salat ist natürlich die Wartezeit, aber wenn eh erst geplant ist, ihn am nächsten Tag zu verspeisen, können sich die Aromen glücklich im Kühlschrank mischen. Für so Impro-Salat doch sehr schmackhaft und wirklich gut für ein Picknick und ähnliche Geschichten geeignet.

Wurstsalat in klassisch

100 g Schinkenfleischwurst
100 g Edamer
80 g Senfgurken
1 Frühlingszwiebel
5 cm weißer Rettich
1 Strauchtomate

Dressing:
1 TL körniger Senf
3 TL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
6 EL Sonnenblumenöl

(1) Für das Dressing den Senf mit dem Weißweinessig, Salz, Pfeffer und dem Zucker gut verrühren. Während man die ganze Zeit rührt wird das Sonnenblumöl untergehoben. In eine Schüssel geben.
(2) Die Fleischwurst und den Käse in schmale, längere Streifen schneiden. Die Senfgurken auch in ähnlich große Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebel schräg in Scheiben schneiden. Den Rettich schälen, erst in dünne Streifen und dann in längliche, dünne Streifen schneiden. Die Strauchtomaten achteln, entkernen und – Überraschung – in Streifen schneiden.
(3) Alles in die Schüssel zum Dressing geben und mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. Kurz vor dem Servieren nochmals abschmecken und

genießen!

Ausflug zum weglaufenden Wasser – Spiekeroog 2011

Ich bin ja an der Ostsee groß geworden, also eigentlich einem See, der ein bißchen gesalzen wurde und in dem im Sommer öfter süße, kleine Ohrenquallen (vollkommen harmlos) rumschwimmen. Und immer mit Wasser! Ganz wichtig! Nun planten wir (also diverse Kollegen und ich) einen Ausflug Ende August zu machen und es verschlug uns auf eine ostfriesische Nordseeinsel, namentlich Spiekeroog. Wo das Wasser weg läuft, in regelmäßigen Abständen. Das ist da schon so ein bißchen anders als bei uns an der beschaulichen Ostsee …

Also fuhren wir zu neunt gen Norden. Schon bei der Fährüberfahrt von Neuharlingersiel nach Spiekeroog sahen wir die ersten Vogelvollversammlungen:

Aus dem Zimmer unserer Jugendherberge hatten wir einen wunderschönen Blick nach Osten auf die Dünen

und nur 5 Minuten Fußweg zum Strand, allerdings über eine ziemlich hohe Düne. Ich dachte es sei flach an der Nordsee …

Obligatorisch werden die Füße gebadet im gerade weglaufenden Wasser.

Gleich am ersten Tag wanderten wir nach Osten über die Insel und konnten eine wirklich unwirkliche Landschaften bewundern,

in der eher einsame Bäume zu finden sind.

Auch die Häuser des Dorfes sind ganz entzückend und haben sich ohne jegliche Gemeindevorschrift auf ein bestimmtes grün für ihre Häuserfassaden und Zäune geeinigt.

Mit diesem kleinen Kutter ging es für meine Kollegen zur Wattdurchquerung rüber ans Festland. Leider konnten eine Kollegin und ich wegen diversester Zipperlein am Bewegungsapparat nicht mit :-(

Stattdessen guckten wir uns ein wenig die Salzwiesen auf der Wattseite der Insel, mit dem frei werdenden Terrassenstrand an …

und bewunderten einige der typischen Pflanzen (bin ja immer noch Botanikerin *g*). Falls es jemanden interessiert von links oben nach rechts unten sieht man hier Strandflieder, Strandaster, Strand-Grasnelke, Europäischer Queller, Stranddistel, Sanddorn, Krähenbeere und Meersenf.

Blick über den „Wald“ aus Queller:

Während die anderen immer noch durch Priele und Schlick wateten (so ’ne Wattdurchquerung dauert!), machten die liebe Kollegin und ich noch ’nen kleinen Spaziergang am Nordende der Insel …

und suchtne am Strand Wellen für die andere liebe Kollegin, die sich über das Fehlen derselbigen beschwerte. Da hinter der Sandbank, da sind die Wellen:

Und jetzt noch mehr Strand und Landschaft! Es geht gar nicht anders als dasselbe Motiv andauernd zu photographieren …

frühmorgens nach einem klärenden nächtlichen Gewitter mit einem trocken gefallenem Segelbötchen …

nach dem Frühstück ging es auf zum Südwestteil der Insel mit Blick zum Dorf über die Salzwiesen …

einmal gucken was links den Strand runter los ist und dann …

rechts zum blaueren Himmel am Strand weiter spazieren.

Hier wird dine Insel besonders stark „angeknabbert“ vom Meer und muss dementsprechend durch Reisigzweige …

und Steinbuhnen geschützt werden (Spiekeroog ist übrigens die einzige der ostfriesischen Inseln, deren Dorf noch nicht versetzt werden musste). Nebenbei lassen diese Steinbuhnen auch noch wunderschön die Wellen brechen …

Ach, eigentlich könnt man da öfter hinfahren, auch wenn das Wasser öfter abhaut. Mag jemand mitkommen? ;-)

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