Wer braucht schon den Lieblingsjapaner? – Geschmorter Schweinebauch

Wenn ich in Berlin bin, muss ich mit Frau Kochschlampe ins Sasaya gehen, da kommt sie nicht drumrum. Und ich auch nicht. Irgendwie hat es mir die japanische Küche angetan, abseits von Sushi. Ja, Sushi mag ich auch sehr gerne, aber irgendwie finde ich die Alltagsküche anderer Kulturen sehr spannend. Nachdem ich im Januar im Sasaya mich an Butadon, also geschmorten Schweinebauch auf Reis traute, bin ich dem Gericht verfallen! Normalerweise bin ich nicht der Typ Mensch, der auf gut sichtbares Fett in seinem Essen anspringt, aber bei dieser Zubereitungsmethode merkt man das Fett so überhaupt nicht, großartig!

Nachdem ich es damals kostete, war ich auf der Suche nach einem Rezept, dass mir verrät wie so ein Schweinebäuchlein geschmort wird. Fündig wurde ich im Buch „Die asiatische Küche“ von Sohyi Kim und Christoph Wagner, das damals eigentlich nur ein Notkauf war, sich aber als Glücksgriff entpuppte. Es stellt Rezepte von Russland, dem Nahen Osten über die Mongolei, China und Japan bis Indien, Thailand und Indonesien vor, sprich der gesamte Kontinent wird abgedeckt in diesem Buch. Toll! Ein paar Rezepte habe ich auch schon ausprobiert und sie funktionierten wirklich gut! So auch dieses Rezept für den Butadon.

Es ist supersimpel zuzubereiten, man hat kaum Arbeit damit, muss dem Fleisch nur ein bißchen Zeit geben, die Geschmäcker der unterschiedlichen Zutaten anzunehmen. Und wie es schmeckt! Es ist wirklich köstlich! Genauso wie im Sasaya, ab sofort brauch ich, zumindest für das Gericht, nicht mehr zum Lieblingsjapaner gehen, für deren anderen Leckereien wohl noch ;-) Jedenfalls war es so wirklich, richtig, ernstlich gut, etwas süßlich, zartes Fleisch, leichte Ingwernote, tolles Sößchen! So gut, dass ich mich zusammen reißen muss, nicht jedes Wochenende ein neues Butadon anzusetzten …

Und es geht natürlich nicht an, nur Fleisch mit Reis zu essen, auch wenn es wirklich köstlich ist! Durch ein paar einsame Möhren im Kühlschrank kam mir die Idee, ein Kinpira zu basteln. Als Kinpira bezeichnen die Japaner eine Technik bei der vornehmlich Wurzelgemüse scharf angebraten und dann kurz in Sojasauce und Mirin gedünstet werden. Das Rezept hab ich vom Bento Lunch Blog und muss sagen, dass es wirklich gut ist. Schön nussig durch das Sesamöl und die Sesamkörnchen, knackige Möhrenstreifen und wirklich schnell geköchelt. Auch gut für die Bento-Box geeignet. Wird im Hinterkopf behalten :-)

Und für alle, die gerne mal etwas japanische, wirklich köstlicher (ich wiederhole mich, ich weiß *g*) Alltagsküche kosten möchte, hier die beiden Rezepte:

Geschmorter Schweinebauch auf japanische Art

Zutaten für 3 Portionen:
500-600 g Schweinebauch
mit schönem Fleischanteil (ohne Knochen)
3 cm Ingwer
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
1l kaltes Wasser

Für die Sauce:
100 ml Sojasauce
5 EL Mirin
2 cm Ingwer
5 EL Zucker
1 EL Sesamöl
3 EL Pflanzenöl
50 ml Dashi
oder
50 ml Wasser + 1/2 TL Dashi-Pulver
(oder Gemüsebrühe)

(1) Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und grob schneiden. Das Wasser mit dem Fleisch und den vorbereiteten Zutaten in einen Topf geben und aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze 1 Stunde köcheln lassen.
(2) Das Fleisch raus nehmen, kurz abkühlen lassen bis man es anfassen kann und in dünne Scheiben schneiden.
(3) Die Zutaten für die Sauce in einem Topf gut vermischen. Fleisch zugeben und noch etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen bis das Fleisch zart ist und etwas dunkler geworden ist durch die Sauce.

Zusammen mit Reis

genießen!

Quelle: Sohyi Kim, Christoph Wagner (2007): Die asiatische Küche. Pichler Verlag. Seite 315

Möhren-Kinpira

Für 1 Portion:
2 größere Möhren
1-2 EL Sesamöl
1-2 EL Sojasauce
Prise Salz
1 kleine getrocknete Chilischote
2 TL Sesamkörner

(1) Die Möhren putzen und mit dem Sparschäler dünne Bänder schälen. Die Chilischote fein hacken, je nach Schärfevorliebe die Kerne entfernen oder drin lassen.
(2) Das Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Möhren kräftig anbraten. Mit Sojasauce ablöschen und einkochen lassen. Mit Salz und der Chilischote würzen. Zum Schluss die Sesamkörner drüber streuen und noch kurz mit anbraten.

Genießen!

Quelle: Bento Lunch Blog – Karotten-Kinpira

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8 Kommentare zu “Wer braucht schon den Lieblingsjapaner? – Geschmorter Schweinebauch

  1. nata 7. September 2011 um 10:21 Reply

    Kann ich mir wirklich gut vorstellen, wie das schmeckt. Die Portionen auf den Bildern sehen auch echt appetitlich aus. Eigentlich wollte ich ja nochmal den Schweinebauch nach dem Rezept von Rach machen, aber dieser hier könnte eine Konkurrenz darstellen.

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  2. Jutta 7. September 2011 um 10:21 Reply

    Klasse! Das hätte ich gerne heute zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendbrot. Sind doch drei Portionen, oder?

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  3. Anikó 7. September 2011 um 11:18 Reply

    Nata, probier mal aus und ich teste die Rach-Version :-) Aber hätte auch nie gedacht, dass Schweinebauch so lecker sein kann!

    Jutta, wenn man nicht so verfressen ist wie ich, dann ja *g*

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  4. Herr Rau 20. September 2011 um 06:37 Reply

    Die Karotten habe ich nachgekocht: hübsch und lecker. (Schweinebauch hatte ich schon mal nach ähnlichem Rezept gemacht, daher nicht schon wieder.)

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    • Anikó 20. September 2011 um 21:24 Reply

      Ach Herr Rau, so einen Schweinebauch kann man nicht oft genug essen ;-) Und finde ich interessant, dass Sie vornehmlich die japanischen Gerichte hier nachkochen :-)

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  5. […] gekocht: Japanisch geschmorter Schweinebauch Sztrapacska Lauwarmer Cime di rapa-Salat […]

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  6. […] aber da hab ich mich immer noch nicht rangetraut, ich Scharfmimose ich *g* So hatte ich letztens Möhren-Kinpira gemacht, auch sehr lecker. Aber hier erstmal das Rezept für den Tofu Bulgogi und als nächstes […]

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  7. Holli 17. September 2017 um 10:48 Reply

    Ich hab das zum ersten mal im Sasaya gegessen. Dann das Rezept gesucht – hier gelandet. Sehr sehr lecker. LG

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